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FAZ.NET-Fernsehkritik: Leiharbeiter bei Amazon Made in China

 ·  Die ARD hat eine berührende Reportage über die Leiharbeiter beim Internetriesen Amazon gezeigt. Das Geschäftsmodell beruht auf Einschüchterung und Misstrauen.

Artikel Bilder (2) Lesermeinungen (176)
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herbertt leonhardt

Die abgesicherten Arbeitsverhältnisse bei ARD und ZDF

Dieser Text ist doch Blödsiinn. wir sollte froh sein das es in die Öffentlichkeit kommt. Wie ich die Deutschen kenne wird es wieder ein Sturm im Wasserglas bleiben kurzer Aufschrei das wars.
Sind die Arbeitsverhältnisse bei ARD und ZDF abgesichert? Woher wissen Sie das. Ich weiß das bei den Fernsehanstalten des öffentlich rechtlichen viele Mitarbeiter freischaffend sind. Auch wird bei denen viel ausgelagert. Das zu den sicheren Arbeitsverhältnissen!

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 17.02.2013 14:32 Uhr
Svenja Sirisee
Svenja Sirisee (Sirisee) - 17.02.2013 14:32 Uhr

... da kann man sich drüber informieren ...

... auf der Seite des NDR sind z. B. sogar die - großzügigen - Tarifverträge veröffentlicht.

Und das Argument ist ja ohnehin ein anderes: Da kritisieren Leute aus einer staatlich subventionierten und parteinahen, zudem ideologisch links ausgerichteten Quasi-Beamten-Gender-Szene, die sich wenig um Kundenzufriedenheit kümmern muss, einen Konzern, der trotz Buchpreisbindung einen guten Service organisiert und sicherstellt.

Ich habe gerade wieder etwas bestellt und durch eine Schlamperei bei DHL ist das nicht angekommen. Amazon reagiert auf die Beschwerdemail schon nach einem Tag. Bei DHL kriegt man mittlerweile nach 1 Woche eine Reaktion.

Im Fall von Amazon hat eine nette "Roxana - A." geantwortet, bei der eine flüchtige Google-Recherche ergab, dass sie wohl aus Rumänien stammt und Anfang 20 ist. So what? Ist doch gut, dass der Konzern auch Arbeitsplätze für engagierte Zuwanderer schafft und nicht nur, wie bei ARD/ZDF, eine Versorgungsanstalt für Parteifreunde und deren Clique ist..

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Svenja Sirisee
Svenja Sirisee (Sirisee) - 15.02.2013 22:10 Uhr

Die abgesicherten Arbeitsverhältnisse bei ARD und ZDF

... sind dagegen natürlich das Paradies und das normale Arbeitsleben ein Skandal. Kein 14. Monatsgehalt, keine faktische Unkündbarkeit, kein Fünftel der Belegschaft faktisch für irgendwas freigestellt (Fortbildung, Überstundenabbau, Betriebsrat, Personalrat), immer Leistung erbringen müssen. Moderne Sklaverei halt ...

Und da kauft so ein ARD-Reporter dann sein günstiges Obst und freut sich wie selbstverständlich und schneidet dazu dann so ein Zeugs zusammen.

Als ob die Qualität der Leistung von Amazon daran hängt, dass man einen Arbeitsvertrag mit Amazon direkt hat und nicht mit einem Subunternehmer. Und als ob das frische Obst liebevoll von einem deutschen Akademiker mit NRW-Abitur gepflückt, abgetupft und ökologisch eingetütet worden wäre.

Man kann Amazon nur danken, dass die trotz der Gebührenritter von ARD und ZDF hier investieren. Nur weil man selbst dank Zwangsgebühr genug Kohle hat und andauernd Showstars zeigt, meint man der Rest, der Welt sei ein Fernsehstudio...

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cristoph seibig

sieht doch schön aus da im angeblichen Arbeitscamp auf 75-110 qm , oder?

da wäre ich auch gern mal eingepfercht ;) für kostenlos versteht sich.
Dort machen deutsche Urlaub für viel Geld !!!!

Also liebe Leute hier...immer selbst ein Bild machen und das denken nicht anderen überlassen!!!
Viele der Gastarbeiter wohnen zu Hause bestimmt schlechter(Woohnstandart).
Und die meisten spanischen Hotels sind sicher schmutziger als diese deutsche Anlage.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 15.02.2013 17:04 Uhr
cristoph seibig

fehler

Wohnstandard sollte es heißen

übrigens stehen die Anzahlen pro Haus daneben(deutscher Urlauberstandard?)

