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Mittwoch, 19. Juni 2013
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Familienmagazine Die Eltern wollen nur noch überleben

 ·  Erschöpft, verzweifelt: Magazine für Eltern zeugen von dem Kraftakt, Kinder zu haben. Mittlerweile sind klagende Titelstories Programm. Besonders radikal geht „Brigitte Mom“ zur Sache.

Artikel Bilder (1) Lesermeinungen (38)

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Gabi Heintz

@Never1: "pathologische" Mütter, die mit ihren Psychosen den Alltag von Männern "terrorisieren"

Was soll der Pauschalangriff gegen Mütter? Die Väter sind wohl alle fehlerlos?

Daß die 68er mit ihrer Vergötzung der Selbstverwirklichung (auch der der Kinder) und der Verunsicherung junger Eltern, die sich von ihren eigenen (als Nazis diffamierten und angeblich alle der "Schwarzen Pädagogik" anhängenden) Eltern nichts mehr abzugucken wagten, mehreren Generationen den Weg zu einer instinktiven oder tradtitionellen Erziehung verbaut haben, mag sein.

Aber das betrifft doch nicht nur den weiblichen Teil der Bevölkerung. Auch ein großer Teil der Väter weiß nicht mehr, wie man Kinder erzieht und schwankt zwischen Verwöhnung des idealisierten Nachwuchses und Ignorieren von dessen tiefstem Bedürfnis: dem nach verläßlicher Zuwendung/Bindung.

Die Vereinzelung der Familien, weil man "flexibel" zum Arbeitsplatz ziehen muß, tut ihr Übriges. Generationsübergreifende Wohn-Höfe wären die Lösung des Problems überforderter Eltern, ungezogener (einsamer) Kinder und ebenfalls einsamer Älterer.

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K. Peter Luecke

Was ich meinen Kindern empfehle !

Meine Frau und ich haben 3 Kinder - im Abstand von jew.4 Jahren. Nach Alice Schwarzers 20-Jahres-These (20 Jahre materielle, zeitliche und psychische Inanspruchnahme) sind das zusammen 28 Jahre Dienst am Kind. Aber, mal ehrlich, das kommt überhaupt nicht hin. Mit der Erfahrung im Rücken rate ich meinen Kindern, eine Familiengründung sehr gründlich zu überlegen. Keinesfalls sollte man irgendwelchen Gefühlsanwandlungen nachgeben, nur weil Babys oder Kleinkinder so niedlich sind ... (die kurze Kleinkindphase ist trotz Babygeschrei noch die unproblematischste). Keinesfalls auch irgendwelchen "gesellschaftlichen" Zwängen oder Erwartungshaltungen von dritter Seite nachgeben. Und zwar nicht nur im eigenen, sondern vor allem im Interesse der in die Welt zu setzenden Kinder! Denn um die Kinder geht es. Die werden ja nicht gefragt, also haben Eltern d. Verantwortung. Wer A sagt muss auch B sagen. Man muss sich wirklich ernsthaft um sie kümmern können. Wer das ggf nicht leisten kann: Finger weg!

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Sebastian  Horn

Lifestyle und Konkurrenzdenken

Ich habe einserseits leider, andererseits zum Glück noch keine Kinder. Aber ich habe seit über sechzehn Jahren Erfahrungen als Onkel.

Als in einer Großstadt Wohnender habe ich durch meine Geschwister dieses "Kind als Lifestyle" und "Wir sind besser als andere Eltern" sowie "Mein Kind ist besser als andere" kennen- und hassen gelernt.

Das Wichtigste, was mir in Erinnerung blieb, schließlich ist es schon fast zwei Jahrzehnte her, war, dass die Neu-Familien konkurrierten. Wie abstrus! Mann und Frau, meistens wegen des Kindes verheiratet, verabschiedeten sich aus dem Großstadtdschungel, um sich im ferneren Umland ein Eigenheim zu kaufen. Ohne Rücklagen, ohne Startkapital. Aber mit dem Neid der "Freunde", die dies dann auch taten.
Ende vom Lied: Scheidung, da -meist der Mann- Überstunden en masse machen musste, um die Hypothekenraten abzahlen zu können, keine Zeit mehr für Frau und Kind hatte, aber am Wochenende den "Freunden" begegnet werden musste, um zu erzählen, wie toll alles ist.

