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FAZ.NET TV-Kritik Parkett oder Laminat?

 ·  Die Deutschen werden immer reicher - allerdings nur in den oberen Einkommensschichten. Anne Will diskutierte daher die Angst der Mittelschicht vor dem Abstieg. Sie ist gut begründet, wie sich zeigen sollte.

Artikel Bilder (2) Lesermeinungen (116)

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gisbert heimes

"Das gemeine Beste ist dem persönlichen immer vorzuziehen"

Aus dem sogenannten Verbundbrief des Kölner Rats von 1396, der als erste Verfassung der Stadt Köln gilt. Diese Maxime wurde von Adam Smith' 'invisible hand' abgelöst, unter deren sehr sichtbaren Ergebnissen die Welt seitdem leidet.

Das Problem des persönlichen Reichtums ist ein anderes: durch eigene Mehrwertschöpfung kann einer wohlhabender werden als andere, aber niemals so exzessiv reich wie in unseren heutigen Gesellschaften. Der Volksmund sagt es so: durch Arbeit ist noch keiner reich geworden.

Es käme also nicht darauf an, den 'Reichen' was wegzunehmen oder sich von ihnen aushalten zu lassen. Das ist unwürdig. Sondern auf eine menschenwürdige Bewertung von Arbeit, Leistung, Wertschöpfung i. S. des Kölner Ratsspruches. Dann entstünde Reichtum nämlich als gemeiner Reichtum und nicht als persönlicher.

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Ekke Hoffmann

Manipulation

Schade ist in den FAZ.NET TV Kritiken, dass niemals die Manipulation der Zuschauer durch die Moderatoren und ihren Redaktionen thematisiert wird. Diesmal saßen wieder 3 Gäste, die die Meinung von Anne Will und ihre Botschaft an die Gesellschaft teilten oder vertraten, 2 Gästen mit gegenteiliger oder differenzierter Meinung gegenüber. Oft kommt dann noch ein "Einzelfallschicksal" zu Wort um die moralische Keule noch gegen die zahlenmäßigen unterlegenen Gegner zu schwingen. Diese Art der Manipulation der Zuschauer durch die Medien (Illner und Maischberger benützen diesselben Tricks) sind für mich ein Mißbrauch der freien Presse in einem Rechtsstaat. Manchmal fühle ich mich an den "Schwarzen Kanal" zu DDR-Zeiten erinnert, vor allem wenn dann noch jemand von der "taz" eingeladen wird. Diesmal fiel diese Rolle an Frau Wagenknecht, deren Modell DDR und Kommunismus von Franz Josef Strauß durch Kredite vor dem Staatsbankrott gerettet werden mußte. Griechenland läßt grüßen.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 20.09.2012 22:46 Uhr
Michael Posthoff

Der Schwarze Kanal würde fragen..

Wieviel ehemalige DDR Bürger unter den 10% Reichsten sind. Diese Zahlen werden zur Sicherheit wohl nicht erhoben? Oder ist das eh klar?

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Otto Meier

Die Lesermeinungen verdeutlichen ein Wahrnehmungsproblem.

Zur selben Zeit werden Reiche reicher und Arme ärmer. Das betrachte ich mal als unstreitig.

Um das zu verhindern, da es die Gesellschaft zerstört, sieht das Grundgesetz eine Umverteilung, einen Ausgleich vor. Wer das anzweifelt, möge sich kundig machen.

Während nun die Armen diesen, ihnen zustehenden Ausgleich zu Recht einfordern, wehren sich die Reichen dagegen, zu verarmen, was durchaus verständlich wäre, wäre es denn so.

Dabei würde es vermutlich schon ausreichend sein, ein weiteres Ansteigen des Reichtums zu verhindern und dadurch einen hinreichenden Ausgleich zu schaffen, der den sozialen Frieden wiederherstellt. Denn wenn der vorhandene Reichtum Einzelner die nächsten Jahrzehnte nicht mehr ansteigt, die freiwerdenden Mittel zur Armutsbekämpfung genutzt werden, dann schadet das niemandem und hilft der gesamten Gesellschaft, auch den Reichen.

Kein Mensch hat ein Recht auf Reichtum durch Armut.

Darüber sollten so einige Leser mal nachdenken, die hier ihre Meinung kundtun.

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Antworten (4) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 22.09.2012 13:17 Uhr
Otto Meier

Warum Verhöhnung, Frau Holtmann?

Armut ist doch relativ zu betrachten. Als Hartz-IV-Empfänger sind sie in Deutschland arm, in einigen Entwicklungsländern wären sie mit dem Einkommen schon reich.

Das ist halt die berühmte Schere. Armut oder Reichtum an sich sind doch kein wirkliches Problem. Aber wenn Reichtum auf Armut basiert, dann ist das ein Problem.

Was ist denn die berümte Neiddebatte anderes, als zu verschleiern, daß Reichtum auf Armut basiert, indem von Chancengleichheit etc. gefaselt wird. Der typisch neoliberale Ansatz eben. Zur Gleichheit hatte ich ja schon geschrieben.

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Cornelia  Holtmann

Ich gebe Ihnen recht, wenn Sie schreiben, dass die Welt Milliardäre nicht brauche.

Die Lage der Armen in den Entwicklungsländern aber mit der Lage der Armen bei uns zu vergleichen - wie Sie das im letzten Satz indirekt tun - halte ich für eine Verhöhnung der Armen in den Entwicklungsländern.

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Otto Meier

Warum nicht, Frau Holtmann. Milliardäre braucht die Welt nun wirklich nicht.

Unser Herz schlägt sehr wohl für diese Menschen, aber wir verdrängen das Wissen um diese Umstände, weil wir uns sonst schuldig fühlen müßten.

Es ist die Ohnmacht, derr Zweifel an uns selbst, die Umstände ändern zu können, was uns veranlaßt, es nicht einmal zu versuchen. Und das erzeugt Schuldgefühle. Sicherlich ist es auch die Angst, selbst verzichten zu müssen. Vor allem aber ist es das Gefühl der Gewißheit, daß unser Verzicht die Verteilungsfragen nicht lösen würde, sondern zu noch mehr Ungerechtigkeit in der Verteilung führen würde. Denn so war bislang immer das Ergebnis.

Und dazu müssen Sie nicht in die Ferne schweifen, um das zu erkennen. Das ist deutsche Realität seit Jahrzehnten.

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Cornelia  Holtmann

Dann, Herr Meier, geben wir das Geld doch den wirklich Armen der Welt

und halten es nicht in Deutschland. Menschen, die sich hart und redlich um ein Leben in Würde bemühen, gibt es nämlich genügend: Ich denke an die Bauern in den Entwicklungsländern, an die Kinder in den Fabriken, ... Wir können sie ja alle gar nicht benennen. Warum schlägt unser Herz so wenig für diese Menschen?

Denkbar wäre es doch z. B., dass die Menschen dieses Landes über die Verwendung eines Teil ihrer Steuer selbst bestimmen könnten. Vielleicht wären viele Menschen bereit, mehr zu zahlen, wenn sie ein wenig mitentscheiden könnten, für wen oder was ihre Steuergelder eingesetzt werden.

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Johannes Watson

Parkett und Laminat oben -- PVC- und Linoleum-Fußböden unten

Die Furcht der Mittelschicht vor sozialem Abstieg ist einer Blindgängerbombe vergleichbar: Unter Umständen schnell sehr zerstörerisch. Den Aufstieg der NS-Herrschaft hat diese Furcht begünstigt, wenn nicht erst möglich gemacht.

Durch die Bildungsexpansion seit den sechziger Jahren kann selbst das alte Großbürgertum nicht mehr sicher sein, dass die Kinder automatisch in die Eliten von Wirtschaft, Staat und Gesellschaft gelangen. Noch mehr gilt dies für die früher kleine Mittelschicht. Die ist heute viel breiter, aber zu viele Konkurrenten verfügen über dieselben Karrierechancen (Abi, Studium).

Schon seit den siebziger Jahren schlägt das "Qualifikationsparadox" zu: Zertifikate werden immer wichtiger, ihr Nutzen zur Statussicherung wird aber immer unsicherer.

