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Beitragsservice von ARD und ZDF : Denn sie haben Bock auf mehr

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Gar nicht so leicht zu finden: Wer zum Beitragsservice will, muss erst an einem Kontrollposten vorbei und gelangt dann über ein Studiogelände des WDR zum Fort Knox des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Bild: WDR/Michael Fehlauer

Der „Beitragsservice“ von ARD und ZDF hat 2015 8,1 Milliarden Euro einkassiert. Wir haben uns vor Ort in Köln-Bocklemünd umgesehen. Hier zeigt sich, wie gigantisch der Aufwand für den Rundfunkbeitrag ist.

          Den Rüssel muss man gesehen haben. Ein Hochleistungsrüssel. Aus einer Aussparung schießt er nach oben und schnappt sich mittels Unterdruck das nächste Kuvert einer endlos nachdrängenden Reihe von Briefen. Man liegt nicht ganz falsch, wenn man sich ausmalt, wie dieser Rüssel sich in die Taschen von 44,66 Millionen Deutschen schlängelt und jeweils 17,50 Euro heraussaugt - Monat für Monat. Wir befinden uns schließlich im inneren Heiligtum des Beitragsservice, der nicht eben sonderlich beliebten Gebühreneinzugszentrale von ARD, ZDF und Deutschlandradio. „Wir haben Bock“, haben die vom eigenen Image Genervten groß auf Verschenk-Notizblöcke geschrieben und dann klein: „Ihnen mehr zu erklären“. Bock hin oder her: Das ist kommunikationstechnisch ein merklicher Unterschied zu den eher drohenden „Schon GEZahlt?“-Werbespots mit pupsenden Schafen auf dem heimischen Sofa („Wir finden alle schwarzen Schafe“). Man will jetzt Service sein. Der Service besteht freilich weiterhin in der Erinnerung an die Zahlpflicht.

          Der Beitragsservice selbst ist gar nicht so leicht zu finden. Wer ihn aufsuchen möchte, muss zunächst einen Kontrollposten am Geländeeingang passieren, denn das verwinkelte, zweistöckige Gebäude mit der Anmutung einer abgehalfterten Landesbank liegt auf einem Studioareal des WDR in Köln-Bocklemünd. Was mit einem Teil der eingenommenen Beiträge, die seit dem 1. Januar 2013 geräteunabhängig je Haushalt fällig werden, geschieht, kann gleich nebenan besichtigt werden: Der WDR-Knüller „Tiere suchen ein Zuhause“ wird auf dem Gelände gedreht, auch die „Lindenstraße“-Außenkulisse befindet sich in Rufweite. Zahlreiche WDR-Mitarbeiter wuseln herum. Da wird einiges an Altersversorgungen fällig werden, und die sind üppig bei den öffentlich-rechtlichen Sendern.

          Die Briefe werden herausgesaugt

          Der herausgesaugte Brief wird vom Postöffnungsautomaten im nächsten Schritt maschinell aufgerissen, der Inhalt von Hand in eines der Fächer sortiert: Neuantrag, Befreiungsantrag, Adressänderung, Beleidigung und so fort. Sogar Dinge bekomme man geschickt, unschöne. Und nein, ungestempelte Briefmarken löse niemand ab: Ist ja verboten. Etwa sechzigtausend Briefe kommen hier täglich an, dazu fünftausend Mails, fünftausend Faxe und zwanzigtausend Anrufe. Mehr als siebzehn Millionen Briefe waren es im Jahr 2015, und das war schon ein Rückgang. Man muss diese Stapel von Papier, die im Akkord arbeitenden Rüssel, die über tausend Arbeitsplätze einmal gesehen haben, um eine Vorstellung davon zu bekommen, wie immens ein Betrag von 8,131 Milliarden Euro eigentlich ist. Diese Rundfunkbeitrag-Jahreseinnahmen wurden für 2015 soeben kommuniziert. Bei 44,66 Millionen Beitragszahlern und zusätzlichen 4,87 Millionen Problemfällen - Säumige, Verstorbene, Verweigerer - ist das hier in Köln vor allem: richtig viel Arbeit. Schließlich kommt hier alles, was mit dem Rundfunkbeitrag zu tun hat, zusammen. Eine Zentralverwaltung von solcher Dimension ist bundesweit einzigartig.

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