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News Media Alliance : Google und Facebook stellen die Regeln auf

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Will Google und Facebook Paroli bieten: David Chavern, der Präsident und Geschäftsführer der News Media Alliance. Bild: Ullstein

Verlässliche Nachrichten und ihre Verbreitung sind ein Grundpfeiler der Gesellschaft. David Chavern will darüber mit den Tech-Konzernen verhandeln. Ein Gespräch mit dem Präsidenten und Geschäftsführer der News Media Alliance.

          Herr Chavern, Sie haben vor zwei Jahren den US-amerikanischen Wirtschaftsverband der Zeitungsbranche ziemlich umgekrempelt, angefangen mit dem Namen. Aus der „Newspaper Association of America“ wurde die „News Media Alliance“. Wieso?

          Als ich meinen Job angetreten habe, hatte ich eigentlich kein Problem mit dem Wort „Newspaper“. Aber ich habe schnell gemerkt, dass bei dem Begriff bei vielen Menschen im Ohr Briefträger-Klingeln oder Zeitungsgeraschel mitlaufen und zwar nicht immer im positiven Sinne. Dieses physische Element wollte ich loswerden, denn es ist nicht mehr zeitgemäß. Wir haben dementsprechend auch Inhalte verändert, zum Beispiel akzeptieren wir jetzt Mitglieder, die rein digital veröffentlichen.

          Wieso hat das so lange gedauert?

          Ich glaube, es ist für viele schwierig, sich aus ihren Schubladen zu bewegen, in denen sie immer gute Arbeit geleistet haben. Die Nachrichtenwelt entwickelt sich hin zu einem digitalen Bereich, wo Text, Ton und Video in einer schlüssigen Präsentation zusammenkommen. Viele sehen aber noch immer die getrennten Bereiche, sie sind stolz „Zeitungsjournalisten“ zu sein. Und das sollten sie auch! Aber wenn so eine Definition mit dem Geschäft nicht mehr zu vereinbaren ist, muss man sie verändern.

          Was sind die größten Probleme Ihrer Mitglieder?

          Ich kann Ihnen erst mal sagen, was kein Problem ist, denn das ist wichtig. Die Leser! Die Zahl der Menschen, die Nachrichten lesen, ist größer als jemals zuvor. Ich muss das immer zu Beginn sagen, weil ich so oft das Gegenteil höre, als Argument dafür, dass das Problem nur bei den Journalisten und ihren Inhalten liegt, die zu wenig interessant seien. Die Leute lesen durchaus, aber eben anders. Der Print-Sektor, dessen Produkt der Verlag selbst vertreibt, schrumpft stetig. Der digitale Sektor schießt dagegen in die Höhe, aber seine Ökonomie wird quasi komplett von Google und Facebook beherrscht. In dieser Situation, in der fast die gesamten digitalen Werbeeinnahmen an zwei Player gehen, ein erfolgreiches Geschäftsmodell zu finden, ist die größte Herausforderung.

          Die News Media Alliance hat den US-Kongress um Erlaubnis gebeten, als Verband geschlossen mit Facebook und Google zu verhandeln. Worum soll es dabei genau gehen?

          Wir möchten mehr Unterstützung für Abonnement-Modelle, eine faire Aufteilung der Werbeeinnahmen, mehr Daten und eine bessere Markenplazierung. Viele Menschen glauben, dass sie ihre Nachrichten von Facebook bekommen. Das stimmt natürlich nicht, sie werden dort nur präsentiert. Und manche dieser Nachrichten kommen aus etablierten Redaktionen, andere aber von mazedonischen Teenagern. Das sehen aber die Menschen nicht sofort und denken dann, dass der Papst tatsächlich Donald Trump unterstützt.

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          Donald Trump wirbt schon lange dafür, Silicon-Valley-Konzerne zu regulieren. Haben die freie Presse und der Präsident am Ende ein gemeinsames Ziel?

          Ich weiß nicht, ob er oder wir das so unterschreiben würden. Ich glaube, es gibt in Amerika generell die wachsende Erkenntnis, dass Google und Facebook, auch wenn sie tolle Leistungen erbringen, von denen wir alle profitieren können, eben trotzdem nicht nur positiv sind. Über Regulierung wird an den unterschiedlichsten Stellen gesprochen, wir haben dahingehend erst mal keine konkreten Forderungen. Wir wollen nur verhandeln. Donald Trump hat sowohl ein Problem mit der Presse als auch mit Silicon Valley. Wir sind keine Verbündeten.

          Während die Produkte der Tech-Konzerne lange als revolutionäre Werkzeuge für die Demokratie galten, warnt jetzt unter anderen die News Media Alliance, dass sie in Wirklichkeit eine Gefahr darstellen könnten. Trauen Sie den Konsumenten zu wenig zu?

          Die meisten von uns haben mindestens einen Verwandten, mit, sagen wir, sehr speziellen Ansichten oder Theorien. Davon erzählt er dann vielleicht beim Weihnachtsessen. Das nehmen wir natürlich anders wahr als Gedanken aus der Tageszeitung oder den Fernsehnachrichten. In Newsfeeds im Internet wird aber all das auf die gleiche Art präsentiert. Gleiche Bildgröße, gleiche Schriftart etc. Der verrückte Onkel Joe neben der F.A.Z. Viele achten einfach nicht auf die klein angezeigte Quelle, und ich finde, Facebook könnte das deutlich einfacher machen.

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