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„Emma“ : Die neue Alice Schwarzer heißt Lisa Ortgies

Neue Aufgabe: Lisa Ortgies Bild: WDR

Lisa Ortgies, derzeit Moderatorin von „frau tv“ im WDR-Fernsehen, wird neue Chefredakteurin von „Emma“. Gründerin Alice Schwarzer bleibt Herausgeberin des Blattes. Von einer ganz anderen neuen „Emma“-Chefin erfährt man bei Wikipedia.

          Eine jüngere Journalistin, blond, temperamentvoll, zwei kleine Kinder, tätig für Print und Fernsehen: Mit diesen Worten umschrieb Alice Schwarzer am Donnerstag abend bei Johannes B. Kerner die Frau, die ihr im Frühjahr 2008 als Chefredakteurin bei „Emma“ nachfolgen wird. Am Freitag gab „Emma“ ihren Namen bekannt: Es ist Lisa Ortgies, zur Zeit Moderatorin von „Frau TV“ im WDR-Fernsehen und Kolumnistin bei „Emma“.

          Jörg Thomann

          Redakteur im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Die fünfundsechzig Jahre alte Alice Schwarzer bleibt Verlegerin und Herausgeberin der von ihr vor gut dreißig Jahren gegründeten feministischen Zeitschrift und will auch weiterhin Texte beisteuern. Ortgies bringe als Absolventin der Henri-Nannen-Schule sowie als Autorin wie Moderatorin - zur Zeit bei „frau tv“ im WDR - eine reiche Erfahrung in Print und Fernsehen mit, heißt es in der Mitteilung. Sie ist verheiratet und hat eine fünfjährige Tochter und einen einjährigen Sohn.

          Toll und temperamentvoll

          Schwarzer hatte bei Kerner über ihre Nachfolgerin, deren Namen sie noch nicht verriet, mitgeteilt: „Sie ist eine sehr lebendige, tolle, temperamentvolle Person“. Die neue Chefredakteurin werde „die Erfahrungen der Mehrheit der Töchter der Emanzipation“ bei „Emma“ einbringen. Gemeint waren jene Frauen, „die sagen, ich will eine Leidenschaft für den Beruf haben, ich will aber auch Kinder haben und so weiter“.

          Die von Schwarzer genannten Kriterien hätten noch auf einige weitere Medienfrauen gepasst - etwa auf Amelie Fried, Andrea Kiewel oder Susanne Fröhlich. Letztere, die Autorin des „Moppel-Ich“ und Mutter zweier Kinder, wurde vom Freitag morgen an in der Internet-Enzyklopädie Wikipedia als neue „Emma“-Chefin genannt. Ein Beiträger hatte sich verspekuliert oder einen Scherz erlaubt. Im Telefonat mit FAZ.NET erklärte Fröhlich den Wikipedia-Eintrag gutgelaunt für falsch. Eine Chefredakteurin, deren erfolgreichstes Buch den eigenen Kampf gegen die Pfunde beschreibt, wäre für die „Emma“-Redaktion wohl auch schwer zu verdauen gewesen.

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