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Wolfgang Müller

Gegenbewegung

Brigitte Mom etc. übertreiben natürlich. Sicherlich ist der Spagat zwischen Eltern-Dasein und Berufstätigkeit nicht einfach, aber das große Leiden ist das nun auch nicht.

Aber gleichzeitig wird von vielen Dinks (auch hier in den Kommentaren) so getan, als würde das Bischen Kindererziehung sich schon allein machen und die wahren Leistungsträger zwangsweise am Arbeitsplatz zu finden sein. Hier liest man häufiger: Wieso Schulen von meinen Steuern subventionieren? (Rückfrage: Wieso sollen meine Kinder Ihre Rente bezahlen, die höher wird als die meiner Frau?) Und so brauchen anscheinend manche Eltern Streicheleinheiten: Dass Ihnen gesagt wird, dass das, was sie machen so ist, wie es sich anfühlt: anstrengend.

Allerdings möchte ich den allen Eltern wünschen, dass sie merken, dass es sich lohnt. In meiner Umgebung ist dies jedenfalls der Fall.

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George Rauscher

Elternglück

Was soll das sein? Früher waren Kinder einfach Teil einer Ehe, oder sie sind "so passiert". Heute ist ein Kind das krönende Projekt zweier Menschen, deren Karrieren auf erfolgreichen Projekten aufgebaut ist. Und dann stellen die beiden fest, oh je, so toll ist das gar nicht, das ist eher Chaostheorie als geplante Lern- und Leistungskurven. Da sitzt man im frisch gentrifizierten Stadtteil in einer schönen erwachsenengerechten Wohnung, will sein Elternglück genießen, und das kleine Gör macht nicht mit?

Mütter haben schon immer geklagt, aber ich denke das Wehklagen war eher rhetorischer Natur; man tauschte sich mit anderen (Müttern) aus, und dann ging der Alltag weiter, denn wenn man Kinder hatte dann 'war es einfach so', und das ist es noch. Ein Kind zu haben ist halt nicht als wenn man einen Rasserüden für die nächste Hundeschau züchtet und dressiert, es ist ein Abenteuer mit viel Verzicht und ohne Medaillengarantie, aber wer es richtig angeht dem wird eine reiche Belohnung zuteil

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Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 02.06.2012 14:22 Uhr
K. Peter Luecke

"aber wer es richtig angeht dem wird eine reiche Belohnung zuteil"

Leider ist das ein Beta-Test ohne Wiederholungsmöglichkeit. Wenn's schief geht, bekommt man zwar den negativen Feedback en masse geliefert. Aber Reparatur oder gar neue Release-Versionen sind, von RTL/SAT1-Alles-mach-Neu-Sendungen mal abgesehen, äußerst kompliziert bis unmöglich. Die zahllosen Kinder aus prekären Verhältnissen tun mir leid. Hier dann zwecks Abhilfe nach dem Staat zu schreien oder sich gar darauf zu verlassen, wäre verantwortungslos. Kinder sind, nüchtern und bei Licht betrachtet, eine Investition, vergleichbar mit einem Hausbau: Kosten 250 Tsd Euro oder mehr. Der Unterschied: ein Haus kann, wenn es schief geht, wieder verkauft werden ... Für einen Hausbau etwa muss eine Familie Vorleistungen erbringen und ausgeklügelte Bonitätskriterien erfüllen. Komisch, dass es sowas beim Kinderkriegen - ein Projekt, das nur kostet und allenfalls emotionalen Gewinn verspricht und damit sogar als klassisches Luxusgutes einzustufen ist - noch nicht gibt ...

