26.06.2012 · Europameister der Herzen oder Europas Schulmeister - was sind wir Deutschen wirklich?“ So fragte Frank Plasberg gestern Abend. Die Antwort: Tiefste Provinz.
Von Frank LübberdingRichtlinien für Lesermeinungen
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"Bekanntlich war der Begriff des Verfassungspatriotismus Dolf
Sternbergers nach 1945 der einzige Patriotismus mit hinreichender
Legitimation gewesen."
Warum "bekanntlich"? Wem bekannt? Eine etwas weitreichende und
auch unbegründete Behauptung wird hier getroffen.
Der "Verfassungspatriotismus" war eine Variante, die in der
Bonner BRD als historisches Windschattengewächs gezogen wurde -
jenseits aller Volksnähe oder -Aktzeptanz. Er ist ein Kunstprodukt
der politisch-medialen Klasse aus dem Elfenbeinturm.
Der normale Bürger stand weiterhin zu Deutschland an sich, auch
wenn der schiere Begriff immer mehr verdrängt wurde. Schon 1954 bei
der WM sah man das...
Also liebe Journalisten, reden Sie mehr mit den Bürgern, sonst
glauben Sie noch, dass was andere Journalisten sagen, sei die
Öffentliche Meinung.
Wer sein Land nicht liebt, der sucht die Liebe anderswo
Was nicht ohne Verwirrungen abgeht.
lamentiert über die schönste nebensache der welt - einfach lächerlich.
Vier Wochen Fussball - EM und man kann sich nicht freuen oder es den anderen gönnen. Man muss es
mies machen und die Nazi - Keule schwingen. Man muss nörgeln und
fragen, was deutsch ist. Man darf sich nicht freuen und gemeinsam ggf.
draußen bei gutem Wetter am Sportwettkampf Spaß haben. Nur
vier Wochen läuft das ganze - alle zwei Jahre.
Entschuldigung, aber ich habe diese Sendung nach etwas mehr als 10
Minuten abgeschaltet, weil es mich wütend gemacht hat.
"... und es mag am deutschen Wesen
...einmal noch die Welt genesen."(Geibel, 1861) Ja, was ist denn dieses "deutsche Wesen?" Im positiven Sinn doch wohl am ehesten Pflichtbewusstsein, Disziplin, Fleiß, Kreativität, Ausdauer u.a. mehr oder minder löbliche Tugenden. Wir haben es Kaiserreich und NS-Zeit zu "verdanken", dass die diabolische Janusköpfigkeit des "deutschen Wesens" (Untertanenmentalität, Kadavergehorsam, Größenwahn, Rassismus etc.) auf blutigste Weise in die Geschichtsbücher gemeißelt wurde. Die Nachkriegsgenerationen hatten physisch viel zu arbeiten und mental viel aufzuarbeiten, wobei wohl die positiven Seiten des "deutschen Wesens" durchaus hilfreich waren. Und so ganz verkehrt können die nicht sein: immerhin ist aus den Trümmern ein demokratischer Staat und die leistungsstärkste Volkswirtschaft Europas und 4.stärkste der Welt geworden. Dafür müssen wir uns keinesfalls schämen und im Büßergewand aus histor. Schuld/aktueller Leistungsstärke die Fahne der europ. Vereinigungsillusion schwenken. Et honi soit...
Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 26.06.2012 19:52 UhrEin Wesen an sich...
Ein deutsches Wesen gibt es nicht und gab es nie. Eine solche Meinung ist so alt wie das Zitat: 150 Jahre.
... wenn ich Herrn Hahne irgendwo sehe, schalte ich sowieso gleich ab.
Gestern auch.
In Plasbergs Patriotismus Tümpel
Wenn Herr Lübberding die sachliche Kritik verläßt und mehrmals in seinem Artikel persönlich wird, hat er sich selbst disqualifiziert. Gegen alles und gegen jeden sein ist zwar auch Streitkultur, aber für eine öffentliche Diskussion bringt Frau Reinke zu wenig. Wir haben doch andere und wichtigere Prboleme als darüer zu diskutieren, ob ein Fan eine Fahne schingen darf. Darf man sich denn in Deutschland nicht mehr freuen. Wie sagte doch Tom Buri auf die Kritik "er sei zu nett": Nett sein sei in Deutschland zum Schipfwort geworden sei. Der Großteil der Bevölkerung ist sich doch einig, dass ein Fußballspiel nicht zur Bühne von Chaoten benutzt werden darf.