Ganz unten herrscht schon lange wenig Hoffnung. Wer keinen Realschulabschluss hat, verfügt im Hochtechnologieland kaum noch über nennenswerte berufliche Chancen, seinen Lebensunterhalt eigenhändig zu verdienen. Was läuft schief?

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Robert Hamacher

"Die Goldenen Achtziger Jahre" & der Ökonom als Literaturwissenschaftler


Fr.Fischer ist auf der richtigen Spur, auch wenn diese Spur medial seit langem sehr flach gehalten wird. Allmählich werden die gesellschaftl. Auszehrungs-+Ausfallerscheinungen aber so augenscheinlich, dass Vertuschungsstrategien a la Hüther deutlich ins Leere laufen.

Seit Anfang der 1990er Jahre stagniert bundesamtlich bestätigt die Kaufkraft in DE, für die meisten deutschen Arbeitnehmer (auch der Mittelschichten) stagnieren auch Real-Löhne+ -Einkommen seit den Mitt1990ern, branchen- und berufsweise sind sie gesunken. Als der Schweizer Ökonom Straubhaar (nicht gerade ein "linker" Ökonom) jüngst vom nicht mehr zu übertreffenden Lebensstandard des "Paradieses" der 1980er Jahre in WestDE sprach, hat er den Schweigeteppich unabsichtlich fortgezogen.
Amüsant , wie sich ein Ökonom als fehlbarer und vieldeutbarer Interpret von Zahlen und Daten entpuppte, Ökonomie als simple Sozial- und Geisteswiss. :))
Bemitleidenswert der sichtbar verunsicherte + bambusschwankende FDP-Vertreter.

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Johannes Watson

Zwei stilistische Anmerkungen

Herrn Lübberdings Internet-Seite entenhme ich 1963 als sein Geburtsjahr. So war er im Jahr, als Otto Graf Lambsdorff mit seinem "Wachstumspapier" die sozial-liberale Koaltion zu Fall brachte, immerhin schon 19 Jahre. Lambsdorff blieb bis Ende der neunziger Jahre politisch präsent, so dass die korrekte Schreibweise seines Namens für einen Publizisten eigentlich Standard sein sollte.

Otto Graf Lamsdorff als "der Graf" (wie in England z.B. "Earl") zu bezeichnen, ist schlicht falsch. Bereits in der Weimarer Republik wurden Adelstitel abgeschafft. Damit wurden solche Titel zu Namensbestandteilen, die mitgeführt werden dürfen. Sie haben aber sonst, weil Deutschland eine Republik ist, keine Bedeutung.

Unabhängig von den Argumenten der TV-Frühkritik erzeugt die Lektüre bei mir das Bild, dass hier ein Dampfplauderer schreibt, derer es Unzählige im Internet gibt. Mit viel Augenmerk auf Effekt, aber mit wenig Kenntnis untersetzt. Auch eine Form der Selbstentwertung.

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Otto Meier

"Es geht letztlich um die Frage, wie viel Ungleichheit eine Gesellschaft hinnehmen will."

Eine sehr gute Zusammenfassung der Talk-Show. Und die Frage danach, wieviel Ungerechtigkeit eine Gesellschaft hinnehmen will, bringt es auf den Punkt: Es herrscht Verteilungsungerechtigkeit in Deutschland - aber die Wähler reagieren nicht.

Es war schon interessant, wie wenig Substanzielles Döring und Hüther zum Thema vorzubringen hatten, eigentlich nichts. Sie lavierten an der Wahrheit vorbei und versuchten, sich nur keine Blöße zu geben. Ein armseliges Schauspiel, kennt doch jeder Normalverdiener nach einem Blick in seine Geldbörse die ganze, nackte und traurige Wahrheit.

Aber, der Reichtums- und Armutsbericht spiegelt ja nicht die "Meinung" der Bundesregierung wieder, als sei das eine Frage der Meinung.

Doch zurück zur Frage aller Fragen, warum wehren sich die Armen und die Mittelschicht nicht an der Wahlurne gegen die ständig zunehmende Ungerechtigkeit? Warum gehen viele überhaupt nicht mehr wählen? Geht es ihnen vielleicht doch immer noch zu gut?

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Antworten (12) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 22.09.2012 20:55 Uhr
Otto Meier

Nein, Frau Holtmann, die Frage stellt sich nicht.

Geld bedeutet immer schon und immer und überall Macht. Und wer die Macht hat, diktiert die Regeln der Gesellschaft. Das Kapital hat dies sehr lange sehr vorsichtig getan, bis vor ca. 20 Jahren der Zeitpunkt gekommen war, den gewachsenen Einfluß politisch geltend zu machen. Heute sind Banken "systemrelevant" und das Kapital greift ganz offen nach der Macht, siehe EZB und ESM.

Die Politik kann gegen die Macht des Kapitals das System nicht mehr wirklich reformieren. Inwieweit Reformen überhaupt noch möglich sind, sei einmal dahingestellt. Eigentlich stellt sich nur noch die Frage, wann welche neue Partei oder das Volk selbst für die notwendigen Veränderungen sorgt.

Ich setze momentan noch auf die Piratenpartei, die per Basisdemokratie und mit mehr direkter Demokratie dem Volk eine Stimme und mehr Mitbestimmung verschaffen will. Wenn das nicht funktioniert, sehe ich gewissermaßen schwarz.

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Cornelia  Holtmann

@ Herrn Meier, Herrn Lobeck,

natürlich sehe ich Fehlentwicklungen, vor allen Dingen weltweit (wer könnte die leugnen?), aber auch in Deutschland. Die Frage ist aber, wie wir diesen Fehlentwicklungen begegnen können. Der Weg der übermäßigen Besteuerung der produktiven Kräfte scheint mir der falsche Weg. (Haben wir nicht aus der Geschichte der DDR gelernt? Und ob wir enteignen oder Gewinne mit 75% besteuern, wo ist da noch der Unterschied?) Eine höhere Besteuerung reiner Kapitaleinkünfte halte ich für durchaus möglich, vielleicht sogar wünschenswert.

Es stellt sich aber auch die Frage, aus welchem Grund das unproduktive "Kapital" einen so starken Einfluss hat gewinnen können. Und hier würde ich auf die Sie die staatliche Verschuldungspolitik seit dem Beginn der 70er Jahre verweisen. Auf jeden Fall hat der Sozialdemokrat Karl Schiller die Verschuldungspolitik seiner Regierung nicht mittragen wollen und ist 1972 von seinem Amt des Bundesministers für Wirtschaft und Finanzen zurückgetreten.


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Otto Meier

Nur mal angenommen, Frau Holtmann, Herr Lobeck,

am Ende der Entwicklung stünden nur noch Maschinen statt Arbeiter, deren Gewinn einem einzigen Menschen zukämen, was dann?

Ja, manchmal muß man etwas übertreiben, um etwas deutlich zu machen.

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Otto Meier

Totschlagargument, Frau Holtmann? Habe ich nicht ausreichend argumentiert?

Es waren nicht die Hochkulturen, sondern einige Religionen, die ewige Liebe bestimmt und Trennung verboten haben. Wenn Sie nur an all die zerrütteten Familien denken, in denen Kinder die wehrlosen Opfer sind, dann ist Trennung immer der beste und einzige Weg.

Die Entwicklung von der Großfamilie zur Kernfamilie bis zur heute fast völligen Zerstörung der Familie hat überwiegend politische Gründe. Das im Einzelnen darzulegen, auch dazu fehlt hier der Platz, aber auch da spielt der Neoliberalismus eine wichtige Rolle. Denn indem der Wert des Menschen auf seinen Nutzwert für die "Eliten" der Gesellschaft beschränkt wurde, wurde auch der Wert der Familie zu einer leeren Worthülse. Die Demographie belegt dies eindeutig.

Die Gesellschaft muß nicht für die Kosten einer Trennung aufkommen, sondern sie muß für die Existenz ihrer Mitglieder aufkommen. Denn nur daraus bezieht sie ihre Legitimation, die Freiheit des Individuums zu beschneiden. Wer die Strukturen der Gesellschaft bestimmt, bezahlt.

