26.02.2013 · Erstaunlich, wie wenig komisch eine Fernsehdebatte über die Frage sein kann, ob man als Deutscher über Hitler lachen darf. Aber einer wenigstens hat etwas davon: Frank Plasberg lernt in seiner Sendung „Hart aber fair“ ein neues Wort kennen.
Von Andreas PlatthausRichtlinien für Lesermeinungen
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Geistige Unreife des Autors und seiner Leser
Das Thema eignet sich weder zum witzeln noch um Klamauk zu machen, egal wie lustig oder geistreich man sich über die Person Hitler hermachen würde. Zu sehr sind die negativen Seiten dieser Person noch heute bei vielen Menschen in leidvoller Erinnerung, so dass schon die blose Erwähnung dieses Namens eine Zumutung ist. Das was dieser Autor für geistreich hält muss ein Jude als Schmach und Veräppelung empfinden. Wer dies nicht begriffen hat, wie dieser geistig unreife Oliver Pocher, bei dem ist die Erziehung zu einem erwachsenen Menschen noch nicht abgeschlossen.
Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 04.03.2013 16:59 UhrDann sollten Sie ebenso...
...den "Hundertjährigen, der aus dem Fenster sprang und verschwand" ablehnen.
Überreif? Bitte helfen Sie!
Besteht Ihre Universal-Reife also aus oder in der Abwesen- oder Anwesenheit von ... ich hab´s nicht recht verstanden!
Monster, Retter, Mediokritäten
Am besten hat mir das lustige Nazi-Raten mit den Kölner Studenten gefallen - wirklich ein Grund zur Sorge dass die jungen Hochschüler die Namen der "Nazi-Größen" nicht wie aus der Pistole geschossen aufsagen konnten. Bis auf den Hinkefuß, den kannte man dann doch noch. Der Historiker Heiber schrieb 1962:"Vielleicht wird von Joseph Goebbels nicht mehr im Bewußtsein der Nachwelt bleiben als sein zur Denunziations-Stereotype gewordener Name". Auch "Dachau" rief nur Fragezeichen hervor. Wem nicht so Recht klar war wieso das zu wissen wichtig ist, dem half der Oberlehrer von der SPD mit einem Beitrag zur Bildung von kritischem Geschichtsbewusstsein:"Wer die Vergangenheit nicht kennt..." Fast unnötig zu erwähnen, dass er dabei den Zeigerfinger erhoben hat. Mit seiner Sucht nach Anerkennung steht er jedenfalls Goebbels in nichts nach. Was mich diese Sendung überhaupt ertragen lies, war die Fähigkeit auf eine Zukunft zurückzublicken, die noch gar nicht eingetreten ist - es wird gewesen sein...
Es kommt darauf an, was man daraus macht!
wohl aber die Erwähnung eines Meisters der "Ambiguität", der doppeldeutigen, nicht zu Ende gesprochenen Sätze, nämlich Werner Finck, in dessen Anti-Nazi-Kabarett allabendlich die Gestapo saß und mitschrieb. "Kommen Sie mit", soll der Schnellredner die eifrigen Mitschreiber gefragt haben, "oder muss ich mitkommen?" Der Unterschied zu den Hitlerwitzen von damals ist doch, dass sie heute nichts kosten, sie zeugen auch nicht mehr vom Mut des Widerstands, allenfalls von der Lust am Tabubruch. Finck hätten sie das Leben kosten können, es waren nur ein paar Monate KZ-Haft, allerdings um den Preis, sich an die Front melden zu müssen. Nicht mal Karasek hat an ihn erinnert.
Was der Kritker noch wissen müsste
Die Sendung habe ich mit Neugier, Schmunzeln und Kenntnisgewinn gesehen. Daher sind mir Details aus der Kritik als Ergänzung zum Thema willkommen. Nun richten sich die Sendung und das FAZ-Feuilleton an unterschiedliche Zielgruppen. Frank Plasberg und seine Gäste haben nicht die Aufgabe, das Thema in der Sendung vollständig zur Darstellung zu bringen. Andreas Platthaus aber ignoriert das einfach - das ist eine Satire wert!
Eine Talkshow ohne echten Talk! Nur politisch korrekte Worthülsen!
Wie so häufig im deutschen staatlichen Zwangsgebühren- und Erziehungsfernsehen eine Talkschow ohne Gäste mit wirklich unterschiedlichen Meinungen. Absolut langweilig und zum abschalten. Es ist nicht nur das Thema das mich als junger Mensch nur noch nervt und von dem ich glaube das die Mehrheit der jungen Menschen in diesem Land die Nase gestrichen voll hat, es ist auch der Stil dieser Sendungen. Warum sitzt dort kein Mensch drin der einfach einmal sagt das jeder Mensch unabhängig von seiner ethnischen Herkunft,in einer Demokratie grundsätzlich über alles lachen darf und natürlich auch über Hitler. Jemand darf ihn mögen oder hassen.Das ist Meinungsfreiheit. Im staatlichen Fernsehen kommt diese bei vielen Themen nicht mehr vor. Man merkte den Diskutanten in dieser Sendung an, das sie sehr beklemmt darauf achteten ja nicht die Sprachgebote der Political Korrektnes zu verletzen. Insgesamt beklemmend, ewiggestrig und gespenstisch kam mir diese Sendung vor.Fazit: Abschalten!
Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 26.02.2013 16:42 UhrNur politisch korrekte Worthülsen!
Richtig, nur politisch korrekte Worthülsen, aufgeblasen von Herrn
Aufplasberg.
Sehr geehrter Herr Gingemeyer,
Glückwunsch, das war ein phantastischer Kommentar, der alles auf den Punkt gebracht hat. Daß Sie sich als jungen Menschen zu erkennen gegeben haben, macht mir Hoffnung, daß es in diesem Land in Zkunft auch noch andere Menschen gibt, als Pisa-Geschädigte und gleichgeschaltete Gutmenschen. Alles Gute
... Ernst Lubitsch konnte damit umgehen ...
Colonel Ehrhardt: "They named a brandy after Napoleon, they made a herring out of Bismarck, and the Fuhrer is going to end up as a piece of cheese!"
Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 26.02.2013 15:05 UhrJa, Ernst Lubitsch, Billy Wilder und viele, viele weitere...
...man stelle sich mal vor was aus Film und Fernsehen in Deutschland hätte werden können, hätte es nicht diesen Aderlass an Talenten gegeben.
Erinnere mich dunkel an den Bibelunterricht. Da heisst es:
„... der Gnade bewahrt Tausenden, der Schuld, Vergehen und
Sünde vergibt, der aber nicht ungestraft lässt, sondern die
Schuld der Vorfahren heimsucht an Söhnen und Enkeln, bis zur
dritten und vierten Generation.“ (Zürcher Bibel 2007)
Ich bin nicht der größte "Freund" von Oliver
Pocher, aber "Hut ab" für seine gestrige Darbietung.
Er war in der verkniffenen Talkrunde der Einzige, der eine echte eigene
Meinung hatte und diese plausibel vertrat.
Das ewige Gemäkel und Gestochere an dem imaginären Deutschen,
der immer Schuld hat, diese nie abtragen kann und am besten in
büsender Haltung durchs Leben gehen sollte, baut nichts auf, ausser Unwillen.
Leute wie Dressler verstehen nur sich selber, respektieren nur ihre
Meinung und ihr Umfeld, politisch korrekt versteht sich.
So läuft die Welt aber heute nicht mehr. Die Reduzierung der
deutschen Geschichte auf die 12 Jahre des 3. Reichs dient zur
Instrumentalisierung der Geschichte, aber nicht zu ihrem Verständnis.
Würde man Dressler glauben, würden alle, sogar unsere
Politiker ständig (aus der Geschichte) lernen, wer soll das glauben ?
Solange Deutsche in "Geschichtssippenhaft" genommen werden,
ist der Umgang mit Geschichte nicht vorurteilsfrei möglich.
Ein grumelicher, alter Mann schreibt mir nicht vor worüber ich zu
lachen habe oder ob ich für Taten meiner Vorfahren in der Schuld stehe.
Ebensowenig lasse ich mir von einer populistischen, skandalorientierten
Redaktion ein schlechtes Gewissen einreden.
Wir sorgen schon dafür das so ein Demagoge nicht mehr kommt.
Dafür braucht es diese lachhafte Diskussion nicht.
Das war Tragische Zeit für Deutschland und für ganze Europa,ist unmöglich lachen.Volgt am erste die Sovietische Diktatur und Heute der USA und Spekulationskapitalvollmacht .
Wenn man bedenkt, daß man kaum die ARD anschalten kann ohne von der ewig gleichen Sippe angeblafft zu werden, die krampfhaft darum bemüht sind so etwas wie eine Debatte zu simulieren, wundert es eigentlich, daß Hitler nicht viel öfter verwurstet wird. Der geht doch immer. An Tagen mit Nachrichtenflaute machen manche Zeitungen auch schon mal mehr Hitler als Tagesgeschehen. Das läßt sich auch so gut auf Halde produzieren...
Hitler, vom Diktator zum Entertainer
Jeder wird aus anderen Gründen lachen. Der Humor eines
Überlebenden der NS-Zeit wird sicherlich aber stark von dem
abweichen, was ich als Hitler-Witz bezeichen würde.
Ich finde die alten Anti-Hitler-Cartoons von Disney/Warner mit Mickey
oder Bugs Bunny nicht witzig - auch Charlie Chaplin oder Helge Schneider
sprechen mich nicht an.
