30.08.2012 · Die Zukunft des Internets wird in Dubai entschieden. Aus einer internationalen Konferenz in dem Emirat könnten die ICANN, Amerika und die Meinungsfreiheit als Verlierer hervorgehen.
Von Philipp SandmannRichtlinien für Lesermeinungen
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wenn die Großmächte und Konzerne das Internet
"besitzen", dann werden sie merken, dass die Benutzer
abwandern und sich anderen zuwenden, als sich dem Diktat der
Mächtigen zu beugen.
Dies ist eine Lehre der Geschichte, die wohl jede Generation von
Machthabern lernen muß.
Ein übermäßig reguliertes Internet findet ohne mich
statt - auf jeden Fall ohne mein Geld.
Soll das Internet letztenendes vom US-Militär reguliert werden, oder jedes Land selbständig sein?
Sorum sollte man die Frage mal stellen.
Darf sich jemand der Zensur durch Googel und Facebook entziehen, darf
sich ein Land wie Iran gegen den Cyber-Krieg seitens USA und Israel
abschotten?
DIe amerikanische Logik verstehe..
..wer da kann: wenn mehrere Länder oder gar die UNO an der
Kontrolle des Internets teilhaben, dann wird das Internet undemokratischer?
Wenn ich mir die Reden von Wahlparteitag der Republikaner anhöre
und mir vorstelle, daß diese Leute bald das Internet
kontrollieren, finde ich das auch beängstigend.
So scheinen das die Amerikaner zumindest zu sehen:
"Dass die Amerikaner kein Interesse haben, zentrale Instanzen der Internetverwaltung den Vereinten Nationen zu übergeben, versteht sich von selbst - sie verlören massiv an Einfluss."
die UNO an der Kontrolle des Internets teilhaben, dann wird das Internet undemokratischer?
Genau! Schauen Sie sich mal die Zusammensetzung der UN-Staaten an. Diktatorisch, autoritär und undemokratisch, sind die meisten Mitgliedsstaaten. Von einer Demokratie wie in den USA weit entfernt. Aber den Linken, den Losern der Geschichte, gehts ja nur um eins: Hauptsache anti-amerikanisch.
Die Schere im Kopf ersetzt die Zensur
"Durch die Sperrung der westlichen Plattformen geht der Staat
sicher, dass die einheimischen Nutzer auf chinesischen Servern surfen
und nicht etwa auf denen aus dem zensurfreien Ausland."
Zensurfreies Ausland - der war gut, haha!
Günter Grass sprach von einer gleichgeschalteten Presse in
Deutschland. Da ist allerdings staatliche Zensur nicht mehr nötig.
ARD und ZDF berichteten etwa über den Überfall auf Libyen in
einer Weise, dass ich glaubte, ich hätte versehentlich die
Pressestelle der NATO oder des Pentagon eingeschaltet. Mit Syrien
dasselbe Spiel. Fast alle Printmedien folgten diesem Beispiel.
Die Hofberichterstattung über den Euro ...
Der Umgang mit Manning und Assange zeigt, wieviel Freiheit im
zensurfreien Ausland herrscht, sobald die eigenen Verbrechen
schonungslos aufgedeckt werden.
Das Leistungsschutzrecht der Regierung und Verlage versuchte neulich
erst, die Bloggerszene in Deutschland per Zivilrecht auszuschalten.
Zensurfreies Ausland
Sehr geehrter Herr Schreck,
Sie nehmen Print und Fernsehmedien als Beispiel, dabei geht es hier um
das Netz.
Das Internet in Deutschland, das muss man doch anerkennen, wird nicht
zensiert. Wir hätten sonst gar nicht die Möglichkeit über
ein solches Thema zu diskutieren. Es wird immer Versuche geben,
unangenehme Themen unter den Tisch zu kehren. Ich stimme Ihnen zu, der
Umgang mit Manning und Assange ist grenzwertig, aber letztlich hat doch
das unzensierte Netz dafür gesorgt, dass man an diese brisanten
Informationen gelangen konnte. Das wäre in China nicht möglich gewesen.