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Gottfried Lobeck
Gottfried Lobeck (golo7) - 20.09.2012 23:56 Uhr

Neu, Frau Holtmann, ist allerdings der Umfang und die starke Folgewirkung dieser Mehrwertgerierung

Es ist schon ein sehr alter Menschheitstraum, durch Maschinenwirkung, Automatisierung und jetzt digitale Steuerung Befreiung von Arbeit zu erreichen. Meinen Sie wirklich, dass nur der eingeschlagene Weg (abgesehen vom kritikwürdigen Bezug zur Würde des Menschen) gangbar war? Dass diese Befreiung nur in Form eines Arbeitslosenheeres und einer Vielzahl prekärer Beschäftigungen einerseits und der hohen zeitlichen Belastung der Vollbeschäftigten bis zum 67. Lebensjahr andererseits Ausdruck finden kann?
Und der Vermögenszuwachs der den in global agierend mächtigen Kapitalgesellschaften vereinten Superreichen auch noch in Krisenzeiten möglich ist, muss in diesen Zusammenhang ebenfalls gesetzt werden.

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Cornelia  Holtmann

Ich verstehe Ihre Argumentation natürlich, Herr Lobeck,

denn sie ist ja nicht neu. Nur jetzt heißt es anscheinend "Maschiniserungsgewinn", früher hieß es "Mehrwert". Gibt es da einen Unterschied? Oder dient die Wortneuschöpfung der Verschleierung?

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Cornelia  Holtmann

@ Herrn Meier

"Neoliberal" ist also jetzt das neue Totschlagsargument, oder? - Und wenn die Liebe erlischt, ist die Trennung unausweichlich? Das haben fast alle Hochkulturen in der Geschichte anders gesehen und die Stabilität der Familien als wichtigen Faktor für die Stabilität von Gesellschaften gesehen. - Und: Die Trennungsentscheidung ist eine private. Aber warum muss die Gesellschaft für die Kosten dieser Entscheidung aufkommen?

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Gottfried Lobeck
Gottfried Lobeck (golo7) - 20.09.2012 18:48 Uhr

Fangen wir doch einmal an zu erklären, wo Vermögensbildung ungerecht wird, Frau Holtmann

Richtig bemerken Sie, dass dabei die Leistung für die Gesellschaft wesentliches Kriterium ist. Nehmen wir die Wertschöpfung, die alle am Produktionsprozess Beteiligten vollbringen. Mechanisierung und Automatisierung haben höchste Wertschöpfung erbracht und gleichzeitig Personal freigesetzt. Der deutlich gestiegene Gewinn ist großteils bei der Kapitalseite, die die nötigen Inverstitionen auch mit ermöglichte, verblieben. Auch dadurch bedingte Arbeitslosigkeit erhöhte der Konkurrenzdruck der Arbeitnehmer und begünstigte den Trend zu prekären Arbeitsverhältnissen. Der Staat ist zunehmend gezwungen, derartige Folgen im Sozialetat aufzufangen. Merkwürdigerweise sind dennoch Unternehmenssteuern gesunken und die unternehmerseitigen Sozialbeiträge gemindert worden.
Friedhelm Hengsbach ist nun der Meinung, dass hier die Kapitalseite unverhältnismäßig nimmt, er spricht sogar von Raub, und fordert, dass Arbeitnehmer und vor allem die Staatsseite mehr vom Maschinisierungsgewinn erhalten müsse.

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Otto Meier

Selbstverständlich können Wahlen etwas ändern, Frau Wild.

Nur eben dann nicht, wenn die Auswahl immer dieselbe bleibt bzw. unterbleibt. Zwar ist die Auswahl der Alternativen zu neoliberaler Politik der "Volksparteien" und ihrer Anhängsel eher beschränkt, aber das vermindert glücklicherweise auch die Qual der Wahl.

Ein Wahlverbot steht wohl nicht im Raum, die direkte und indirekte Manipulation von Wahlen aber schon lange. Denken Sie an das Wahlrecht oder die Manipulation durch den Staatsrundfunk.

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Otto Meier

Liebe Frau Holtmann, wenn Sie sehen könnten, welch ein Lächeln über mein Gesicht huscht.

Für eine gleiche Verteilung von Vermögen gibt es weder einen Grund, noch wird das von mir gefordert. Aber Leistung für die Gesellschaft, wenn das ein Kriterium sein soll, bitte gerne. Allerdings bewerte ich dann den Wert der erbrachten Leistung, ok?

Ganz kurz: Menschen sind nicht gleich. Sie unterscheiden sich in ihrer physischen, psychischen und intellektuellen Leistungsfähigkeit. Daher ist die Leistung des Menschen individuell zu betrachten, um den Wert seiner individuellen Leistung objektiv beurteilen und seiner Würde als Mensch gerecht werden zu können.

Sehen Sie davon auch nur ansatzweise etwas in unserer neoliberal geprägten Gesellschaft? Sehen Sie irgendeine Form von Gerechtigkeit? Überraschen Sie mich.

Ansonsten: Liebe kennt weder Not noch Gebot und wenn sie erlischt, ist eine Trennung unausweichlich. Lese ich da etwa Sarrazin zwischen Ihren Zeilen? Um auf dessen menschenverachtende Pamphlete einzugehen, fehlt hier leider der Platz, aber seien Sie gewiß, auch Sie war gemeint

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Closed via SSO

Wenn Wahlen etwas ändern würden,

wären sie längst verboten.
(Emma Goldman zugeschrieben)

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Cornelia  Holtmann

Fangen wir doch einmal an zu erklären, was "gerecht" ist.

Ist eine gleiche Verteilung von Vermögen grundsätzlich gerecht? Oder sollten wir eine gerechte Verteilung nicht in erster Linie davon abhängig machen, welche Leistung ein Mensch für die Gesellschaft erbringt?

Verstehen Sie mich nicht falsch. Wirklich Hilfsbedürfigen muss in unserer Gesellschaft geholfen werden. Tatsache ist aber auch, dass viele Menschen sich darauf verlassen, dass andere für sie sorgen und ihre Lebensentscheidungen finanzieren (z. B. die Trennung vom Ehepartner, die Zahl der Kinder).

Früher wurde ein heiratswilliger junger Mann von seinem Schwiegervater in spe gefragt, ob er eine Familie überhaupt ernähren könne. War diese Frage so absurd?

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Jürgen Lang
Jürgen Lang (S.OFada) - 20.09.2012 14:03 Uhr

Wieviel sollen die angeblich "Reichen" denn noch dem Staat geben


Mit den Forderungen nach Vermögenssteuern und - abgaben zielen die Umverteiler 'mal wieder auf die, die ohnehin schon überwiegend das Sozialsystem und alle möglichen Projekte, die sich Politiker ausdenken, die zumeist fast Ihre gesamte Biografie im öffentlichen Sektor verbracht haben, finanzieren.
Ich jedenfalls habe wenig geerbt, in meinem Arbeitsleben im mittleren Management relativ viel gespart und mich von Steuersparmodellen etc. ferngehalten und dadurch auch viel an Steuern gezahlt, was ja auch OK ist. Aber eben auch Reseven aufgebaut, die jetzt von Leuten aus PDS, SPD. Grünen etc ins Visier grnommen werden. Ich hielte es für ungerecht, wenn ich jetzt von meinen Reserven nochmal 'was abführen müßte. Zumal die Umverteiler wieder 'mal auf die zielen, die ohnehin schon hohe Steuern zahlen. Z.B. würde man sich nicht an die hohen und inflationssicheren landwirtschaftlichen Vermögen herantrauen. Wahrscheinlich deshalb nicht, weil dieser Sektor protestmäßig gut organisiert ist.

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Nils Kuhs

Warum die Linken aus Deutschland ein zweites Griechenland machen würden!

Es geht denen ja nicht darum, dass z.B. der Mittelstand mehr leistet und somit mehr Lohn fordern kann. Nein, die sagen, z.B. der Unternehmer hat steigende Gewinne, ergo muss der Arbeitnehmer mehr verdienen! Welch kindische Logik.
Ein Unternehmer hat ein Unternehmen und zahlt Löhne. Dann macht er ein weiteres auf, nimmt einen Kredit auf, stellt neue Leute ein und der Gewinn steigert sich um 50%. Kein einziger ursprünglicher Arbeitnehmer hat deshalb mehr geleistet. Genauso, wenn der Unternehmer z.B. neue Maschinen kauft.
Man fragt sich, wie naiv die Linken sind. Schon heute ist der Mittelstand überbezahlt. Warum sonst hätten die so Angst vor den Zeitarbeitsfirmen. Gleiche Leistung, weniger Lohn. Und wer so naiv ist, zu glauben Lohnsteigerungen nicht aufgrund von Leistungssteigerungen zu fordern, sondern nur aufgrund von Umverteilung, der hat bald griechische Verhältnisse.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 20.09.2012 17:54 Uhr
Corvin Berlin

unlogische Logik?

