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Dienstag, 18. Juni 2013
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Ein Verdacht, ein Dementi Werden Einträge ohne Priorisierung bei Facebook unterdrückt?

 ·  Die Zahl der Abonnenten seiner Beiträge bei Facebook wuchs rasant, die Zahl der „Gefällt mir“- oder „Teilen“-Aktionen sank: Nick Bilton, Blogger bei der „New York Times“, hatte einen Verdacht, woran es liegen könnte. Und machte einen Selbstversuch.

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Diesmal kam der Zweifel einem Blogger der „New York Times“: Nick Bilton, renommierter Technik-Journalist, Kolumnist und Kopf des „Bits“-Blog der Zeitung, war aufgefallen, dass die Zahl der Abonnenten seiner Einträge in Facebook zwar innerhalb eines Jahres von 25000 auf knapp 400000 gestiegen, die Zahl der Reaktionen darauf hingegen gefallen war.

Seit anderthalb Jahren bietet Facebook die Möglichkeit, über die Funktion „Abonnieren“ neue Einträge anderer Nutzer in der eigenen Liste, einem „News Feed“ angezeigt zu bekommen, ohne mit ihnen „befreundet“ sein zu müssen. Mit den Funktionen „Gefällt mir“ und „Teilen“ können diese Abonnenten dann ihrerseits diese Einträge in den Listen ihrer „Freunde“ zeigen.

Facebook kontert mit Qualitätszweifeln

Hatten Biltons gute Vorsätze für das Jahr 2012 noch über fünfhundert Mal Gefallen gefunden, sind seine vier Beiträge in diesem Januar im Durchschnitt nur noch dreißig Mal auf diese Weise weiterverbreitet worden. Und das, obwohl die Zahl seiner Abonnenten inzwischen um das Sechzehnfache gestiegen war. Dann ließ Bilton einen Beitrag „hervorheben“. Diese kostenpflichtige Funktion priorisiert einen Beitrag in den Listen der „Freunde“. Nick Bilton hatte sieben Dollar dafür gezahlt und erhielt dafür nicht nur 130 „Gefällt mir“-Markierungen innerhalb weniger Stunden, sondern auch noch die Glückwünsche des Unternehmens. Jetzt fühlte sich Bilton hinters Licht geführt, erkundigte sich bei zwei Produktmanagern von Facebook und ein paar Experten, schrieb über seinen Eindruck, es würden nicht nur „hervorgehobene“ Beiträge bevorzugt, sondern ohne weitere Bezahlung veröffentlichte Meldungen unterdrückt, im Blog und löste eine Welle der Empörung aus.

Auch Facebook reagierte umgehend. Zum einen, heißt es in einem „Fact Check“, sei die Interaktion von Abonnenten insgesamt im vergangenen Jahr um 34 Prozent gestiegen, zum anderen könnten im Einzelfall durchaus die „Qualität“ oder die Anzahl der Veröffentlichungen dazu beigetragen haben, dass der Algorithmus, der im übrigen stetig verbessert werde, die betreffenden Beiträge nachrangig behandelt habe. Unabhängig davon hat Facebook für diesen Donnerstag zu einer Pressekonferenz geladen, um Neuerungen seines News Feeds bekanntzugeben.

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Jahrgang 1972, Redakteur im Feuilleton.

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