20.09.2012 · Die Deutschen werden immer reicher - allerdings nur in den oberen Einkommensschichten. Anne Will diskutierte daher die Angst der Mittelschicht vor dem Abstieg. Sie ist gut begründet, wie sich zeigen sollte.
Von Frank LübberdingRichtlinien für Lesermeinungen
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"Das gemeine Beste ist dem persönlichen immer vorzuziehen"
Aus dem sogenannten Verbundbrief des Kölner Rats von 1396, der als
erste Verfassung der Stadt Köln gilt. Diese Maxime wurde von Adam
Smith' 'invisible hand' abgelöst, unter deren sehr sichtbaren
Ergebnissen die Welt seitdem leidet.
Das Problem des persönlichen Reichtums ist ein anderes: durch
eigene Mehrwertschöpfung kann einer wohlhabender werden als andere,
aber niemals so exzessiv reich wie in unseren heutigen Gesellschaften.
Der Volksmund sagt es so: durch Arbeit ist noch keiner reich geworden.
Es käme also nicht darauf an, den 'Reichen' was wegzunehmen oder
sich von ihnen aushalten zu lassen. Das ist unwürdig. Sondern auf
eine menschenwürdige Bewertung von Arbeit, Leistung,
Wertschöpfung i. S. des Kölner Ratsspruches. Dann
entstünde Reichtum nämlich als gemeiner Reichtum und nicht als
persönlicher.
Schade ist in den FAZ.NET TV Kritiken, dass niemals die Manipulation der Zuschauer durch die Moderatoren und ihren Redaktionen thematisiert wird. Diesmal saßen wieder 3 Gäste, die die Meinung von Anne Will und ihre Botschaft an die Gesellschaft teilten oder vertraten, 2 Gästen mit gegenteiliger oder differenzierter Meinung gegenüber. Oft kommt dann noch ein "Einzelfallschicksal" zu Wort um die moralische Keule noch gegen die zahlenmäßigen unterlegenen Gegner zu schwingen. Diese Art der Manipulation der Zuschauer durch die Medien (Illner und Maischberger benützen diesselben Tricks) sind für mich ein Mißbrauch der freien Presse in einem Rechtsstaat. Manchmal fühle ich mich an den "Schwarzen Kanal" zu DDR-Zeiten erinnert, vor allem wenn dann noch jemand von der "taz" eingeladen wird. Diesmal fiel diese Rolle an Frau Wagenknecht, deren Modell DDR und Kommunismus von Franz Josef Strauß durch Kredite vor dem Staatsbankrott gerettet werden mußte. Griechenland läßt grüßen.
Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 20.09.2012 22:46 UhrDer Schwarze Kanal würde fragen..
Wieviel ehemalige DDR Bürger unter den 10% Reichsten sind. Diese
Zahlen werden zur Sicherheit wohl nicht erhoben? Oder ist das eh klar?
Die Lesermeinungen verdeutlichen ein Wahrnehmungsproblem.
Zur selben Zeit werden Reiche reicher und Arme ärmer. Das betrachte
ich mal als unstreitig.
Um das zu verhindern, da es die Gesellschaft zerstört, sieht das
Grundgesetz eine Umverteilung, einen Ausgleich vor. Wer das anzweifelt,
möge sich kundig machen.
Während nun die Armen diesen, ihnen zustehenden Ausgleich zu Recht
einfordern, wehren sich die Reichen dagegen, zu verarmen, was durchaus
verständlich wäre, wäre es denn so.
Dabei würde es vermutlich schon ausreichend sein, ein weiteres
Ansteigen des Reichtums zu verhindern und dadurch einen hinreichenden
Ausgleich zu schaffen, der den sozialen Frieden wiederherstellt. Denn
wenn der vorhandene Reichtum Einzelner die nächsten Jahrzehnte
nicht mehr ansteigt, die freiwerdenden Mittel zur Armutsbekämpfung
genutzt werden, dann schadet das niemandem und hilft der gesamten
Gesellschaft, auch den Reichen.
Kein Mensch hat ein Recht auf Reichtum durch Armut.
Darüber sollten so einige Leser mal nachdenken, die hier ihre
Meinung kundtun.
Warum Verhöhnung, Frau Holtmann?
Armut ist doch relativ zu betrachten. Als Hartz-IV-Empfänger sind
sie in Deutschland arm, in einigen Entwicklungsländern wären
sie mit dem Einkommen schon reich.
Das ist halt die berühmte Schere. Armut oder Reichtum an sich sind
doch kein wirkliches Problem. Aber wenn Reichtum auf Armut basiert, dann
ist das ein Problem.
Was ist denn die berümte Neiddebatte anderes, als zu verschleiern,
daß Reichtum auf Armut basiert, indem von Chancengleichheit etc.
gefaselt wird. Der typisch neoliberale Ansatz eben. Zur Gleichheit hatte
ich ja schon geschrieben.
Ich gebe Ihnen recht, wenn Sie schreiben, dass die Welt Milliardäre nicht brauche.
Die Lage der Armen in den Entwicklungsländern aber mit der Lage der
Armen bei uns zu vergleichen - wie Sie das im letzten Satz indirekt tun
- halte ich für eine Verhöhnung der Armen in den Entwicklungsländern.
Warum nicht, Frau Holtmann. Milliardäre braucht die Welt nun wirklich nicht.
Unser Herz schlägt sehr wohl für diese Menschen, aber wir
verdrängen das Wissen um diese Umstände, weil wir uns sonst
schuldig fühlen müßten.
Es ist die Ohnmacht, derr Zweifel an uns selbst, die Umstände
ändern zu können, was uns veranlaßt, es nicht einmal zu
versuchen. Und das erzeugt Schuldgefühle. Sicherlich ist es auch
die Angst, selbst verzichten zu müssen. Vor allem aber ist es das
Gefühl der Gewißheit, daß unser Verzicht die
Verteilungsfragen nicht lösen würde, sondern zu noch mehr
Ungerechtigkeit in der Verteilung führen würde. Denn so war
bislang immer das Ergebnis.
Und dazu müssen Sie nicht in die Ferne schweifen, um das zu
erkennen. Das ist deutsche Realität seit Jahrzehnten.
Dann, Herr Meier, geben wir das Geld doch den wirklich Armen der Welt
und halten es nicht in Deutschland. Menschen, die sich hart und redlich
um ein Leben in Würde bemühen, gibt es nämlich
genügend: Ich denke an die Bauern in den Entwicklungsländern,
an die Kinder in den Fabriken, ... Wir können sie ja alle gar nicht
benennen. Warum schlägt unser Herz so wenig für diese Menschen?
Denkbar wäre es doch z. B., dass die Menschen dieses Landes
über die Verwendung eines Teil ihrer Steuer selbst bestimmen
könnten. Vielleicht wären viele Menschen bereit, mehr zu
zahlen, wenn sie ein wenig mitentscheiden könnten, für wen
oder was ihre Steuergelder eingesetzt werden.
Parkett und Laminat oben -- PVC- und Linoleum-Fußböden unten
Die Furcht der Mittelschicht vor sozialem Abstieg ist einer
Blindgängerbombe vergleichbar: Unter Umständen schnell sehr
zerstörerisch. Den Aufstieg der NS-Herrschaft hat diese Furcht
begünstigt, wenn nicht erst möglich gemacht.
Durch die Bildungsexpansion seit den sechziger Jahren kann selbst das
alte Großbürgertum nicht mehr sicher sein, dass die Kinder
automatisch in die Eliten von Wirtschaft, Staat und Gesellschaft
gelangen. Noch mehr gilt dies für die früher kleine
Mittelschicht. Die ist heute viel breiter, aber zu viele Konkurrenten
verfügen über dieselben Karrierechancen (Abi, Studium).
Schon seit den siebziger Jahren schlägt das
"Qualifikationsparadox" zu: Zertifikate werden immer
wichtiger, ihr Nutzen zur Statussicherung wird aber immer unsicherer.
