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FAZ.NET-Fernsehkritik Kein Dach überm Kopf

 ·  Thomas Gottschalk lud protestierende Schauspielstudenten ein, deren Hochschule eine Bruchbude ist. Alle Welt gönnt ihnen bessere Studienbedingungen, nur nicht das Berliner Parlament.

Artikel Bilder (1) Lesermeinungen (17)

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michael martensen

Finde ich auch gut

Finde es auch gut, dass der Gottschalk das gemacht hat. Rein pragmatische Überlegungen führen zu einer Verkümmerung der deutschen Kulturlandschaft und das Denken in Effizienzkategorien zu einer immer relexionsärmeren Entschmenschlichung des öffentlichen Raumes. Oder anders gesagt: wenn es nur noch förderungswürdig ist, die Effizienz zu steigern, bleibt der Mensch doch letzten Endes auf der Strecke. Denn dass dem Menschen die wachsende Effizienz auf die Dauer nicht gut tun kann, ist heute sehr fraglich geworden. Und noch anders: was, wenn nicht Schauspiel, ist die Schlüsselkompetenz der Zukunft? - uns wird doch sowieso nur noch alles Mögliche vorgegaukelt und da ist doch eine performante Rhetorik der Kern jeden Erfolges.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 10.05.2012 12:14 Uhr
Phillip Stolze
Phillip Stolze (philze) - 10.05.2012 12:14 Uhr

gut durchdacht

mit guter rhetorik und schauspiel als schluesselkompetenz kann man beim arbeitsamt bestimmt noch mher rausholen.

wie waere es zu versuchen seine qualitaeten schaffend und lenkend einzusetzen und nicht nur zu planen jeden so gut es geht ueber den tisch zu ziehen und luecken in gesetzen zu finden?

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Phillip Stolze
Phillip Stolze (philze) - 10.05.2012 10:40 Uhr

Ich soll studieren, haben sie gesagt

aber ganz sicher etwas sinnvolles und nicht schauspiel, kunstgeschichte oder angewandte soziologie.

frueher hiessen diese berufe noch ehrenamt und heute sind es die ausbildungswege der modernen karrierefrau, die sich doch noch umentscheidet hausfrau und mutter zu werden. aber immerhin hat man dann nen bachelor der nix wert ist!

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 10.05.2012 17:56 Uhr
Sebastian Heuser

Widerspruch

Auf der einen Seite fordern sie in anderen Beiträgen qualifizierte Hochschulabsolventen, damit Deutschland weiterhin ein Land von Genies bleibt. Andererseits halten sie Schauspielkunst für unsinnig und überflüssig, obwohl diese Kunst weltweit eine hohe Anerkennung genießt. Auch die Kunst braucht Hochschulen an denen sich künstlerisch begabte Menschen entfalten können, die dann wie Marlene Dietrich Deutschland in der Welt präsentieren.

Sie sollten die Schauspielschüler nicht als gelangweilte und nutzlose Mitmenschen abstempeln. Viele Studenten die nach einem Kunststudium nichts daraus machen können, sind dank einem zu leichten Zugang zur Uni, auf ihren Traum hereingefallen. Gäbe es durch Studiengebühren eine größere Hürde zu überwinden, würde der starke Wille die finanziellen Probleme schon lösen. Wer schon an dem Problem der Geldbeschaffung scheitert, wird auch später bei der Suche nach dem Traumjob scheitern und im Minijob Wunderland einen Platz finden. Egal welcher Studiengang!!!

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Stefan Wisheu

Gottschalk am Vorabend

Thomas Gottschalk kenne ich nun schon seit meiner Jugendzeit vom BR.
Wenn er jetzt nach "Wetten,daß.." wieder etwas entspannter Unterhaltung machen kann, sollte man ihn das tun lassen, - es muss ja nicht bei jeder Sendung der Deckel vom Quotentopf fliegen und der Zuschauer am Rande eines Infarktes stehen.
Wenn er auch nicht jeden Tag den Hammer auspackt, - beim richtigen Thema kommt er schon in Fahrt, - und da lohnt sich auch das Zusehen. Mehr als bei vielen Sendungen, die von, durch Jugendwahn und Castingshows hochgespülten Eintagsfliegen, mit maximaler Hektik und zwanghaftem Charme "moderiert" werden.
Aber die Sendung wurde ja abgesetzt.
"Dann halt nicht, liebe Tante", - ich muss ja nicht fernsehen.

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Wulf Hermann
Wulf Hermann (wuhe) - 10.05.2012 09:09 Uhr

Hochschulneubau

Ohne mit den örtlichen Gegebenheiten vertraut zu sein, stellt sich für einen Außenstehenden dennoch die Frage, ob so eine Schauspielschule, wie im Beitrag beschrieben, unbedingt auf einem "Filetgrundstück, in bester Innenstadtlage Berlins" entstehen muß.
.
Die Berücksichtigung auch wirtschaftlicher Aspekte zur Verwertung von Grundstücken in öffentlicher Hand sollte eigentlich selbstverständlich sein.