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Gev Wels
Gev Wels (gwels) - 15.02.2013 14:26 Uhr

Moderne Sklaverei

Zeitarbeit im Niedriglohnsektor ist moderne Sklaverei und dem Ganzen gehört ein Riegel vorgeschoben. Ich freue mich sehr über die Reportage, bin aber skeptisch, ob sich da was ändern wird.

Natürlich ist das nicht nur Amazon, sondern bei sehr vielen Unternehmen Gang & Gäbe. Tatsächlich müssten auch eher die zwischengeschalteten, asozialen Leiharbeitsfirmen angegangen werden, damit solche Praktiken gar nicht mehr möglich. Letzendlich unterstützt aber Amazon/etc diese Praktiken aber und bedient sich dieser, so dass auch sie die zu verantworten haben.

Es ist also völlig i.O. sich ein prominentes Beispiel mit Amazon rauszupicken, um auf das allgemeine Problem der Leiharbeit im Niedriglohnsektor hinzuweisen, dass dringend angegangen werden muss! Verrennt euch nicht in Details gegen eine Firma oder deren Sicherheitsdienst, sondern macht was gegen das große Problem, ihr Politiker!

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Volker Kraft

Kommentare hier im Forum

Was mich wundert, ist, wieviele Kommentare und Empfehlungen hier abgegeben werden von Leuten, die Geschäftspraktiken wie die von Amazon scheinbar inzwischen für völlig hinnehmbar halten oder solche Vorkommen sogar schlicht leugnen.
Jeder Arbeitnehmer und jeder Verbraucher trifft doch beinahe täglich auf irgendwelche Gaunereien nicht nur irgendwelcher Klitschen, sondern renommiertester Konzerne. Es wird getrickst auf Deubel komm raus, und selbst offene Rechtsbrüche (z.B. Probearbeiten ohne Bezahlung) sind an der Tagesordnung. Was hört man eigentlich aus der Opposition zu dieser skandalösen Entwicklung?

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 15.02.2013 17:09 Uhr
cristoph seibig

Bezahlung

Probearbeiten ohne Bezahlung ist häufig bei Arbeitslosen Normalität , da sie ja ihre Bezahlung bereits von der ARGE erhalten.
Wenn es länger als einen tag dauert ist das natürlich nicht i.O .

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Peter Gorski

Melkkühe auf dem Hamsterrad und neoliberaler Zynismus!

Amazon hält sich an die *herrschenden* Rahmenbedingungen, wie viele andere Unternehmen auch,
und freut sich über freundliche Bedingungen viel Geld auf dem Rücken anderer zu verdienen.
Das ist doch menschlich, das kann man ihnen nicht übelnehmen, oder doch?
Vielleicht ist so eine anrührende Dokumentation genau die Art Initialzündung, die unser Volk braucht um zu verstehen, was man eigentlich schon längst weiß?
Wir werden Dementis hören und man wird die Vorgänge genau untersuchen, Frau Merkel wird mahnende Worte an die Unternehmer richten und das *billig* Volk wird mit Lasgne für 1.69€ incl. Pferdefleisch und KIK Klamotten an denen Blut und Schweiss asiatische Kinder klebt versorgt!
Wollen wir wirklich so weiterleben?
Und uns über unsere verunsicherten Kinder der *maybe* Generation wundern?
Den Untergang der Familien beweinen?
Weiter brav Lohndumping subventionieren, damit globale Unternehmen Milliarden verdienen können?
Und weiter *alternativlos* Merkel wählen?

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 15.02.2013 13:06 Uhr
Volker Kraft

Herr Gorski

Ausgezeichnet! So ist es.

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Antje Süß-Burgemeister

Wir bestimmen selbst und nicht die Politik

Jeder kann frei entscheiden ob er bei Amazon und Co im Internet kauft oder aber beim freundlichen Buchhändler, der einen schon beim Namen kennt.

Wir selbst entscheiden damit wen wir unterstützten. Wenn wir lebendige Innenstädte mit guten Angeboten und Einzelhändlern möchten, dürfen wir eben nicht im Versandhandel bestellen.

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Matthias Lier

Diese "Versklavung" ist von der Wirtschaft erwünscht - und von der Politik erfüllt worden: EU & Co

Die gesamte Versklavung von Arbeitnehmern (China, Osteuropa, die sog. EU) mit ihren sog. Freihandelsabkommen, etc. ist nicht von Gott auf die Erde geworfen, sondern von der Politik so gestaltet worden.

