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FAZ.NET-Frühkritik: „Absolute Mehrheit“ Wer soll dein Herzblatt sein?

 ·  Stefan Raab hat im deutschen Fernsehen schon mehrere angestaubte Formate aufgemöbelt. Nun soll er das Fernsehduell zur Bundestagswahl moderieren. Worauf hat man sich denn da einzustellen?

Artikel Bilder (1) Lesermeinungen (16)
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Dirk  Lehmann

Die letzten guten Sendungen mit ECHTEN Diskussionen gab es in den 80er Jahren...

Einige kann man zumindest in Bruchstücken auf youtube noch sehen.

Es waren die sogenannten "Elefanten-Runden", in denen die jeweiligen Spitzenpolitiker ALLER Parteien saßen. Und zwar zusammen mit 2 Professionellen POLITIK-Fernsehjournalisten , die nicht " moderierten" , sondern die Diskussion bisweilen knallhart leiteten und nicht Gänseblümchen-Fernsehjournalismus betreiben mussten.
Die Reduzierung der Elefantenrunden mit Repräsentatnten von ALLEN Parteien auf 2 Personen, die Das Kanzleramt anstreben, ist skandalös.
Denn sie schliesst wesentliche Alternative Parteien komplett aus.
Es werden aber PARTEIEN mit der Zweitstimme gewählt - aus guten, historisch bestens bekannten Gründen eben NICHT Personen.
Wir müssen dringend wieder zurück - weg vom inszenierten Schmierentheater und zurück zu harten Diskussionen. Nie war das wichtiger als momentan !

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thomas pritzl
thomas pritzl (gaitox) - 20.02.2013 22:03 Uhr

Einfach nur schlechter Geschmack

Wer als Ausländer dieses Land betrachtet, das sich mit Phrasen wie "Land der Ideen" zu verkaufen sucht, kann nicht mehr begreifen, an welchem Tiefpunkt diese Republik angekommen ist. Ein Volk von Oportunisten, Mittelmaß und bis hinauf in die Politikkaste korruptem Verhaltens. Dieses Land hat nicht anderes verdient wie ein Mitkommentator feststellt, als Polit-Zirkus und Pseudo-Demokratie. Schade, dass diese Situationsbeschreibung den Horizont der Bürger dieses Landes, die sich selbst meist für ausgesprochen gebildet halten, bei weitem übersteigt. Schlechter Geschmack hat ein Markenzeichen: Made in Germany.

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Markus Teuber

Einen Batzen Kohle

Und was machen die jeweiligen Politker mit dem vielen Geld ,das sie gewinnen ? Das eigene Girokonto ausgleichen ?!

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Max Schmid
Max Schmid (CH-Gast) - 18.02.2013 14:43 Uhr

Zirkus-Demokratie

Schrecklich, statt Auseinandersetzungen mit dringenden Sachthemen zu behandeln (€-Desaster, Verschuldung, Enteignung durch Retttungsschirme / EZB-Notenpresse...), betrachten die deutschen Parteien, ihre Protagonisten und die Medien (wie hier im Beitrag) die Bürger als Zuschauer in einem Zirkus. Die Zuschauer lassen es bereitwillig mit sich machen, applaudieren den Clowns, der Zirkusdirektorin und fragen sich nicht warum sie in diesen Zirkus geraten sind (und dafür sogar bezahlt haben = hohe Steuern/Abgaben). Mit dem Zirkusprogramm sind sie immer zufrieden (es gibt nur ein).
Manchmal werfen die Clowns aus der Manege billige Bonbons den Zuschauern zu. Einige flinke Zuschauer können diese sogar fangen und finden dann den Zirkus toll (analog dem Elterngeld, Solarsubventionenn...).
Brot und Spiele in reinster Form.

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Heiner Siegel

Besser als Plasberg & Co.

Die Sendung war aus meiner Sicht gegeben dem Format gelungen.

Im Vergleich zu anderen Moderatoren lies Raab nicht locker.
Ein prominentes Beispiel wäre gewesen als die Grünen-Politikerin implizierte, dass alle Parteien Chauvinisten hätten.
Zitat Raab: "Und die Grünen?" "Naja.." "Also gibts nun welche? "Also...eigentlich.." "Was nun?" "Nein es gibt keine", mit einem Gesicht, dass Lüge förmlich schreit.

