Das ist doch mal eine beruhigende Nachricht: Facebook verkauft seinen Werbekunden keine Informationen, mit denen das Unternehmen die Identität seiner Nutzer preisgäbe.
Man findet diesen Hinweis auf einer schlichten, in Grau- und Blautönen gehaltenen Seite im Facebook-Universum, auf der in knappen Worten eine neue Werbekooperation gemeldet wird: Ob Hinweise, dass sogenannte „Freunde“ bestimmte Dinge oder Dienste mögen, oder konventionelle Werbeflächen - künftig finden die Nutzer auch auf der Seite zynga.com Werbeformen, die sie von Facebook her kennen. Und nicht nur das: Diese Werbung kennt die Nutzer ebenfalls. Sie ist außerhalb von Facebook deshalb so treffsicher, weil sich die Nutzer auch dort anmelden wie auf Facebook, weil die Werbung auf Zynga auf die Daten, all die „Gefällt mir“-Signale und Einträge zurückgreifen kann, die Nutzer auf Facebook veröffentlichen.
Dann werben sie eben auch anderswo
Keine Sorge, versichert Facebook, man kann diese Werbung doch einfach wegklicken. Wir sorgen uns aber doch: weil das Unternehmen, das sich gerade erst auf dem Werbefestival in Cannes vom Chef des weltgrößten Werbekonzerns WPP hatte sagen lassen müssen, Facebook sei für einzelne Werbebotschaften ungeeignet, dazu ansetzt, im Werbegeschäft Standbein und Spielbein zu wechseln. Zielten die meisten Bemühungen bisher darauf ab, die Werbung auf Facebook durch den Rückgriff auf die Daten des einzelnen Nutzers zu optimieren, sind es erstmals diese Daten, die anderswo im Internet, außerhalb von Facebook, eingesetzt werden, um den Nutzer seinen Konsuminteressen gemäß zu umwerben.
Dass es zunächst auf den Seiten eines verbundenen Unternehmens geschieht, Zynga produziert auf Facebook populäre Spiele wie „CityVille“ oder „FarmVille“, wird nur ein erster Schritt bleiben. Der den Investoren zumindest offenbar gefällt: Die Facebook-Aktie hat, wie man sagt, Phantasie.