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Veröffentlicht: 19.03.2017, 14:49 Uhr

Inhaftierter Journalist Erdogan bezeichnet Deniz Yücel als Terror-Helfer

Eine Freilassung des in der Türkei inhaftierten Journalisten Deniz Yücel ist in weite Ferne gerückt. Der türkische Präsident Erdogan nannte ihn einen Terror-Helfer, der zum Glück festgenommen worden sei.

© dpa Demonstranten vor der türkischen Botschaft: Zumindest eine Betreuung durch das deutsche Konsulat will die Bundesregierung erreichen.

Der „Welt“-Journalist Deniz Yücel kann nicht auf eine schnelle Freilassung aus seinem türkischen Gefängnis hoffen. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan sagte am Sonntag in Istanbul, Yücel sei ein Terror-Helfer und werde vor Gericht gestellt. „Gott sei Dank ist er festgenommen worden.“ Die unabhängige türkische Justiz werde den Fall beurteilen. Yücel hat die deutsche und türkische Staatsangehörigkeit.

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Die Bundesregierung fordert die Freilassung Yücels und dass das deutsche Konsulat Yücel zunächst im Gefängnis betreuen darf. Sie verweist darauf, dass der türkische Ministerpräsident Binali Yildirim dies Bundeskanzlerin Angela Merkel bereits Anfang März zugesagt habe. Außenminister Sigmar Gabriel hatte sich im „Spiegel“ besorgt über die Unabhängigkeit der Justiz in der Türkei gezeigt. „Wenn die Türkei wirklich ein Rechtsstaat ist, wie Herr Erdogan behauptet, dann frage ich mich, wie er schon vor Beginn eines Gerichtsverfahrens wissen kann und sagen darf, dass ... Deniz Yücel ein Terrorist und Spion sei.“

Unterdessen wirft die türkische Zeitung „Günes“ der Deutschen Welle „Terror-Propaganda“ vor. Die DW hatte auf ihrer türkischen Facebookseite von der großen kurdischen Demonstration in Frankfurt per Livestream berichtet. „Jetzt reicht es: Deutschland, das türkische Minister an Auftritten hindert, hat den PKK-Anhängern mal wieder eine Kundgebung genehmigt. Und im deutschen Fernsehen DW wurde der Terror-Marsch live übertragen“, schreibt die Zeitung. Die „Günes“ hatte erst kürzlich, so gibt Deutsche-Welle-Intendant Peter Limbourg zu bedenken, ein Foto der Bundeskanzlerin gedruckt, auf dem sie als Hitler dargestellt war.

Glosse

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Von Jürgen Kaube

Mit der Äußerung, Angela Merkel entpolitisiere das Land, ist Martin Schulz über das Ziel hinausgeschossen. Dabei kann die SPD nicht einmal aus dem angeblichen Schweigen der Kanzlerin Angriffsmotive ziehen. Mehr 56 69

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