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Veröffentlicht: 18.02.2017, 18:23 Uhr

Youtube-Star „PewDiePie“ König der Youtuber im freien Fall

Felix Kjellberg alias „PewDiePie“ ist bei Youtube ein Star. 53 Millionen Abonnenten folgen ihm. Jetzt hat er es sich mit antisemitischen „Witzen“ verscherzt.

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© dpa „Ups, ich habe es schon wieder getan“: Youtube-Star Felix Kjellberg steht in der Kritik, nachdem er antisemitische Symbole und Parolen in seinen Videos verwendet hat.

Was auf Youtube passierte, das blieb lange auf Youtube. Wie auch anders? Pro Minute ergießen sich weltweit mehrere hundert Stunden Bewegtbild auf die Google-Plattform. Ebenso wenig wie Facebook lässt sich Youtube auf einen Nenner bringen oder in irgendeiner Form bewachen. Youtube bringt seine eigenen Stars hervor, der Größte von ihnen ist ein junger Mann aus Schweden mit dem Künstlernamen „PewDiePie“. Felix Kjellberg, wie er bürgerlich heißt, hatte bis gerade eben Verträge mit Disney und Google. Mit Videos über Computerspiele hatte er sich einen Namen gemacht, doch hat er es sich mit antisemitischen und rechtspopulistischen Videobeiträgen, die er als verunglückte Satire ausgibt, bei seinen Geschäftspartnern verscherzt. Ein Teil seiner Entourage im Netz aber scheint ihn weiter zu unterstützen.

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Mehr als 53 Millionen Menschen schauen dem siebenundzwanzigjährigen Schweden zu, wenn er Computerspiele exerziert und dazu nicht sonderlich originelle Kommentare abgibt. „PewDiePie“ führt die Liste der Youtuber mit den meisten Abonnements mit einem Vorsprung von etwa zwanzig Millionen an – seit Jahren. Laut „Social Blade“, einer Website, die Statistiken zu Youtubern aufbereitet, sind seine Videos insgesamt mehr als 14,7 Milliarden Mal aufgerufen worden. Durch Werbung verdiente Kjellberg damit zuletzt angeblich bis zu fünfzehn Millionen Dollar im Jahr. Doch da er sich vornehmlich mit Spielen beschäftigte, blieb er eine Szene-Figur.

Neun Videos mit Nazi-Anspielungen in sechs Monaten

Das hat sich mit seinen „Witzen“ mit antisemitischen Inhalten geändert. Plötzlich ist der König der Youtuber in Schwierigkeiten. Er hatte unter anderem über die Online-Plattform „Fiverr“, auf der sich diverse Dienstleistungen gegen Geld ordern lassen, zwei Männer dazu gebracht, im Baströckchen ein Plakat in die Höhe zu halten, auf dem steht: „Death to all jews“. Das „Wall Street Journal“ machte sodann antisemitische Inhalte und Nazi-Anspielungen in neun Videos des Youtubers aus den letzten sechs Monaten aus. So tauchten in Kjellbergs Videos wiederholt Hakenkreuze auf und ihm wurde vorgeworfen, in einem Video den Arm zu Hitlergruß erhoben zu haben („Ich habe nur auf etwas gezeigt“). In einem anderen Video sitzt er in einer Kostüm-Uniform vor dem Bildschirm und sieht sich eine Hitler-Rede an.

Daraufhin distanzierten sich die Disney-Tochter „Maker-Studios“ sowie Youtube von ihrem Star und kündigten lukrative Verträge. „Auch wenn Felix sein Publikum oft durch provokative und respektlose Weise gewonnen hat, ist er in diesem Fall klar zu weit gegangen“, die Videos seien „unangemessen“, sagte eine Sprecherin der Maker-Studios. Youtube setzte die zweite Staffel der Serie „Scare PewDiePie“ ab, der Mutterkonzern Google nahm ihn aus dem Exklusiv-Werbeprogramm „Google Preferred“.

PewDiePie inszeniert sich als Opfer

An anderer Stelle im Netz, auf einer amerikanischen Neo-Nazi-Seite, wurde derweil applaudiert: „The World’s #1 PewDiePie Fansite“, ist dort unter dem Porträt des Schweden zu lesen. Auf der Plattform Tumblr entschuldigte sich Kjellberg zunächst: „Ich unterstütze in keiner Weise irgendeine Art hasserfüllter Gesinnungen.“ Am Donnerstag dann drehte er in einem Video, das Freitagnachmittag schon auf mehr als sechs Millionen Aufrufe gekommen war, den Spieß rum, inszeniert sich als Opfer und klagt in Donald-Trump-Manier an: Die „,Old-School‘-Medien“ hätten ihn bisher, wenn überhaupt, nur wahrgenommen, weil er hohe Einnahmen habe. Sie mochten „keine Internet-Persönlichkeiten, weil sie Angst vor uns haben.

© YouTube/PewDiePie

Wir haben so viel Einfluss.“ Man behandle ihn falsch, attackiert werde er, weil er zuvor die Medien und ihre „Clickbait“-Attitüde angegriffen habe: „Dafür muss ich jetzt einen hohen Preis zahlen.“ Das Video mit dem Schild und der antisemitischen Botschaft darauf habe er aufgenommen, um zu zeigen „wie dumm diese Internetseite ist und wie weit du es treiben kannst, wenn du fünf Dollar bezahlst. Ich entschuldige mich für die Wörter, die ich gebraucht habe. Ich weiß, dass sie Menschen verletzt hat.“ Dieser Witz sei zu weit gegangen.

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Im selben Atemzug wirft Kjellberg dem „Wall Street Journal“ vor, die Maker Studios und Google „gezwungen“ zu haben, sich von ihm zu distanzieren – weil sie seine Videos nicht als Witz auffassen, sondern sie „aus ihrem Kontext herauslösen“. Den Hass, den man ihm vorwerfe, schürten in Wahrheit die Journalisten – sagt Felix Kjellberg und blendet die Namen der drei Autoren des „Wall Street Journal“ ein.

Glosse

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Oslo hat eine großartige Oper. Doch was auf dem Programm steht, ist vernichtend: Intriganz, Missgunst, Hoch- und Kleinmut legen den Betrieb lahm. An die Musik scheint niemand zu denken. Mehr 0

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