Ganz unten herrscht schon lange wenig Hoffnung. Wer keinen
Realschulabschluss hat, verfügt im Hochtechnologieland kaum noch
über nennenswerte berufliche Chancen, seinen Lebensunterhalt
eigenhändig zu verdienen. Was läuft schief?
"Die Goldenen Achtziger Jahre" & der Ökonom als Literaturwissenschaftler
Fr.Fischer ist auf der richtigen Spur, auch wenn diese Spur medial seit
langem sehr flach gehalten wird. Allmählich werden die
gesellschaftl. Auszehrungs-+Ausfallerscheinungen aber so
augenscheinlich, dass Vertuschungsstrategien a la Hüther deutlich
ins Leere laufen.
Seit Anfang der 1990er Jahre stagniert bundesamtlich bestätigt die
Kaufkraft in DE, für die meisten deutschen Arbeitnehmer (auch der
Mittelschichten) stagnieren auch Real-Löhne+ -Einkommen seit den
Mitt1990ern, branchen- und berufsweise sind sie gesunken. Als der
Schweizer Ökonom Straubhaar (nicht gerade ein "linker"
Ökonom) jüngst vom nicht mehr zu übertreffenden
Lebensstandard des "Paradieses" der 1980er Jahre in WestDE
sprach, hat er den Schweigeteppich unabsichtlich fortgezogen.
Amüsant , wie sich ein Ökonom als fehlbarer und vieldeutbarer
Interpret von Zahlen und Daten entpuppte, Ökonomie als simple
Sozial- und Geisteswiss. :))
Bemitleidenswert der sichtbar verunsicherte + bambusschwankende FDP-Vertreter.
Herrn Lübberdings Internet-Seite entenhme ich 1963 als sein
Geburtsjahr. So war er im Jahr, als Otto Graf Lambsdorff mit seinem
"Wachstumspapier" die sozial-liberale Koaltion zu Fall
brachte, immerhin schon 19 Jahre. Lambsdorff blieb bis Ende der
neunziger Jahre politisch präsent, so dass die korrekte
Schreibweise seines Namens für einen Publizisten eigentlich
Standard sein sollte.
Otto Graf Lamsdorff als "der Graf" (wie in England z.B.
"Earl") zu bezeichnen, ist schlicht falsch. Bereits in der
Weimarer Republik wurden Adelstitel abgeschafft. Damit wurden solche
Titel zu Namensbestandteilen, die mitgeführt werden dürfen.
Sie haben aber sonst, weil Deutschland eine Republik ist, keine Bedeutung.
Unabhängig von den Argumenten der TV-Frühkritik erzeugt die
Lektüre bei mir das Bild, dass hier ein Dampfplauderer schreibt,
derer es Unzählige im Internet gibt. Mit viel Augenmerk auf Effekt,
aber mit wenig Kenntnis untersetzt. Auch eine Form der Selbstentwertung.
"Es geht letztlich um die Frage, wie viel Ungleichheit eine Gesellschaft hinnehmen will."
Eine sehr gute Zusammenfassung der Talk-Show. Und die Frage danach,
wieviel Ungerechtigkeit eine Gesellschaft hinnehmen will, bringt es auf
den Punkt: Es herrscht Verteilungsungerechtigkeit in Deutschland - aber
die Wähler reagieren nicht.
Es war schon interessant, wie wenig Substanzielles Döring und
Hüther zum Thema vorzubringen hatten, eigentlich nichts. Sie
lavierten an der Wahrheit vorbei und versuchten, sich nur keine
Blöße zu geben. Ein armseliges Schauspiel, kennt doch jeder
Normalverdiener nach einem Blick in seine Geldbörse die ganze,
nackte und traurige Wahrheit.
Aber, der Reichtums- und Armutsbericht spiegelt ja nicht die
"Meinung" der Bundesregierung wieder, als sei das eine Frage
der Meinung.
Doch zurück zur Frage aller Fragen, warum wehren sich die Armen und
die Mittelschicht nicht an der Wahlurne gegen die ständig
zunehmende Ungerechtigkeit? Warum gehen viele überhaupt nicht mehr
wählen? Geht es ihnen vielleicht doch immer noch zu gut?
Nein, Frau Holtmann, die Frage stellt sich nicht.
Geld bedeutet immer schon und immer und überall Macht. Und wer die
Macht hat, diktiert die Regeln der Gesellschaft. Das Kapital hat dies
sehr lange sehr vorsichtig getan, bis vor ca. 20 Jahren der Zeitpunkt
gekommen war, den gewachsenen Einfluß politisch geltend zu machen.
Heute sind Banken "systemrelevant" und das Kapital greift ganz
offen nach der Macht, siehe EZB und ESM.
Die Politik kann gegen die Macht des Kapitals das System nicht mehr
wirklich reformieren. Inwieweit Reformen überhaupt noch
möglich sind, sei einmal dahingestellt. Eigentlich stellt sich nur
noch die Frage, wann welche neue Partei oder das Volk selbst für
die notwendigen Veränderungen sorgt.
Ich setze momentan noch auf die Piratenpartei, die per Basisdemokratie
und mit mehr direkter Demokratie dem Volk eine Stimme und mehr
Mitbestimmung verschaffen will. Wenn das nicht funktioniert, sehe ich
gewissermaßen schwarz.
@ Herrn Meier, Herrn Lobeck,
natürlich sehe ich Fehlentwicklungen, vor allen Dingen weltweit
(wer könnte die leugnen?), aber auch in Deutschland. Die Frage ist
aber, wie wir diesen Fehlentwicklungen begegnen können. Der Weg der
übermäßigen Besteuerung der produktiven Kräfte
scheint mir der falsche Weg. (Haben wir nicht aus der Geschichte der DDR
gelernt? Und ob wir enteignen oder Gewinne mit 75% besteuern, wo ist da
noch der Unterschied?) Eine höhere Besteuerung reiner
Kapitaleinkünfte halte ich für durchaus möglich,
vielleicht sogar wünschenswert.
Es stellt sich aber auch die Frage, aus welchem Grund das unproduktive
"Kapital" einen so starken Einfluss hat gewinnen können.
Und hier würde ich auf die Sie die staatliche Verschuldungspolitik
seit dem Beginn der 70er Jahre verweisen. Auf jeden Fall hat der
Sozialdemokrat Karl Schiller die Verschuldungspolitik seiner Regierung
nicht mittragen wollen und ist 1972 von seinem Amt des Bundesministers
für Wirtschaft und Finanzen zurückgetreten.
Nur mal angenommen, Frau Holtmann, Herr Lobeck,
am Ende der Entwicklung stünden nur noch Maschinen statt Arbeiter,
deren Gewinn einem einzigen Menschen zukämen, was dann?
Ja, manchmal muß man etwas übertreiben, um etwas deutlich zu machen.
Totschlagargument, Frau Holtmann? Habe ich nicht ausreichend argumentiert?
Es waren nicht die Hochkulturen, sondern einige Religionen, die ewige
Liebe bestimmt und Trennung verboten haben. Wenn Sie nur an all die
zerrütteten Familien denken, in denen Kinder die wehrlosen Opfer
sind, dann ist Trennung immer der beste und einzige Weg.
Die Entwicklung von der Großfamilie zur Kernfamilie bis zur heute
fast völligen Zerstörung der Familie hat überwiegend
politische Gründe. Das im Einzelnen darzulegen, auch dazu fehlt
hier der Platz, aber auch da spielt der Neoliberalismus eine wichtige
Rolle. Denn indem der Wert des Menschen auf seinen Nutzwert für die
"Eliten" der Gesellschaft beschränkt wurde, wurde auch
der Wert der Familie zu einer leeren Worthülse. Die Demographie
belegt dies eindeutig.
Die Gesellschaft muß nicht für die Kosten einer Trennung
aufkommen, sondern sie muß für die Existenz ihrer Mitglieder
aufkommen. Denn nur daraus bezieht sie ihre Legitimation, die Freiheit
des Individuums zu beschneiden. Wer die Strukturen der Gesellschaft
bestimmt, bezahlt.
