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Kinderschänder Jimmy Savile : Was ahnte die BBC von den Verbrechen?

Zu Lebzeiten kam er mit seinen Taten davon: Jimmy Savile. Bild: dapd

Ein interner Bericht der BBC zu den Untaten des Kinderschänders Jimmy Savile wirft die Frage auf: Wie viel haben die Kollegen und Vorgesetzten des verstorbenen Unterhaltungsmoderators gewusst?

          Wie viel haben die Kollegen und Vorgesetzten Jimmy Saviles, des nach seinem Tod vor gut vier Jahren des hundertfachen Missbrauchs überführten BBC-Moderators, schon zu seinen Lebzeiten von seinen Untaten geahnt? Eine Dokument, das der investigativen Website exaronews.com zugespielt wurde und die sie nun veröffentlicht hat, legt nahe: zu viel. Bei dem geleakte Dokument handelt es sich um einen internen Entwurf des Berichts, an dem die im Oktober 2012 eingesetzte unabhängige Untersuchungskommission arbeitet, die sich mit den Jahren Saviles bei dem Sender befasste. Das Papier hält fest, dass Gerüchte über die problematische Sexualität Saviles, einschließlich seiner vermeintlichen Nekrophilie, sehr wohl im Umlauf gewesen seien. Die Vorgesetzten des Entertainers hätten sich jedoch unwissend gegeben.

          „Ein dunkles Kapitel“

          Gina Thomas

          Feuilletonkorrespondentin mit Sitz in London.

          Janet Smith, die Berufungsrichterin, die der Untersuchungskommission vorsteht, warnt dagegen, das durchgesteckte Dokument sei veraltet. Erkenntnisse und Schlussfolgerungen der Kommission hätten sich inzwischen wesentlich verändert. Der BBC-Generaldirektor Tony Hall reagierte ebenfalls umgehend auf die Veröffentlichung und bezeichnete die Ära Savile als ein „dunkles Kapitel“ in der Geschichte des Senders. Hall äußerte den Wunsch, dass die mehrfach verschobene Veröffentlichung der Untersuchungsergebnisse nun so bald als möglich erfolgen soll.

          Die BBC hat die Affäre Savile noch immer nicht vollständig aufgearbeitet. Jetzt kam ein interner Untersuchungsbericht an die Öffentlichkeit.

          Die Kommission ließ wissen, dass sie binnen der nächsten sechs Wochen mit ihren Resultaten an die Öffentlichkeit gehen wolle. Überdies tritt sie dem Vorwurf entgegen, dass die BBC die Veröffentlichung hinauszögere, der Verhandlungen über die Erneuerung des Rundfunkstaatsvertrags wegen. Die Verzögerung sei einzig und allein auf die Forderung der Polizei zurückzuführen, laufende Verfahren im Zusammenhang mit den Vorwürfen gegen Savile nicht zu beeinflussen.

          Savile hat mehrere hundert Jungen und Mädchen missbraucht. Seinen Opfer soll er in Zusammenhang mit seiner Tätigkeit für die BBC und für karitative Zwecke begegnet sein. Bei der BBC sollen 45 Personen betroffen sein. Es ist von vier Vergewaltigungen und einer versuchten Vergewaltigung die Rede. Janet Smith wird in dem Dokument mit der Schlussfolgerung zitiert, dass der „ehrerbietige Umgang“ mit Stars Nachforschungen verhindert hätten. Sie halte es durchaus für möglich, dass ein Kinderschänder auch heute noch bei der BBC unentdeckt bleiben könne.

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