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Closed via SSO

Schauspielstudenten

Warum sollte man zuerst an die Wissenschaftsstudenten denken?
Schauspielstudenten sind die Basis unserer Gesellschaft. Dafür muß Geld da sein.
Wozu brauche wir Infrastrukturmassnahmen?
Die Opfernhäuser müssen renoviert werden, die Elbphilharmonie ist für Hamburg das entscheidende wirtschaftliche Thema.
Die Schauspielschüler werden in der Zukunft meistens Taxifahrer oder ALG-II-Empfänger sein, scheint also eine lohnende Investition zu sein.
Alle Welt, die nicht weiter denkt, gönnt ihnen bessere Studienbedingungen und sozial unterentwickelte Menschen wie ich, fragen sich, "wozu brauchen wir Schauspielstudenten?"

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Sebastian Heuser

Keine Studiengebühren - kein Geld!

Es ist Schade, das Frau Bazinger und Herr Gottschalk vergessen, warum Berlin und viele andere Städte kein Geld für die Sanierung von Universitäten und Hochschulen haben. Würde man wie in Bayern die Studiengebühren erheben, könnte man auch solche tollen Theater- und Schauspielschulen finanzieren.
Stattdessen wird auf die soziale Ader gedrückt, um auf eine soziale Ungerechtigkeit hinzuweisen, was aber nicht zur Verbesserung der Situation beiträgt. Es zeigt eher die "Geiz ist Geil" Mentalität, in der man pro Jahr keine 1000,-€ für seine Uni-Ausbildung ausgeben will, aber später im Job die 45.000,-€ Jahresgehalt einfordert. Dies ist aus meiner Sicht soziale Ungerechtigkeit.

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Antworten (7) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 10.05.2012 18:29 Uhr
Sebastian Heuser

Staat=>Gemeinschaft

@ Stolze:

Sie haben vergessen das der Staat keine Person ist, sondern wir der Staat sind. Das ein gebildeter Mensch mehr an die Gemeinschaft "Staat" abgibt, hat mit der Solidarität zu tun. Wer dank Intelligenz und Studium mehr hat, gibt durch mehr Abgaben etwas an die Schwächeren, die wiederum weniger der Gemeinschaft zuführen müssen, weil sie sonst garnichts mehr hätten. Schaffen Sie das ab, schaffen Sie die BRD ab. Und somit können Sie Ihre kostenlose Uni vergessen, weil sich jeder selbst der nächste ist!

Und jetzt bringen Sie das mal in Einklang, damit weder der Schwächere, noch der Stärkere das System ausnutzt!!!

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Sebastian Heuser

Beweis!

Schauen Sie mal nach Bayern! Dort gibt es Studiengebühren und die Unis werden dennoch von nationalen und internationalen Studenten genutzt und sind oft überfüllt. Das ist so, weil dank der Gelder die Unis auf dem höchsten Bildungsstandart gehalten werden können. Und Bayern gehört außerdem zu den Ländern mit den höchsten Lebenshaltungskosten, dennoch schläft kein Student auf der Straße! Sie können es alle irgendwie finanzieren, wenn sie es denn wollen!!!

Jetzt schauen Sie mal in die Bundesländer mit hoher Verschuldung und ohne Studiengebühren (Berlin/NRW/...). Da mangelt es ohne Ende am Geld, um den Bildungsstandart zu halten. Da ist diese Schauspielschule keine Ausnahme.

Die hochqualifizierten Leute verlieren wir, wenn wir die Hochschulen Gebührenfrei lassen und somit den Bildungsstandart aus Kostengründen nicht halten können.

Und Deutschland verliert nur Hightech-Erfindungen wie das MP3 Format, das Fax, ... weil die Politik oft nicht mutig genug ist.

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Phillip Stolze
Phillip Stolze (philze) - 10.05.2012 14:28 Uhr

wenn es nur so einfach waere

an bafoeg oder kredite der kfw zu kommen...

und wem nutzt es wirklich, dass leute studieren? nicht nur der einzelnen person sonderm dem kompletten staart, der durch diese gebildete person ein hoeheres steuereinkommen hat. ebenso wird die firma durch tatkraeftige arbeiter mit genialen ideen gestaerkt. GENAU das hat deutschland jahrelang stark gemacht, aber jetzt erscheint es uns ja wichtiger wie die anderen laender zu sein und unseren wissenvorsprung aufzugeben.