Neu, Frau Holtmann, ist allerdings der Umfang und die starke Folgewirkung dieser Mehrwertgerierung
Es ist schon ein sehr alter Menschheitstraum, durch Maschinenwirkung,
Automatisierung und jetzt digitale Steuerung Befreiung von Arbeit zu
erreichen. Meinen Sie wirklich, dass nur der eingeschlagene Weg
(abgesehen vom kritikwürdigen Bezug zur Würde des Menschen)
gangbar war? Dass diese Befreiung nur in Form eines Arbeitslosenheeres
und einer Vielzahl prekärer Beschäftigungen einerseits und der
hohen zeitlichen Belastung der Vollbeschäftigten bis zum 67.
Lebensjahr andererseits Ausdruck finden kann?
Und der Vermögenszuwachs der den in global agierend mächtigen
Kapitalgesellschaften vereinten Superreichen auch noch in Krisenzeiten
möglich ist, muss in diesen Zusammenhang ebenfalls gesetzt werden.
Ich verstehe Ihre Argumentation natürlich, Herr Lobeck,
denn sie ist ja nicht neu. Nur jetzt heißt es anscheinend
"Maschiniserungsgewinn", früher hieß es
"Mehrwert". Gibt es da einen Unterschied? Oder dient die
Wortneuschöpfung der Verschleierung?
@ Herrn Meier
"Neoliberal" ist also jetzt das neue Totschlagsargument, oder? - Und wenn die Liebe erlischt, ist die Trennung unausweichlich? Das haben fast alle Hochkulturen in der Geschichte anders gesehen und die Stabilität der Familien als wichtigen Faktor für die Stabilität von Gesellschaften gesehen. - Und: Die Trennungsentscheidung ist eine private. Aber warum muss die Gesellschaft für die Kosten dieser Entscheidung aufkommen?
Fangen wir doch einmal an zu erklären, wo Vermögensbildung ungerecht wird, Frau Holtmann
Richtig bemerken Sie, dass dabei die Leistung für die Gesellschaft
wesentliches Kriterium ist. Nehmen wir die Wertschöpfung, die alle
am Produktionsprozess Beteiligten vollbringen. Mechanisierung und
Automatisierung haben höchste Wertschöpfung erbracht und
gleichzeitig Personal freigesetzt. Der deutlich gestiegene Gewinn ist
großteils bei der Kapitalseite, die die nötigen
Inverstitionen auch mit ermöglichte, verblieben. Auch dadurch
bedingte Arbeitslosigkeit erhöhte der Konkurrenzdruck der
Arbeitnehmer und begünstigte den Trend zu prekären
Arbeitsverhältnissen. Der Staat ist zunehmend gezwungen, derartige
Folgen im Sozialetat aufzufangen. Merkwürdigerweise sind dennoch
Unternehmenssteuern gesunken und die unternehmerseitigen
Sozialbeiträge gemindert worden.
Friedhelm Hengsbach ist nun der Meinung, dass hier die Kapitalseite
unverhältnismäßig nimmt, er spricht sogar von Raub, und
fordert, dass Arbeitnehmer und vor allem die Staatsseite mehr vom
Maschinisierungsgewinn erhalten müsse.
Selbstverständlich können Wahlen etwas ändern, Frau Wild.
Nur eben dann nicht, wenn die Auswahl immer dieselbe bleibt bzw.
unterbleibt. Zwar ist die Auswahl der Alternativen zu neoliberaler
Politik der "Volksparteien" und ihrer Anhängsel eher
beschränkt, aber das vermindert glücklicherweise auch die Qual
der Wahl.
Ein Wahlverbot steht wohl nicht im Raum, die direkte und indirekte
Manipulation von Wahlen aber schon lange. Denken Sie an das Wahlrecht
oder die Manipulation durch den Staatsrundfunk.
Liebe Frau Holtmann, wenn Sie sehen könnten, welch ein Lächeln über mein Gesicht huscht.
Für eine gleiche Verteilung von Vermögen gibt es weder einen
Grund, noch wird das von mir gefordert. Aber Leistung für die
Gesellschaft, wenn das ein Kriterium sein soll, bitte gerne. Allerdings
bewerte ich dann den Wert der erbrachten Leistung, ok?
Ganz kurz: Menschen sind nicht gleich. Sie unterscheiden sich in ihrer
physischen, psychischen und intellektuellen Leistungsfähigkeit.
Daher ist die Leistung des Menschen individuell zu betrachten, um den
Wert seiner individuellen Leistung objektiv beurteilen und seiner
Würde als Mensch gerecht werden zu können.
Sehen Sie davon auch nur ansatzweise etwas in unserer neoliberal
geprägten Gesellschaft? Sehen Sie irgendeine Form von
Gerechtigkeit? Überraschen Sie mich.
Ansonsten: Liebe kennt weder Not noch Gebot und wenn sie erlischt, ist
eine Trennung unausweichlich. Lese ich da etwa Sarrazin zwischen Ihren
Zeilen? Um auf dessen menschenverachtende Pamphlete einzugehen, fehlt
hier leider der Platz, aber seien Sie gewiß, auch Sie war gemeint
Wenn Wahlen etwas ändern würden,
wären sie längst verboten.
(Emma Goldman zugeschrieben)
Fangen wir doch einmal an zu erklären, was "gerecht" ist.
Ist eine gleiche Verteilung von Vermögen grundsätzlich
gerecht? Oder sollten wir eine gerechte Verteilung nicht in erster Linie
davon abhängig machen, welche Leistung ein Mensch für die
Gesellschaft erbringt?
Verstehen Sie mich nicht falsch. Wirklich Hilfsbedürfigen muss in
unserer Gesellschaft geholfen werden. Tatsache ist aber auch, dass viele
Menschen sich darauf verlassen, dass andere für sie sorgen und ihre
Lebensentscheidungen finanzieren (z. B. die Trennung vom Ehepartner, die
Zahl der Kinder).
Früher wurde ein heiratswilliger junger Mann von seinem
Schwiegervater in spe gefragt, ob er eine Familie überhaupt
ernähren könne. War diese Frage so absurd?
Wieviel sollen die angeblich "Reichen" denn noch dem Staat geben
Mit den Forderungen nach Vermögenssteuern und - abgaben zielen die
Umverteiler 'mal wieder auf die, die ohnehin schon überwiegend das
Sozialsystem und alle möglichen Projekte, die sich Politiker
ausdenken, die zumeist fast Ihre gesamte Biografie im öffentlichen
Sektor verbracht haben, finanzieren.
Ich jedenfalls habe wenig geerbt, in meinem Arbeitsleben im mittleren
Management relativ viel gespart und mich von Steuersparmodellen etc.
ferngehalten und dadurch auch viel an Steuern gezahlt, was ja auch OK
ist. Aber eben auch Reseven aufgebaut, die jetzt von Leuten aus PDS,
SPD. Grünen etc ins Visier grnommen werden. Ich hielte es für
ungerecht, wenn ich jetzt von meinen Reserven nochmal 'was abführen
müßte. Zumal die Umverteiler wieder 'mal auf die zielen, die
ohnehin schon hohe Steuern zahlen. Z.B. würde man sich nicht an die
hohen und inflationssicheren landwirtschaftlichen Vermögen
herantrauen. Wahrscheinlich deshalb nicht, weil dieser Sektor
protestmäßig gut organisiert ist.
Warum die Linken aus Deutschland ein zweites Griechenland machen würden!
Es geht denen ja nicht darum, dass z.B. der Mittelstand mehr leistet und
somit mehr Lohn fordern kann. Nein, die sagen, z.B. der Unternehmer hat
steigende Gewinne, ergo muss der Arbeitnehmer mehr verdienen! Welch
kindische Logik.
Ein Unternehmer hat ein Unternehmen und zahlt Löhne. Dann macht er
ein weiteres auf, nimmt einen Kredit auf, stellt neue Leute ein und der
Gewinn steigert sich um 50%. Kein einziger ursprünglicher
Arbeitnehmer hat deshalb mehr geleistet. Genauso, wenn der Unternehmer
z.B. neue Maschinen kauft.
