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Facebook plant Ortungsdienst Wo bist du? Ich bin hier!

 ·  Nur den Anschluss nicht verpassen: Facebook arbeitet an einem Freundefinder im wirklichen Leben. Fest im Blick die Nutzerdaten für die Vermarktung standortabhängiger Werbung.

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Facebook wird im März eine neue App für Mobiletelefone vorstellen. Sie wird es Nutzern des sozialen Netzwerks ermöglichen, ständig und automatisch ihren Aufenthaltsort mitzuteilen, so dass sie unter anderem über Freunde in der Nähe informiert werden können, wenn auch diese ihre Bewegungsdaten an Facebook übermitteln. Noch ist es eine Vermutung, von der die Nachrichtenagentur Bloomberg vom Hörensagen erfuhr. Dass es eine derartige App von Facebook geben wird, kann jedoch als sicher gelten, schließlich will Facebook den Anschluss an die Konkurrenz nicht verlieren.

Seit inzwischen vier Jahren ermöglicht es beispielsweise Google Kunden mit Android-Telefonen, ihre Aufenthaltsorte zu offenbaren, um Freunde zu finden und Einsicht in die eigene Bewegungsstatistik zu erhalten. Der „Google Latitude“ genannte Service ist in Googles Karten-App fest verbaut und in rund 500 Millionen Geräten verfügbar. Ebenso stellte Apple einen ähnlich funktionierenden Service namens „Find My Friends“ mit dem iPhone 4S im Oktober 2011 vor. Auch Apple verbaute die Funktionalität inzwischen in mehreren hundert Millionen Geräten.

Standortabhängige Werbung im Blick

Diese Lücke im eigenen Angebot möchte Facebook nun schließen. Das soziale Netzwerk versucht das nicht zum ersten Mal. Im August 2010 stellte Facebook den Dienst „Facebook Places“ vor. Nutzer konnten damit in Orte „einchecken“, sie bewerten und empfehlen. Hin und wieder gab es Cafés und Läden, die diese Promotion durch ihre Kunden mit Preisermäßigungen und Sonderaktionen belohnten. Erfolgreich funktionierte das System aber nicht. Facebook stellte den Dienst ein Jahr später wieder ein und gab sich damit „Foursquare“ geschlagen. Das standortbezogene soziale Netzwerk erfand nämlich schon 2009 viele der Funktionen und betreibt seinen Dienst bis heute erfolgreich. Facebook gelang es nicht, es nachzuahmen.

Dabei blieb es. Facebook führte seitdem nur Orte als Merkmal in Statusmeldungen ein und ermöglichte es seinen Nutzern, Nachrichten und Statusmeldungen mit GPS-Koordinaten zu versehen. Dass das nicht reiche, um auch im mobilen Internet zu bestehen, behaupten Analysten seit Jahren. In einem Gespräch mit ihnen gab Facebook-Gründer Mark Zuckerberg den Kritikern in der vergangenen Woche recht. Alle Entwicklungen konzentrierten sich von nun an auf mobile Anwendungen, sagte Zuckerberg. Die neue Sensibilität für Standorte liegt auf der Hand: Im Erfolgsfall wird Facebooks Datenschatz dadurch noch umfangreicher und standortabhängige Werbung zu einem Verkaufsargument für Facebooks Nutzerdaten.

Dass für den Nutzen der Benutzer aber nicht zwangsläufig riesige Datenbanken mit Bewegungsprofilen von Hunderten von Millionen von Menschen gefüttert werden müssen, bewies das in Berlin entstandene Projekt „aka-aki“ im Jahr 2008. Die App nahm per Bluetooth Kontakt zu Handys in nächster Umgebung auf, ohne dass eine Internetverbindung und Datenbankanbindung notwendig war. Doch das Prinzip zahlte sich nicht aus. Im vergangenen Jahr löste sich die junge Firma auf.

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05.02.2013, 15:06 Uhr

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