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Felix von Leitner im Gespräch Das Wissen über das Ausmaß der Überwachung ist neu

 ·  Der Chaos Communication Congress erlebt eine spektakuläre Enthüllung. Zwei NSA-Mitarbeiter klären über die mutmaßlich massive Überwachung der amerikanischen Bevölkerung auf. Der Blogger Felix von Leitner ordnet die Aktion ein.

Artikel Bilder (1) Lesermeinungen (15)
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Peer Koester

Schade, dass die Kernaussage nicht wiederholt wurde ..

Eine der Kernaussagen, sowohl von Applebaum, den Whistleblowern und auch anderer 29c3-Vorträge war doch, dass man sich selber schützen müsse.

Insofern finde ich auch die immer wieder zu hörenden Forderung, die Behörden in ihrem Bespitzelungs-Potenzial künstlich zu beschneiden, und sich auf einen "besseren" (ebenfalls staatlichen & daher immer nur nationalen ..) Datenschutz zu verlassen, reichlich naiv: Wenn die Möglichkeit zum Daten-Zugriff besteht, wird er im Zweifel auch genutzt - egal ob nun im staatlichen oder privaten bzw. im illegalen oder legalen Bereich.

Richtig wäre es, den Bürgern die möglichst allgegenwärtige Nutzung von starker, individualisierter Verschlüsselung nahe zu legen.

Die Freiheit der westlichen Demokratien und unserer Marktwirtschaft entscheidet sich nicht daran, ob Staaten und Macht-Aggregate die Bürger gönnerhaft "nicht-bespitzeln", sondern daran, dass Bürger Medienkompetenz erlangen und sowohl vertraulich wie auch anonym Ende-zu-Ende kommunizieren können.

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Michael Thomas

"Paranoia" und "Fefe Plattform" - Drei Affenprinzip

Es gehört zu dem Prinzip der drei Affen (Nichts sehen, nichts hören und nichts sagen), dass man statt den Inhalt die Person, die eine Information überbringt, zu kritisieren.

Natürlich stehen keine Nachrichten oder ungefilterte Informationen auf dem Blog von Herr von Leitner (fefe), dennoch sind die Einträge meistens verlinkt und man kann die eigentliche Quelle selber prüfen. Manches Mal ist einiges sehr informativ und auch interessant.

Dennoch handelt das Interview nicht vom Blog sondern von einem Vortrag vom Kongress des CCC, bei dem "fefe" Mitglied ist. Ob das, was die Whistleblower berichtet haben, "Paranoia" sein könnte, kann man nicht anhand des Interviews bewerten.

Es dennoch so zu bewerten aufgrund des Interviewten ist also eher der Nachweis, dass hier lieber eine Information als "unangenehm" angesehen wird (und man lieber wegschaut). Das sollte man aber gerade nicht als Souverän eines demokratischen Staates tun, sonst ist man nicht mehr lange in einem Rechtsstaat.

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Antworten (3) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 02.01.2013 15:47 Uhr
Peer Koester

Emotionale Meinung, beschränkte Sicht

> Am schwersten wiegt seine unreflektierte Meinung zum Israelkonflikt.
> Ihn interessiert nicht, wie sich ein bedrohtes Israel verteidigen ..

Hier liegt der Hase im Pfeffer, Herr Becker: Sie haben nur eine andere Meinung und fühlen sich offenbar auch persönlich Betroffen, wenn Sie derart tendenziös (und pauschal) argumentieren.

Denn Israels Verteidigung hat stets auch mit seiner eigenen Aggressivität gegenüber seinen Mitbürgern und Nachbarn zu tun. Am Willen zum Ausblenden des Israelischen Anteils an diesem Konflikt fehlt es gerade in Deutschland nicht: Nur von der Verteidigung zu reden, ohne dabei den permanenten Angriff auf die Palästinenser zu erwähnen (zuletzt z.B. beim Siedlungsbau) macht nicht Herrn von Leitners sondern Ihre unreflektierte und vor allem vorgefertigte Meinung deutlich.

Ergo haben sie nur eine andere Meinung und können seine Beiträge nicht als Denkanstöße aufnehmen. Schon dass es Sie nicht interessieren würde ist unwahr - denn dann würden Sie den Blog ignorieren

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Closed via SSO
Ralf Becker (mfoe) - 31.12.2012 16:48 Uhr

Sie hätten recht, Herr Thomas - wenn mich das Thema Überwachung interessierte.