MFG
"Dass die Amerikaner kein Interesse haben, zentrale Instanzen der Internetverwaltung den Vereinten Nationen zu übergeben, versteht sich von selbst - sie verlören massiv an Einfluss. Aber es gibt gute Gründe, den Vereinten Nationen ob der dort widerstreitenden politischen Kräfte als möglicher Online-Welteregierung mit Skepsis zu begegnen."
Anarchie im Netz führt zu menschenverachtender Hetze.
Nichts gegen das Internet als Informationsmedium und als Vertriebskanal.
Ein großes Problem ist jedoch das Internet als Verabredungsort zu
gemeingefährlichen Straftaten, zum Terrorismus und zur
Stimmungsmache. Die Attentäter des 11. September missbrauchten das
Internet, ebenso die Revoluzzer und Aufständischen in Ägypten,
Lybien und Syrien, die gegen ihre rechtmäßigen Regierungen
vorgingen.
Aber auch in Deutschland droht Gefahr: Christian Wulff wäre noch
Bundespräsident, Freiherr Karl-Theodor von und zu Guttenberg immer
noch Bundesminister der Verteidigung und Stefan Mappus immer noch
Ministerpräsident in Baden-Württemberg, hätten sich nicht
Blogger und andere Schmierfinken im Netz zusammengeschlossen und den Mob
aufgeheizt. Auf die genannten wird immer noch gehetzt, obwohl sie sich
nichts haben zu Schulden kommen lassen, außer daß sie
für bürgerliche, werteorientierte konservative Politik stehen.
Das Internet muss reguliert werden, um Menschenverachtung keinen Raum zu geben.
Überbewerten Sie das Internet nicht!
So wie sich Göbbels damals dem "neuen" Medium Rundfunk bedient hat, würde er gleiches mit dem Internet!
Sehr geerhter Herr Ottfried Meyer, die von Ihnen genannten Fälle sind zumeist
.. durch die Meinungsfreiheit gedeckt.
Möglicherweise sind aber viele Beleidigungen und Verleumdungen
im heutigen unregulierten Internet kaum zu verfolgen.
Dass muss natürlich irgendwie gerebgelt werden.
Es kann nicht jeder über anderen anonym herziehen und Lügen verbreiten.
Der Assad-Clan herrscht in Syrien seit 1971
erst der Vater, seit 2000 der Sohn Bashir. Sowas nennen Sie
"rechtmäßige Regierungen"? Gaddhafi in Lybien
wäre ein mindestens genau so bizarres Beispiel. Hätte es das
Internet schon zu Zeiten der Diktatoren Hitler, Stalin, Mussolini,
Franco, Salazar und vieler anderer gegeben, der Welt wäre viel
erspart geblieben.
Aber Sie wolten sicher eine besonders scharfe Satire verfassen.
Herr Meyer,
es ist offensichtlich, wie sehr Sie die sogenannten Schmierfinken
verachten, die die Wahrheit ans Licht gebracht haben. Menschenverachtung
ist überall, vorwiegend jedoch in der "wirklichen Welt",
und da müsste man zuerst dagegen angehen. Dort tut sie nämlich
wirklich weh, im Gegensatz zum Netz, wo viele auch nur aus Lust an
Provokation ihre Tiraden ablassen.
Zu den "rechtmäßigen Regierungen" und dem Freiherrn
den Sie hier erwähnen möchte ich mir jede verächtliche
Bemerkung verkneifen, sonst werfen Sie mich noch aus dem Netz...
Menschenverachtung gibt es auch
am Stammtisch oder im Büro. Am besten wir postieren überall,wo mehr als zwei Menschen zusammen kommen, einen "Anstands Wauwau"! Und natürlich ist es furchtbar wenn Gesetzesübertretungen der Führungselite aufgedeckt werden! So etwas darf nicht sein,oder? Die Führung hat immer Recht,und wenn sie mal nicht Recht hat....nun Sie kennen das Sprichwort wohl selbst. Sollte Ihr Beitrag sarkastisch gemeint sein,ist er gut. Ansonsten willkommen "willkommen im Überwachungsstaat"!
