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Facebook und die Folgen Gesichtsverlust

 ·  Facebook sammelt unsere Daten und behält sie für sich. Der österreichische Jurastudent Max Schrems hat sich nun dagegen gewehrt - und Facebook zu denkwürdigen Reaktionen provoziert.

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Da staunte der österreichische Jurastudent Max Schrems nicht schlecht: Als das soziale Netzwerk Facebook endlich seinem Antrag nachkam und alle über ihn als Nutzer jemals gespeicherten Daten in gedruckter Form zustellte, erhielt er ein Paket mit 1200 DIN-A-4-Seiten. Mehr noch überraschte ihn, dass darunter auch viele von ihm gelöscht geglaubte Nachrichten oder Profileinträge waren - am meisten jedoch, dass dafür andere Daten fehlten: insbesondere solche aus dem Gesichtserkennungsprogramm, mit dem Facebook bereits für Aufsehen gesorgt hat.

Zur Erklärung teilte man ihm mit, dass diese Informationen Geschäftsgeheimnisse seien und geistiges Eigentum von Facebook darstellten. Die Initiative „Europe versus Facebook“, die Schrems ins Leben rief, hatte vor einigen Tagen auf ihrer Internetseite darauf aufmerksam gemacht, dass und wie jeder Nutzer des Netzwerks das Recht auf Einsicht in seine gespeicherten Nutzerdaten verlangen könne, weil Facebook in Europa über eine irische Tochterfirma agiert und man sich somit auf europäisches Datenschutzrecht berufen kann. Somit hat die Initiative nun gegen Facebook Ireland Ltd. in zweiundzwanzig Punkten Anzeige erstattet - eben wegen unterlassener Löschung von Daten sowie unverhältnismäßigen Eingriffs in die Privatsphäre durch die Gesichtserkennung.

Eine Betriebsprüfung ist geplant

Facebook begründete das Nichtübermitteln von Teilen der Nutzerdaten damit, dass deren Darstellung „überproportional schwierig“ sei; Schrems vermutete im Gespräch mit dieser Zeitung jedoch, dass es sich dabei „weniger um ein Können als ein Wollen“ handele. Nach einer heute ablaufenden vierzigtägigen Frist, innerhalb deren Facebook in Europa gesetzlich verpflichtet ist, auf Anträge wie den exemplarischen von Schrems alle Daten herauszugeben, und dies bislang versäumt hat, plant die irische Datenschutzbehörde nun eine Betriebsprüfung bei Facebook.

Man darf gespannt sein, was dabei herauskommt. Natürlich gilt nach wie vor, dass man sozialen Netzwerken alle privaten Text- und Bildinformationen freiwillig zur Verfügung stellt - niemand ist gezwungen zum Exhibitionismus. Der Forderung nach Transparenz wird sich das Unternehmen mit weltweit 800 Millionen Nutzern aber nicht ewig verweigern können - sonst droht ihm der Gesichtsverlust, den die Nutzer nun fürchten.

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