Tut es aber nicht. Damit ist meine Kritik an fefe auch nicht mehr Ihrem fantastischen "3 Affenprinzip" zuzuschreiben, sondern bezieht sich einfach und allein auf die Qualität von fefes Blog. Und die ist furchtbar. Klar verlinkt er seine Quellen. Da ist er auch ganz stolz drauf. Trotzdem ist das, was er dazu kommentiert, größtenteils Unsinn. Er kritisiert jeden, analysiert vorlaut beliebige politischen Zusammenhänge ohne Sinn und Verstand, und kanzelt zB die Piraten ohne Unterlass ab, während er ihnen absolut hirnrissige Alternativen vorhält.

Am schwersten wiegt seine unreflektierte Meinung zum Israelkonflikt. Ihn interessiert nicht, wie sich ein bedrohtes Israel verteidigen kann. Wenns nach ihm ginge, müssten die Israelis sich hinlegen und sterben.

Jemanden wie ihn als seriösen Interviewpartner auszugeben ist in meinen Augen eine Farce.

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Werner Grunewald

Die Kritik am Blog ist berechtigt

Wenn der Inhalt das Entscheidende ist, hätte man nicht den Autoren dieser Blogplattform befragen sollen, sondern gleich die amerikanischen NSA-Mitarbeiter, wenn diese ohnehin schon zu Besuch in Hamburg waren. Da dies nicht stattfand, ist es auch völlig legitim, sich an die Person zu halten, die gerade befragt wird. Und das war - warum auch immer (ich nehme an, der Bequemlichkeit halber) - der Betreiber eines Blogs mit verschwörungstheoretischem Anstrich. Da können noch so viele "Quellen" angegeben sein - "Quellen" alleine sind keine Beweise, und dieser Betreiber hat ja auch eine Meinung, die er mal mehr, mal weniger unterschwellig kundtut. Der Inhalt des Artikels war also weniger die Sache an sich als das, was der Betreiber von ihr hält. Deshalb hat das auch nichts mit den "drei Affen" zu tun - ganz im Gegenteil! Da sehen Menschen nämlich genauer hin. Was kommt als nächstes? Wird im nächsten FAZ-Artikel Julian Assange zur amerikanischen Politik befragt?

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Marvin Parsons
Marvin Parsons (mapar) - 30.12.2012 16:35 Uhr

Die Paranoia

von Verschwörungstheoretikern gehört in die Rubrik Humor oder Wissen/Medizin, nicht unbedingt ins Feuilleton und oben auf die Online-Seite einer seriösen Zeitung. Außer man betrachtet das als eine Kunstform und hat zwischen den Jahren akute Not, weil so gut wie nicht Berichtenswertes passiert.

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Closed via SSO
Ralf Becker (mfoe) - 30.12.2012 16:05 Uhr

Schade, dass fefe hier auch noch eine Plattform geboten wird.

Der Mann ist Autor eines peinlichen bis ärgerlichen "Verschwörungsblogs", d.h. jedesmal, wenn sich sein Gelästere und Gemeckere als faktisch falsch herausstellen (was nicht selten vorkommt), dann redet er sich auf albernste Weise entweder damit raus, dass das blog ja offensichtlich (!) nicht seriös ist, weil groß "Verschwörung" drüber steht, oder damit, dass er offensichtlich (!) sarkastisch war in dem Moment.

Die Leute, die ich kenne und die sein blog lesen, tun es, um sich zu amüsieren.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 02.01.2013 12:33 Uhr
Peer Koester

Ganz im Gegenteil ..

Es zeichnet die "Schere im Kopf" aus, alles zu discounten, was das eigene Weltbild infrage stellen könnte. Dass Ihnen bereits der eigene Hinweis auf die Verschwörungstheorien auf dem Blog von Herrn von Leitner ausreicht, um seinen Nutzen in Gänze zu discounten und sich dadurch nicht mehr mit dem Inhalt auseinander setzen zu müssen, sagt mehr über Sie selber als über den Blog aus.

Ihr Hinweis auf die angeblich vielfältigen Fehler und die Deklassierung sind doch billige Zuschreibung. Denn natürlich finden sich auf dem Blog viele Hinweise auf Fauxpas bekannter Menschen, insbesondere wenn es dabei um Rechtsdehnung & -bruch sowie Machtmissbrauch geht. Dass dann z.B. unsere gegenwärtige Regierung genauso wie überkommene Rechts- und Wirtschaftsstrukturen "ihr Fett abbekommen", ist zwingend. Wenn Sie solchen Strukturen nahe stehen, dann können Sie sich überlegen, ob ihre Fundamentalkritik an dem Blog nicht aus der Angst herrührt, Ihr Weltbild u.U. als "abgelaufen" klassifizieren zu müssen ..

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Wolfgang Kreuter

was soll daran spektakulär sein...

