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Veröffentlicht: 25.04.2016, 15:29 Uhr

Nach Festnahme in der Türkei Einbruch bei Erdogan-kritischer Journalistin in Amsterdam

Nach ihrer vorübergehenden Festnahme darf die niederländische Journalistin Ebru Umar die Türkei nicht verlassen. In Amsterdam wurde unterdessen in ihre Wohnung eingebrochen und ein Computer gestohlen.

© AFP Ebru Umar mit ihrem Anwalt beim Verlassen des Polizeigebäudes von Kusadasi

Bei der niederländischen Journalistin, die in der Türkei wegen kritischer Äußerungen über Präsident Recep Tayyip Erdogan kurzzeitig festgenommen wurde, ist eingebrochen worden. Die Tür ihrer Wohnung in Amsterdam sei „mit viel Gewalt“ aufgebrochen worden, sagte Ebru Umar am Montag der niederländischen Nachrichtenagentur ANP. Ihr alter Computer sei gestohlen worden, sagte die türkischstämmige Journalistin in der Zeitung „Metro“. Dies sei ein „Einschüchterungsversuch“ und eine „Provokation“.

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Die Polizei in Amsterdam war zunächst nicht für eine Bestätigung zu erreichen. Ebru Umar hatte für die Zeitung „Metro“ kürzlich eine sehr kritische Kolumne über Erdogan verfasst und Auszüge daraus im Kurzbotschaftendienst Twitter verbreitet. In der Nacht zum Sonntag wurde sie nach eigenen Angaben von der Polizei aus ihrer Wohnung im westtürkischen Badeort Kusadasi geholt und zur Befragung durch einen Staatsanwalt gebracht. Am Sonntag wurde sie, nachdem sich auch die niederländische Regierung eingeschaltet hatte, wieder freigelassen.

In Umars Kolumne ging es um ein Schreiben des türkischen Konsulats in Rotterdam, in dem Türken in den Niederlanden aufgerufen wurden, jede „Beleidigung“ Erdogans im Internet zu melden. Das Schreiben hatte für heftige Kritik gesorgt. Das Konsulat sprach anschließend von einem „Missverständnis“.

„Größenwahnsinniger Diktator“

Ebru Umar verglich in ihrem Text in „Metro“ die von dem türkischen Konsulat angeregte Praxis mit dem Denunziantentum der holländischen nationalsozialistischen Partei NSB, die während der Besetzung der Niederlande im Zweiten Weltkrieg mit den Deutschen kollaborierte. Erdogan bezeichnete sie als „den schlimmsten, größenwahnsinnigen Diktator, den die Türkei seit der Gründung der Republik im Jahr 1923 erlebt hat“. Potentielle Denunzianten bedachte sie mit einem Schimpfwort.

Von dem Einbruch in ihr Haus in Amsterdam habe sie ihr Nachbar in Kenntnis gesetzt, sagte Ebru Umar im Gespräch mit ihrer eigenen Zeitung „Metro“: „Die Haustür wurde aufgebrochen und alles auf den Kopf gestellt. Mein alter Laptop wurde gestohlen.“ Glücklicherweise habe sie ihren neuen Laptop bei sich. Sie befinde sich „in einem Strudel“. In die Niederlande dürfe sie zurzeit nicht zurückkehren.

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