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Wolfgang Müller

Reiche Belohnung

Bei Licht besehen sind Kinder ein risikoreiches Unternehmen. Deutschland mangelt es momentan an Unternehmern und Risikokapitalgebern. Wen sollte es da wundern, dass auch im Privaten Bereich (zu) wenige Risiken eingegangen werden?

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Gernot Schauer

Als Vater...

...von 3 Kindern zwischen 3 und 10 Jahren kann ich bestätigen: ja es ist anstrengend Eltern zu sein und nicht immer einfach. Aber wenn ich unser Leben mit dem von kinderlosen Freunden vergleiche, will ich keine Sekunde tauschen. Vielleicht habe ich nicht so ein teures & unpraktisches Auto, keine so durchgestylte Wohnung und war noch nicht im angesagtesten Club der Stadt. Aber dafür geben mir meine Kinder mit ihrem Lachen, ihren Tränen, ihren Freude- und Wutausbrüchen das tägliche Gefühl ganz nah am Leben zu sein. Und all die materiellen Dinge, die ich mir nicht leisten kann und die Beschäftigungen, für die mir schlicht die Zeit fehlt, erweisen sich irgendwann mal auch als langweilig und öde. Aber dann ist es meist zu spät und die lebensfrohen Dinkies von einst verwandeln sich in graue, deprimierte und einsame Muffel.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 02.06.2012 00:29 Uhr
Harald Muller
Harald Muller (FAZguy) - 02.06.2012 00:29 Uhr

Vieleicht auch anders

Das ist Ihre Sichtweise, es bleibt Ihnen nichts anderes uebrich sich alles schön zu reden , denn die Kinder sind ja da. Moeglicherweise ist es in Zukunft, das Ihre Kinder in 30 Jahren Ihr einiges Leben fuehren und sich nicht mehr groß um Sie kümmern, dann ist es fuer sie zu Spät, wiel all die Erziehungsmühe umsonst war. Warten wir doch mal ab, was die Zukunft bringt, ich nehme mein Schicksal an und ich habe vor nichts Angst.

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Lili Novak
Lili Novak (LiliNovak) - 01.06.2012 22:13 Uhr

Ich fühle mich auch gleich viel besser!

Ja, was denn nun - soll der Artikel ein journalisteninterner (gar neidvoller?) Blick über den Tellerrand sein, nach dem Motto: "Womit machen denn Elternmagazine Auflagen?" oder geht's hier bloß den armen gestressten Eltern ans Gewissen, die froh sind, dass mal endlich jemand über ihr Problem schreibt"? Oder wollen Sie einfach nur FAZ-Leser davon abhalten, Elternmagazine zu lesen? Christina Hucklenbroich, die haben recht! Wenn ich Ihre schockierenden Schlagzeilen in der Managerpresse lese, fühl ich mich doch auch gleich besser!
Aber nun zum Inhalt Ihres Artikels: Zumindest die erwähnte "Lob" kenne ich als informierte Mutter zweier Söhne in den besten Altersgruppen (16 Jahre und 8 Monate) und kann das von Ihnen kritisierte allgemeine Jammern und Stöhnen dort so gar nicht wiederfinden. Denn sie ist schlicht informativ, unterhaltsam und motivierend und richtet sich, wie Sie zutreffend geschrieben haben, an berufstätige (sic!) Eltern. Also eigentlich auch an Ihre Leser - richtig?

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 02.06.2012 08:25 Uhr
Wolfgang Müller

Interessant

find ich das ja.

Was mich stört, ist der Tonfall aus dem komplettes Unverständnis spricht: Haha, die lustigen überforderten Eltern. Kaspar Schlich lässt grüßen.

Dann schaut man sich mit Interesse den Kurzlebenslauf der Autorin an.

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Detlef Schmitz
Detlef Schmitz (neodoc) - 01.06.2012 21:48 Uhr

Kinder sind ein Segen !