Der Unternehmer konnte also trotz gestiegener Personalkosten (der Unternehmer hat ja mehr Leute eingestellt), Tilgung des Kredites, Anschaffungskosten etc. seinen Gewinn um 50% steigern! Irgendwie muss dann doch jemand mehr geleistet haben, oder? Gut, dass sie nicht beim Finanzamt arbeiten, sonst entgingen dem Staat Milliarden wie in Griechenland! :-)

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hans kuenemund

Was total vergessen wurde DIE STEUERFRAGE

habe die Sendung nicht gesehen moechte aber anmerken: ohne ein Modernisierung des Deutschen Steuerrechts hin zu einer gerechteren bzw. einfacheren System werden in Deutschland Neiddebatten und Umverteilungsdebatten immer wieder in diesen populärwissenschaftlichen Sendungen u. politisch flachen Sendungen aufflammen.
Komme gerade von einer Geschäftsreise aus der Schweiz und sehe Leisttungsträger 'deutscher Herkunft' in Kliniken , Universitäten etc., ja sogar im öffentlichen Nahverkehr als Strassebahnfahrerin, die nach Abzug allervergleichbaren Alltagskosten unterm Str4ich immer noch 25% mehr in der 'Tasdche' haben und auf Grund des besseren Altersversorgungssystem in der Schweiz auch keine Furcht haben müssen im Alter als Normalverdiener bis hin zur sogn. Mittelschicht zu verarmen.
Weiergin: massive Steuerverschwendung wie in D (Elbphil..u.a.) gibt in der Schweiz nicht.
Wann wachen die Deutschen endlich auf und wählen die Politiker die Deutschland zukunftsfähig machen könnten.

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Antworten (3) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 20.09.2012 15:24 Uhr
hans kuenemund

Grundlagen der allgem. Volkswirtschaftlehr u Praxis der Staatsfinanzierung

kann ich in Ihrem Beitrag leider nicht erkenn ..daher wollte ich schon Ihren Beitrag in die Ecke populistische Abwatschung der Schweiz stellen.
Erlaube mir hinzuweisen auf int. neutrale Studien zur Ökonmie der Schweiz die solche dummen Aussagen 'die Schweiz finanziert sich durch diverse Schwargeldkonten Lügen Strafen.
Sorry auf diesem Niveau kann man keine vergleichende Diskussionen zu solch Themen machen. Mann sollte schon objektive nachweisbare Argumente liefern. OK da gibt es noch andere Länder in der EU u. ausserhalb die durchaus in Punkto Steuersystem weiter sind. und deswegen noch lange keine Steueroasen sind die mit dem Fluchtgeld anderer Länder sich finanzieren. Eine der Ursachen für Steuerflucht ist im übrigen die zT bürokratischen ungerechten und überzogenen Steuersysteme u.a. in D. Sogenante permanente Steuerflüchtige(eine gewisse Minderheit) die immer sich slebst bei niegrigen Steuersätzen überfordert fühlen wird es und gab es immer.

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Nils Kuhs

Die Schweiz ist doch ein niedlich im Vergleich zu Deutschland Herr Kueenemund

Wie sagt man so schön: "Vergleichen Sie nicht Äpfel mit Birnen". Immer diese naiven Behauptungen, die Schweiz soll man sich als Vorbild nehmen, weil da alles so gut läuft und wir in Deutschland keine Ahnung haben. Welch ein Witz.
Sorry, aber wir in Deutschland sind ein Rechtsstaat. Wir finanzieren u.a. unsere Gesellschaft nicht mit dem Schwarzgeld unserer Nachbarn. Weiterhin hatten wir in Deutschland die Wiedervereinigung und deren Kosten. Wo ist das Gegenstück in der Schweiz. Ach ja und die internationalen Aufgaben. Deutschland übernimmt international Verantwortung. Und dies Kostet. Kann ja nicht jede Gesellschaft so egoistisch wie die Schweiz sein. Und Europa. Es gibt eben Länder wie Deutschland, die sich nicht an den Nachbarn bereichern, sondern denen Helfen (EU)....
Wie gesagt, wirtschaftlich steht die Schweiz sicher besser da. Nur ist es sinnfrei gerade mit diesem Land ein Vergleich mit Deutschland anzustellen.

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Markus Bruckner
Markus Bruckner (MMXII) - 20.09.2012 13:54 Uhr

NIEMALS!

Die Deutschen wachen niemals von selbst auf! Sie werden aufgeweckt! Und zwar dann, wenn Warren Edward Buffett und der Rest der Clique ihren bereits 2008 angekündigten Krieg gegen alle Menschen der Erde restlos gewonnen haben.

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Thomas Mirbach
Thomas Mirbach (lurkius) - 20.09.2012 13:30 Uhr

Der verlorene Charme der Bourgeoisie

Letztes Wochenende nahm ich an einem Treffen ehemaliger Kommilitonen teil. Die Generation derer, heute so um die 55, die zu einem beträchtlichen Teil darauf gesetzt hat, dass große Organisationen: Daimler, WestLB, Commerzbank, etc. pp. oder der Staat sie behandeln wie eine Mutter ihre Söhne. Bedinglslose Loyalität als Lohn für einen guten Abschluss, Fleiß, Anpassungfähigkeit und größtmögliche Kantenlosigkeit. Und - wenn ihnen kein dummer Fehler unterläuft - die Chance "voran zu kommen". Das Merkelsche Paradigma! Knapp ein Drittel haben in den letzten Jahren ihre Mutter verloren und suchen nun verzweifelt ein Leben ohne sie. Nicht allen gelingt es. Der Verlust des Heims, der Frau und die Demontage ihrer bürgerlichen Existenz erfolgt auf Raten. Sie haben erlebt, was es heisst, wenn sich identitätsstiftende Hierarchien auflösen, weil z.B. ein verzweifelter tunesischer Gemüsehändler sich anzündet oder China zunächst Fernseher, jetzt Solarzellen und bald Autos besser und billiger anbietet.

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Antworten (11) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 21.09.2012 13:53 Uhr
Dr. Wolfgang Klein

@Thomas Mirbach & Robert Hamacher

Ich stimme Ihnen zu. Das Einstellungsverhaltenen von US-amerikanischen Unternehmen ist anders als das von deutschen. Lieber naive, preisgünstige Junioren als erfahrene aber enttäuschte, teure Senioren heißt bei den deutschen Unternehmen die Devise.

In meinem Bereich (IT-Beratung) arbeiten viele Ältere auch als freie Berater und leben nicht schlecht davon. Ich weiß nicht, wie es bei Maschinenbau- oder Bauingenieuren aussieht.

Deutschland ist ein Land mit hohen Arbeitskosten, das zudem auf Importe angewiesen ist. Den Wohlstand erhöht man nicht dadurch, dass man Einkommen oder Vermögen umverteilt. Alles hängt an den Spitzenprodukten/dienstleistungen, die das Land zu bieten hat, mittelbar auch Arbeitsplätze, die nicht direkt in diesem Bereich angesiedelt sind. Alles, was Kreativität bei der Entwicklung von Spitzenprodukten behindert, ist schädlich, insbesondere alle Arten von Demotivation kreativer Leistungsträger (steuerliche Bestrafung, unternehmerische Dummheit).

