23.11.2012 · Von der Einstellung der Wirtschaftszeitung „Financial Times Deutschland“, die der Verlag Gruner + Jahr nun offiziell verkündet hat, sind 364 Mitarbeiter betroffen. Der Betriebsrat übt heftige Kritik an der Informationspolitik des Verlages.
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Kann mir bitte irgendjemand erklären, welchen Sinn es je gemacht
hat, eine Zeitung, die seit Ihrer Gründung nur Verluste eingefahren
hat, so lange überhaupt am Leben zu lassen.
Das verlorene Geld hat irgendjemand verdient.
Auch wenn es sich durch Steuersparmodelle gerechnet hat - von
irgendwoher müssen die Millionen ja gekommen sein.
Ich vermute stark
Das war die Propaganda Abteilung Medien (der EZB) für die ständige Berieselung des Volkes um über die Vorzüge der EU und des Euro aufzuklären. Genau das wollte jetzt David Cameron nicht mehr bezahlen. Ausserdem machte die Propaganda keinen Sinn mehr wenn überall die Wirtschaften zusammenbrechen. Unglaubwürdig
meine vermutung
es war als pro-euro-blatt geplant und konzipiert und nciht swar dem
blatt albern genug um nicht in pro euro artikel gegossen zu werden. mit
fakten hatte das nicht mehr im ansatz zu tun.
nachdem die verkaufte auflage aber 3000 stück!!! -also
lächerlich -war, mußte man einsehen ,das auch die erhoffte
pro euro propaganda nicht mehr länger durchschlägt und die
verluste rechtfertigt.
Um einzelne gute Journalisten ist es schade, aber diese naive Euro-Gläubigkeit wie unter Politikern?
Konkurrenz gehört zur Marktwirtschaft, ist immer gut. Insofern war
die FTD eine Belebung der Presse, die anderen mußten reagieren.
Das Handelsblatt wurde weniger umständlich, die Wirtschaftsteile
von FAZ und SZ analytischer, vielseitiger. Inzwischen hat sich das
Handelsblatt unter dem Ex-Spiegel-Mann Steingart allerdings
totreformiert: Einige Top-Redakteure sind dort vertrieben, die Tiefe zu
vielen Branchen ist mehr Oberflächlichkeit gewichen. Steingart hat
kein Herz für den deutschen Mittelstand, der aber seine Stammleser sind.
Die FTD war immer eine Todgeburt, weil linksliberale Trendfuzzis kein
Herz für die echte freie Wirtschaft haben, aber den neuen Markt
hochjubelten. Fundierte Bildung zeichnete nur wenige Schreiber aus, und
so blieb oft das stylische Nachäffen grüner Modethemen, das
aber schon ARD/ZDF und FR/SZ/Taz zur Genüge bieten.
Lächerlich schon geradezu das Anbeten des teuren Götzen Euro,
jenseits jeder Realität.
Schade um einzelne gute Redakteure, nicht Herrn Fricke.
Verdammt! Das rührt an meinen FTD-Abschiedschmerz.
Heute hat FTD-Chefökonom Thomas Fricke wieder eine Botschaft aus
einer anderen Welt geschickt.
Tenor: Frankreich – alles prima!
Sein Rat: Nicht über Frankreich reden, denn fundamental steht
Frankreich super da. Oder so.
Der Chefökonom von Chanel, Karl Lagerfeld, äußert sich
hingegen so "Abgesehen von Mode, Schmuck, Parfüm und Wein ist
Frankreich nicht wettbewerbsfähig." Alle anderen Produkte
verkauften sich nicht, niemand aus dem Ausland wolle mehr in Frankreich
produzieren. "Wer kauft schon französische Autos?"
Prognosemässig steht es bisher zwischen Lagerfeld und Fricke etwa
100:0 für Lagerfeld.
Aber will man deshalb auf Fricke und Frankreich verzichten? Ich nicht!
Bitte Frau Mohn, Frau Springer, Frau Burda, Frau Jahr bitte bitte: Eure
skurrilen Geschäftsmodelle dürfen nicht nur durch das Internet
sterben: Gebt auch Fricke ein neues Blatt zum puttmachen!
Obwohl, noch ist nicht alles verloren. Wenn die rosa ZEIT stirbt, gibt
es ja immer noch die weiße.