Man fragt sich, wie naiv die Linken sind. Schon heute ist der
Mittelstand überbezahlt. Warum sonst hätten die so Angst vor
den Zeitarbeitsfirmen. Gleiche Leistung, weniger Lohn. Und wer so naiv
ist, zu glauben Lohnsteigerungen nicht aufgrund von
Leistungssteigerungen zu fordern, sondern nur aufgrund von Umverteilung,
der hat bald griechische Verhältnisse.
unlogische Logik?
Der Unternehmer konnte also trotz gestiegener Personalkosten (der Unternehmer hat ja mehr Leute eingestellt), Tilgung des Kredites, Anschaffungskosten etc. seinen Gewinn um 50% steigern! Irgendwie muss dann doch jemand mehr geleistet haben, oder? Gut, dass sie nicht beim Finanzamt arbeiten, sonst entgingen dem Staat Milliarden wie in Griechenland! :-)
Was total vergessen wurde DIE STEUERFRAGE
habe die Sendung nicht gesehen moechte aber anmerken: ohne ein
Modernisierung des Deutschen Steuerrechts hin zu einer gerechteren bzw.
einfacheren System werden in Deutschland Neiddebatten und
Umverteilungsdebatten immer wieder in diesen
populärwissenschaftlichen Sendungen u. politisch flachen Sendungen aufflammen.
Komme gerade von einer Geschäftsreise aus der Schweiz und sehe
Leisttungsträger 'deutscher Herkunft' in Kliniken ,
Universitäten etc., ja sogar im öffentlichen Nahverkehr als
Strassebahnfahrerin, die nach Abzug allervergleichbaren Alltagskosten
unterm Str4ich immer noch 25% mehr in der 'Tasdche' haben und auf Grund
des besseren Altersversorgungssystem in der Schweiz auch keine Furcht
haben müssen im Alter als Normalverdiener bis hin zur sogn.
Mittelschicht zu verarmen.
Weiergin: massive Steuerverschwendung wie in D (Elbphil..u.a.) gibt in
der Schweiz nicht.
Wann wachen die Deutschen endlich auf und wählen die Politiker die
Deutschland zukunftsfähig machen könnten.
Grundlagen der allgem. Volkswirtschaftlehr u Praxis der Staatsfinanzierung
kann ich in Ihrem Beitrag leider nicht erkenn ..daher wollte ich schon
Ihren Beitrag in die Ecke populistische Abwatschung der Schweiz stellen.
Erlaube mir hinzuweisen auf int. neutrale Studien zur Ökonmie der
Schweiz die solche dummen Aussagen 'die Schweiz finanziert sich durch
diverse Schwargeldkonten Lügen Strafen.
Sorry auf diesem Niveau kann man keine vergleichende Diskussionen zu
solch Themen machen. Mann sollte schon objektive nachweisbare Argumente
liefern. OK da gibt es noch andere Länder in der EU u. ausserhalb
die durchaus in Punkto Steuersystem weiter sind. und deswegen noch lange
keine Steueroasen sind die mit dem Fluchtgeld anderer Länder sich
finanzieren. Eine der Ursachen für Steuerflucht ist im übrigen
die zT bürokratischen ungerechten und überzogenen
Steuersysteme u.a. in D. Sogenante permanente Steuerflüchtige(eine
gewisse Minderheit) die immer sich slebst bei niegrigen
Steuersätzen überfordert fühlen wird es und gab es immer.
Die Schweiz ist doch ein niedlich im Vergleich zu Deutschland Herr Kueenemund
Wie sagt man so schön: "Vergleichen Sie nicht Äpfel mit
Birnen". Immer diese naiven Behauptungen, die Schweiz soll man sich
als Vorbild nehmen, weil da alles so gut läuft und wir in
Deutschland keine Ahnung haben. Welch ein Witz.
Sorry, aber wir in Deutschland sind ein Rechtsstaat. Wir finanzieren
u.a. unsere Gesellschaft nicht mit dem Schwarzgeld unserer Nachbarn.
Weiterhin hatten wir in Deutschland die Wiedervereinigung und deren
Kosten. Wo ist das Gegenstück in der Schweiz. Ach ja und die
internationalen Aufgaben. Deutschland übernimmt international
Verantwortung. Und dies Kostet. Kann ja nicht jede Gesellschaft so
egoistisch wie die Schweiz sein. Und Europa. Es gibt eben Länder
wie Deutschland, die sich nicht an den Nachbarn bereichern, sondern
denen Helfen (EU)....
Wie gesagt, wirtschaftlich steht die Schweiz sicher besser da. Nur ist
es sinnfrei gerade mit diesem Land ein Vergleich mit Deutschland
anzustellen.
NIEMALS!
Die Deutschen wachen niemals von selbst auf! Sie werden aufgeweckt! Und zwar dann, wenn Warren Edward Buffett und der Rest der Clique ihren bereits 2008 angekündigten Krieg gegen alle Menschen der Erde restlos gewonnen haben.
Der verlorene Charme der Bourgeoisie
Letztes Wochenende nahm ich an einem Treffen ehemaliger Kommilitonen teil. Die Generation derer, heute so um die 55, die zu einem beträchtlichen Teil darauf gesetzt hat, dass große Organisationen: Daimler, WestLB, Commerzbank, etc. pp. oder der Staat sie behandeln wie eine Mutter ihre Söhne. Bedinglslose Loyalität als Lohn für einen guten Abschluss, Fleiß, Anpassungfähigkeit und größtmögliche Kantenlosigkeit. Und - wenn ihnen kein dummer Fehler unterläuft - die Chance "voran zu kommen". Das Merkelsche Paradigma! Knapp ein Drittel haben in den letzten Jahren ihre Mutter verloren und suchen nun verzweifelt ein Leben ohne sie. Nicht allen gelingt es. Der Verlust des Heims, der Frau und die Demontage ihrer bürgerlichen Existenz erfolgt auf Raten. Sie haben erlebt, was es heisst, wenn sich identitätsstiftende Hierarchien auflösen, weil z.B. ein verzweifelter tunesischer Gemüsehändler sich anzündet oder China zunächst Fernseher, jetzt Solarzellen und bald Autos besser und billiger anbietet.
Antworten (11) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 21.09.2012 13:53 Uhr@Thomas Mirbach & Robert Hamacher
Ich stimme Ihnen zu. Das Einstellungsverhaltenen von US-amerikanischen
Unternehmen ist anders als das von deutschen. Lieber naive,
preisgünstige Junioren als erfahrene aber enttäuschte, teure
Senioren heißt bei den deutschen Unternehmen die Devise.
In meinem Bereich (IT-Beratung) arbeiten viele Ältere auch als
freie Berater und leben nicht schlecht davon. Ich weiß nicht, wie
es bei Maschinenbau- oder Bauingenieuren aussieht.
Deutschland ist ein Land mit hohen Arbeitskosten, das zudem auf Importe
angewiesen ist. Den Wohlstand erhöht man nicht dadurch, dass man
Einkommen oder Vermögen umverteilt. Alles hängt an den
Spitzenprodukten/dienstleistungen, die das Land zu bieten hat, mittelbar
auch Arbeitsplätze, die nicht direkt in diesem Bereich angesiedelt
sind. Alles, was Kreativität bei der Entwicklung von
Spitzenprodukten behindert, ist schädlich, insbesondere alle Arten
von Demotivation kreativer Leistungsträger (steuerliche Bestrafung,
unternehmerische Dummheit).