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Sebastian Heuser

30%

@ Stolze

Und alle anderen Arbeitnehmer ohne Studium zahlen wohl keine 30% und mehr von Ihrem Gehalt an die Allgemeinheit???

Sie sollten über Ihren Anspruch nachdenken. Dank Bafoeg und Krediten der KFW kann man super sein Studium finanzieren, ohne das man danach in die Privatinsolvenz fällt. Mann muss sich während der Unizeit einschränken und es dauert ein paar Jahre bis das Bafoeg und der Kredit abgearbeitet sind, aber das Gehalt was dann bis zur Rente gezahlt wird, übertrifft das von Arbeitnehmern ohne Studium bei weitem. Und diesen Vorteil sollte man durch Studiengebühren ausgleichen, denn allein der Student zieht einen Nutzen aus dem Studium und sollte daher an den Unikosten stärker beteiligt werden als Leute ohne Diplom/Bachelor/Master!!!

Ein Nebeneffekt wäre, das man sich zweimal überlegt, ob man riskante Studiengänge wirklich wahrnimmt!!! Dann haben sie auch Ihr persönliches Problem mit den erfolglosen Künstlern gelöst!!!

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Phillip Stolze
Phillip Stolze (philze) - 10.05.2012 12:57 Uhr

es ist vollkommen richtig

dass das studium fuer niemanden kostenfrei moeglich ist. aber fuer viele ist es leider nicht zu finanzieren, da verdammt viele aus der bafoeg regelung fallen und noch weniger sich einen kredit leisten koennen. es kommt noch dazu, dass ich als student nur 365€ im monat verdienen darf ohne gleich 75€ an die krankenkasse ueberweisen zu muessen.
ich will damit auch nur anmerken, dass die moeglichkeiten sich ein studium zu finazieren bei 1000€ studiengebuehren (ist gleich 1/8 des steuerfreibetrags) sehr gering sind! die kosten an sich waeren ja nichts schlimmes, aber waehrend dem studium sind sie kaum entrichtbar, da ja auchnoch das diplom mit der vielen freizeit abgeschafft wurde und die gleiche vorlesungen jetzt in 2 jahren weniger absolviert werden muessen.

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Phillip Stolze
Phillip Stolze (philze) - 10.05.2012 11:52 Uhr

"gerechtigkeit"

also wirklich gerecht waere es, wenn die studenten, die spaeter knapp 30% ihres gehaltes an die gemeinschaft abgeben nicht auch noch waehrend dem studium abgezockt werden wuerden. mit den verdienstregelungen und studiengebuehren komme ich auf ganze 250euro im monat ohne moeglichkeit auf bafoeg und die wohnung ist dann auch noch nicht gezahlt! also soll ich jetzt schulden aufbauen um spaeter noch mehr geld auszugeben? da ist es absolut verstaendlich, dass die studenten von "richtigen" studiengaengen nach dem abschluss alle ins ausland abwandern. ich seh es auf jeden fall nicht ein waehrend dem studium (teilweise 45 stundenwoche) 2 jobs zu machen um nach dem studium abgehalfterte kuenstler auf selbstfindungsreise zu finanzieren.
aber vielleicht werde ich ja auch einfach kuenstler und drohe: sorry, in den letzten 4 jahren wollte niemand was von mir hoeren, also gebt einfach ihr mir jetzt geld oder ich bilde noch mehr meiner sorte an der uni aus!

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Sebastian Heuser

Fazit

Ich vergaß mein Fazit!

Die Studenten sind also selbst Schuld, wenn sie in heruntergekommenen Unigebäuden studieren müssen. Wer keine Studiengebühren zahlen will, der muss sich nicht wundern, wenn für seinen kostenintensiven Studiengang kein Geld da ist.

Und auf politischer Seite sind diejenigen Schuld, die noch daran glauben, das eine Hochschulausbildung für jeden kostenfrei möglich ist.

Das hätte Herr Gottschalk auch erwähnen müssen!

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Michael Schumann

Im Anbetracht der Tatsache,

dass ich es sich um Schauspielstudenten handelt musste ich bei dem zweiten Teil des folgenden Satzes schon lachen:

"Außerdem findet die Ausbildung in vier über die Stadt verteilten Standorten statt, was zu einer Vergeudung von Zeit und Energie führt, die natürlich die Leistungseffizienz schmälert."

Welcher an sinnvoller Zeitnutzung und hoher Leistungseffizienz interessierte Mensch studiert Schauspiel?

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Jochen Grünhagen

Prioritäten?

Berlin hat über 50 Milliarden € Schulden bei 3,5 Millionen Einwohnern. Das sind griechische Verhältnisse. Und dann beklagt sich die FAZ darüber, dass nicht mehr Geld für so etwas "wichtiges" wie die Ausbildung von Schauspielern zur Verfügung steht?

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