Sollte Raab noch die Eigenarten verlieren niveaulose Witze zu reissen, wäre er viel besser geeignet als jemand der 90 Minuten Sprechblasengemurmel zulässt.

Und die Autowerbung sollte auch nicht sein, jedoch immerhin besser als der Rest der Talksendungen.

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Dirk  Lehmann

Vorschlag für den Titel der Raab-Sendung

Wie wär es mit:

"Deutschland sucht den Populisten-Star"

oder

"Phrasendrescher-Contest"

im Dritten Programm, wo ja auch so abgrundtief niveaulose sendungen wie "Nachmieter gesucht" seit ewig laufen, könnte man noch eine öff-rechtliche Konkurrenzsendung aufmachen:

" Demagogen - verzweifelt gesucht!"

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 18.02.2013 13:27 Uhr
Kai-Uwe Lensky

Die Show "Deutschland sucht den Populisten-Star"...

...läuft ja immer im Abstand von vier Jahren - allerdings mit rückläufiger Quote.

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Dirk  Lehmann

@ Marcus Jauer

DANKE für diesen souverän pointierten Artikel, der vielen - wie auch mir - aus dem herzen spricht !

Allerdings muss ich Sie in einem einzigen Punkt korrigieren:

Soweit ich weiß, werden die Moderatoren zwar von den sendern ausgesucht und vorgeschlagen, benötigen jedoch bereits seit langem dem Placet der Matadoren im TV-Zirkus.

Ebenso werden seit mindestens 20 Jahren von den Wahlkampfteams die Themen, ihre jeweilige Antwortdauer, Regeln für die Gesprächspartner und minutiöse Inszenierung bis hin zur Höhe des (verborgenen) Podests für kleinere Teilnehmer, Seite der Position, Lichtdesign, Farben des Studios und selbstverständlich auch disziplinierende regeln für die Moderatoren vorgegeben.

wer ernsthaft glaubt, bei dem Schmierentheater würden noch ehrliche Überzeugungen oder spontane Dialoge entstehen, dem ist nicht zu helfen.

Siehe Bundestag, bis in die 80er JAhre noch Ort ernsthaften Ringens um politische Argumente und (ja, das gab es mal) PARTEIPROGRAMME.. jetzt wird dort abgenickt

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Christoph Naumann

Hallo Herr Baron!

Sie beschreiben meines Erachtens ein Phänomän an dem unser Land krankelt.
Sie sahen diese Show nicht ( sie war unterhaltsam und entlarvend, nur witziger als das öffentlich-rechtliche Pendant), beurteilen von außen.
Was aber viel wichtiger für mich ist:
Auf der einen Seite behaupten Sie, Sie mögen den Moderator nicht weil er schlechten Stil verfolgt, auf der anderen Seite gefällt Ihnen dieser Artikel obwohl er unterschwellig mit einem sehr ähnlichen Mittel arbeitet: der Abwertung!
Unserem Land mangelt es an Entscheidungswillen und Durchhaltevermögen, das sind Hebel an denen wir ziehen sollten!

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Nadine Hoffmann
Nadine Hoffmann (Raffz) - 18.02.2013 12:04 Uhr

Es lebe der Boulevard... trotz EURO-Krise, EU-Korruption, Artensterben, Ekelfleisch und Kriegen.


Kinder, geht's und gut. Und jetzt bloß nicht über den Tellerrand schauen oder tiefer in die Materie reindenken. Leisten wir uns den Luxus die Bundestagswahl noch beliebiger und klamaukiger zu machen.

Oberflächlichkeit und Niveauverlust sind die neuen Maßstäbe.

Machen wir es typisch deutsch, wenn etwas nicht so passt oder Publikum und Presse zu langweilig ist, dann gestalten wir es ja nicht niveuvoller, sondern verkehren es in's Gegenteil. Da moderiert dann eben der Herr der Wok-WM den politischen Wettstreit um das Kanzleramt. Die Hauptsache wir haben unseren Spaß... here we are now, entertain us.

Damit gewinnen wir keinen Schönheitspreis, wir kurbeln auch nicht die Wettbewerbsfähigkeit an, wir gewinnen auch keine Inhalte oder Sachthemen - das erledigen eh die Medien -, aber wir, Publikum und Presse, kommen auf unsere Kosten.