@ Wolfgang Klein II
Ich kenne Ihre Meinung bez. des Kompetenzdefizits im Management von Großunternehmen. Nun mal losgelöst von dieser Frage: Das primäre Berufsbild in den westlichen Industriestaaten seit dem 19. Jahrhundert, ist das des Angestellten in einem Unternehmen. Diese Form des Brötchenerwerbs ist nach wie vor die "default mode" auf dem unser Wohlfahrtssystem aufbaut. In einer komplexen, arbeitsteiligen Wirtschaft ist das auch nachvollziehbar. So wie man sich in diesem System eingliedert, wird man von diesem System gleichzeitig vereinnahmt, mit der entsprechenden Sinngebung und Selbstwert und Bild für die Rolle, die man in dieser Welt spielt. Was soll ein talentierter Buchhalter ohne Bilanzen anstellen, oder ein talentierter Konzertpianist ohne ein Orchester? Sie erwähnen die USA, nun, wer hierzulande mal gefeuert wird, wird schlicht NIE wieder eingestellt! Mit über 50 erst recht nicht! DAS ist der entscheidende Unterschied!
An der Metaphorik vorbei ?? ;)
Die us-amerikanischen Layoff Beispiele ließen sich auch noch um
die Automobilindustrie ergänzen. Die us-amerikanischen
Arbeitnehmer Blue & White sind daran nahezu seit Generationen
gewöhnt. Andere Mentalität, andere Ökonomie. Daraus
lässt sich aber nicht zwingend folgern, das us-amerikanische
Ökonomie-Modell (mit seinen eklatanten Strukturschwächen) sei
dauerhaft erfolgreicher als andere. Das könnte sich in diesen
Jahren entscheiden und die Antwort ist offen.
Der Unterschied zu ihren Beispielen: In Deutschland haben jene Tausende
entlassener Ingenieure keine Chance bekommen, als DB Jahre später
wieder einzustellen begann. Andere Mentalität, andere
Ökonomie. ;)
Die Verunsicherung in den deutschen Mittelschichten (u.a. ausformuliert
in jener metaphorischen Formel des Verlusts der "Großen
Mutter") verflüchtigt sich mit Hinweisen auf die USA nicht -
im Gegenteil. ;)
Layoffs gibt's doch immer ...
... die Amerikaner (oder international orientierte Arbeitnehmer) haben
ein gesünderes Verhältnis dazu als die Deutschen im Schnitt.
Ich war beispielsweise in 2003 als Berater bei HP in USA. Da lief gerade
auch eine größere Abfindungswelle. Dabei gab's Mitarbeiter,
die ihr Package genommen und ein Jahr Pause gemacht haben. Danach haben
sie sich wieder bei HP einstellen lassen. Das gleich habe ich auch bei
IBM erlebt. Die guten Mitarbeiter werden immer wieder genommen, wenn
Bedarf da ist.
Hierarchieabbau finde ich OK. Lesen Sie mal "Parkinsons
Gesetz". Chefs sind nur von begrenztem Nutzen. Zu viele davon
machen ein Unternehmen träge.
Aktuell ist die personelle Situation beim Daimler eher nicht angespannt,
soweit ich mitbekomme, anders als bei Automobilunternehmen, die
stärkere Absatzprobleme haben (aus welchen Gründen auch immer).
Im Hochtechnologie-Produktbereich gibt es sehr, sehr viel
Entwicklungspotenzial, das wegen der Dummheit der Industrie nicht
genutzt wird.
Nachvollziehbare Metaphorik
Ich habe diesen "Mutterverlust" das erste Mal indirekt aber
bewußt miterlebt in der letzten drastischen Aufwertungskrise der
deutschen Wirtschaft Mitte der 90er Jahre, als (nicht nur) Daimler Benz
glaubte, sich gleich von mehreren Hierarchiestufen und Tausenden von
Ingenieuren trennen zu müssen. (Was nebenbei auch zur massenweise
Zurückhaltung zur Aufnahme entsprechender Studien geführt hat
mit entsprechenden Folgewirkungen bis zur Jetztzeit.)
Anfang der 00er Jahre die nächste Großwelle von White Collar
Arbeitslosigkeit, als sich Menschen vor die Tür gesetzt sahen, die
nie im Traum dran gedacht hatten, je in eine solche Situation zu kommen.
Diese "Großereignisse" der letzten gut 15 Jahre + die
seit 5 Jahren dauerschwärende Damokles-Situation haben zu einer
tiefen Verunsicherung bis in die höheren Mittelschichten geführt.
@Thomas Mirbach: White Collar Arbeitslosigkeit
Aha! Das ist jetzt etwas was ich verstehe und kommentieren kann.
Meiner Meinung nach hat die White Collar Arbeitslosigkeit in den
Industriestaaten zwei Hauptursachen (das mag jetzt hart klingen):
1. Die White Collar Worker bringen im Wesentlichen keine Fertigkeiten
und Kenntnisse mit, mit denen sich ein Mehrwert erwirtschaften
lässt, insbesondere in Konkurrenz zu Transformationsländern
wie China oder Indien mit niedrigen Arbeitskosten. Dies trifft
beispielsweise auf einen großen Teil betriebswirtschaftlich
orientierter Akademiker zu. Ich habe regelmäßig mit
Schwätzern und Bürokraten zu tun. Die letzteren sind noch
schlimmer als die ersteren.
2. Die unter 1. beschriebene "Elite" hat das Management eines
Unternehmens durchdrungen. In diesem Fall ist dieses Unternehmen nicht
mehr in der Lage, konkurrenzfähige Produkte auf den Markt zu
bringen (insbesondere keine mit Alleinstellungsmerkmal). Die
Unternehmensführung ist zu dumm, einen Ausweg zu finden.
@ Wolfgang Klein
Nun schreibe ich zum zweiten mal nur für Sie! Aber gerne doch! Was ich mit dem Verlust der metaphorischen Mutter zum Ausdruck bringen möchte ist schlicht meine Wahrnehmung, dass das Phänomen "white collar" Arbeitslosigkeit immer virulenter wird. Verbunden mit einer diffusen Angst und der Ohnmacht, wenn die Grundfeste eines (bildungsbürgerlichen) Lebens scheinbar aus dem Nichts aus den Angeln gehebt werden können. Großunternehmen, die einst das Rückgrat von "Made in Germany" bildeten, sind eben nicht mehr - wie einst - ein Garant für ein vollendetes Arbeitsleben für den hier beschrieben "corporate man".
Herr Klein
war auch nicht auf Sie gerichtet und meint sicher nicht jeden unserer Generation!
Geld verdienen ist natürlich nicht an sich unsozial,
aber Geld ist eben auch nicht alles!
@Peter Gorski - Trifft mich irgendwie nicht ...
... Ich (Jahrgang 1956) hätte gerne eine akademische Karriere
eingeschlagen, habe aber wahrgenommen, dass die Nachfrage nach reinen
Mathematikern im universitären Bereich im Laufe meines Studiums und
danach rapide abgenommen hat. Daher habe ich mich zunehmend in Richtung
Industrie orientiert. Der Nebeneffekt, dass man - bei sehr guter
Leistung - einiges mehr verdienen kann als im akademischen Bereich, hat
mich in gewissem Umfang für den geistigen Stumpfsinn der
Arbeitswelt entschädigt. Vielleicht ist die Arbeit, die ich dadurch
geleistet habe, gesellschaftlich sogar "nützlicher" als
andersherum. Ich habe Arbeit aber nie als Selbstzweck betrachtet.
Das was Sie da schreiben kann ich für mich gar nicht
nachvollziehen. Ich habe mich immer um meine Familie, auch meine Eltern
gekümmert, und zwar mit einem erheblichen Zeitanteil.
Mir ist auch vollkommen unklar, was das mit dem Thema zu tun hat. Soll
das heißen, Geld zu verdienen sein unsozial?
Wir, die jetzt so um die 50 - jährigen
waren so auf uns selbst zentriert, auf unsere Karrieren und das Recht
auf ein gutes Leben,
dass wir die Realitäten zu lange ausgeblendet haben.
Wir haben uns schuldig gemacht an unseren Kindern und uns oftmals unsere
Frauen vom Hals gearbeitet.
Wir haben uns der Politik und auch der Gesellschaft verweigert!
Jetzt, da unsere Mütter sterben, beweinen wir unsere eigenen Leben
anstatt aufzustehen und endlich unsere Verantwortung aufzunehmen?
