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Einstellung der „FTD" Trauer in Lachsrosa

 ·  Von der Einstellung der Wirtschaftszeitung „Financial Times Deutschland“, die der Verlag Gruner + Jahr nun offiziell verkündet hat, sind 364 Mitarbeiter betroffen. Der Betriebsrat übt heftige Kritik an der Informationspolitik des Verlages.

Artikel Bilder (2) Lesermeinungen (23)
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Klaus Fleissner

Rein wirtschaftlich

Kann mir bitte irgendjemand erklären, welchen Sinn es je gemacht hat, eine Zeitung, die seit Ihrer Gründung nur Verluste eingefahren hat, so lange überhaupt am Leben zu lassen.
Das verlorene Geld hat irgendjemand verdient.
Auch wenn es sich durch Steuersparmodelle gerechnet hat - von irgendwoher müssen die Millionen ja gekommen sein.

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Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 24.11.2012 11:05 Uhr
joachim tarasenko

Ich vermute stark

Das war die Propaganda Abteilung Medien (der EZB) für die ständige Berieselung des Volkes um über die Vorzüge der EU und des Euro aufzuklären. Genau das wollte jetzt David Cameron nicht mehr bezahlen. Ausserdem machte die Propaganda keinen Sinn mehr wenn überall die Wirtschaften zusammenbrechen. Unglaubwürdig

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peter myer

meine vermutung

es war als pro-euro-blatt geplant und konzipiert und nciht swar dem blatt albern genug um nicht in pro euro artikel gegossen zu werden. mit fakten hatte das nicht mehr im ansatz zu tun.

nachdem die verkaufte auflage aber 3000 stück!!! -also lächerlich -war, mußte man einsehen ,das auch die erhoffte pro euro propaganda nicht mehr länger durchschlägt und die verluste rechtfertigt.

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Hugh Greene

Um einzelne gute Journalisten ist es schade, aber diese naive Euro-Gläubigkeit wie unter Politikern?

Konkurrenz gehört zur Marktwirtschaft, ist immer gut. Insofern war die FTD eine Belebung der Presse, die anderen mußten reagieren.
Das Handelsblatt wurde weniger umständlich, die Wirtschaftsteile von FAZ und SZ analytischer, vielseitiger. Inzwischen hat sich das Handelsblatt unter dem Ex-Spiegel-Mann Steingart allerdings totreformiert: Einige Top-Redakteure sind dort vertrieben, die Tiefe zu vielen Branchen ist mehr Oberflächlichkeit gewichen. Steingart hat kein Herz für den deutschen Mittelstand, der aber seine Stammleser sind.

Die FTD war immer eine Todgeburt, weil linksliberale Trendfuzzis kein Herz für die echte freie Wirtschaft haben, aber den neuen Markt hochjubelten. Fundierte Bildung zeichnete nur wenige Schreiber aus, und so blieb oft das stylische Nachäffen grüner Modethemen, das aber schon ARD/ZDF und FR/SZ/Taz zur Genüge bieten.
Lächerlich schon geradezu das Anbeten des teuren Götzen Euro, jenseits jeder Realität.
Schade um einzelne gute Redakteure, nicht Herrn Fricke.

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Torsten Klier

Verdammt! Das rührt an meinen FTD-Abschiedschmerz.

Heute hat FTD-Chefökonom Thomas Fricke wieder eine Botschaft aus einer anderen Welt geschickt.
Tenor: Frankreich – alles prima!
Sein Rat: Nicht über Frankreich reden, denn fundamental steht Frankreich super da. Oder so.

Der Chefökonom von Chanel, Karl Lagerfeld, äußert sich hingegen so "Abgesehen von Mode, Schmuck, Parfüm und Wein ist Frankreich nicht wettbewerbsfähig." Alle anderen Produkte verkauften sich nicht, niemand aus dem Ausland wolle mehr in Frankreich produzieren. "Wer kauft schon französische Autos?"
Prognosemässig steht es bisher zwischen Lagerfeld und Fricke etwa 100:0 für Lagerfeld.

Aber will man deshalb auf Fricke und Frankreich verzichten? Ich nicht! Bitte Frau Mohn, Frau Springer, Frau Burda, Frau Jahr bitte bitte: Eure skurrilen Geschäftsmodelle dürfen nicht nur durch das Internet sterben: Gebt auch Fricke ein neues Blatt zum puttmachen!
Obwohl, noch ist nicht alles verloren. Wenn die rosa ZEIT stirbt, gibt es ja immer noch die weiße.