Die Politiker wissen sogar was sie tun, denn nach Vollendung jener Tätigkeit lassen sie sich bis zur Bahre vom steuerpflichten Arbeitnehmer mit Kost und Logis aushalten - sie ahnen selber, dass sie in ihrer selber entwickelten Gesellschaftsform keinen müden Euro mehr mit eigenen Händen erwirtschaften würden/könnten.

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cristoph seibig

Amazon hat sich nichts zu Schulden kommen lassen

Der Leiharbeiter zahlt nicht drauf sondern er bekommt Lohn!
Bei Amazon sogar über Tarif und über dem Mindestlohn.
Amazon zahlt dafür mindestens 30% mehr an die Zeitarbeitsfirmene als der Arbeitnehmer erhält
zzgl kostenfreier Übernachtung und 2 Mahlzeiten am Tag.
Ein Leiharbeiter ist also für Amazon nicht günstiger als ein fest Angestellter.
Im Gegenteil: Die Kosten für Unterbringung Verpflegung und Transport kommen noch dazu!
Wie sonst sollen ausländische Zeitrarbeiter auch untergebracht werden?
Dafür sind nun mal nur die Hotels und Ferienanlagen in der Nähe der Amazon Standorte geeignet.
Der Vorteil für Amazon ergibt sich lediglich aus der schnellen Rekrutierung und dem vereinfachten Handling der Arbeitsunterlagen sowie Anmeldeprozeduren.
Die Alternative wäre, das Amazon ins Ausland geht und die Leute dort für weniger Geld arbeiten.

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Antworten (3) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 15.02.2013 09:56 Uhr
Alexander Heim
Alexander Heim (Skylark) - 15.02.2013 09:56 Uhr

In weniger als 48 Std. kommt das Paket aus China

am Flughafen an....aber: Der Transport ist deutlich teurer und obendrein kommen noch - falls der Zoll merkt, dass der deklarierte Warenwert auf der Begleitrechnung nicht annähernd dem Handelswert entspricht - nochmal 19% EUSt. und eventuell Zoll.
Nein, die Gefahr, dass amazon alles zukünftig aus Indien oder China versendet, ist ziemlich überschaubar.
Eher würde es sich vielleicht ein kleines bisschen lohnen, das Distributionszentrum in irgendein üppig subventioniertes osteuropäisches EU-Zonenrandgebiet zu verlegen, dort die Arbeitssklaven in Gulags zu halten und die gestiegenen Transportkosten nach Westeuropa so zu kompensieren.

Aber: Lassen Sie sich nicht täuschen, dieser Markt in Deutschland mit seinen 80 Millionen Konsumenten ist viel zu groß, als dass sämtliche Produktion und Dienstleistung einen Bogen drumrum machen könnte, um noch ein paar cent zu sparen.

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cristoph seibig

@Peter Roth

ganz einfach..weil Amazon die Pakete nicht transportiert sondern nur zusammenstellt.
Außerdem geht es doch darum das die ausländischen Mitarbeiter ja irgendwo untergebracht werden müssen wenn sie nach Deutschland kommen um für Amazon zu arbeiten.
Amazon kann schlecht zu seinen ausländischen Zeitarbeitern kommen.

Die Transportwege sind heute nicht mehr das Problem.
Ein Paket aus China erhält man mit Luftfracht innerhalb von 48 Stunden.
Sobald der Markt in Osteuropa groß genug ist wird Amazon auch dort Logistikzentren eröffnen.
Dann wird man Stück für Stück weniger hier verpacken wenn es zu kostspielig wird.

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Peter Roth
Peter Roth (proth1) - 14.02.2013 19:12 Uhr

@ Amazon

Wie könnte den Amazon ins Ausland gehen, wenn in Deutschland Pakete ausgeliefert werden müssen ? Amazon baut nicht aus Solidarität zum Absatzmarkt Logistikzentren auf, sondern aus schlichter Notwendigkeit.

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lieschen müller

...und sie sind nicht alleine

zalando, redcoon, zimbo, mediamarkt, bürgel...ob deutscher oder ausländer, erpressbar mit arbeit - gewinnmehrend durch unterbezahlung und kostenfreie überstunden, schon ärgerlich, wenn man am ende der nahrungskette steht

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Andreas Müller

Die Frage, die ich mir stelle ...