Nagel auf dem Kopf getroffen Herr Goetzendorf
Plasbergs Patriotismus-Tümpel läßt sich kaum noch überbieten. Aber die ewig hohlen Sendungen der verschiedenen Talkmaster reihen sich dort ein. Ich wünschte mir gerade jetzt Sendungen, die Inhalt und Anspruch haben. Wir haben doch wahrlich reichlich Diskussionsbedarf.Man kann fast denken, daß es nicht erwünscht ist. Das deutsche Volk ist nicht mehr gefragt, Ich glaube nicht, daß es je eine Volksabstimmung geben wird, leider. Unsere Polotiker wollen mehr Europa, ich wäre nur mit Deutschland und der DM zufrieden. Dieses ganze Gewirr kann nur zu einem schlechten Ende führen.
Es paßt nicht zusammen, was nicht zusammen gehört.
Der Fan darf und soll sich auch als solcher outen. Nicht nur im
Fußball. Was hat das mit Deutschland, Patriotismus, Nationalismus
oder Politik zu tun, außer daß sich entsprechende
TrittbrettfahrerInnen nur allzu gern mit fremden Federn schmücken?
Und die Ismen? Wer wollte sie ernsthaft leugnen? Aber, sind die auf
Deutschland beschränkt? Nun ja, außer Zeit- und
Geldverschwendung wurde bei Plasberg wieder einmal nichts geboten.
Eine ernsthafte Auseinandersetzung mit den Ismen war wohl nicht geplant
und es macht auch wenig Sinn, dies nachträglich
hineininterpretieren zu wollen. Auch das wäre die pure Zeitverschwendung.
Eines aber macht die Thematik deutlich, wir, die Menschheit, sind dem
Zustand vernunftbegabter Wesen noch keinen Millimeter
nähergekommen. Und woran die wahren Schulmeister schon seit
Jahrtausenden scheitern, dürfen wir von Plasberg und Co. nun
wirklich nicht erwarten. Das wäre wirklich viel zu viel verlangt.
"Begeisterte Europäerin" - selbst entlarvend
Auf das eigene Land, die eigene Familie, die eigene Kultur kann man stolz sein - als Ausdruck positiver Identifikation. Dagegen kann man kaum stolzer Europäer sein und ebenso schwer begeisterter Deutscher. Deutsch sein ist für einen Deutschen einfach zu selbstverständlich, dem Europäischsein fehlt es an Inhalten. Was gehört denn zu dazu, die EU, Russland?, Türkei? Wo ist das Verbindende? Fühlen wir uns nicht US-Amerikanern, Kanadiern, Australiern, vielleicht sogar Chilenen wesentlich näher als Griechen oder Kosovo-Albanern? Eine europäische Identität wäre erst zu schaffen, aber darauf verwendet niemand Mühe.
Antworten (3) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 27.06.2012 10:24 UhrHerr Grünbaum
Ihre Einstellung sei Ihnen unbenommen, ist aber nicht die meine .
Ebenso sind sie nicht EINZIGARTIG, da mit einer Nichtdeutschen
verheiratet. Ich dito.
Wie weit haben Sie denn aus IHREM Dorf herausgefunden...leben im Ausland?
Ich bezweifele dies, denn NIRGENDWO auf diesem Globus werden Sie
Jemanden finden, der
im Ausland auf seine Herkunft angesprochen, wie von Ihnen reklamiert,
EUROPA oder EUROPÄER angeben wird.
Ich gebe Deutscher an, meine Frau Britin, ein Teil meiner nahen
Verwandten Franzose, Belgier, Luxemburger. Ja, ich stamme aus dem
Dreiländereck Eifel und lebte lange Jahre im (auch
nichteuropäischen) Ausland
Deutsch sein ist für einen Deutschen einfach zu selbstverständlich
Da sollten sie aber mal einen Blick über den Tellerrand und in die
Geschichte werfen! Die Grande Nation z.B. besteht überwiegend aus
nationalstolzen Franzosen, deren Politiker aus Angst vor der deutschen
Wirtschaftshegemonie nach der Wiedervereinigung Kohl dazu getrieben
haben, wider besseres Wissen einer gemeinsamen Währung zuzustimmen,
bevor der Boden - sprich: politische Vereinigung - dazu aufbereitet war.