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thomas ackermann

Auch der Lachs hat nichts gebracht

2000 galt die FTD als letzter Schrei. da ging ein Rauschen durch den Deutschen Blätterwald: Man diskutierte über die Farbe der Seiten, die Auswirkungen auf das Handelsblatt und (natürlich) den Zeitgeist. Der sah so aus, dass sogar meine Großmutter für Infineon und Telekom-Aktien anstand, obwohl sie gar nicht wusste, was Infineon eigentlich macht und ihr Telefon immer noch aus Post-Zeiten eine Wählscheibe besaß. Meine Kommilitonen hingegen trauten sich noch nicht mit Laptop in die Vorlesung, dafür hatten sie oft und nicht ohne Stolz die FTD oder das Handelsblatt unter dem Arm. Heute ist es nicht viel anders, nur viel ausgeprägter: Studenten trauen sich nicht mehr ohne Computer oder Tablet in die Vorlesung, das Smartphone ist online und dennoch verstehen immer weniger Menschen die Zusammenhänge - sowohl in der Wirtschaft, als auch in Gesellschaft und Politik. Es werden viele weitere Zeitungen folgen und am Ende gibt es nur noch eine große breiige Masse von verdummten Konsumenten.

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Stefan Uhlig
Stefan Uhlig (printul) - 23.11.2012 15:20 Uhr

Diesmal schade

Im Gegensatz zum Ableben der betonroten FR bedauere ich das Ende der lachsroten FTD sehr. Trotz angelsächsischer Grundlinie (vgl. Euro-Diskussion!) war diese Zeitung sehr anregend. Zudem war es gut, dass das Handelsblatt, seitdem dort ein Ex-SPIEGEL-Mann das große Sagen hat, etwas Konkurrenz hatte.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 24.11.2012 10:14 Uhr
peter myer

?????

wo soll den zwischen handelsblatt und FTG der unterschied gewesen sein.

FTD angelsächische grundlinie????

sorry -FTD ist ein haus und hofblatt von gewerkschaftsökonomen und keynesianern (wobei sie keynes nicht mals zur hälfte verstanden haben, was es noch schlimme rmacht)
das handelsblatt ist kaum besser.

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Miklas Ross

Sehr schade,

habe einige Leute dort sehr gern gelesen. Alles Gute den Mitarbeitern, die werden es in der aktuellen Situation in der Medienlandschaft nicht sehr leicht haben.

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Christian Meyleran

Bis auf die Haltung zur Euro-Krise ist es schade um die FTD

Ich fand die FTD ziemlich gut, bis die Euro-Krise anfing und man dort die Lügen der Euro-Retter mitverbreitet und unterstützt hat.
Davon abgesehen spiegelt das Ende der FTD irgendwie auch den Schwund des Bürgertums in Deutschland wider.

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George Rauscher

Die FTD hinterlässt eine Lücke

denn kaum sonst gab es Prognosen, deren Gegenteil stets mit solcher Sicherheit eintraf.

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Ralf Kowollik

Niedergang in Lachsrosa

Ich habe die FTD gelesen, als Christoph Keese noch Chefredakteur war. Damals gab es die paradoxe Situation, dass Keese eher konservativ-liberal war, während die Redaktion eher links war. Konsequenterweise ist Keese dann zum Axel-Springer-Verlag gewechselt. Mit Keeses Abgang begann dann auch der schleichende Niedergang der FTD.
Das einzige, was ich an der FTD vermissen werde, ist, dass sie dem verschnarchten "Handelsblatt" etwas Konkurrenz gemacht hat.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 24.11.2012 10:18 Uhr
peter myer

....

keese war kaum besser und auch sein lebenslauf zeigt das problem. es gibt immer weniger gute journalisten mit fundierter ausbildung.

wenn man nichts auf die reihe bekommt, wird man poltiker oder journalist.

es gibt wohl kaum einen "berufsstand" neben der poltik wo es soviele leute ohne abschluß/beruf/abgebrochenen studien gibt.

ps: ich habe per se nichts gegen leute die keine formale ausbildung haben, gibt auch ein paar exemplare davon in der freien wirtschaft (da muß man nicht nur gates oder jobs bemühen)
aber dort setzten sich eben nur die durch die wirklich was auf dem kasten haben.

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Norbert Dr. Leineweber

Das wirtschaftswissenschaftliche Niveau der Zeitung hat gemessen an der FAZ nie gestimmt

Die FTD war bis zuletzt mit einer abenteuerlichen Euroromantik unterwegs und hat sich nie um das Staatsschuldenproblem gekümmert. Dem Chefökonomen Fricke sollte man daran messen was auf fortunanetz veröffentlicht wird. Dass der Chefökonom seinen Jopb verliert hatte ich ihm vor einem halben Jahr per mail zugesandt. Wie Recht ich doch hatte. Die FAZ uind das Handelsblatt reichen. Die Nische für verblendete Euroromatiker und Schuldenmacher war einfach auf die Dauer zu klein. Die FTD ist keines Nachrufes würdig. Die Leser sind mit Steltzner bestens bedient.

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Vespasia Pellegrino

Vollkommen überflüssig

Selbst in ihren letzten Tagen zeigt diese Zeitung, wie überflüssig sie war und ist. Was bietet die FTD gerade online auf der ersten Seite? Agenturmeldungen wie alle anderen auch: Konjunkturgejubel, ifo, Steuerabkommen Schweiz. Dazu so unglaublich wichtige Wirtschaftsthemen wie Schumacher und die Formel 1, Borussia Mönchengladbach, ein abgelatschtes Lifestyle-Thema wie Oldtimer. Wer arbeitet eigentlich in der Redaktion eines Wirtschaftsblattes, das niemals wirtschaftlich war?