Ist es denn bei den anderen Konzernen besser?

Amazon meiden, mehr Geld bezahlen und damit dem nächsten Unterdrücker mehr Geld in den Rachen schieben? Das bringt doch nicht viel.

Hier muss die EU-Politik gegensteuern. Aber gerade die profitiert ja von diesem System. Der Wanderarbeiter aus Italien verdient in Deutschland mehr als zu Hause und die Bedingungen sind ihm auch bekannt. Gleichzeitig verdrängt er die Deutschen, die sich solche Bedingungen häufig nicht gefallen lassen, vom Arbeitsmarkt.

Das ist also die EU - vielen Dank. Ich bin ja für Förderung der Wirtschaft, aber nicht so und vor allem nicht so, dass es Deutschland gar nichts bringt.

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Antworten (5) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 15.02.2013 11:53 Uhr
Closed via SSO

Naiv UND Dumm!


"Die von dem System ausgestossenen Menschen darf dann der deutsche Staat dann auffangen."
Das System IST der Deutsche Staat und nicht Amazon. Das politische System Deutschlands hat die Ausbeutung und Versklavung von Millionen Menschen erst möglich gemacht.
Und es wird erbarmungslos ausgenützt! Von einer Industrie, die alle Nase lang neue Erfolgsberichte über Steigerung Ihrer Gewinne heraus trötet.
Amazon gehört noch zu den Besten der Großbetriebe bzw. Unternehmen, die tatsächlich etwas auch für ihre Leih- und Zeitarbeiter tun und sie nicht unanständig behandelt, so wie das etwa in der Autoindustrie passiert.
Hinzu kommt, daß Amazon noch den Begriff "Kundendienst" als Dienst am Kunden begreift, was man von "Ich bin doch nicht blöd" Unternehmen wirklich nicht sagen kann.

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Christine Kirchhoff

Die Frage ist: Was wollen wir?

Wollen wir ausgestorbene Innenstädte und Stadtteile, ohne Geschäfte? Dann weiter munter im Versandhandel kaufen. Wollen wir lebenswerte Innenstädte und Stadtteile erhalten, in denen auch ältere Menschen eine fussläufige Versorgung finden, dann müssen wir die lokalen Anbieter stützen. Das hat auch den Vorteil, dass der Verkäufer, dem ich in die Augen schauen kann, sich mehr um Seriosität bemüht als der anonyme Versandhändler. Der noch dazu kaum Steuern in Deutschland zahlt: Ich habe mein amazon-Kundenkonto gelöscht.

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Daniel Gebauer

Die Frage ist falsch gestellt:

Niemand muss bei Amazon oder anderen Konzernen irgendetwas bestellen. Bücher gibt es im Buchhandel vor Ort und den anderen Mist in Fachgeschäften oder man kauft ihn erst garnicht.

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Gerd Müller

Naiv oder nur dumm?

Zitat: "Amazon meiden, mehr Geld bezahlen und damit dem nächsten Unterdrücker mehr Geld in den Rachen schieben? Das bringt doch nicht viel."

Mit jedem Auftrag den Sie bei Amazon platzieren fördern Sie das System. Was soll das Gejammere "Das bringt doch nicht viel". Das ist nichts anderes als eine dumme Entschuldigung für die Förderung des Systems Amazon!
Die von dem System ausgestossenen Menschen darf dann der deutsche Staat dann auffangen.

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Karin Gossmann-Walter

Der Wanderarbeiter aus Italien

aus Spanien, kennt die Bedingungen die in Deutschland herrschen oft nicht, und dass diese dann mit Billiglöhnen mehr als Zuhause verdienen ist wohl ein Gerücht.

Die Wanderarbeiter aus Rumanien, Bulgarien kommen nach Italien, die Italien wandern nach dem Norden....tolle europäische Welt

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IAN LANCASTER

MADE IN CHINA >>>>>>>>>>> AMAZON

Selbst wenn ein Teil dieses Berichtes vielleicht überzeichnet ist, so ist doch die Frage zu stellen, könnte sich das ein "kleiner Mittelständler" leisten, was hier abgeht? Die Gewerkschaften wie auch die Politiker sind hier gefordert und dafür zu sorgen, dass diese Mißstände umgehend abgebaut werden. Aber diese Gewerkschaftsbonzen wie auch die Politiker rührt das nicht!!!
Hat man Angst vor den "Amis"? Auch für diese "Gangster" gilt deutsches/europ. Recht!