Beim Lesen des Artikels frage ich mich: sind Kinder nur noch dazu da, damit ich mich besser fühle ? Geht es nur noch darum, wie ich Familie mit Kindern und eine Berufstätigkeit unter einen Hut bekomme ?
Kinder haben war noch nie einfach, denn die lieben Kleinen melden sich nun mal, wenn sie Zuwendung, Trost, Nahrung oder auch nur eine frische Windel brauchen.
Na und ? Das ist doch völlig normal, ebenso wie die Tatsache, dass ich mit Säuglingen in der Wohnung nicht ungestört durchschlafen kann oder dass ich bei der Urlaubsplanung mit Schulkindern im Haus auf die Ferien Rücksicht nehmen muss. Definitiv: ein Leben mit Kindern ist anders als "mit ohne" ! Und ? Ist das schlimm ?
Nein, nein, nein !
Kinder sind ein Geschenk Gottes, sind ein Segen !
Natürlich geben die Eltern viel, aber es kommt tausendfach zurück.

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Michael Meier
Michael Meier (never1) - 01.06.2012 20:17 Uhr

Mütterproblem

...in meinem Freundeskreis mehrere, mE pathologische alleinerziehende Mütter 2er Kinder, studiert, genug Geld, aber im psych. Selbst- und Kinder-Streß: unfähig, den Kindern klare Grenzen zu setzen ohne zu schreien, die bedingungslose Mutterliebe zum Menetekel erhebend und ggü. allen Andersdenkenden frenetisch verteidigen und somit den armen Kindern kaum Grenzen bietend, sich dafür aber selbst aufopfern. Ein Mann hat auf so was zu Recht keine Lust. Kinder ja, aber keine Terrorisierung des Alltags durch Psychosen der Mutter, für die Kinder ein Machtinstrument sind.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 03.06.2012 23:30 Uhr
Gabi Heintz

keine Lust

Wenn es "Psychosen" der Mutter wären, dann würde das die Benutzung der Kinder als "Machtinstrument" ausschließen.

Was soll diese sich selbst widersprechende frauenfeindliche Polemik?

Glauben Sie, es gäbe keine Väter, die ein symbiotisches Verhältnis zu ihren Kindern haben und deshalb ebenfalls in geradezu irrwitziger Weise ihren Nachwuchs gegen berechtigte Kritik z.B. von Lehrern oder Nachbarn verteidigen?

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Dounia Moon

Ich bin froh ...

dass ich hier eigentlich nicht mitreden darf, weil ich keine Kinder habe. Ich finde es befremdlich, dass die "Moms" hierzulande augenscheinlich in peinlicher Weise dem Ideal "superfashy mit Babybauch" hinterherrennen, so gibt es in meiner Stadt eine Boutique, die heißt "Expect in Style".

Vielleicht blättern Eltern von heute durch zu viele billige "Glamour"-Magazine und meinen, sie müssten genauso locker entspannt, superschlank und immer bildschön durch die Weltgeschichte tingeln wie die in erster Linie amerikanischen Übermuttis und -vatis à la Jolie & Pitt und andere es in allen Medien vorturnen. Dass die das lockere Turnen nur absolvieren können, weil sie sich eine Mannschaft mit 24/7-Kinderschwestern, Putzfrauen, Zofen und Make-Up-Artists und Stylisten leisten können, merken die "Moms" (auch die Namensgebung von den amerikanischen Muttis ...) erst, wenn der Nachwuchs zu kräftig am Rockzipfel zieht. Dann wird es Zeit, nach der Lektüre von "InStyle" mal eine "Mom" zu kaufen.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 01.06.2012 22:17 Uhr
Andreas Henke

Genau das ist es was ich mit meinem Beitrag gemeint habe.

Und dass die Wurzeln dafür tief in unseren Idealen sitzen.

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Madeleine Pyka

Der Genitiv

Brigitte Mom nimmt sich also des Themas Überlastung an. Die gab es schon immer, wobei die Frage eigentlich ist, wie bloß unsere Groß- und Urgroßmütter alles irgendwie schafften, ohne Waschmaschine, Kühlschrank, Geschirrspüler.
Allerdings war da das Wort Selbstverwirklichung noch eher unbekannt, auch lebten sich Kinder untereinander aus und nicht auf Kosten der Nerven der Erwachsenen.
Alle sind halt etwas egoistischer geworden ...