Auch der Lachs hat nichts gebracht
2000 galt die FTD als letzter Schrei. da ging ein Rauschen durch den Deutschen Blätterwald: Man diskutierte über die Farbe der Seiten, die Auswirkungen auf das Handelsblatt und (natürlich) den Zeitgeist. Der sah so aus, dass sogar meine Großmutter für Infineon und Telekom-Aktien anstand, obwohl sie gar nicht wusste, was Infineon eigentlich macht und ihr Telefon immer noch aus Post-Zeiten eine Wählscheibe besaß. Meine Kommilitonen hingegen trauten sich noch nicht mit Laptop in die Vorlesung, dafür hatten sie oft und nicht ohne Stolz die FTD oder das Handelsblatt unter dem Arm. Heute ist es nicht viel anders, nur viel ausgeprägter: Studenten trauen sich nicht mehr ohne Computer oder Tablet in die Vorlesung, das Smartphone ist online und dennoch verstehen immer weniger Menschen die Zusammenhänge - sowohl in der Wirtschaft, als auch in Gesellschaft und Politik. Es werden viele weitere Zeitungen folgen und am Ende gibt es nur noch eine große breiige Masse von verdummten Konsumenten.
Im Gegensatz zum Ableben der betonroten FR bedauere ich das Ende der lachsroten FTD sehr. Trotz angelsächsischer Grundlinie (vgl. Euro-Diskussion!) war diese Zeitung sehr anregend. Zudem war es gut, dass das Handelsblatt, seitdem dort ein Ex-SPIEGEL-Mann das große Sagen hat, etwas Konkurrenz hatte.
Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 24.11.2012 10:14 Uhr?????
wo soll den zwischen handelsblatt und FTG der unterschied gewesen sein.
FTD angelsächische grundlinie????
sorry -FTD ist ein haus und hofblatt von gewerkschaftsökonomen und
keynesianern (wobei sie keynes nicht mals zur hälfte verstanden
haben, was es noch schlimme rmacht)
das handelsblatt ist kaum besser.
habe einige Leute dort sehr gern gelesen. Alles Gute den Mitarbeitern, die werden es in der aktuellen Situation in der Medienlandschaft nicht sehr leicht haben.
Bis auf die Haltung zur Euro-Krise ist es schade um die FTD
Ich fand die FTD ziemlich gut, bis die Euro-Krise anfing und man dort
die Lügen der Euro-Retter mitverbreitet und unterstützt hat.
Davon abgesehen spiegelt das Ende der FTD irgendwie auch den Schwund des
Bürgertums in Deutschland wider.
Die FTD hinterlässt eine Lücke
denn kaum sonst gab es Prognosen, deren Gegenteil stets mit solcher Sicherheit eintraf.
Ich habe die FTD gelesen, als Christoph Keese noch Chefredakteur war.
Damals gab es die paradoxe Situation, dass Keese eher
konservativ-liberal war, während die Redaktion eher links war.
Konsequenterweise ist Keese dann zum Axel-Springer-Verlag gewechselt.
Mit Keeses Abgang begann dann auch der schleichende Niedergang der FTD.
Das einzige, was ich an der FTD vermissen werde, ist, dass sie dem
verschnarchten "Handelsblatt" etwas Konkurrenz gemacht hat.
....
keese war kaum besser und auch sein lebenslauf zeigt das problem. es
gibt immer weniger gute journalisten mit fundierter ausbildung.
wenn man nichts auf die reihe bekommt, wird man poltiker oder journalist.
es gibt wohl kaum einen "berufsstand" neben der poltik wo es
soviele leute ohne abschluß/beruf/abgebrochenen studien gibt.
ps: ich habe per se nichts gegen leute die keine formale ausbildung
haben, gibt auch ein paar exemplare davon in der freien wirtschaft (da
muß man nicht nur gates oder jobs bemühen)
aber dort setzten sich eben nur die durch die wirklich was auf dem
kasten haben.
Das wirtschaftswissenschaftliche Niveau der Zeitung hat gemessen an der FAZ nie gestimmt
Die FTD war bis zuletzt mit einer abenteuerlichen Euroromantik unterwegs und hat sich nie um das Staatsschuldenproblem gekümmert. Dem Chefökonomen Fricke sollte man daran messen was auf fortunanetz veröffentlicht wird. Dass der Chefökonom seinen Jopb verliert hatte ich ihm vor einem halben Jahr per mail zugesandt. Wie Recht ich doch hatte. Die FAZ uind das Handelsblatt reichen. Die Nische für verblendete Euroromatiker und Schuldenmacher war einfach auf die Dauer zu klein. Die FTD ist keines Nachrufes würdig. Die Leser sind mit Steltzner bestens bedient.