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Mirko Hammermann
Mirko Hammermann (mihawt) - 14.02.2013 17:26 Uhr

ich bin echt enttäuscht von Amazon!

Ich bin sicherlich gern ein Käufer von Amazonprodukten, nur der gestrige ARD Bericht war erschütternd. Saisonarbeiter beschafft man sich vom Ausland, da die hiesigen nicht mehr unter diesen Bedingungen arbeiten möchten(ist auch kein Wunder). Wenn man schon nicht das gelbe vom Ei bezahlt, soll man doch zumindest angenehme Arbeitsbedingungen für die Mitarbeiter schaffen. Die H.E.S.S. Security ist der Hammer. Die Saisonarbeiter haben nicht mal in Ihrer Freizeit vor denen Ruhe, wühlen einfach in deren privaten Sachen in den angemieteten Bungalows herum ohne jegliche Zustimmung und bedrohen diese dann noch wenn Sie nicht das machen was man Ihnen sage. Den gesamten Tagesablauf eines Saisonarbeiters kann man sorry wenn ich das sage schon fast mit einem Zwangsarbeiter im 3. Reich vergleichen. Es gibt nur minimale Unterschiede.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 14.02.2013 17:45 Uhr
Thomas Junggeburt

Ihre Enttäuschung in allen Ehren,

und eigentlich stimme ich Ihnen weitgehend zu.

Ihre Kenntnisse der Zwangsarbeit im 3. Reich sind aber mangelhaft.

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Thomas Mirbach
Thomas Mirbach (lurkius) - 14.02.2013 17:11 Uhr

Ich hatte mal zur Not einen Job als Einkaufscentermanager...

...nachdem ich arbeitslos wurde, mit den üblichen Verdächtigen als Mieter, die in fast allen Konsumtempeln zu finden sind. Da sind mir die Schuppen von den Augen gefallen! Im Bereich der Haustechnik/meisterei, des Reinigungspersonals und bei den Angestellten der beiden Hauptmieter herrschten Verhältnisse, die ich im 19. Jahrhundert vermutet hätte! Es waren nicht nur die Bedingungen der Arbeit die mich schockierten, sondern die Mentalität der Firmen. Eine aggressive Kultur des Misstrauens, Kontrolle, der Übervorteilung und Bevormundung dieser armen Schweine! Unvergessen die Einstellung einer Toilettenaufsicht: Der Betreiber wollte hierfür keinen Cent zahlen. Die Dame aus Ghana machte es für Lau und "lebte" ausschliesslich vom Trinkgeld der Kunden. Ca. 50 Euro p. Tag. Der Tag wohlgemerkt von 08:00 - 20:00h. Davon zahlte sie auch die Putzmittel! Widerlich diese "Geiz ist geil" Kultur! Aber ich bin halt nur vehätscheltes Produkt des mitteleuropäischen Bildungsbürgertums.

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Nadie Nessuno

Bitte ordentlich recherchieren statt düster daherzuraunen

„Berührend“, „atmosphärisch dicht“, „guter Journalismus“ , „Einschüchterung“, „Misstrauen“, „Ausgeliefert!“, „Chinesische Verhältnisse“.
Herr Lübberding hat grosse Worte für uns aufgeschrieben. Tatsachen, die seine bedeutungsschweren Beurteilungen rechtfertigen, bleiben uns jedoch verborgen.
Nüchterne Zusammenfassung: Zwei Leute bekommen zwangseingetriebenes GEZ-Geld für einen aufwendigen Bericht über Silvinas Eindrücke und Gefühle. Beim Filmen erfahren sie von Leuten, die Rechtsradikale mögen. Silvinas Arbeitgeber kennt die deutsche Arbeitsgesetzgebung: entweder unbefristete Luxusverträge für Arbeitsplatzbesitzer oder befristete Knechtschaft. Jetzt gruseln sich Arbeitsplatzbesitzer und Betriebsratsprivilegierte über Herrn Lübberdings atmosphärisch dicht munkelnden Text.
Wurde Silvinas Vertrag nicht eingehalten? Wie hat man sie eingeschüchert ausser mit der Hausordnung? Bitte recherchieren statt düster daherzuraunen. Am Reichstag wurden 10 Mark/h bezahlt. Besser als in der Ukraine!

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Antworten (3) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 15.02.2013 00:47 Uhr
frank schuller
frank schuller (SlapIt) - 15.02.2013 00:47 Uhr

Weder "nüchtern" noch eine Zusammenfassung...