...wenn ein staat, der zum ersten mal den bewaffneten angriff einer fremden, nicht-staatlichen macht auf sein territorium erlebt, und sich dabei höchst verletzlich gezeigt hat, alle rücksicht auf bürgerrechte fahren lässt und die vollkommene überwachung anstrebt? was soll daran neu sein, wenn derselbe staat unmittelbar nach diesem angriff bereits auf guantanamo auch alle rücksicht vor aller weltöffentlichkeit hat fahren lassen und einen rechtsfreien raum konstruiert, in dem alle sonstigen gefangenen- und kriegsgefangenenrechte ausser kraft gesetzt werden? was soll da neu und spektakulär sein? es ist die herrschaftslogik eines imperiums, das die freie welt verteidigt. souverän ist, wer den ausnahmezustand entscheidet, hat carl schmitt diese logik genannt.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 31.12.2012 01:03 Uhr
Tyler Durden Volland

Niemand hat behauptet, dass daran etwas neu sei....

Es geht darum diese Beschreibung der tatsächlich existerenden Welt in die Köpfe der restlichen 99% der Menschen reinzubringen!

Es gäbe dabei noch ein Seiten-Thema, nämlich ob nicht 9/11 eigentlich viel mehr erst eine Folge dieser ja nicht gerade neuen Politik der USA gewesen ist.
Denn man kann den Umgang mit den eigenen Volk ja extrapolieren, und die naheliegenden Schlüsse daraus ziehen wie die USA mit dem Rest der Welt, in diesem Fall der das Öl besitzenden islamischen Welt, umgehen.

Das eigentliche Problem dabei ist dann, dass diejenigen die dies wissen wollen es sowieso schon wissen, während andere, zu denen sie offenichtlich gehören, davon unter gar keinen Umständen etwas wissen wollen.

DESHALB sind die Reden solcher Whistleblower so wichtig, sie veranlassen neue Leute über das Thema nachzudenken und es mit anderen Augen zu sehen.

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Jan Frisch

Entscheiden Sie selbst:

Leben wir in einer Demokratie?
"Der BND macht übrigens nicht viel anderes als die NSA. Die Amerikaner betreiben nur das größere Netzwerk."
Das Grundgesetz kennt u.a. das Post- und Fernmeldegeheimnis, der BND kümmert sich nicht drum und überwacht Sie, und selbst wenn es öffentlich wird, hat das keinerlei juristische Konsequenzen für die staatlich bestellten Spanner. Also: Glauben Sie immer noch, dass Sie in einer "Demokratie", oder besser noch, in einem "Rechtsstaat" leben? Letzteres ist dadurch definiert, dass keine Person oder Institution über dem Gesetz steht - aber Papier ist nicht nur geduldig, es scheint, dass immer mehr Menschen das Lesen verlernen.

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Ulrich Dissars
Ulrich Dissars (Dissars) - 30.12.2012 14:31 Uhr

Dank an CCC und FAZ

Das Aushöhlen der Demokratie durch undemokratische, unkontrollierte Abhöraktionen des BND darf es nicht geben. Der Bundesinnenminister ist gefordert und Vorführen der Gesellschaft - wie im Falle NSU - darf es nicht geben.
Der FAZ und dem CCC sei Dank für dieses Artikel und die Bundestagsabgeordneten sollten dieses Artikel als ständige Mahnung an die Pinwand heften.

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Antworten (3) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 31.12.2012 12:45 Uhr
Ulrich Dissars
Ulrich Dissars (Dissars) - 31.12.2012 12:45 Uhr

Leider höheren die Amerikaner in D alles ab.......

In Deutschland wird von den Amerikanern alle Kommunikation abgehört.
In Frankfurt laufen armdicke Kabel in das amerikanische Abhörzentrum (laut SPON) und der Rest wird in den Abhörstationen der amerikanischen Armee "gefiltert".
Wir geben unsere Demokratie bewusst auf, da unsere Regierung die undemokratischen, unkontrollierten Abhöraktionen will.
So wird vorsätzlich das GG ausgehebelt.
Unser Opposition und Medien versagen hier total.

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Matthias Katte
Matthias Katte (Hovac) - 30.12.2012 21:49 Uhr

Warum sollte der BND auf etwas verzichten,

wenn die Siegermächte es immer noch wie selbstverständlich tun dürfen.

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Klaus Mueller
Klaus Mueller (Jeeves3) - 30.12.2012 16:11 Uhr

... und...

...und Dank an fefe.
In seinem Nachrichten-Blog erfährt man täglich mehr & Wichtigeres als aus allen (Anwesende ausgeschlossen) deutschen Qualitätsmedien.

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30.12.2012, 12:20 Uhr

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