Was wir hatten/haben sind Europa-Politiker, die wir nicht kennen, nicht
gewählt haben und Organisationsinstrumente, die eine
EU-Gurkenvorschrift erfinden -und ähnliche Schildbürgerstreiche.
Dennoch haben Europäer und ihre transatlantischen Abkömmlinge
etwas extrem Verbindendes: nämlich eine gemeinsam erworbene
Geisteshaltung, die sich als Leid- und Leitfaden durch unsere Geschichte
zieht. Das Abendland hat zwar keine eigene Religion hervorgebracht, aber
die Staatsform der Demokratie mit allen daraus resultierenden Werten!!
Unfug
Sprechen Sie doch bitte nur für sich selbst.
Ich bin Deutscher, lebe ausserhalb Deutschlands, bin mit einer
nicht-Deutschen verheiratet, und erziehe mein Kind in 3 Sprachen. Ich
bin zuerst Europäer, dann Deutscher. Ich wähle in Deutschland
und in Europa, aber nicht in meinem Gastland.
Es gibt sehr wohl eine europäische Identität, wenn man sie
denn haben möchte. Wer aus seinem Dorf nie heraus gefunden hat,
kann nicht der Massstab sein. Diese Debatte haben wir im übrigen
auch in Deutschland, z.B. bei der Frage, wer eigentlich Berliner oder
Münchner ist.
Ich wollte die Sendung eigentlich nicht anschauen, da ich es mir genauso
vorgestellt hatte wie der Amerikaner das beschrieben hat: Ein deutsches
Problem, was man in keinem anderen Land der Welt versteht oder gar macht.
Aber ich dachte ich schau mir mal an was die Grüne Frau zu sagen
hat mit ihrer gewagten Forderung.
Sie war an Naivität und Dummheit nicht zu überbieten. Genau an
der Stelle - wie im Artikel erwähnt- wo sie dann gefragt wird,
warum die Grünen ihre Umweltideen unbedingt in alle
Herrenländer exportieren wollen, hab ich mir gedacht, es ist
gekommen wie geahnt: sie verstrickt sich in unlogische, sich gegenseitig
aufhebende Aurgemente etc.
Man hat darüber diskutiert ob man jemandem als deutscher sagen
kann, dass er was falsch macht. Wie absurd ist das? Man diskutiert auch
nicht darüber ober der Polizist dem Autofahrer sagen darf "Sie
sind zu schnell gefahren und müssen jetzt eine Strafe zahlen."
Der Sportreporter war auch fehl am Platz. Er hat eig nur den
Eventpatriotism kriti
Haut man auch seine Familie in die Pfanne und findet das "progressiv"?
Zieht man auch eine fremde Familie der eigenen vor, nur weil die Ehefrau
eventuell etwas attraktiver wäre als die eigene?
Wirft man die eigene Familie irgendeiner Gruppe, die es gar nicht gut
meint, noch zum Frass vor?
Sehen Sie, die Deutschen verhalten sich auf ihr Volk bezogen aber genau so.
Und das ist nicht nur dumm, sondern absolut ohne jede Würde.
Diese Gedanken müssen einem wirklich bei kleinem kommen.
Es lässt sich auf einen kurzen Nenner bringen
Deutschland schafft sich ab.
Ich fand die Sendung durchaus informativ. Besonders gut hat mir die
Analyse des Amerikaners Eric Hansen gefallen.
Er hat entlarvt, dass es sich bei dem besserwisserischen und
antipatriotischem Genörgel der Grünen Reintke letztlich um
eine narzisstische Kränkung handelt, um eine Eitelkeit, sich selbst
wichtig zu machen und damit andere Menschen herabzusetzen zu
müssen. Und genau diese Haltung der überkritischen
selbstzerstörerischen Nabelschau, die bei den deutschen Grünen
so offen zu Tage tritt, ist es, wovor die Amerikaner laut Hansen mehr
Angst haben als vor fähnchenschwenkenden Fußballfreunden bei
der EM 2012.
In Plasbergs Patriotismus- Tümpel
diese ist ja nicht die erste Sendung mit plattem Thema. Wie wären Diskussionsrunden mit Themen wie "EU - Gemeinsamer Markt oder nur gemeinsamer Absatzmarkt" oder "Grundgesetz und Parallelgesellschaften"?
Diese "Formate", wie es in der Fernsehsprache heißt, haben sich einfach überlebt. Es fehlt der Mut zu wirklichen Streitgesprächen, vor allem aber der Mut, nicht immer die gleichen, öden Gestalten einzuladen. So lösen sich die Moderatoren allmählich auf, ihre Sendungen werden zum Tanz um das Nichts.