Grundsätzlich sollte man sich aber über alles uns jeden lustig
machen können - aber Menschen können sich nicht darauf
einigen, was witzig sein soll. Humor ist schwer definierbar.
Wieviel tausend € bekommt der WRD vom Eichborn-Verlag?
Selten hat ein Buch derartige Werbung erhalten wie "Er ist wieder da".
Da müssen doch Summen fließen!
Und täglich grüst der NS Geist
ja wieder einmal holt man die alte Nazi Keule raus für die schnelle
Effekt Hascherei, was bei der Titanic klappt scheint bei der ARD um so
besser zu funktionieren.
Da wird ein Buch zerrissen, was die Gäste wohl selber nicht kennen,
aber der Inhalt alleine ist für manche ausreichend um den Teufel in
Führer Gestalt wieder auf die Wand zu malen und jeden Deutschen zu
ermahnen, das man nicht vergessen solle wo der Platz des Deutschen ist.
So propagierte Dreßler mal wieder die kollektive Erbschuld (bei
der einem irgendwie auch immer die Erbfeindschaft ins Gedächtnis
kommt) und dass andere Nationen alles machen dürfen, nur wir
Deutschen nicht.
Also wenn das nicht schon rassistische Untertöne hatte.
Und als junger Deutscher fragt man sich einmal mehr, wofür soll man
sich verantworten? Dass die Vorfahren mal was übles angestellt
haben? Mag sein, nur wieso soll ich dafür vor anderen kriechen?
Die anderen Nationen haben doch auch alle ihre Leichen im Keller, nur
die liegen da schon länger.
.. auch Ausländer und Behinderte haben ein Recht auf Verarschung.
Damit ist das Thema eigentlich erledigt.
Aber schön, dass der ÖR uns mit dieser kulturell wichtigen
Sendung bildet. Wieviel unserer Zwangsgebühren wurden dafür
eigentlich verblasen?
Nein man kann nicht über Hitler lachen man muss.
Hitler kannte kein Humor und er predigte es. Er stelle sich dem
Tierreich gleich (der stärkere soll die Macht haben). Doch keine
Tierart käme auf die Idee z.B. die Hasen alle auszurotten. Aber
Hitler und das ohne Gefühl und Humor. Denn zu dem Humor gehört
Gefühl. Also lasst uns über den lachen der uns beigbrachte wie
es ist nie mehr was zu lachen zu haben.
Etwas thematisch entfremdet...
...diese Parteizuweisung v Humor
Allerdings irritiert mich diese Pauschalisierung schon
Humor in Reihen der CDU?
Dr. A. Merkel...darauf wollten sie sicherl nicht hinaus
Seehofer...derartig miesen humoristischen Geschmack traue ich Ihnen
nicht zu
Merz...leider nicht mehr zugegen
Humor in Reihen der FDP?
Rösler... mit seinen kunstvoll erdachten Anekdoten, rhetorisch
genauso glanz-u wertvoll vorgetragen, wenn auch gänzlich
unterschiedl in den speziellen Defiziten, wie seine Vorsitzende
Brüderle...in seiner jovialen, leicht vino'esken zarten Bierzelt-Art
Ein Lindner da noch am erfrischendsten
Humor in Reihen der Grünen?
Trittin...in-sei-ner- neu-ent-deck-ten-so-fas-zi-nie-rend-be-ton-end-en-Sprach-weise-stets-mit-einem-leicht-süff-isan-ten-Läch-eln-ob-der-ei-gen-en-Humor-ig-keit
Roth und Künast...
Humor in Reihen der SPD?
Gabriel...oh bitte nicht
Steinmeier...wahrlich nicht sein sujet
Steinbrück erfrischend intelligent ironisch, zynisch bisweilen (nur
kann das mitunter nachvollziehen)
Wenn eine Satire gut gemacht ist, lacht man. Komödien können entlarvend sein und sind oft die wirkungsvollste Kritik. Wenn man eine Sendung darüber macht, ob das eigentlich erlaubt ist, zeigt man, was für ein Spießer man ist. Das Staatsfernsehen beweist damit einmal mehr seine Mittelmäßigkeit. Einfach nicht ansehen.
auf was für einem Planeten leben wir eigentlich auf dem Sendungen
wie diese laufen? So eine Sinnfreie Diskussion habe ich schon lange
nicht mehr gesehen nur noch getoppt von der Schweinegrippepanikmache der
Politik und Medien.
Ich lache über was ich will allen voran über die paar
Knallchargen bei Plaßberg. Am besten erkennt man übrigens
Humorgutmenschen an ihrem Lachen über Hitlerwitze. Ist es ein
entrüstetes oder ein herzliches? Fragen sie sich selbst wozu sie gehören.
Deutschland scheint im Augenblick seinen inneren Reichsparteitag zu erleben.
Andreas Platthaus Jahrgang 1966, Redakteur im Feuilleton, zuständig für „Bilder und Zeiten“.
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