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Eurovision Song Contest Zwölf für Malmö

Die Teilnehmer beim deutschen Vorentscheid zum Eurovision Song Contest stehen fest. Die Auswahl der ARD umfasst viele Routiniers und einige handfeste Überraschungen.

© dpa Überraschend beim deutschen Vorentscheid für den ESC, aber wohl ohne Xavier Naidoo: Die Söhne Mannheims

Nun also doch die Söhne Mannheims. Damit gelingt dem NDR eine musikalische Überraschung, denn mit dem seit 17 Jahren erfolgreichen Bandprojekt hat ernstlich bislang niemand beim „Eurovision Song Contest“ (ESC) gerechnet. Allerdings geht es zunächst nur um den deutschen Vorentscheid, die Söhne Mannheims müssen sich bei „Unser Song für Malmö“ gegen gleich elf weitere Kandidaten durchsetzen. Zudem tritt die Band derzeit in geänderter  Formation auf: Xavier Naidoo und Michael Herberger nehmen sich eine Auszeit und werden darum wohl auch nicht am 14. Februar 2013 in der Tui-Arena in Hannover mit dabei sein, wenn die verbliebenen zwölf Söhne „One Love“ besingen werden.

Peter-Philipp Schmitt Folgen:

Seit diesem Montag stehen elf Vorentscheid-Teilnehmer fest – den Namen des zwölften Kandidaten für die Vorrunde zum ESC in Schweden im Mai will der NDR noch vor Weihnachten verraten. Weitere Einzelheiten, etwa alle Liedertitel, folgen dann erst im neuen Jahr. Zum Konzept des NDR, das nach dem endgültigen Rückzug von Stefan Raab und dessen Haussender Pro Sieben vom öffentlich-rechtlichen Sender in Hamburg allein erarbeitet werden musste, gehören gerade auch etablierte Künstler und Musiker. Aus der Casting-Show wird so ein Wettstreit, den am Ende aber dann doch auch einer der aus den Charts bereits bekannten Größen gewinnen dürfte. Zum Beispiel die Gruppe Cascada („Evacuate The Dancefloor“), die mit mehr als 30 Millionen verkauften Tonträgern einer der auf der ganzen Welt erfolgreichsten Dance-Acts ist. Das Bonner Trio tritt mit dem Titel „Glorious“ an.

Stefanie Hertel praesentiert die "Grosse Show der Weihnachtslieder" Gegenprogramm: Die Priester © dapd Bilderstrecke 

Ebenfalls schon etwas bekannter ist Saint Lu, und nicht nur, weil sie mit dem einstigen ESC-Teilnehmer Max Mutzke (Platz acht 2004 in Istanbul mit „Can’t Wait Until Tonight“) dieser Tage auf Tour ist. Ihr  rockiges Debüt-Album „Saint Lu“ stammt aus dem Jahr 2009. Die „Alpen-Anastacia“, wie die in Österreich geborene Wahl-Berlinerin schon mal genannt wurde, singt „Craving“, das Patrik Majer (Wir sind Helden) für sie produziert hat.

Nicht gerade ESC-tauglich dürfte hingen das „Ave Maris Stella“ („Meerstern, sei gegrüßt“) von der Sopranistin Mojca Erdmann sein. Den Mariengesang, der in der katholischen Kirche zur Abendvesper gesungen wird, präsentiert die Hamburgerin mit der Gruppe Die Priester, deren Album „spiritus dei“ in diesem Jahr zweifach für den Echo nominiert war. Und auch LaBrassBanda werden es auf der europäischen Bühne schwer haben: Die 2007 gegründete fünfköpfige Band aus dem Chiemgau wird mit ihrer oberbayerischer Blasmusik kaum Punkte für Deutschland holen können.

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Die anderen sechs Teilnehmer sind: Ben Ivory, ehemaliger Sänger der Rockband Splinter X, mit dem Art-Pop-Song „The Righteous Ones“; Betty Dittrich mit „Lalala“; das Berliner Künstlerkollektiv Blitzkids mvt. (sprich movement) mit „Heart On The Line“; der Berliner Finn Martin („Songwriter-Romantik trifft auf elektronische Sounds“) mit „Change“; Mobilée aus dem Ruhrgebiet mit „Little Sister“ („Ihr Handgepäck besteht aus Akkordeon, Ukulele, Banjo, Mandoline und Glockenspiel“); und Nica & Joe aus dem „X-Factor“-Finale 2011 mit „Elevated“.

Monatelang, so der Unterhaltungskoordinator der ARD, Thomas Schreiber, sei um den besten Teilnehmerkreis gerungen worden. Die Vorauswahl übernahmen Musikexperten von den größten Plattenfirmen, die Kölner Produktionsfirma Brainpool, die unter anderem die beiden letzten Grand Prix‘ in Düsseldorf und Baku produzierte, sowie der Norddeutsche Rundfunk. Schreiber freut sich nun über „die hohe Qualität unserer Künstler“ und die Bandbreite im Wettbewerb.

Über den „Song für Malmö“ wird in drei Stufen abgestimmt werden: Schon in der Woche vor der Sendung am 14. Februar werden die Hörer von neun ARD-Radiowellen Punkte vergeben können, am Abend selbst dann die Fernsehzuschauer und eine fünfköpfige Jury – und das zu gleichen Teilen. Wer in der Jury sitzen wird, ist noch geheim. Mit einem Auftritt Stefan Raabs ist jedoch nicht zu rechnen. Mit dabei werden allerdings zwei der letzten ESC-Gewinner sein: Lena (2010) und Loreen (2012).

Quelle: FAZ.NET

 
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