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 02.06.2012 10:52 Uhr
Wolfgang Müller

Wenn Sie ein Foto von üblichen Straßen vor 100 oder auch nur 50 Jahren

ansehen, dann wissen Sie, wieso es früher viel normaler war, dass Kinder halt auf der Straße gespielt haben. Als Kind habe ich mit anderen Kindern auf der Straße verstecken gespielt. Und wir haben auf der Straße Fußball gegen ein sehr großes Hoftor gespielt.

Heutzutage wäre das zu gefährlich und verboten. Im Konkreten Fall ist jetzt alles so zugeparkt, dass man nicht mehr sinnvoll Fußball spielen kann.

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Lars Münzing

Woran liegt's?

Viele hier beklagen den Verlust traditioneller Werte und machen Individualismus und Hedonismus für die niedrige Geburtenrate verantwortlich. Aber schauen Sie mal nach Japan: eine schrumpfende und stark alternde Gesellschaft, mit einem noch größeren Anteil an über 60-Jährigen als in Deutschland. Und das obwohl man die japanischen Mentalität eher mit Traditionsbewusstsein und Gemeinschaftssinn verbindet. Ich denke, die Ursachen liegen woanders.

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Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 01.06.2012 23:42 Uhr
K. Peter Luecke

Mangelnder Selbstbehauptungswille !

Was verbindet die Lowest-Low-Fertility-Länder Deutschland und Japan ? Na klar, beide sind Weltkrieg-2-Verlierer und beide zu totalem Pazifismus umerzogen (in Japan sogar in der Verfassung). Der Selbstbehauptungswille ist beiden Ländern abhanden gekommen. Stattdessen wird - besonders hier in Deutschland - viel darüber räsoniert (einschl. der ehem. Familienministerin Renate Schmidt - so in einer Sendung des BR), dass es gar nicht so schlimm sei, wenn die Bevölkerungszahl hierzulande zurück geht und dass es doch viel wichtiger sei, sich um die hohen Geburtenüberschussquoten in der Dritten Welt zu kümmern - sprich: Migration zuzulassen. Kontrastbeispiel dazu ist z.B. Israel: Kein Pazifismus, nur jüd. Zuwand., hoher Militäretat, aggressive Siedlungspolitik - und die mit Abstand höchste Geburtenquote unter den OECD-Ländern ! Ähnliches gilt auch für die USA: weltweite Interventionen, missionarische Politik, hoher Verteidungungsetat, hohe Geburtenrate. Weichgespült wie in D wird das nichts !

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Andreas Henke

Japan ist nicht mit den traditionellen abendländischen Werten vergleichbar

kein weiterer Text

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Edda Kuhlmann

Meine Guete ...

Natuerlich sind Kinder manchmal schwierig - immerhin handelt es sich dabei um Individien mit eigenen Wuenschen, Vorstellungen und Problemen, nicht kleine Hamster, die man zurueck in den Kaefig tut, wenn man genug davon hat. Und natuerlich muss man dafuer auf vieles verzichten, was in der heutigen Spass und Ich-Gesellschaft offenbar zunehmend schwerer faellt. Wir haben zwei Kinder, beste Entscheidung unseres Lebens. Kinder sind eine Bereicherung, wenn man locker genug und offen an die Sache herangeht, wenn man willens ist, auf andere zuzugehen und den derzeitigen Lebensstil anzupassen. Herr Wichert hat das weiter unten ja schon ausgefuehrt - man bekommt heraus, was man hineinsteckt, und noch viel mehr. Statt in die Kneipe, geht es in den Zoo; statt Yoga lernt man ein Fussballteam zu coachen. Das Leben mit Kindern ist ungleichsam facettenreicher und interessanter als ohne, garantiert nie langweilig. Man muss nur wollen. Und das eigene Ich ein paar Jahre etwas zurueckstellen.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 02.06.2012 00:13 Uhr
Harald Muller
Harald Muller (FAZguy) - 02.06.2012 00:13 Uhr