"Trüge ich einen Hut, ich lüftete ihn.
Hätte ich einen Degen, ich senkte ihn. Aber ich trage keinen Hut,
ich habe keinen Degen. So bleibt mir nur übrig, mich zu verneigen."
- Marcel Reich-Ranicki
Regulation als Mittel um Politiker zu schützen?
Sehr geehrter Herr Meyer,
sollte das Internet nicht auch ein Medium sein (und bleiben), dass die
Politik genau überprüfen kann? Es ist doch keine
Menschenverachtung, wenn man ganz deutliche Fehler unsere Politiker aufdeckt.
MFG
Ironie?
Mir fällt es gerade schwer zu erkennen, ob Sie das ironisch meinen oder tatsächlich an das glauben, was Sie da schreiben. Klären Sie mich bitte auf!
Es muss vielen Menschen ja erhebliche Bauchschmerzen bereiten,sobald sie etwas nicht kontrollieren können. Das Internet war der letzte Bereich,indem man zumindest einen Hauch von Freiheit bemerken konnte. Nun soll wieder bestimmt werden was ich lesen darf und was nicht.Meine Interessen sollen staatlich kontrolliert und somit auch gelenkt werden. Das Wort Freiheit hat nun keine Bedeutung mehr und kann meines Erachtens aus dem Wortschatz gestrichen werden. Denn wir sind lediglich Untertanen an der langen Leine. Leider begreifen viel zu wenige,dass es um das Prinzip geht. Wer nach Schutz ruft wird automatisch seiner Freiheit beraubt,denn er gibt viel seiner Persönlichkeit preis. Dies wird dann zur Kontrolle genutzt. Einfach zu sehen an den Gesetzen unseres Landes. Man kann durchaus vor Missbrauch warnen,aber überall wo es Licht gibt,ist auch Schatten. Regulierung= Kontrolle und somit Freiheitsberaubung!
Was soll dieses ganze Gerede um die Sicherheit. Wenn Staaten von
Sicherheit sprechen, meinen sie meist etwas anderes. Kriegsministerien
haben sich den Deckmantel der Sicherheit umgeworfen und Probaganda wird
heute getwittert.
Das Internet bietet uns die Möglichkeit die Demokratie auf einen
nichtstaatlichen Bereich zu erweitern. Die Angst vor solch einem Schritt
ist unbegründet, zudem unterstellen wir damit dem Internet User
indirekt Dummheit.
Die Argumente, dass das Netz zu einer anarchistischen Zone verkommen
würde sind gewagt. Vielleicht ist die ungezügelte Menschheit
-allen Unkenrufen zum Trotz- in der Lage auch im Internet gängige
soziale Strukturen beizubehalten, sowie Recht von Unrecht zu trennen.
Wenn Despoten und totalitäre Systeme denken, sie könnten den
Zugang zu den angestrebten Informationen sperren, beweist dies
mangelnden technischen Sachverstand. Am interessantesten ist jedoch,
dass die Konferenz nicht in den USA stattfindet und dies stimmt mich optimistisch.
So unabhaengig sind die Emirate ja auch wieder nicht.
Der Einfluss der Amerikaner auf die Golf-Staaten ist enorm. Will sagen, dass es fuer die Amis gleichgueltig sein kann, ob die Konferenz nun in den USA oder am arabischen Golf statt findet.
Länder und Regionen mit unterschiedlichen kulturellen und
gesetzlichen Vorstellungn müssen sich besser gegenüber den
globalen Internet abschirmen. Die große Mauer in China ist ein
gutes Beispiel. Definierte Übergangspunkte mit Filter, Sperren und
staatliche kontrollierte Verschlüsselungen sind die logische
Konsequenz der Entwicklung des Internets.