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Peter Hoch
Peter Hoch (luxor) - 23.11.2012 12:22 Uhr

Ich will mir heute zu einem Thema verschiedenste Informationen und Meinungen anschauen

Dazu ist das Internet wie geschaffen. Dort finden sich die Hintergründe, die in Zeitungen bei der Fokussierung auf das Tagesgeschehen nicht vorhanden sind. Die FAZ liefert manchmal im Kasten unter dem Artikel auch den Hintergrund, das ist gut und entspricht dem Wunsch vieler Leser.

Ein gedrucktes Exemplar hilft bei weiteren Fragen nicht weiter, Lesermeinungen habe ich auch nicht. Deshalb sind alle gedruckten Zeitungen und Zeitschriften langfristig dem Tode geweiht. Andere Probleme sind Kosten, Verteilung, Einheitsmeinung und Bereiche, die einen nicht interessieren.

Die Fokussierung des Internets auf die persönlichen Interessen ist seine Stärke und wird auch die Fernsehanstalten hinwegfegen. Aber zumindest die ÖRAnstalten haben ja nun eine Steuer.

Sehe keine Lösung der Medien für dieses Dilemma.

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Tautz von Tronje

Die letzten 10 Jahre

war die FTD mein tagtäglicher Begleiter. Vielen Dank für eine qualitativ anspruchsvolle Wirtschaftszeitung. Etwas vergleichbares gibt es in Deutschland nicht. Sie wird mir fehlen.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 24.11.2012 10:20 Uhr
peter myer

...

ironie???

andersfalls würde das rückschlusse zulassen, was sie für anspruchsvoll halten?

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Hanna Lupin

"ein bedeutendes Kapitel deutscher Publizistik"?

Nein! Eine überflüssige Tageszeitung weniger. Die Besten werden überleben und ihren Platz in der digitalen neuen Welt finden. Die FAZ wird dazugehören. Aber die FTD hat verloren - trotz 250 Mio Euro, die in ihr versenkt wurden.

Und die Arbeitsnehmer eines Wirtschaftsblattes sollten wissen, dass ein Betrieb mit dauerhaften Verlusten keine Zukunft hat. Sie hätten sich schon etwas anderes suchen können.

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Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 24.11.2012 20:32 Uhr
Heinz Müller

Die BILD-Zeitung ...

ist in dem, was sie macht, die Beste -- so wie Dieter Bohlen (auch wenn ich ihn und den mit ihm assoziierten Schrott unsäglich finde).

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Margit Kraus
Kraus Margit (nobody_2) - 23.11.2012 12:55 Uhr

Hoffentlich Ironie?

Das ist hoffentlich Ironie? Die Besten Überleben? Ihnen ist aber schon klar, dass europaweit immer noch die Bild-Zeitung die höchste Auflage hat?

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Mathias Goldstein

Konsequent an der Leserschaft vorbei geschrieben

Im Wahljahr 2009 empfahl die Redaktion ihren Lesern, die GRÜNEN zu wählen. Allerspätestens da war klar, daß sie die Entfremdung zwischen schrumpfender Leserschaft und Redaktion nicht mehr aufzuhalten gewesen ist.

Die "rosa ZEIT" agitierte zunehmend auch außerhalb der Kommentare bei den redaktionellen Artikeln im Sinne gewerkschaftsnaher Wirtschaftsinstitute und auch im gestrigen Leitartikel wird das Lob des großen Opposionsführers Steinbrück in der Haushaltsdebatte gesungen.

Das ist gut für das gutmenschelnde Gewissen der Redakteure, aber von (noch) linken BWL-Studenten, die dann auf das Online-Angebot zurück greifen, kann eine Börsenzeitung nicht leben.

In den Jahren nach der Abnabelung vom brittischen Mutterblatt war die Zeitung eine Bereicherung, in den letzten Jahren ist man dem Linkstrend der Öffentlich-Rechtlichen nachgehechelt und wunderte sich dabei, warum immer weniger im Monat knapp 50 Euro für grünen Einheitsbrei berappen wollten.

Das HANDELSBLATT wird's freuen.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 24.11.2012 20:35 Uhr
Heinz Müller

Naja,

dass die neoliberalen Medien und sogenannten "Experten" sich mit Rum bekleckert haben, ist ausgehend von der Banken- und Wirtschaftskrise wohl kaum ernsthaft zu behaupten.

So gesehen wenden sich die Leute einfach von der Augenwischerei des reaktionär-konservativen Einheitsbreis ab, da hilft auch kein Grünen-Bashing im geschlossenen Leserzirkel der FAZ online.

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23.11.2012, 10:40 Uhr

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