Deutschland live: Selbstgefällig und absolut visoinsfrei
In jedem Projekt sind Evaluierungen - das heisst, die Ermittlung von Fortschritten oder das Erreichen von Ergebnissen - zwingend. Die deutsche Politik als Versuchsfeld für Berufspolitiker und nicht Politiker aus Berufung ist ein Beispiel dafür, dass es auch ohne geht. Die Personen, die derzeit Politik verantworten, vereinen alle deutschen Qualitäten in sich: Ignoranz, Provinzialität und Intoleranz. Eben jene Eigenschaften, die sie in ihren Standardreden so gerne kritisieren. Daher sind Diskurse auch stets deutsch geblieben und der Blick auf die Realität verbaut. Ein selbstgefälliges Land in der Hand von Lobbyisten darf sich nicht wundern, dass es auf das reduziert wird, was es augenblicklich ist: Ein visonsfreies Experimentierfeld für Postpuberierende, die auf Kosten der Errungenschaften vorheriger Politikergenerationen Europas Porzellan zerschlagen. Häßlich, ebenos wie das deutsche Image im Ausland tatsächlich ist und nicht das der offiziellen Diskurse.
Die Sendung war inhaltlich für die Katz,
nicht mehr und nicht weniger. Nur Brüderle war mit seiner unerschütterlichen guten Laune ein Lichtblick Wie es sich für einen Deutschen Weinkönig eben gehört.
einem Peter Hahne zuzuhören wenn er seinen polemischen Unsinn
unters Volk bringtl.
Dieser Mann ist inzwischen, so scheint es zumindest, so tief dem
Bildzeitungs-Niveau verhaftet das ein vernünftiger Satz kaum noch
zu erwarten ist.
Möglicherweise ist aber genau das der Grund aus dem er
fortwährend zu solchen Sendungen eingeladen wird.
Traurig!
Getroffene Hunde bellen
Ich habe den Verdacht, Herr Hahne hat Sie bei der gestrigen Sendung
entlarvt. Immerhin hat Herr Hahne einen der wichtigsten Beiträge
aus der gestrigen Sendung beigesteuert: Dass nämlich die
Grünen sich massiv selbst widersprechen. Die grüne Reintke
kritisierte einerseits den Einfluss deutscher Politik im Ausland, aber
bei der Klimapolitik soll dann doch die Welt am deutschen Wesen genesen.
Diese Heuchelei und Widersprüchlichkeit findet man viel man den
Grünen. Da sind sie z.B. gegen Patriotismus, weil das trennend
zwischen den Völkern wirke. Aber gleichzeitig huldigen die
Grünen offiziell einen kräftigen Antiamerikanismus.
Wie Herr Ebel schon bemerkt hat, waren weder Personen noch Gäste besonders geeignet, aus dem Thema viel herauszuholen. Trotzdem hätte der Moderator auch noch das Gespräch auf interessantere Aspekte jenseits der Aura der Selbstgefälligkeit lenken können, die die Herren außer Herrn Hansch umgaben. Der Fussball institutionlisiert den Kampf zwischen Nationen und das wird dann auch bei jedem Turnier gewaltätig ausgetragen. Ob Minderheit oder nicht. Man hätte auch diskutieren können, warum die Unterstützung einer Mannschaft eigentlich immer über nationale Linien laufen muss. Muss man unbedingt für Deutschland ekstatisch Jubel weil man hier lebt und von einer Fahne bedeckt aus dem Auto fallen? Kann man das spanische Spielsystem nicht attraktiver finden? Oder das protugiesische? Wie auch immer.
Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 26.06.2012 10:47 UhrDas ist doch so
Wenn man sich Fußballübertragungen anschaut, wird doch durchaus sehr viel anerkennend über ausländische Mannschaften und Spieler gesprochen. Der Fußball und der Sport im Allgemeinen sind doch schon multiethnischer und internationaler, als es z.B. die Grünen je sein werden. Völkerverständigung und Antirassismus sind im Fußball wahrscheinlich mehr verbreitet als innerhalb der Partei der Grünen. Ein Schwarzafrikaner kann z.B. in jeder Mannschaft der Welt der Superstar werden, wenn er denn die Leistung dafür bringt. Es gibt dafür viele Beispiele.