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Thomas Mirbach
Thomas Mirbach (lurkius) - 20.09.2012 23:51 Uhr

@ Wolfgang Klein II

Ich kenne Ihre Meinung bez. des Kompetenzdefizits im Management von Großunternehmen. Nun mal losgelöst von dieser Frage: Das primäre Berufsbild in den westlichen Industriestaaten seit dem 19. Jahrhundert, ist das des Angestellten in einem Unternehmen. Diese Form des Brötchenerwerbs ist nach wie vor die "default mode" auf dem unser Wohlfahrtssystem aufbaut. In einer komplexen, arbeitsteiligen Wirtschaft ist das auch nachvollziehbar. So wie man sich in diesem System eingliedert, wird man von diesem System gleichzeitig vereinnahmt, mit der entsprechenden Sinngebung und Selbstwert und Bild für die Rolle, die man in dieser Welt spielt. Was soll ein talentierter Buchhalter ohne Bilanzen anstellen, oder ein talentierter Konzertpianist ohne ein Orchester? Sie erwähnen die USA, nun, wer hierzulande mal gefeuert wird, wird schlicht NIE wieder eingestellt! Mit über 50 erst recht nicht! DAS ist der entscheidende Unterschied!

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Robert Hamacher

An der Metaphorik vorbei ?? ;)

Die us-amerikanischen Layoff Beispiele ließen sich auch noch um die Automobilindustrie ergänzen. Die us-amerikanischen Arbeitnehmer Blue & White sind daran nahezu seit Generationen gewöhnt. Andere Mentalität, andere Ökonomie. Daraus lässt sich aber nicht zwingend folgern, das us-amerikanische Ökonomie-Modell (mit seinen eklatanten Strukturschwächen) sei dauerhaft erfolgreicher als andere. Das könnte sich in diesen Jahren entscheiden und die Antwort ist offen.

Der Unterschied zu ihren Beispielen: In Deutschland haben jene Tausende entlassener Ingenieure keine Chance bekommen, als DB Jahre später wieder einzustellen begann. Andere Mentalität, andere Ökonomie. ;)

Die Verunsicherung in den deutschen Mittelschichten (u.a. ausformuliert in jener metaphorischen Formel des Verlusts der "Großen Mutter") verflüchtigt sich mit Hinweisen auf die USA nicht - im Gegenteil. ;)

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Dr. Wolfgang Klein

Layoffs gibt's doch immer ...

... die Amerikaner (oder international orientierte Arbeitnehmer) haben ein gesünderes Verhältnis dazu als die Deutschen im Schnitt. Ich war beispielsweise in 2003 als Berater bei HP in USA. Da lief gerade auch eine größere Abfindungswelle. Dabei gab's Mitarbeiter, die ihr Package genommen und ein Jahr Pause gemacht haben. Danach haben sie sich wieder bei HP einstellen lassen. Das gleich habe ich auch bei IBM erlebt. Die guten Mitarbeiter werden immer wieder genommen, wenn Bedarf da ist.

Hierarchieabbau finde ich OK. Lesen Sie mal "Parkinsons Gesetz". Chefs sind nur von begrenztem Nutzen. Zu viele davon machen ein Unternehmen träge.

Aktuell ist die personelle Situation beim Daimler eher nicht angespannt, soweit ich mitbekomme, anders als bei Automobilunternehmen, die stärkere Absatzprobleme haben (aus welchen Gründen auch immer).

Im Hochtechnologie-Produktbereich gibt es sehr, sehr viel Entwicklungspotenzial, das wegen der Dummheit der Industrie nicht genutzt wird.

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Robert Hamacher

Nachvollziehbare Metaphorik

Ich habe diesen "Mutterverlust" das erste Mal indirekt aber bewußt miterlebt in der letzten drastischen Aufwertungskrise der deutschen Wirtschaft Mitte der 90er Jahre, als (nicht nur) Daimler Benz glaubte, sich gleich von mehreren Hierarchiestufen und Tausenden von Ingenieuren trennen zu müssen. (Was nebenbei auch zur massenweise Zurückhaltung zur Aufnahme entsprechender Studien geführt hat mit entsprechenden Folgewirkungen bis zur Jetztzeit.)

Anfang der 00er Jahre die nächste Großwelle von White Collar Arbeitslosigkeit, als sich Menschen vor die Tür gesetzt sahen, die nie im Traum dran gedacht hatten, je in eine solche Situation zu kommen.

Diese "Großereignisse" der letzten gut 15 Jahre + die seit 5 Jahren dauerschwärende Damokles-Situation haben zu einer tiefen Verunsicherung bis in die höheren Mittelschichten geführt.

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Dr. Wolfgang Klein

@Thomas Mirbach: White Collar Arbeitslosigkeit

Aha! Das ist jetzt etwas was ich verstehe und kommentieren kann.

Meiner Meinung nach hat die White Collar Arbeitslosigkeit in den Industriestaaten zwei Hauptursachen (das mag jetzt hart klingen):

1. Die White Collar Worker bringen im Wesentlichen keine Fertigkeiten und Kenntnisse mit, mit denen sich ein Mehrwert erwirtschaften lässt, insbesondere in Konkurrenz zu Transformationsländern wie China oder Indien mit niedrigen Arbeitskosten. Dies trifft beispielsweise auf einen großen Teil betriebswirtschaftlich orientierter Akademiker zu. Ich habe regelmäßig mit Schwätzern und Bürokraten zu tun. Die letzteren sind noch schlimmer als die ersteren.

2. Die unter 1. beschriebene "Elite" hat das Management eines Unternehmens durchdrungen. In diesem Fall ist dieses Unternehmen nicht mehr in der Lage, konkurrenzfähige Produkte auf den Markt zu bringen (insbesondere keine mit Alleinstellungsmerkmal). Die Unternehmensführung ist zu dumm, einen Ausweg zu finden.

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Thomas Mirbach
Thomas Mirbach (lurkius) - 20.09.2012 18:34 Uhr

@ Wolfgang Klein

Nun schreibe ich zum zweiten mal nur für Sie! Aber gerne doch! Was ich mit dem Verlust der metaphorischen Mutter zum Ausdruck bringen möchte ist schlicht meine Wahrnehmung, dass das Phänomen "white collar" Arbeitslosigkeit immer virulenter wird. Verbunden mit einer diffusen Angst und der Ohnmacht, wenn die Grundfeste eines (bildungsbürgerlichen) Lebens scheinbar aus dem Nichts aus den Angeln gehebt werden können. Großunternehmen, die einst das Rückgrat von "Made in Germany" bildeten, sind eben nicht mehr - wie einst - ein Garant für ein vollendetes Arbeitsleben für den hier beschrieben "corporate man".

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Peter Gorski

Herr Klein

war auch nicht auf Sie gerichtet und meint sicher nicht jeden unserer Generation!

Geld verdienen ist natürlich nicht an sich unsozial,
aber Geld ist eben auch nicht alles!

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Dr. Wolfgang Klein

@Peter Gorski - Trifft mich irgendwie nicht ...

... Ich (Jahrgang 1956) hätte gerne eine akademische Karriere eingeschlagen, habe aber wahrgenommen, dass die Nachfrage nach reinen Mathematikern im universitären Bereich im Laufe meines Studiums und danach rapide abgenommen hat. Daher habe ich mich zunehmend in Richtung Industrie orientiert. Der Nebeneffekt, dass man - bei sehr guter Leistung - einiges mehr verdienen kann als im akademischen Bereich, hat mich in gewissem Umfang für den geistigen Stumpfsinn der Arbeitswelt entschädigt. Vielleicht ist die Arbeit, die ich dadurch geleistet habe, gesellschaftlich sogar "nützlicher" als andersherum. Ich habe Arbeit aber nie als Selbstzweck betrachtet.

Das was Sie da schreiben kann ich für mich gar nicht nachvollziehen. Ich habe mich immer um meine Familie, auch meine Eltern gekümmert, und zwar mit einem erheblichen Zeitanteil.

Mir ist auch vollkommen unklar, was das mit dem Thema zu tun hat. Soll das heißen, Geld zu verdienen sein unsozial?

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Peter Gorski

Wir, die jetzt so um die 50 - jährigen

waren so auf uns selbst zentriert, auf unsere Karrieren und das Recht auf ein gutes Leben,
dass wir die Realitäten zu lange ausgeblendet haben.
Wir haben uns schuldig gemacht an unseren Kindern und uns oftmals unsere Frauen vom Hals gearbeitet.
Wir haben uns der Politik und auch der Gesellschaft verweigert!
Jetzt, da unsere Mütter sterben, beweinen wir unsere eigenen Leben
anstatt aufzustehen und endlich unsere Verantwortung aufzunehmen?

Wir geben kein gutes Bild ab, aber wir haben immer noch Zeit genug uns zu ändern!