Wir geben kein gutes Bild ab, aber wir haben immer noch Zeit genug uns
zu ändern!
@ Thomas Mirbach - Vom Profil her würde das fast auf mich zutreffen ...
... (außer vielleicht das mit der Kantenlosigkeit, mir wird regelmäßig eher das Gegenteil vorgeworfen). Aber hinter Ihrem Satz mit der verlorenen Mutter verstehe ich überhaupt nicht mehr was eigentlich Ihr Anliegen ist.
"Wie hast du das geschafft, als Einzelverdiener mit 3 Kindern?"
fragte ich eine mir nahestehende Person, die Ende der 50-er Jahre ein
Haus baute und einen Durchschnittsverdienst "nach Hause brachte".
Das hatte mehrere Gründe, gab er mir zur Antwort. Das Bauen war
weniger aufwändig (keine Zentralheizungen, kein Warmwasser)
günstigere Baumaterialien und geringere Löhne mit viel
Eigenleistung. Hinzukamen günstige Versorgungskosten.
Interessant auch ein Blick in die alten Lohnabrechnungen (auf
Lohnstreifen, wer kennt sie noch?) 80% + waren verfügbar!
Und hier haben wir die erste wichtige Diskrepanz zu Fr. Fischer: Der
Blick auf die Lohnstreifen zeigt, dass die Sozialleistungen mitnichten
privatisiert wurden, im Gegenteil.
Was hat sich darüber hinaus geändert? Etwas was jahrzehntelang
immer in Sonntagsreden gefordert wurde: eine gerechtere globale
Einkommensverteilung. Die Wertschöpfung vieler konsumierter
Produkte (inkl. Energie) findet nicht mehr im Inland statt und bedeutet
einen Einkommensabfluss.
Der Mittelstand MUSS es schwerer haben.
"....ewig fortführen...."
Ich überlasse dann - und nur dann - einem Opponenten das letzte
Wort, wenn herausgearbeitet ist, was Fakt, was Interpretation und was
der normative Standpunkt ist. Differenzen bei letzteren kann man
stehenlassen.
Das geht in Ihren Beiträgen noch zu sehr durcheinander.
Der Reihe nach:
"die eigene famliäre Erfahrung und das Erlebnis
größerer (nicht nur) finanzieller Spielräume bei
vergleichbarer gesellschaftlicher Herkunft..." bezieht sich auf die
Eltern, die zur gleichen Generation wie besagter Lehrer gehören und
ergeben deshalb keinen neuen Aspekt.
Die zusätzlich einzusetzenden Mittel für die Altersvorsorge
etwa in Form der Riesterbeiträge sind unbestritten und schon
erwähnt. Inwieweit diese und andere zusätzliche einzusetzende
Mittel im Falle von Frau Fischer heute schon zu der von ihr
geschilderten und empfundenen relativen Verarmung führt, wäre
von ihr zu erfragen.
Dass die Spielräume gesunken sind, ist unbestritten - aber wer ist
der 'Schuldige' und wieso ist das "kritisch"?
Notiz - Antwort
Ich möchte die Diskussion nicht ewig fortführen, aber zu den
Beispielen Fischers aus der eigenen Empirie gehörte neben besagtem
Englischlehrer expressis verbis die eigene famliäre Erfahrung und
das Erlebnis größerer (nicht nur) finanzieller
Spielräume bei vergleichbarer gesellschaftlicher Herkunft, Bildung,
Berufsausbildung etc.pp.
Die drastischen Absenkungen des Rentenberechnungsniveaus in den letzten
20 Jahren ( laut Rürup 46%) haben natürlich erheblichen
Einfluss auf das Wohlstandsniveau heutiger Arbeitnehmer, wenn erhebliche
Mittel heute zusätzlich eingesetzt werden müssen, um in etwa
den Lebensstandard sicher zu stellen für eine immer längere
Lebenszeit im Alter - bei gleichzeitig tendenziell steigenden Kosten
für weiter sinkende Leistungen in der Grundversorgung unseres Sozialversicherungssystem.
Ansonsten gilt mein letzter Satz: " Die Spielräume sind seit
den 1970ern lfd. gesunken bis unter ein kritisches Maß heute"
Notiz
Der Primärvergleich von Fr. Fischer fand statt zwischen dem eigenen
Wohlstandsniveau und dem ihres Lehrers, dessen Berufseinstieg 20-30
Jahre früher gelegen hat.
Die Absenkung des Rentenniveaus hat noch keinen Einfluss auf das
derzeitige Wohlstandsniveau der noch im Beruf stehenden Fr. Fischer.
Besondere Zäsuren bestanden in der ersten und zweiten Ölkrise,
die jeweils zu Rezessionen führten.
Der Bruch in den 1990er Jahren
Der Zeithorizont der jüngeren Frau ist ihre subjektiv erfahrene
"Wohlstands-Differenz" zwischen den 1980ern + der Jetztzeit.
Die Wasserscheide ist objektiv deutlich in den nicht bewältigten
Belastungen der deut. Einheit+der letzten drastischen Aufwertungskrise
zu verorten, seitdem wird an den verschiedenen Stellschrauben des
Steuer-+Sozialsystems + insbes. des Arbeitsmarktes permanent gedreht.
Die zunehmende "Privatisierung" erschöpft sich nicht nur
im unzureichenden Ausgleich der Netto-Renten-Absenkung
(Schröder/Riester), sondern zeigt sich bereits in den
Kürzungen des Rentenniveaus unter Blüm
("Sterbegeld", Ausbildungszeiten etc.). Seit den 1990er Jahren
zunehmend Leistungskürzungen und höhere Eigenbeteiligung in
der Krankenversicherung (GKV+Priv). Was bei EK+LST moderat abgesenkt
worden ist, ist bei den Verbrauchssteuern doppelt+dreifach
reingespült worden (zuletzt "Müntefering-Steuer"
MWST +3%).
Die Spielräume sind seit den 1970ern lfd. gesunken bis unter ein
kritisches Maß heute
Vielen Dank für Ihre Antwort
Ich habe mir den Passus angeschaut:
"Frau Fischer konnte das erklären: Die Privatisierung
früherer Sozialleistungen, stagnierende Realeinkommen, ein
Steuersystem mit der Verschiebung von den direkten Steuern zu den Konsumsteuern."
Es mag bei der zeitlichen Zuweisung einen Ermessensspielraum geben (auch
wenn mir der Bezug auf die Zeit vor den 80-ern passender erschiene).
Beziehen wir es auf die 80-er, wäre die Privatisierung als
Riesterrente zu interpretieren. Das könnte man - mit etwas
bösem Willen :-) - als linke, rechte Tasche ansehen. Aber die
Riesterrente erlaubt gegenüber dem (national beschränkten)
Umlageverfahren immerhin eine prinzipielle Verankerung im globalen
Wirtschaftswachstum unabhängig von demogr. Entwicklungen (auch wenn
sich die Anlagen vordergründig auf nationale Firmen
beschränken sollten).
Die stagnierenden Reallöhne, man muss es nochmals betonen, sind ein
Resultat relativ geringerer Wertschöpfung im Inland. Es wäre
albern, hier einen "Schuldigen" zu suchen.
Denkfehler
Die Diskrepanz Ihres Beispiels zu Fr. Fischer kann ich nicht erkennen.
Fr. Fischer vergleicht die 1980er Jahre (mit relativ hohen
Sozialversicherungsbeiträgen und nominell hoher
Lohn-+Einkommensteuer) mit der Jetztzeit.
Sie ziehen als Beispiel die End1950 + 1960er Jahre an, als sich die
Sozialversicherungsbeträge, Einkommen-+Verbrauchssteuern von einem
niedrigen Niveau allmählich nach oben entwickelten.
Was sich seit Ende der 1950er Jahre verändert hat, ist die
drastische Absenkung des abgabefreien Nettoeinkommens in % (seit den
1970ern) und die parallele Erhöhung von Steuern (Lohn + Verbrauch)
+ Abgaben und der allzuhäufig missbrauchten Sozialversicherung
(polit. Reservekasse).