Selbst in ihren letzten Tagen zeigt diese Zeitung, wie überflüssig sie war und ist. Was bietet die FTD gerade online auf der ersten Seite? Agenturmeldungen wie alle anderen auch: Konjunkturgejubel, ifo, Steuerabkommen Schweiz. Dazu so unglaublich wichtige Wirtschaftsthemen wie Schumacher und die Formel 1, Borussia Mönchengladbach, ein abgelatschtes Lifestyle-Thema wie Oldtimer. Wer arbeitet eigentlich in der Redaktion eines Wirtschaftsblattes, das niemals wirtschaftlich war?
Ich will mir heute zu einem Thema verschiedenste Informationen und Meinungen anschauen
Dazu ist das Internet wie geschaffen. Dort finden sich die
Hintergründe, die in Zeitungen bei der Fokussierung auf das
Tagesgeschehen nicht vorhanden sind. Die FAZ liefert manchmal im Kasten
unter dem Artikel auch den Hintergrund, das ist gut und entspricht dem
Wunsch vieler Leser.
Ein gedrucktes Exemplar hilft bei weiteren Fragen nicht weiter,
Lesermeinungen habe ich auch nicht. Deshalb sind alle gedruckten
Zeitungen und Zeitschriften langfristig dem Tode geweiht. Andere
Probleme sind Kosten, Verteilung, Einheitsmeinung und Bereiche, die
einen nicht interessieren.
Die Fokussierung des Internets auf die persönlichen Interessen ist
seine Stärke und wird auch die Fernsehanstalten hinwegfegen. Aber
zumindest die ÖRAnstalten haben ja nun eine Steuer.
Sehe keine Lösung der Medien für dieses Dilemma.
war die FTD mein tagtäglicher Begleiter. Vielen Dank für eine qualitativ anspruchsvolle Wirtschaftszeitung. Etwas vergleichbares gibt es in Deutschland nicht. Sie wird mir fehlen.
Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 24.11.2012 10:20 Uhr...
ironie???
andersfalls würde das rückschlusse zulassen, was sie für
anspruchsvoll halten?
"ein bedeutendes Kapitel deutscher Publizistik"?
Nein! Eine überflüssige Tageszeitung weniger. Die Besten
werden überleben und ihren Platz in der digitalen neuen Welt
finden. Die FAZ wird dazugehören. Aber die FTD hat verloren - trotz
250 Mio Euro, die in ihr versenkt wurden.
Und die Arbeitsnehmer eines Wirtschaftsblattes sollten wissen, dass ein
Betrieb mit dauerhaften Verlusten keine Zukunft hat. Sie hätten
sich schon etwas anderes suchen können.
Die BILD-Zeitung ...
ist in dem, was sie macht, die Beste -- so wie Dieter Bohlen (auch wenn ich ihn und den mit ihm assoziierten Schrott unsäglich finde).
Hoffentlich Ironie?
Das ist hoffentlich Ironie? Die Besten Überleben? Ihnen ist aber schon klar, dass europaweit immer noch die Bild-Zeitung die höchste Auflage hat?
Konsequent an der Leserschaft vorbei geschrieben
Im Wahljahr 2009 empfahl die Redaktion ihren Lesern, die GRÜNEN zu
wählen. Allerspätestens da war klar, daß sie die
Entfremdung zwischen schrumpfender Leserschaft und Redaktion nicht mehr
aufzuhalten gewesen ist.
Die "rosa ZEIT" agitierte zunehmend auch außerhalb der
Kommentare bei den redaktionellen Artikeln im Sinne gewerkschaftsnaher
Wirtschaftsinstitute und auch im gestrigen Leitartikel wird das Lob des
großen Opposionsführers Steinbrück in der
Haushaltsdebatte gesungen.
Das ist gut für das gutmenschelnde Gewissen der Redakteure, aber
von (noch) linken BWL-Studenten, die dann auf das Online-Angebot
zurück greifen, kann eine Börsenzeitung nicht leben.
In den Jahren nach der Abnabelung vom brittischen Mutterblatt war die
Zeitung eine Bereicherung, in den letzten Jahren ist man dem Linkstrend
der Öffentlich-Rechtlichen nachgehechelt und wunderte sich dabei,
warum immer weniger im Monat knapp 50 Euro für grünen
Einheitsbrei berappen wollten.
Das HANDELSBLATT wird's freuen.
Naja,
dass die neoliberalen Medien und sogenannten "Experten" sich
mit Rum bekleckert haben, ist ausgehend von der Banken- und
Wirtschaftskrise wohl kaum ernsthaft zu behaupten.
So gesehen wenden sich die Leute einfach von der Augenwischerei des
reaktionär-konservativen Einheitsbreis ab, da hilft auch kein
Grünen-Bashing im geschlossenen Leserzirkel der FAZ online.