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Dr. Wolfgang Klein

@ Thomas Mirbach - Vom Profil her würde das fast auf mich zutreffen ...

... (außer vielleicht das mit der Kantenlosigkeit, mir wird regelmäßig eher das Gegenteil vorgeworfen). Aber hinter Ihrem Satz mit der verlorenen Mutter verstehe ich überhaupt nicht mehr was eigentlich Ihr Anliegen ist.

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Hans-Jürgen  Steffens

"Wie hast du das geschafft, als Einzelverdiener mit 3 Kindern?"

fragte ich eine mir nahestehende Person, die Ende der 50-er Jahre ein Haus baute und einen Durchschnittsverdienst "nach Hause brachte".

Das hatte mehrere Gründe, gab er mir zur Antwort. Das Bauen war weniger aufwändig (keine Zentralheizungen, kein Warmwasser) günstigere Baumaterialien und geringere Löhne mit viel Eigenleistung. Hinzukamen günstige Versorgungskosten.

Interessant auch ein Blick in die alten Lohnabrechnungen (auf Lohnstreifen, wer kennt sie noch?) 80% + waren verfügbar!

Und hier haben wir die erste wichtige Diskrepanz zu Fr. Fischer: Der Blick auf die Lohnstreifen zeigt, dass die Sozialleistungen mitnichten privatisiert wurden, im Gegenteil.

Was hat sich darüber hinaus geändert? Etwas was jahrzehntelang immer in Sonntagsreden gefordert wurde: eine gerechtere globale Einkommensverteilung. Die Wertschöpfung vieler konsumierter Produkte (inkl. Energie) findet nicht mehr im Inland statt und bedeutet einen Einkommensabfluss.

Der Mittelstand MUSS es schwerer haben.

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Antworten (6) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 23.09.2012 11:41 Uhr
Hans-Jürgen  Steffens

"....ewig fortführen...."

Ich überlasse dann - und nur dann - einem Opponenten das letzte Wort, wenn herausgearbeitet ist, was Fakt, was Interpretation und was der normative Standpunkt ist. Differenzen bei letzteren kann man stehenlassen.

Das geht in Ihren Beiträgen noch zu sehr durcheinander.

Der Reihe nach:

"die eigene famliäre Erfahrung und das Erlebnis größerer (nicht nur) finanzieller Spielräume bei vergleichbarer gesellschaftlicher Herkunft..." bezieht sich auf die Eltern, die zur gleichen Generation wie besagter Lehrer gehören und ergeben deshalb keinen neuen Aspekt.

Die zusätzlich einzusetzenden Mittel für die Altersvorsorge etwa in Form der Riesterbeiträge sind unbestritten und schon erwähnt. Inwieweit diese und andere zusätzliche einzusetzende Mittel im Falle von Frau Fischer heute schon zu der von ihr geschilderten und empfundenen relativen Verarmung führt, wäre von ihr zu erfragen.

Dass die Spielräume gesunken sind, ist unbestritten - aber wer ist der 'Schuldige' und wieso ist das "kritisch"?

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Robert Hamacher

Notiz - Antwort


Ich möchte die Diskussion nicht ewig fortführen, aber zu den Beispielen Fischers aus der eigenen Empirie gehörte neben besagtem Englischlehrer expressis verbis die eigene famliäre Erfahrung und das Erlebnis größerer (nicht nur) finanzieller Spielräume bei vergleichbarer gesellschaftlicher Herkunft, Bildung, Berufsausbildung etc.pp.

Die drastischen Absenkungen des Rentenberechnungsniveaus in den letzten 20 Jahren ( laut Rürup 46%) haben natürlich erheblichen Einfluss auf das Wohlstandsniveau heutiger Arbeitnehmer, wenn erhebliche Mittel heute zusätzlich eingesetzt werden müssen, um in etwa den Lebensstandard sicher zu stellen für eine immer längere Lebenszeit im Alter - bei gleichzeitig tendenziell steigenden Kosten für weiter sinkende Leistungen in der Grundversorgung unseres Sozialversicherungssystem.
Ansonsten gilt mein letzter Satz: " Die Spielräume sind seit den 1970ern lfd. gesunken bis unter ein kritisches Maß heute"

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Hans-Jürgen  Steffens

Notiz

Der Primärvergleich von Fr. Fischer fand statt zwischen dem eigenen Wohlstandsniveau und dem ihres Lehrers, dessen Berufseinstieg 20-30 Jahre früher gelegen hat.

Die Absenkung des Rentenniveaus hat noch keinen Einfluss auf das derzeitige Wohlstandsniveau der noch im Beruf stehenden Fr. Fischer.

Besondere Zäsuren bestanden in der ersten und zweiten Ölkrise, die jeweils zu Rezessionen führten.

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Robert Hamacher

Der Bruch in den 1990er Jahren

Der Zeithorizont der jüngeren Frau ist ihre subjektiv erfahrene "Wohlstands-Differenz" zwischen den 1980ern + der Jetztzeit. Die Wasserscheide ist objektiv deutlich in den nicht bewältigten Belastungen der deut. Einheit+der letzten drastischen Aufwertungskrise zu verorten, seitdem wird an den verschiedenen Stellschrauben des Steuer-+Sozialsystems + insbes. des Arbeitsmarktes permanent gedreht. Die zunehmende "Privatisierung" erschöpft sich nicht nur im unzureichenden Ausgleich der Netto-Renten-Absenkung (Schröder/Riester), sondern zeigt sich bereits in den Kürzungen des Rentenniveaus unter Blüm ("Sterbegeld", Ausbildungszeiten etc.). Seit den 1990er Jahren zunehmend Leistungskürzungen und höhere Eigenbeteiligung in der Krankenversicherung (GKV+Priv). Was bei EK+LST moderat abgesenkt worden ist, ist bei den Verbrauchssteuern doppelt+dreifach reingespült worden (zuletzt "Müntefering-Steuer" MWST +3%).
Die Spielräume sind seit den 1970ern lfd. gesunken bis unter ein kritisches Maß heute

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Hans-Jürgen  Steffens

Vielen Dank für Ihre Antwort

Ich habe mir den Passus angeschaut:

"Frau Fischer konnte das erklären: Die Privatisierung früherer Sozialleistungen, stagnierende Realeinkommen, ein Steuersystem mit der Verschiebung von den direkten Steuern zu den Konsumsteuern."

Es mag bei der zeitlichen Zuweisung einen Ermessensspielraum geben (auch wenn mir der Bezug auf die Zeit vor den 80-ern passender erschiene).

Beziehen wir es auf die 80-er, wäre die Privatisierung als Riesterrente zu interpretieren. Das könnte man - mit etwas bösem Willen :-) - als linke, rechte Tasche ansehen. Aber die Riesterrente erlaubt gegenüber dem (national beschränkten) Umlageverfahren immerhin eine prinzipielle Verankerung im globalen Wirtschaftswachstum unabhängig von demogr. Entwicklungen (auch wenn sich die Anlagen vordergründig auf nationale Firmen beschränken sollten).

Die stagnierenden Reallöhne, man muss es nochmals betonen, sind ein Resultat relativ geringerer Wertschöpfung im Inland. Es wäre albern, hier einen "Schuldigen" zu suchen.

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Robert Hamacher

Denkfehler

Die Diskrepanz Ihres Beispiels zu Fr. Fischer kann ich nicht erkennen.
Fr. Fischer vergleicht die 1980er Jahre (mit relativ hohen Sozialversicherungsbeiträgen und nominell hoher Lohn-+Einkommensteuer) mit der Jetztzeit.
Sie ziehen als Beispiel die End1950 + 1960er Jahre an, als sich die Sozialversicherungsbeträge, Einkommen-+Verbrauchssteuern von einem niedrigen Niveau allmählich nach oben entwickelten.
Was sich seit Ende der 1950er Jahre verändert hat, ist die drastische Absenkung des abgabefreien Nettoeinkommens in % (seit den 1970ern) und die parallele Erhöhung von Steuern (Lohn + Verbrauch) + Abgaben und der allzuhäufig missbrauchten Sozialversicherung (polit. Reservekasse).