Ich spiele selber Fussball

Ich bin jetzt mit 41 Jahren und voller Begeisterung selber dabei Fussball zu spielen, statt Joga.
Auch mein Leben ist sehr Facettenreich, denn ich wohne in Hamburg und Frankfurt und habe genug Geld und Zeit um mir ausreichend viel unterhaltung zu leisten, ich brauch meine Zeit nicht zu Hause vor der Glotze oder bei Elternabende verschwenden.

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Andreas Henke

Falsche Ideal

Ja, wie von vielen schon kommentiert haben sich bei Vielen falsche Ideale ausgebreitet. Ihren historischen Ursprung haben sie in der Aristokratie als Rollenvorbild, heute manifestiert in Popstars, intensiv von der Wirtschaft propagiert. Popstars und Prinzessinnen sind schön, arbeiten nicht im Dreck, stehen immer im Mittelpunkt weil sie jung und schön sind.

Dieses Ideal (das wenig Kinder produziert, weil das dem Ideal eigtl. im Weg steht) wird sehr schnell gegen das abrahamische Familienbild inkl. deren Frauen- und Männerverständnis unterliegen und verschwinden, welches auf Rollentrennung baut mit eindeutigen Definitionen von Mann und Frau. Da kann der Feminismus argumentativ dagegen halten, aber in 50 Jahren ist der auch ausgestorben.

Diese Zeit ist eine Ährenlese. Jetzt kann noch jeder selbst wählen an welchen Werten er sich orientieren will. In 200 Jahren gibt es dann fast nur noch Nachkommen abrahamisch geprägter Familien.

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Harald Muller
Harald Muller (FAZguy) - 01.06.2012 17:41 Uhr

Kinder, bloss nicht

Ich bin 41 Jahre männlich, ich weiss mit Sicherheit, das ich keine Kinder will, denn die nerven mich in jedem Cafe oder sonstwo, weil die immer schreien und laut sind.
Ruhige, gut erzogene und liebe Kinder mag ich, aber die sehe ich so selten. Manchmal habe ich das Gefühl, das Eltern extra Ihre Kinder anstiften laut zu sein um kinderlose Menschen zu nerven, weil diese Eltern selber mit sich unzufrieden sind.
Ich genieße auf jeden Fall meine Ruhe und Entspannung und wenn ich Aktion haben will gehe ich in Szene Clubs und bagger die Damen an. Ich brauch keine Kinder, weil ich selber noch eins bin:)

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 01.06.2012 18:25 Uhr
Matthias Dorn

Sie können Einem leidtun!

Gehen Sie weiterhin in Ihre hippen und hoffentlich kinderfreien Cafés und kippen Ihren Latte runter. Sie werden sehr bald sehr einsam sein, wetten?

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Hardy Förster

Überleben - oder die Grenzen des Hedonismus austesten?

Wir (Deutsche + die meisten anderen Europäer) haben es geschafft, unseren Eigennutzen soweit zu optimieren, dass für Kinder kein Platz ist. Das war eine Zeitlang für den einzelnen lustig, in ein paar Jahren werden wir aber schmerzlich feststellen, dass eine Gesellschaft "ohne" Nachwuchs auf Dauer nicht funktionieren kann; man muss sich nur mittags für eine Stunde in ein französisches Strassencafe setzen - die Unterschiede in der Bevölkerungsstruktur sind jetzt schon drastisch zu erkennen, fast schon gespenstisch.

Stress ist, was wir als Stress interpretieren. Eine Gesellschaft, die Babys als reine Stress- und Risikofaktoren (oder auch Luxusgut) interpretiert, ist auf Dauer nicht überlebensfähig.