Seit den 1990er Jahre hat sich im Vergleich zu den 1980ern an der
Gesamtabgabenbelastung manches geändert für den Normalo - aber
eher nach dem Prinzip linke, rechte Tasche + tendenziell deutlich nach
oben - bei gleichzeitiger Ausgliederung von Leistungen, Ausgleichszwang
usw. ... + stagnierenden Reallöhnen
Enteignet und teilenteignet werden vermutlich Guthaben, Häuser, Edelmetalle und Beteiligungen
Um die Staatsschuldenerhöhung auch nur zu stoppen und die deutschen Zwangszahlungen an EZB und Rettungsschirme zu tätigen, muss man an alle Vermögen ran. Vermögen wird alles sein, was irgendwie im "Plus" ist. Alleine die Pensionsansprüche der Beamten und Abgeordneten werden wohl nicht mitgerechnet, wohl aber dann wohl die 100.000 Euro, die sich ein Selbstständiger auf die hohe Kante legte, damit er nach seinem 75. Lebensjahr, wenn er nicht mehr arbeiten kann, noch etwas zu essen hat. Und diese faktischen Enteignungen werden von Brüssel aus gesteuert nicht ohne Einflussnahme der USA. Die Deutschen haben noch was, da muss man ran, um das Weltfinanzsystem noch einige Zeit am Leben zu erhalten.
Antworten (7) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 20.09.2012 19:51 UhrGut, Frau Wild, vielleicht habe ich das mit der "Beihilfe" falsch verstanden.
Aber aus welchem Grund erwähnen Sie die Beihilfe? Es klingt, als sei das ein Privileg.
@ Cornelia Holtmann Beamtenzuschläge
Die Beihilfe ist kein Zuschlag. Das habe ich auch nicht geschrieben.Es gibt aber z.B.Familienzuschlag, auch für verpartnerte Homosexuelle und aufs Kindergeld nochmal z.B. Kindergeldzuschlag. Haben Sie schon einmal von einem Gehaltszuschlag gehört, nur weil jemand geheiratet hat? Ich kenne auch keinen Tarifvertrag, der das vorsieht.
Was ist an der Beihilfe ein "seltsamer Beamtenzuschlag", Frau Wild?
Ich dachte ein Arbeitgeber beteilige sich zu 50 % an der
Krankenversicherung (wobei für Beamte in NRW die Beihilfe Kosten
übernimmt, die 300 Euro pro Jahr übersteigen.) Trotzdem gebe
ich Ihnen recht: Die Versorgung von Beamten liegt über den
Rentenansprüchen von Angestellten in vergleichbaren Arbeitsverhältnissen.
Den wesentlichen Punkt aber hat Herr Haessner angesprochen: Wenn eine
Vermögensabgabe/-steuer erhoben wird, dürfen die Vermögen
Selbständiger nicht herangezogen werden, wenn diese eindeutig der
Alterversorgung dienen. Oder die Renten-/Pensionsansprüche
müssen als Vermögen (oder wären es geldwerte Vorteile?)
ebenfalls besteuert werden.
@Nils Kuhs Beamte backen die großen Brötchen
Laut einem ausführlichen STERN-Bericht aus 2011 verdient ein mittlerer Beamter in seiner aktiven Zeit rund 105.000 Euro mehr als ein vergleichbarer Angestellter. Die Pension bis 80 mit eingerechnet sind es sogar 250.000 Euro, die ein Beamter insgesamt mehr erhält. Die Unkündbarkeit und die Beihilfe im Krankheitsfall und andere, oft seltsame Beamtenzuschläge gar nicht mitgerechnet. Da ist noch viel Luft in der von den Steuerzahlern zusätzlich zu ihrer eigenen Altersversorgung mit zu erwirtschaftenden lebenslangen Alimentierung der Beamten.
@Herr Kuhs - Sie sind wohl Beamter, oder?
Wie gesagt, ich habe einen ehemaligen Beamten in der Familie. Zunächst wird in der Privatwirtschaft erheblich mehr gearbeitet, bei AT-Angestellten meist ohne finanziellen Ausgleich. Weiterhin sind Beamte nicht kündbar. Beamte sind privatversichert. 70% der Krankheitskosten übernimmt bei Bundesbeamten der Bund. Versuchen sie mal sich als Angestellter mit hinreichend hohem Einkommen privat zu versichern, wenn sie eine chronische Krankheit in ihrem Lebenslauf haben. Die Pension von Beamten bemisst sich nicht an ihrer Lebensleistung sondern an ihrer letzten Einstufung. Während ein promovierter Industrieangestellter nach 40 Jahren Erwerbstätigkeit weniger als 2000 Euro Rente hat, die tw. noch zu versteuern sind, erhält ein Bundesbeamter des mittleren Dienstes ohne Abitur ca. 3000 Euro netto (und das bei Ausscheiden aus dem Dienst mit 63). Das könnte ich jetzt noch beliebig fortführen.
Lieber Herr Klein, da unterschlagen Sie aber einiges
Über die Vergütung von Beamten wollen Sie sich unterhalten? Da
rate ich Ihnen das gleiche, wie allen anderen: Ganz kleine Brötchen
backen. Weil wenn man die Gehälter bzw. Bezüge vergleichbarer
Jobs anschaut, dann wird man immer erkennen, in der freien Wirtschaft
verdient man weit mehr.
Richtig, die Pensionen sind höher. Wurde den Beamten ja auch so
zugesagt. Dafür verdienen Sie weniger in der aktiven Zeit! Aber
auch richtig, unsere Gesellschaft schafft dafür keine
Rücklagen. Nur ist dies nicht das Problem der Beamten bzw. deren Schuld!
Ja die Beamten ...
... über deren Vergütung könnte man sich auch mal unterhalten. Dass es denen oft erheblich besser geht als einem Industrieangestellten, gerade nach Ausscheiden aus dem Dienst, weiß ich, weil ich einen in der Familie habe. Allein um die in Zukunft zu bezahlen müssten schon größere Steuererhöhungswellen über das Land laufen.
der hier noch gar nicht angesprochen und der gestern nur angekratzt, nicht jedoch erörtert wurde, ist die Gefahr von riesigen Vermögen für jede Demokratie. Es waren wohl Frau Fischer und Frau Wagenknecht die darauf hinwiesen, dass diese Vermögen auch politische Macht, Einfluss und Vergünstigungen kaufen, siehe Mövenpick. In den USA gleicht die Milliardärs- Clique inzwischen einer kriminellen Vereinigung, die systematisch dort Demokratie und deren Institutionen untergräbt, indem sie ganz legal Politiker kauft. Auch D bewegt sich in diese Richtung. Dreist wie Döring ist, sprach er von sich als ehemaligen Unternehmer, sein CV sagt jedoch nichts darüber aus, vielleicht sollte das Finanzamt einmal nachhaken. Auch warf er Leuten wie Frau Fischer vor, sie würden ihr Geld verprassen, anstatt zu sparen. Den Stil von Frau Wagenknecht muss ich stets bewundern. Sie bewahrt immer ihre Ruhe und Übersicht,wenn sie unterbrochen oder angegriffen wird.
Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 20.09.2012 17:11 UhrDann wären ja die Vereinigten Staaten ...
..., die älteste Demokratie der modernen Welt, durch die dort seit ihrer Gründung bestehenden Großvermögen dauergefährdet. Aber in Ihren Augen sind die Vereinigten Staaten wahrscheinlich gar keine Demokratie.
Das Problem, dass Frau Kathrin Fischer sich kein Parkett mehr leisten
kann besteht hauptsächlich in ihrem Ausgabeverhalten.
Während ihre Elterngeneration noch nach Besitz und eigenen vier
Wänden strebte, steht heute oft der kurzfristige Konsum im
Vordergrund. Alles was heute als selbstverständlicher Konsum gilt,
war früher absoluter Luxus; angefangen vom Computer, Mobiltelefon
und Auto mit Klimaanlage, bis zum Essen beim Italiener und häufigen Urlaubstrips.