Wenn der Staat nicht mehr auf bestimmte Inhalte und Server irgendwo in
der Welt zugreifen kann, müssen diese Inhalte an der Grenze
geblockt werden können-
@Carsten Zimmermann
"Völlig was anderes"
Das sagen Sie jetzt einfach so. Bei Straßenverkehr geht es auch um Sachwerte.
Die Gesundheit der Jugend wird durch extremistische, pornografische oder
andere Inhalte schon gefährdet. Hier gibt es in anderen Regionen
der Welt andere Regeln.
Es kann nicht sein, dass die geringst niedrigen Regeln für die
ganze Welt gelten.
Dann kann man die Gesetze und Staaten gleich abschaffen,
jeder kann machen was er will. Das fasziniert zunächst,
viele denken aber nicht über die Folgen nach.
Möglicherweise verblenden moderne Benutzeroberflächen die
Menschen auch etwas in ihrer Wahrnehmung der Realität.
Es geht auch nicht um eine allumfassende Kontrolle des internen
Intranets in Deutschland.
Anbieter, die sich physikalisch im Rechtsraum des Staates befinden,
werden weder geblockt noch überwacht. Auf diese Intranetanbieter
kann ja auch schnell per Polizei und Gerichtsbeschluß zugegriffen
werden. Es geht um das Extranet.
@George Rauscher
Wie die Konsequenzen und puntiven Maßnahme nach einem
Verstoß gegen die Gesetze dieses Landes, wie das Urheberrecht
aussehen, obliegt dem demokratisch gewählten Gesetzgeber.
Es sollte zumndest so hart ausfallen, dass wetere Verstöße
nicht wieder vorkommne.
Dazu gehört natürlich auch, dass der Staat die technischen
Möglichkeiten hat, die Personen ausfindig zu machen.
@Amal Younis
Was in Ägypten los ist, ist deren Problem.
Wir müssen unsere Probleme lösen.
Und dazu gehört auch das Gewaltmonopol des Staates.
Wen der Staat nicht mehr physisch mit der Polizei auf einen Server per
Haussuchung unmittelbar zugreifen kann, müssen Techniken her, die
diese gesetzeswidrigen Inhalte von dem Staatsgebiet fernhalten.
Bitte keine Kontrolle.
Das Internet ist der letzte Fluchtort vieler, die ihrer Meinung sonst
nie aeussern duerfen. Dank dem freien Internet ist der arabische
Fruehling zustande gekommen. Was waere passiert, wenn Aegypten,
Facebook, Twitter und die verschiedenen E-Mail-Dienste voll kontrolliert
und gesperrt haette? Dann haetten wir den ueblen Diktator Mubarak immer
noch an der Macht, oder etwa nicht?
Auch Wikileaks waere ohne freies Internet nicht denkbar.
Völlig was anderes
Straßenverkehr mit dem Internet zu vergleichen ist Nonsens. Im Straßenverkehr würde die Gesundheit der Menschen gefährdet ohne Regeln. Das wird wohl kaum passieren,wenn ich im Internet surfe. Wir hatten die allumfassende Kontrolle schon im dritten Reich und der DDR,dass sollte wohl reichen!
Ja sonst noch was?
Staatiche Kontrollen über das Netz? Geblockt wird schon genug, der Begriff World Wide Web ist eigentlich blanker Hohn. Fehlt nur noch die Androhung, bei Verstößen zur digitalen Persona Non Grata erklärt zu werden.
Reflexe und unangebrachte Vergleiche
Der Staat hat die Pflicht dafür zu sorgen, dass auf seinen
Staatsgebiet die Gesetzlichen Bestimmungen eingehalten werden.
Er kontrolliert ja auch den Strassenverkehr.
Was Sie wollen.ist das abmontieren aller Autokennzeichnen und das
ungebremste Vertoßen gegen Regeln und Gesetze.
Der PC und das Internet sind aber keine neue Rechtsordnung und schon gar
nicht einen neue Religion.