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Christian Kremp

Interessant

Als Vater von sechs Monate alten Zwillingsmädchen, der mit Freundin in der Stadt wohnt, keine Verwandten in der Nähe hat und nach zwei Monaten Elternzeit wieder Vollzeit arbeitet, spricht mich der Artikel an. Einerseits kann ich bestätigen, das alles anders wird und das Leben in ganz anderer Form abläuft.
Mir fehlt die Zeit für Fußball und Musik und Sport, das ganze alte Leben nicht, aber der Freiraum, der schon.
Andererseits kämpfen wir gemeinsam und feiern uns auch gut ab, da bisher alles recht gut läuft, weswegen ich sagen muss, überleben ist viel zu drastisch, Verzicht üben trifft es. Das hat auch Vorteile, Dinge auf der Arbeit nimmt man dann auch lockerer, denn man weiß, was echt wichtig ist.

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Thomas Wichert

Egoismus ade

Wenn ich den Artikel lese, dann frage ich mich ernsthaft wohin unsere Gesellschaft steuert. Ich selber bin Jahrgang 1960 und habe zwei mittlerweile erwachsene Söhne. Ich erinnere mich noch an die Nächte, in denen ich den Einen oder Anderen durch die Wohnung trug, an das zweifelhafte Vergnügen, die Windeln zu wechseln und an Fieber und Übergeben. Aber diese Erinnerungen sind blass geworden. Sehr farbig und sehr gegenwärtig sind für mich ihre ersten Worte, ihre ersten Schritte. Ausflüge mit dem Fahrrad oder in den Zoo. Und dann lange Gespräche, Zeit miteinander verbringen. Kinder sind eine Bereicherung, man muss nur seinen Blickwinkel ändern und seine Prioritäten anders setzen. Aber, passt das in die heutige Zeit? Den stöhnenden Eltern von 3 jährigen kann ich verraten, wenn sie jetzt alles richtig machen, dann kommen ihre Kinder auch noch mit 23 zu ihnen, um Sorgen und Probleme zu besprechen. Für mich das schönste Kompliment, das meine Söhne mir machen.

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Wolfgang Graf von Ballestrem

Moderne Selbstverwirklichung ist gewollte Sinnentleerung!

Nicht die Kinder haben sich zum Negativen geändert, sondern das Lebensverständnis von Eltern und von unserer Gesellschaft. Selbst aus einer Großfamilie stammend mit einer großen Schar an Neffen, Nichten, Großneffen und Großnichten, habe ich nicht die Erfahrung gemacht, dass die jeweiligen Eltern an ihren Kindern verzweifeln, sondern sie als Glück empfinden! Klar gibt es Sorgen und Nöte, wei bei allen, aber es gibt Gemeinsamkeit, Zusammengehörigkeit, Zusammenhalt (auch zwischen den Jungen und den darüber glücklichen Alten) und vor allem einen Lebenssinn und einen Glauben!
Vor lauter Selbstverwirklichung, Genussstreben, Gleichgültigkeit gegenüber Lebenssinn und Glauben, Flucht vor ernsten Dingen wie Krankheit, Alter, Tod, Hilfsbedürftigkeit, Angst vor Bindungen, vor langfristigen Konsequenzen und Verantwortung, können viele kein Familienleben mehr zielführend gestalten und mit Geist und Leben erfüllen. Das ist das Ergebnis unserer selbstzerstörerischen Glückssuche!

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Antworten (3) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 02.06.2012 10:46 Uhr
Wolfgang Müller

Das Problem sind die Nicht-Eltern...

Es wird immer weniger normal Kinder zu haben. In zu vielen Situationen sind Leute in der Mehrheit, die Kinder nur aus dem Fernsehen oder vielleicht noch von Bekannten kennen. Das hat dann seinen Einfluss darauf, wie Eltern und Kinder in der Öffentlichkeit gesehen werden und sicherlich schießen auch ein paar über's Ziel hinaus, und das sind dann die, die wahrgenommen werden.

Aber die ist mir immer noch lieber, als diese "Ich brauch keine Kinder"-Typen, die in 20-40 Jahren sehr froh sind, wenn jemand da ist, der Ihnen für Geld den Hintern abwischt.