Hier das öffensichtlichste Beispiel gegen genannte "Nüchternheit":

"Zwei Leute bekommen zwangseingetriebenes GEZ-Geld für einen aufwendigen Bericht über Silvinas Eindrücke und Gefühle" (Nadie Nessuno) nüchtern? nein!

Und was bitte ist die "Hausordnung"?

"Wie hat man sie eingeschüchert ausser mit der Hausordnung?" (Nadie Nessuno)

Zudem: Reicht es denn nicht, wenn das, was du in meinen Augen als "Hausordnung" bezeichnest, eigentlich systematische Überwachung und Kontrolle (=Einschüchterung) von (evtl.) rechtsradikalem Securitypersonal heißt? Oder wieso schreibst du "... ausser mit der Hausordnung" ?

Ich will mich auch nicht weiter über solche Lapalien (die leider deinen ganzen Kommentar ausmachen) auslassen, denn diese (dieser) lenken nur von der offensichtlichen Problematik ab, die jene ARD-Reportage versucht hat zu beleuchten - Stichwort: unvertretbare Arbeits- bzw. "Freizeitzustände" der Leiharbeiter.
Über Feinheiten einer Doku kann man sich übrigens immer streiten...

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Volker Kraft

Amazon ist doch nur ein Beispiel

für inzwischen massenweise verbreitetes skrupelloses Verhalten aller möglichen Firmen. Der Betrug nicht nur von Mitarbeitern, sondern auch von Kunden ist heute vollkommen normal. Die ganze Zeitarbeit ist ein extrem missbrauchtes Mittel zur ungehemmten Ausbeutung der Menschen. Mittel zur Wiedereingliederung? Lächerlich, wer das noch glaubt oder den Menschen einreden will. Wann wacht die Politik endlich auf, und begreift, daß inzwischen ungehemmter Kapitalismus das Sagen hat? Übrigens: ich habe in den 70-ern BWL studiert, meist schwarz-gelb gewählt und hätte mir eine solche Entwicklung bis vor 10 Jahren im Traum für Deutschland nicht vorstellen können. Ich bin eigentlich fassungslos: Was bleibt eigentlich noch als die Linke? Die letzten beiden Reden von S. Wagenknecht im BT waren die einzige klare Äußerung zu diesem Thema.

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Fritz Garbor

Genau, der Artikel ist reine Mystik.

...

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Kai Schraube

"berührende Reportage" - aber leider auch nicht mehr

Die Preise bei amazon sind nicht anders, als im örtlichen Fachhandel auch. Das gilt gerade für den Buchhandel mit seiner Preisbindung. Wer bei amazon kauft, hat also andere Gründe, z.B.:

Was ich heute bei amazon kaufe, habe ich morgen im Briefkasten - zum Buchhändler muß ich erst gegen Anzahlung bestellen, später abholen - das kostet mich 3 Stunden + Parkgebühren. Was nicht passt, kann ich bei amazon problemlos umtauschen - der örtliche Händler gibt mir allenfalls nach endlosem Lamento einen Gutschein. Erfahrungsberichte von amazon-Kunden schützen mich vor Fehlkäufen - der "Fach-"Händler in der City liest mir als Beratungsleistung die Produktbeschreibung auf dem Karton vor.

Bei amazon muß ich nicht arbeiten. Der örtliche Buchhändler bietet mir allenfalls einen 400-Euro-Job für die Weihnachtszeit an. Ja, ich möchte auch bei ARD und ZDF festangestellt sein und viel Zeit für "berührende" Reportagen haben.

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Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 15.02.2013 19:47 Uhr
Volker Kraft

Herr Schraube,

Ihr Beitrag stößt mich regelrecht ab. Sie reden nur von sich selbst, Ihren Bedürfnissen und machen dabei deutlich, dass die Mitarbeiter solcher Firmen und die in der Reportage dagestellten Umgangsweisen mit Leiharbeitern Ihnen schlicht schnurz sind. "Sie" müssen ja nicht bei Amazon arbeiten, wie Sie auch noch selbstgerecht bekunden. Herzlichen Glückwunsch!
Daß ein solcher absolut ignoranter Beitrag auch noch so viele Empfehlungen bekommt, läßt mich fast verzweifeln. Andererseits, irgendwo her müssen ja die ganzen Stimmen für diese famose Kanzlerin kommen. Eine Kanzlerin, die genau wie Sie, Herr Schraube, von solchen Dingen einfach nichts wissen will. Und damit den deutschen Michel scheinbar fest in der Hand hat.
Es geht zügig bergab, und das mit der besten Regierung aller Zeiten:
Kohl war selbstgerecht und stur. Schöder war eitel und eine Null. Merkel ist nicht eitel, aber die größte Null in der Geschichte der BR Deutschland.