Seit den 1990er Jahre hat sich im Vergleich zu den 1980ern an der Gesamtabgabenbelastung manches geändert für den Normalo - aber eher nach dem Prinzip linke, rechte Tasche + tendenziell deutlich nach oben - bei gleichzeitiger Ausgliederung von Leistungen, Ausgleichszwang usw. ... + stagnierenden Reallöhnen

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Karl Haessner

Enteignet und teilenteignet werden vermutlich Guthaben, Häuser, Edelmetalle und Beteiligungen

Um die Staatsschuldenerhöhung auch nur zu stoppen und die deutschen Zwangszahlungen an EZB und Rettungsschirme zu tätigen, muss man an alle Vermögen ran. Vermögen wird alles sein, was irgendwie im "Plus" ist. Alleine die Pensionsansprüche der Beamten und Abgeordneten werden wohl nicht mitgerechnet, wohl aber dann wohl die 100.000 Euro, die sich ein Selbstständiger auf die hohe Kante legte, damit er nach seinem 75. Lebensjahr, wenn er nicht mehr arbeiten kann, noch etwas zu essen hat. Und diese faktischen Enteignungen werden von Brüssel aus gesteuert nicht ohne Einflussnahme der USA. Die Deutschen haben noch was, da muss man ran, um das Weltfinanzsystem noch einige Zeit am Leben zu erhalten.

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Antworten (7) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 20.09.2012 19:51 Uhr
Cornelia  Holtmann

Gut, Frau Wild, vielleicht habe ich das mit der "Beihilfe" falsch verstanden.

Aber aus welchem Grund erwähnen Sie die Beihilfe? Es klingt, als sei das ein Privileg.

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Closed via SSO

@ Cornelia Holtmann Beamtenzuschläge

Die Beihilfe ist kein Zuschlag. Das habe ich auch nicht geschrieben.Es gibt aber z.B.Familienzuschlag, auch für verpartnerte Homosexuelle und aufs Kindergeld nochmal z.B. Kindergeldzuschlag. Haben Sie schon einmal von einem Gehaltszuschlag gehört, nur weil jemand geheiratet hat? Ich kenne auch keinen Tarifvertrag, der das vorsieht.

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Cornelia  Holtmann

Was ist an der Beihilfe ein "seltsamer Beamtenzuschlag", Frau Wild?

Ich dachte ein Arbeitgeber beteilige sich zu 50 % an der Krankenversicherung (wobei für Beamte in NRW die Beihilfe Kosten übernimmt, die 300 Euro pro Jahr übersteigen.) Trotzdem gebe ich Ihnen recht: Die Versorgung von Beamten liegt über den Rentenansprüchen von Angestellten in vergleichbaren Arbeitsverhältnissen.

Den wesentlichen Punkt aber hat Herr Haessner angesprochen: Wenn eine Vermögensabgabe/-steuer erhoben wird, dürfen die Vermögen Selbständiger nicht herangezogen werden, wenn diese eindeutig der Alterversorgung dienen. Oder die Renten-/Pensionsansprüche müssen als Vermögen (oder wären es geldwerte Vorteile?) ebenfalls besteuert werden.

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@Nils Kuhs Beamte backen die großen Brötchen

Laut einem ausführlichen STERN-Bericht aus 2011 verdient ein mittlerer Beamter in seiner aktiven Zeit rund 105.000 Euro mehr als ein vergleichbarer Angestellter. Die Pension bis 80 mit eingerechnet sind es sogar 250.000 Euro, die ein Beamter insgesamt mehr erhält. Die Unkündbarkeit und die Beihilfe im Krankheitsfall und andere, oft seltsame Beamtenzuschläge gar nicht mitgerechnet. Da ist noch viel Luft in der von den Steuerzahlern zusätzlich zu ihrer eigenen Altersversorgung mit zu erwirtschaftenden lebenslangen Alimentierung der Beamten.

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Dr. Wolfgang Klein

@Herr Kuhs - Sie sind wohl Beamter, oder?

Wie gesagt, ich habe einen ehemaligen Beamten in der Familie. Zunächst wird in der Privatwirtschaft erheblich mehr gearbeitet, bei AT-Angestellten meist ohne finanziellen Ausgleich. Weiterhin sind Beamte nicht kündbar. Beamte sind privatversichert. 70% der Krankheitskosten übernimmt bei Bundesbeamten der Bund. Versuchen sie mal sich als Angestellter mit hinreichend hohem Einkommen privat zu versichern, wenn sie eine chronische Krankheit in ihrem Lebenslauf haben. Die Pension von Beamten bemisst sich nicht an ihrer Lebensleistung sondern an ihrer letzten Einstufung. Während ein promovierter Industrieangestellter nach 40 Jahren Erwerbstätigkeit weniger als 2000 Euro Rente hat, die tw. noch zu versteuern sind, erhält ein Bundesbeamter des mittleren Dienstes ohne Abitur ca. 3000 Euro netto (und das bei Ausscheiden aus dem Dienst mit 63). Das könnte ich jetzt noch beliebig fortführen.

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Nils Kuhs

Lieber Herr Klein, da unterschlagen Sie aber einiges

Über die Vergütung von Beamten wollen Sie sich unterhalten? Da rate ich Ihnen das gleiche, wie allen anderen: Ganz kleine Brötchen backen. Weil wenn man die Gehälter bzw. Bezüge vergleichbarer Jobs anschaut, dann wird man immer erkennen, in der freien Wirtschaft verdient man weit mehr.
Richtig, die Pensionen sind höher. Wurde den Beamten ja auch so zugesagt. Dafür verdienen Sie weniger in der aktiven Zeit! Aber auch richtig, unsere Gesellschaft schafft dafür keine Rücklagen. Nur ist dies nicht das Problem der Beamten bzw. deren Schuld!

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Dr. Wolfgang Klein

Ja die Beamten ...

... über deren Vergütung könnte man sich auch mal unterhalten. Dass es denen oft erheblich besser geht als einem Industrieangestellten, gerade nach Ausscheiden aus dem Dienst, weiß ich, weil ich einen in der Familie habe. Allein um die in Zukunft zu bezahlen müssten schon größere Steuererhöhungswellen über das Land laufen.

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eduard kramer
eduard kramer (illampu) - 20.09.2012 13:20 Uhr

Ein ganz wesentlicher Punkt,

der hier noch gar nicht angesprochen und der gestern nur angekratzt, nicht jedoch erörtert wurde, ist die Gefahr von riesigen Vermögen für jede Demokratie. Es waren wohl Frau Fischer und Frau Wagenknecht die darauf hinwiesen, dass diese Vermögen auch politische Macht, Einfluss und Vergünstigungen kaufen, siehe Mövenpick. In den USA gleicht die Milliardärs- Clique inzwischen einer kriminellen Vereinigung, die systematisch dort Demokratie und deren Institutionen untergräbt, indem sie ganz legal Politiker kauft. Auch D bewegt sich in diese Richtung. Dreist wie Döring ist, sprach er von sich als ehemaligen Unternehmer, sein CV sagt jedoch nichts darüber aus, vielleicht sollte das Finanzamt einmal nachhaken. Auch warf er Leuten wie Frau Fischer vor, sie würden ihr Geld verprassen, anstatt zu sparen. Den Stil von Frau Wagenknecht muss ich stets bewundern. Sie bewahrt immer ihre Ruhe und Übersicht,wenn sie unterbrochen oder angegriffen wird.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 20.09.2012 17:11 Uhr
Dr. Wolfgang Klein

Dann wären ja die Vereinigten Staaten ...

..., die älteste Demokratie der modernen Welt, durch die dort seit ihrer Gründung bestehenden Großvermögen dauergefährdet. Aber in Ihren Augen sind die Vereinigten Staaten wahrscheinlich gar keine Demokratie.

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Peter Appel

Anspruchsdenken...

Das Problem, dass Frau Kathrin Fischer sich kein Parkett mehr leisten kann besteht hauptsächlich in ihrem Ausgabeverhalten.
Während ihre Elterngeneration noch nach Besitz und eigenen vier Wänden strebte, steht heute oft der kurzfristige Konsum im Vordergrund. Alles was heute als selbstverständlicher Konsum gilt, war früher absoluter Luxus; angefangen vom Computer, Mobiltelefon und Auto mit Klimaanlage, bis zum Essen beim Italiener und häufigen Urlaubstrips.
Auch heute noch gelingt es ausgabebewussten (also sparsamen) Mitbürgern zu Wohneigentum zu gelangen. Der Schlüssel liegt immer darin, weniger auszugeben als einzunehmen, man nennt dies auch sparen. Ich kenne anschauliche Beispiele aus unserem Unternehmen, wo der eine Mitarbeiter es ohne Erbschaft und Lottogewinn zu einem eigenen Häuschen gebracht hat, während der andere trotz höherem Nettoeinkommen auch heute noch alle größeren Anschaffungen auf Raten finanzieren muss.