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Closed via SSO

Erziehung von gestern - heute gefragt

Sehr uncool: Kinder verlangen nach Orientierung und Führung, klare Wertestruktur. Soziales Verhalten - ich und die Anderen - ich und deren Bedürfnisse: Das ist das Problem. Kinder ohne Grenzen - Ursache für das Aufheulen der tollen Eltern. In der Schule: Können sich nicht konzentrieren und still sitzen - Folge: Es kann nur ADHS oder / und Hochbegabtensymptom sein. Alles kleine Einsteins! Schwachsinn! Kinder lernen nicht, sich selber kontrollieren zu müssen, wenn sie in Gemeinschaft sind. Verzogene Gören von Helikopter-Eltern und solchen Erziehungsberechtigten ohne Führerschein, die lieber Püppchen halten. Luxushäschen - Reiten - eigenes Pony - Klavier oder anderes Instrument - Tennis - später am Wochenende Wettbewerbe - Papi darf ran, Töchterchen ist ein Star. Entsprechend führt sie Terminkalender, die kleine Diva. Schule: Gymnasium, Papi/Mami. Pflegschaft - Schrecken aller LehrerInnen. Dieser Film wurde schon gedreht, oder?

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Christine Jakeman

Zustimmung 100%

Das Problem sind nicht die Kinder, es sind die Eltern.

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Thomas Frieling

Illusion von Unsterblichkeit

Eine alte Bekannte aus meiner Single-Zeit fragte einmal: Läßt Dir die Familie auch mal Zeit, wieder abends in die Stadt zu gehen? Ich fragte zurück, ob ihr die Stadt inzwischen mal Zeit gelassen hat, sich um eine Familie zu bemühen.

Ganz ehrlich: wieviele Jahre will ich mich denn noch in den "alten Cafés" oder Kneipen tummeln? Da kommt auch nichts Neues mehr her! Wer heute mit 35 Kinder bekommt, der verpaßt nichts mehr in seiner "alten" Welt. Die Illusion von Unsterblichkeit ist die schlimmste Zivilisationskrankheit!

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Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 01.06.2012 16:34 Uhr
Christopher Karl Daniels

Weitere Zustimmung

Ganz genau, Kinder geben einem einerseits eine frische Perspektive auf das eigene Leben und eröffnen einem andererseits wieder einen kindlichen Blick auf die Welt. Darüber hinaus stellen sie einen vor enorme Herausforderungen, denen man sich stellt und an denen man wächst. Der eigene Egoismus kommt da natürlich zu kurz. Aber dafür können dann vielleicht mal die Paten auf die Kinder aufpassen und Mama und Papa gehen mal aus, betrinken sich feist, tanzen wie bekloppt und lassen generell mal die Sau raus. Bis sie dann um 1 Uhr totmüde ins Bett fallen, um am nächsten Morgen vom Nachwuchs um 7 Uhr geweckt zu werden.
.
Ich sage: Das ist eines der letzten großen Abenteuer. Das möchte ich nicht verpassen.

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Ronald Gruenebaum

Zustimmung

In der Tat wird hier eine alberne Glücksutopie bedient.

Es gibt im Leben nicht viele Dinge, von denen man im voraus weiss, wie sie laufen werden. Kinderkriegen gehört dazu. Es is ziemlich klar, was auf einen zukommt.

Ich bin seit 6 Jahren in keinem Kino mehr gewesen. Der Nachwuchs macht es unmöglich, weil das Kinoticket unter Einschluss des Babysitters schnell 50 Euro kostet. Mittlerweile habe ich aber erkannt, dass sie meisten Filme ohnehin Schrott sind und man vielleicht doch eher Neuigkeiten hinterher gerannt ist, die gar keine waren. Kinder geben einem etwas, das man sonst schwer erreicht: Ein weite Perspektive und einen klareren Blick auf's Wichtige.

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Jahrgang 1978, Redakteurin im Ressort „Natur und Wissenschaft“

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