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Christine Kirchhoff

Henne und Ei

Fragen Sie sich doch bitte mal, warum Sie der Kauf beim örtlichen Händler 3 Stunden + Parkgebühren kostet. Weil die kleinen lokalen Buchhandlungen aussterben, auch wegen Anbietern wie amazon !!! Die noch dazu in Deutschland kaum Steuern zahlen Wenn ich ein Buch kaufen möchte, bestelle ich es per email beim lokalen Buchhändler. Meist kann ich es am nächsten Tag abholen. Ich brauche nichts anzuzahlen. Und da, wo ich Zweifel habe, ob das Buch mir gefällt, kann ich sogar eine kostenfreie Ansicht vereinbaren. Und, nebenbei bemerkt, ich gehe zu Fuß hin oder fahre mit dem Rad. Was Ihnen vielleicht nicht möglich ist, weil in Ihrer Wohngegend die lokalen kleinen Buchhändler schon von amazon & Co kaputt gemacht wurden...

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Marcus Fronto

immer derselbe relativierende Reflex: die anderen sind aber auch böse, besonders die Politik!

Es ist nicht gut, die Verhältnisse bei Amazon schön zu reden, indem man auf die Leiharbeit insgesamt oder die bösen Politiker, die einen "flexiblen" Arbeitsmarkt eingerichtet haben, verweist. Amazon ist nicht eine amorphe Masse, die sich in Gesetzeslücken schiebt wie der Kitt in die Mauerfugen, und dessen Verhalten deshalb entschuldigt wäre. Bei Amazon sitzen Menschen im Management, die mit vollem Wissen um die Tragweite ihres Tuns Beschlüsse fassen, und diese Beschlüsse müssen keineswegs den maximalen Profit als einziges Kriterium haben. Das sollte man vor dem Einkauf bei Amazon überlegen. Und im übrigen: man bekommt in einer Buchhandlung jedes Buch.

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Joachim Pelkowski

Widerspruch! (Vollständiger Text)

Schlechte Behandlung von Mitarbeitern bleibt verwerflich. Das verurteile ich grundsätzlich.

Wenn man davon absehen kann (und ich bin sicher, dass die Marktwirtschaft davon abzusehen pflegt), so ist das Geschäftsmodell von Amazon allerdings überzeugend. Ich werde mir nicht die Zeiten zurückwünschen, da man in sehr schlecht sortierten Buchhandlungen vergeblich nach dem passenden wissenschaftlichen Fachbuch gesucht hat. Weder in Tübingen, Heidelberg (ein Professor hat jüngst in der FAZ über verschwundene Buchhandlungen verklärend gejammert), Freiburg, Frankfurt oder Hamburg konnten die (wissenschaftlichen) Buchhandlungen etwa mit den Londoner Buchhandlungen mithalten. Amazon hat diese mangelhafte Versorgung für den Nutzer entscheidend verbessert (dieser kann als zweiter Nutznießer nach Amazon ruhig genannt werden). Die Bücher werden ins Haus geliefert und bei Verlust oder Versehen wird unkompliziert das Geld erstattet. Man hat eine einmalige Gelegenheit, auch in den Büchern zu blättern,

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Antworten (4) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 15.02.2013 01:09 Uhr
frank schuller
frank schuller (SlapIt) - 15.02.2013 01:09 Uhr

Es geht hier doch nicht um ein Geschäftsmodell...

... sondern um die (Arbeits-) Bedingungen die es evoziert - zumindest in diesem Artikel und der darin beschriebenen Reportage.
Wer wird sich denn beschweren, wenn er/sie alles auf einer Seite findet und noch dazu vor die Haustüre geliefert bekommt? Niemand. Andere zahlen dafür aber den Preis, den diese, unsere Bequemlichkeit kostet - sehr vereinfacht, ich weiß. Es geht mir hier aber eher um die Themaverfehlung, die bezüglich dieses Themas heute schon in diversen Foren sehr leichtfertig begangen wurde...