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Stefan Rahn
Stefan Rahn (stera) - 20.09.2012 12:31 Uhr

Euro und Inflation...

... sind Schuld daran, dass der Lebensstandard in Deutschland sinkt. Die Gehälter haben sich nicht parallel zu den Lebenshaltungskosten entwickelt. Mit 2500,- Mark Gehalt konnte man in den 90ern gut leben, mit 1300,- Euro heutzutage eher nicht. Mit dem Euro haben wir wirtschaftlich schwächeren Ländern einen besseren, kreditfinanzierten Lebensstandard ermöglicht, auf Kosten der eigenen Kaufkraft. Einmal volltanken: 160 Mark. Eine Woche Urlaub in Italien mit der Familie: 1600 Mark. Einmal essen gehen mit Familie: 140 Mark. Hätte das früher jemand bezahlt? Wohl kaum.

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Reinhard Lauterbach

@Eduard Kramer

Herr Döring ist halt so dämlich, wie er aussieht. Ihn einzuladen, muß man schon fast als gezielte Anti-FDP-Kampagne einstufen, es ist aber nur die Darstellung des Neoliberalismus in seiner ganzen Hohlheit.

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Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 20.09.2012 14:49 Uhr
Klaus-M. Kott

Substanz, Herr Lauterbach ?

Ihre Anmerkungen sind kein Kommentar sondern nur einfach primitive Beschimpfungen, die mesitens die Abwesenheit von geistiger Substanz widerspiegeln.

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Dr. Wolfgang Klein

Wer vom aktuellen FDP-Personal ist nicht dämlich?

Früher hatte die FDP mal herausragende Repräsentaten wie Genscher oder Lambsdorf. Was heute da so rumläuft, ist von der persönlichen Ausstrahlung und/oder der Intelligenz her eher bescheiden. Und das, obwohl eine wirtschaftsliberale Partei angesichts des mehr oder minder sozialistisch-sozialdemokratischen Einheitsbreis der restlichen Parteien (inklusive CDU/CSU) eigentlich bitter notwendig wäre.

Andererseits mag ich auf der gegenüberliegenden Seite des politischen Spektrums Figuren wie die Rosa-Luxemburg-Karikatur Sarah Wagenknecht, die mitsamt ihren Dauerplatitüden anscheinend gar nicht mehr aus dem öffentlich-rechtlichen Fernsehen zu entfernen ist, mittlerweile erst recht nicht mehr sehen.

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Rainer Egold

Hüther....

zählt zu den heutigen Ökonomen, die zu meiner Studienzeit wohl nur Hohn und Spott geerntet hätten, wegen ihrer erkenntnistheoretisch infantilen Argumentationsweise, falls das, was er von sich gab überhaupt als Argument akzeptierbar ist. Z.B. seine lächerliche Entgegnung auf die Darstellung von Fischers Situationsbeschreibung der "Mittelschicht" zu antworten mit "es hat sich vieles in der Gesellschaft verändert" oder der bornierte Hinweis auf den gestiegenen Lebensstandard in China, der verantwortlich dafür sein soll, dass z. B. die Einkommen von deutschen Pflegekräften, Lehrern, Professoren usw. relativ ( im Vergleich zum Durchschnittseinkommen) heute niedriger sind als etwa vor 30/40 Jahren. Ob derartiger Plattitüden kann einem leicht der Kragen platzen, reüssiert doch dieser Herr als "Wissenschaftler" - in der Tat da hat sich "Vieles" verändert: Ideologie statt strenge Wissenschaft.....

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Patrick Döring FDP, ist

"Für Deutschlands Pleite" als Dampfplauderer vom Dienst nicht ursächlich, aber doch tatkräftig mitverantwortlich. Wenn er behauptete, daß 25 % Steuern auf Erträge aus Geldanlagen Vermögen in der Substanz besteuern, ist das absoluter Schwachsinn, denn es wird ja nur der Ertrag aus dem Vermögen besteuert. Wer diese Bubitruppe noch wählt, darf sich über den Zustand Deutschlands nicht beschweren. Kein Wunder daß sich Angie sehnlichst die Fortführung dieser Koalition wünscht. Im übrigen haben die Damen Fischer und Wagenknecht ganz klar aufgezeigt, daß die umfassend korrumpierte CDUCSUSPDGRÜNEFDP-Politik für die Verwerfungen in der Einkommensentwicklung verantwortlich ist. Die Parteien haben ihren Auftrag "zum Wohle des Volkes" zu handeln nicht erfüllt, auch dann nicht, wenn man Herrn Schäubles Äußerung: "Deutschland sei seit dem Ende des 2. Weltkrieges nie ein souveräner Staat gewesen", als Entschuldigung gelten ließe. Die Politik hat das Volk belogen und dumm gehalten.

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Nils Kuhs

Unbegreiflich, dass die Linken das mit der Vermögenssteuer immer noch nicht begreifen

"Doppelbesteuerung bei der Erhebung von Vermögenssteuern so ein Problem sein soll, während der Erwerb der Mehrwertsteuer-pflichtigen Windeln aus versteuerten Einkommen kein Problem ist".
Wer keine Ahnung vom Steuerrecht hat und zu faul zum nachdenken ist, der sieht auch kein Widerspruch.
Fakt ist und man kann nur hoffen, dass dies endlich bei den Linken ankommt, es sind zwei ganz unterschiedliche Sachen.
Bei der Umsatzsteuer wird z.B. ein Rechtsgeschäft besteuert. Windel gegen Geld und der Staat bekommt die USt. Bei der Vermögenssteuer gibt es eben kein Geschäft. Die zahlt man ohne das man was unternommen hat. Das ist ein Riesenunterschied!
Zwar gibt es auch heute solche Steuern (Grundsteuer, KFZ Steuer), aber meist sind diese extrem niedrig und dann rechtfertigt man dies ja mit den Kosten (Straßen...).
Die Vermögenssteuer hat außer Neid, keine Rechtfertigung. Und viel Spaß, wenn ein Unternehmer was zahlen muss, ohne überhaupt einen Cent verdient zu haben!

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Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 20.09.2012 13:44 Uhr
Nils Kuhs

Lieber Herr Egold, was schreiben Sie nur?

Was hat die Umsatzsteuer (nicht Mehrwertsteuer, suchen Sie mal den Begriff im Gesetz) auf Fianantransaktionen damit zu tun? Was hat dieses Beispiel mit dem Thema zu tun?
Und woher haben Sie die Information, dass Unternehmensanteile nicht als Vermögen gelten sollen? Kleine Anmerkung, damit Sie mich nicht wieder falsch verstehen: Dem Unternehmer gehört ein Unternehmen oder ein Unternehmensanteil und dafür soll er Vermögenssteuer zahlen.
Ach was schreiben Sie von "nicht realwirtschaftlich erwirtschaftet wurden"? Was soll denn bitte dies sein? Haben Sie dies selber erfunden?
Nochmals für Sie, die Linken haben ja anscheinend ein Problem den Unterschied bei der Doppelbesteuerung zu verstehen. Den Unterschied habe ich doch verständlich erklärt.
Und zum Thema Unternehmen bzw. Reiche und Vermögenssteuer: Sind sie ernsthaft so naiv und glauben die Kosten würden die Reichen tragen?

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Rainer Egold

aha!

und deshalb gibt es auch keine Mehrwertsteuer auf Finanztransaktionen? "Vermögensteuer": Schön plump, es geht also nur um die Besteuerung von "Unternehmern"? Unsinn: Realwirtschaftliche Unternehmen sind eben nicht das Ziel einer Vermögenssteuer, sondern die übrigen, nicht in Unternehmen steckende Vermögenswerte, insbesondere also die, die nicht realwirtschaftlich erwirtschaftet wurden........

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