Jammern über die Realität können wir dann wieder hinterher, so machen wir es doch immer und es hat uns nie geschadet...

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gerd hodina
gerd hodina (hodger) - 18.02.2013 10:45 Uhr

Wadde hadde dudde da.....

....ob er wohl diese Politiker-Fragen beantwortet bekommt?

..."hadder denn da wat, un wenn ja, wat hadder da
hadder da watt glatt, oder hadder da wat haar da
hadder da wat, wat sonst keiner hat
oder hadder dat auf dat, dat wadder da hat"

auf ein anderes Niveau wird es (auch) dieses Format leider nicht schaffen.

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Reinhold Lakotta

Die Sendung...

...hatte doch einen sehr lehrreichen Aha-Effekt. Nämlich den, wie man es nicht machen sollte. Beim Begrüßen der schon anwesenden Damen mit Handschlag sollte man die andere Hand nicht in der Hosentasche lassen, Herr Olli Schulz. Der Rest der Sendung war uninteressant.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 18.02.2013 13:25 Uhr
Kai-Uwe Lensky

Gutes Benehmen...

...ist veraltet, konservativ und rückwärtsgewandt.
Wäre dem nicht so, hielte man auch die Regel ein, den Gesprächspartner ausreden zu lassen.

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Julius Calvelage
Julius Calvelage (julca) - 18.02.2013 10:09 Uhr

Absolute Satire

Ich finde die Sendung großartig. Schon allein die Zusammensetzung ist genial: 4 telegene, jugendliche Phrasenmaschinen werfen mit Parolen um sich, die natürlich nie die Komplexität der Sache erfassen, aber beim Wählerplebs gut ankommen. Populismus ist also nicht nur erlaubt, sondern ausdrücklich erwünscht. Um das ganze auf die Spitze zu treiben, gibt es ein Preisgeld, das am Ende -natürlich- die hübscheste Kandidatin mit nach Hause nimmt. Politische Diskussion als oberflächlich-debiler Wettlauf. Eben genau wie bei WillPlasbergJauchMaischbergerIllner, nur eben ganz unverblümt durch Werbung und Productplacement finanziert. Besonders gut gefallen hat mir die Einladung von Olli Schulz als Betroffenen, Wutbürger und "Quotenmann" (umgekehrt wird in ARD und ZDF gerne, sofern es keine geeignete Expertin gibt, einfach trotzdem eine Frau eingeladen, um nicht in "patriarchale Muster" bzw. die Steinzeit zurück zu fallen) in einer Person. Weiter so.

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Thomas Lindenmeyer

Das Deppenfernsehen auf dem Vormarsch

Über Stefan Raab muss man nicht viel sagen, verkörpert er doch das Deppenfernsehen, in dem es hauptsächlich um seichte Gags und Quote geht. Sollte er aber tatsächlich das sog. Fernsehduell Merkel-Steinbrück moderieren, dann kann man auch Dolly Buster zur Regierungssprecherin machen. Ist doch lustig ....

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 18.02.2013 09:43 Uhr
Bar Is Gk
Bar Is Gk (BarisGK) - 18.02.2013 09:43 Uhr

Genau das ist der Grund,

wieso Politikverdrossenheit vorhanden ist. Man mag über Raab halten, was man will. Aber wirklich verstehen tun ihn die wenigsten Zuschauer und lachen lieber über den vordergründigen Witz.

Das interessante ist doch, dass er unsere Politiker so sehr entlarvt mit dieser Sendung. Keine Redefertigkeit, keine Inhalte, nur vorgedrucktes Blablabla.

Steinbrück hätte mir echt imponiert, hätte er sich dem Kanzlerduell mit Raab entzogen. Vielleicht wäre es unklug, aber es wäre mal eine Meinung gegen die mediale Omnipräsenz. Da wird übersehen, dass mit Raab als Moderator möglicherweise beie Kanzlerkandidaten verlieren.

Ein Blick über den Teich hilft enorm. Sowohl Obama als auch Romney sind begnadete Redner und der Wahlkampf ist "ehrlicher", da er schmutziger ist und den "wahren" Charakter der Aspiranten offenbart. Er ist natürlich millionenschwer, aber dafür gibt es dort keine staatliche Parteienfinanzierung. Muss man es so machen? Nein, aber ein bißchen mehr Rückgrat darf es sein.

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18.02.2013, 08:51 Uhr

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