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Joachim Pelkowski

Ich kann noch nicht den Abscheu gegenüber Amazon, den viele an den Tag legen, teilen

Ich kenne andere Portale, bin auch bei einigen Kunde. Nach meiner Erfahrung hat Amazon den Vorteil, dass man überall einkaufen kann (Spanien, USA, England, Frankreich, Italien), ohne jedesmal ein neues Konto zu eröffnen. Bei Verlust oder falscher Ware ist es unkompliziert, den Schaden zu beheben.

Ich nutze diese Gelegenheit, meinen zweimal verstümmelten Text zu ergänzen:

...Man hat eine einmalige Gelegenheit, auch in den Büchern zu blättern, was früher nicht möglich war, wenn das Buch (wie meist) nicht vorrätig war. Die Beschaffung aus dem Ausland war überteuert und zog wochenlanges Warten nach sich. Solche Erfahrungen im Buchhandel waren ärgerlich.

Ich wünsche mir natürlich, dass dieses Modell auch die Mitarbeiter zufriedenstellt. Dann hat es eine glänzende Zukunft!

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Patrick Kempf

Amazon als einziger Online-Buchhändler?

Mag ja sein, daß klassiche Buchhandlungen einen schweren Stand haben. Mag auch sein, daß einige (was es in jeder Branche geben dürfte) den Zug der Zeit verpasst haben. Aber es gibt seit Jahren genug Alternativen um Bücher online zu bestellen - über unzähliche Buchhandlungsseiten oder schlicht über libri.de (jetzt ebook.de, und nein, ich arbeite nicht dort). Aber irgendwie hält sich vielerorts hartnäckig die Ansicht, Bücher gäbe es nur noch im Laden oder bei Amazon. Zeigt, wie geschickt deren Marketing ist - aber immer noch kein Grund, derartige Mißstände (mal vorsichtig ausgedrückt) zu billigen oder weiter mit Käufen zu unterstützen.

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Rolf Huchthausen

Was lieferbar ist, können computergestützte Büchereien auch liefern! Zum gleichen Preis!

Gebrauchte Bücher (kauft man nicht, ich meine, die ohne Ledereinband und Goldprägung) werden über ca. 1.000 getrennte Websides vertrieben.

Der spezifsiche Vorteil von amazon liegt eventuell bei Bücher neben CD's, neben dütt un' datt! Mehr nicht!

Das ist für mich zu wenig, um derartige Zustände zu tolerieren!

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Stephan Maag
Stephan Maag (S.Maag) - 14.02.2013 15:58 Uhr

Scheinheilige Systemkritik?!?

Wer der ARD hier eine scheinheilige Systemkritik unterjubeln möchte, mit der Begründung dass es die Zeitarbeit ja schon lange gibt und wir auch nicht spanischen Gastarbeitern Luxusvillen finanzieren wollen, der möge doch bitte zuerst mal diese besagte Reportage anschauen!!!

Was mich gestern abend wirklich schockiert hat war nicht Leiharbeit als solche. Über die erregt sich mein Gemüt schon lange, da ich noch vor einigen Jahren selbst in diesem System dienen durfte.
Die wirklich üble Sache war dieses Gesamtklima dieses Lagers mit seinen Wachhunden. Was noch gefehlt hatte waren die altbekannten "ARBEIT MACHT FREI" Banner. Ich dachte so etwas hätten wir hinter uns.

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eduard kramer
eduard kramer (illampu) - 14.02.2013 15:55 Uhr

Kalte Wut!

Habe gleich heute morgen mein Konto bei Amazon gekündigt. Wer den ARD-Beitrag nicht gesehen hat, sollte ihn sich unbedingt in der Mediathek ansehen. Amazon, Ebay, Google etc. sind wie Kraken und die gefährlichsten Blutsauger für jedes menschliche Gesellschaftssystem. Sie könnte jedoch nicht existieren, wenn ihnen nicht zu willige Politiker diesen rechtlosen Freiraum schaffen würden. Unser Christlich-Sozialer-Einheitsbrei in Berlin sollte sich nicht wundern, wenn ihnen hoffentlich bald ihre Präpotenz um die Ohren fliegt und sie unter Laternenpfählen und nicht in Gerichtssälen zur Rechenschaft gezogen werden.

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14.02.2013, 06:55 Uhr

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Von Andreas Platthaus

Mit Kafka teilte er die Einfühlung in das Schicksal der Bedrängten. Das Erfolgsrezept seiner Bücher könnte den Titel eines Aufsatzes tragen, den er 1993 veröffentlicht hat. Zum Tod von Gabriel García Márquez. Mehr 3 3