Auch heute noch gelingt es ausgabebewussten (also sparsamen)
Mitbürgern zu Wohneigentum zu gelangen. Der Schlüssel liegt
immer darin, weniger auszugeben als einzunehmen, man nennt dies auch
sparen. Ich kenne anschauliche Beispiele aus unserem Unternehmen, wo der
eine Mitarbeiter es ohne Erbschaft und Lottogewinn zu einem eigenen
Häuschen gebracht hat, während der andere trotz höherem
Nettoeinkommen auch heute noch alle größeren Anschaffungen
auf Raten finanzieren muss.
... sind Schuld daran, dass der Lebensstandard in Deutschland sinkt. Die Gehälter haben sich nicht parallel zu den Lebenshaltungskosten entwickelt. Mit 2500,- Mark Gehalt konnte man in den 90ern gut leben, mit 1300,- Euro heutzutage eher nicht. Mit dem Euro haben wir wirtschaftlich schwächeren Ländern einen besseren, kreditfinanzierten Lebensstandard ermöglicht, auf Kosten der eigenen Kaufkraft. Einmal volltanken: 160 Mark. Eine Woche Urlaub in Italien mit der Familie: 1600 Mark. Einmal essen gehen mit Familie: 140 Mark. Hätte das früher jemand bezahlt? Wohl kaum.
Herr Döring ist halt so dämlich, wie er aussieht. Ihn einzuladen, muß man schon fast als gezielte Anti-FDP-Kampagne einstufen, es ist aber nur die Darstellung des Neoliberalismus in seiner ganzen Hohlheit.
Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 20.09.2012 14:49 UhrSubstanz, Herr Lauterbach ?
Ihre Anmerkungen sind kein Kommentar sondern nur einfach primitive Beschimpfungen, die mesitens die Abwesenheit von geistiger Substanz widerspiegeln.
Wer vom aktuellen FDP-Personal ist nicht dämlich?
Früher hatte die FDP mal herausragende Repräsentaten wie
Genscher oder Lambsdorf. Was heute da so rumläuft, ist von der
persönlichen Ausstrahlung und/oder der Intelligenz her eher
bescheiden. Und das, obwohl eine wirtschaftsliberale Partei angesichts
des mehr oder minder sozialistisch-sozialdemokratischen Einheitsbreis
der restlichen Parteien (inklusive CDU/CSU) eigentlich bitter notwendig wäre.
Andererseits mag ich auf der gegenüberliegenden Seite des
politischen Spektrums Figuren wie die Rosa-Luxemburg-Karikatur Sarah
Wagenknecht, die mitsamt ihren Dauerplatitüden anscheinend gar
nicht mehr aus dem öffentlich-rechtlichen Fernsehen zu entfernen
ist, mittlerweile erst recht nicht mehr sehen.
zählt zu den heutigen Ökonomen, die zu meiner Studienzeit wohl nur Hohn und Spott geerntet hätten, wegen ihrer erkenntnistheoretisch infantilen Argumentationsweise, falls das, was er von sich gab überhaupt als Argument akzeptierbar ist. Z.B. seine lächerliche Entgegnung auf die Darstellung von Fischers Situationsbeschreibung der "Mittelschicht" zu antworten mit "es hat sich vieles in der Gesellschaft verändert" oder der bornierte Hinweis auf den gestiegenen Lebensstandard in China, der verantwortlich dafür sein soll, dass z. B. die Einkommen von deutschen Pflegekräften, Lehrern, Professoren usw. relativ ( im Vergleich zum Durchschnittseinkommen) heute niedriger sind als etwa vor 30/40 Jahren. Ob derartiger Plattitüden kann einem leicht der Kragen platzen, reüssiert doch dieser Herr als "Wissenschaftler" - in der Tat da hat sich "Vieles" verändert: Ideologie statt strenge Wissenschaft.....
"Für Deutschlands Pleite" als Dampfplauderer vom Dienst
nicht ursächlich, aber doch tatkräftig mitverantwortlich. Wenn
er behauptete, daß 25 % Steuern auf Erträge aus Geldanlagen
Vermögen in der Substanz besteuern, ist das absoluter Schwachsinn,
denn es wird ja nur der Ertrag aus dem Vermögen besteuert. Wer
diese Bubitruppe noch wählt, darf sich über den Zustand
Deutschlands nicht beschweren. Kein Wunder daß sich Angie
sehnlichst die Fortführung dieser Koalition wünscht. Im
übrigen haben die Damen Fischer und Wagenknecht ganz klar
aufgezeigt, daß die umfassend korrumpierte
CDUCSUSPDGRÜNEFDP-Politik für die Verwerfungen in der
Einkommensentwicklung verantwortlich ist. Die Parteien haben ihren
Auftrag "zum Wohle des Volkes" zu handeln nicht erfüllt,
auch dann nicht, wenn man Herrn Schäubles Äußerung:
"Deutschland sei seit dem Ende des 2. Weltkrieges nie ein
souveräner Staat gewesen", als Entschuldigung gelten
ließe. Die Politik hat das Volk belogen und dumm gehalten.
Unbegreiflich, dass die Linken das mit der Vermögenssteuer immer noch nicht begreifen
"Doppelbesteuerung bei der Erhebung von Vermögenssteuern so
ein Problem sein soll, während der Erwerb der
Mehrwertsteuer-pflichtigen Windeln aus versteuerten Einkommen kein
Problem ist".
Wer keine Ahnung vom Steuerrecht hat und zu faul zum nachdenken ist, der
sieht auch kein Widerspruch.
Fakt ist und man kann nur hoffen, dass dies endlich bei den Linken
ankommt, es sind zwei ganz unterschiedliche Sachen.
Bei der Umsatzsteuer wird z.B. ein Rechtsgeschäft besteuert. Windel
gegen Geld und der Staat bekommt die USt. Bei der Vermögenssteuer
gibt es eben kein Geschäft. Die zahlt man ohne das man was
unternommen hat. Das ist ein Riesenunterschied!
Zwar gibt es auch heute solche Steuern (Grundsteuer, KFZ Steuer), aber
meist sind diese extrem niedrig und dann rechtfertigt man dies ja mit
den Kosten (Straßen...).
Die Vermögenssteuer hat außer Neid, keine Rechtfertigung. Und
viel Spaß, wenn ein Unternehmer was zahlen muss, ohne
überhaupt einen Cent verdient zu haben!
Lieber Herr Egold, was schreiben Sie nur?
Was hat die Umsatzsteuer (nicht Mehrwertsteuer, suchen Sie mal den
Begriff im Gesetz) auf Fianantransaktionen damit zu tun? Was hat dieses
Beispiel mit dem Thema zu tun?
Und woher haben Sie die Information, dass Unternehmensanteile nicht als
Vermögen gelten sollen? Kleine Anmerkung, damit Sie mich nicht
wieder falsch verstehen: Dem Unternehmer gehört ein Unternehmen
oder ein Unternehmensanteil und dafür soll er Vermögenssteuer
zahlen.
Ach was schreiben Sie von "nicht realwirtschaftlich erwirtschaftet
wurden"? Was soll denn bitte dies sein? Haben Sie dies selber erfunden?
Nochmals für Sie, die Linken haben ja anscheinend ein Problem den
Unterschied bei der Doppelbesteuerung zu verstehen. Den Unterschied habe
ich doch verständlich erklärt.
Und zum Thema Unternehmen bzw. Reiche und Vermögenssteuer: Sind sie
ernsthaft so naiv und glauben die Kosten würden die Reichen tragen?
aha!
und deshalb gibt es auch keine Mehrwertsteuer auf Finanztransaktionen? "Vermögensteuer": Schön plump, es geht also nur um die Besteuerung von "Unternehmern"? Unsinn: Realwirtschaftliche Unternehmen sind eben nicht das Ziel einer Vermögenssteuer, sondern die übrigen, nicht in Unternehmen steckende Vermögenswerte, insbesondere also die, die nicht realwirtschaftlich erwirtschaftet wurden........