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Echo-Verleihung : Drei Farben schwarz

Gab es eine Kategorie, in der sie nicht nominiert war? Schlagerstar Helene Fischer bei der Echo-Verleihung Bild: Reuters

Die Gala des Musikpreises „Echo“ fällt aus gegebenem Anlass aus dem Rahmen. Es beginnt mit einem Gedenkmoment für die Opfer des Flugs 4U 9525. Dann werden Trophäen im Dutzend überreicht.

          Die vorherrschende Farbe ist schwarz, und nicht nur die Kleiderordnung signalisiert, dass bei dieser Verleihung des Musikpreises „Echo“ etwas anders ist als sonst. Es darf gefeiert werden, aber zuerst geht es um das Gedenken – an 149 Menschen, die der Kopilot des Fluges 4U 9525 mit sich in den Tod gerissen hat. 150 Kerzen brennen, die Geigerin Lindsay Sterling spielt, eine Schweigeminute. Auch der zweite Akt des dann sehr langen Preisabends beginnt getragen: Acht Sänger tragen gemeinsam und im Wechsel das Lied „ich weiß was ich will“ des im vergangenen Dezember  verstorbenen Udo Jürgens an. „Unsere Gedanken sind heute Abend bei den Opfern und ihren Angehörigen“, sagt die Moderatorin Barbara Schöneberger, auch sie trägt schwarz. „Wir verneigen uns vor einem großartigen Künstler: Udo Jürgens.“

          Willkommen bei den „Helene-Fischer-Festspielen“

          Michael Hanfeld

          verantwortlicher Redakteur für Feuilleton Online und „Medien“.

          Doch schon mit dem nächsten Satz schaltet Barbara Schöneberger um und begrüßt zu den „Helene-Fischer-Festspielen“ – die Moderatorin des Vorjahres ist viermal nominiert und wird sich in der Tat wenige  Minuten später den ersten Preis für das „Album des Jahres“ abholen. Zwischen den Preisen für Helene Fischer habe man noch „einen kleinen Puffer“ gebraucht und das sei sie, sagte Barbara Schöneberger und bat – wir erinnern uns an den Eurovision Song Contest -, darum: Wer seinen Preis partout nicht wolle, möge ihr doch bitte vorher kurz Bescheid geben.

          Bester Künstler Rock/Pop National: Herbert Grönemeyer Bilderstrecke
          Bester Künstler Rock/Pop National: Herbert Grönemeyer :

          Fortan geht es um Preis auf Preis: der Echo fürs Lebenswerk geht an „unsere Lieblingsgriechin“ Nana Mouskouri  (Schöneberger. „seit fünfzig Jahren Kassengestell und dreihundert Millionen verkaufte Platten“);  den Sozial-Echo bekommt Udo Lindenberg.

          Andreas Bourani muss sich nach unserem Dafürhalten eigentlich nicht dafür entschuldigen, dass man sein Lied, das „eine Ode an die Freude“ sein soll,  vielleicht nicht mehr hören könne. Geht immer noch ins Ohr. Helene Fischer, die an diesem Abend vier Preise gewinnt, liegt mit ihrer Einschätzung schon eher richtig: „Viele können dieses Lied schon nicht mehr hören.“ Stattdessen würde man der Moderatorin Barbara Schöneberger, die den doch sehr langen Abend rockt, eine Nominierung fürs nächste Jahr gönnen, schließlich schafft sie es, im Ein-Minuten-Staccato zusammenzufassen: „Was ist eigentlich passiert in den letzten sechseinhalb Stunden beim Echo?“  Danach gibt der Produzent Quincy Jones noch eine Liebeserklärung an Nana Mouskouri ab, die für das deutsch-griechische Verhältnis so viel  getan hat, dass wir noch eine Menge Fingergefuchtel von Giannis Varoufakis und anderen ertragen können. Ihren Preis widmet Nana Mouskouri „den Kindern dieser Welt“.

          In den einzelnen Kategorien gehen die Preise an:

          Künstlerin Rock/Pop National: Oonagh

          Album des Jahres: Helene Fischer „Farbenspiel“
          Künstler Rock/Pop National: Herbert Grönemeyer
          Live Act National: Andrea Berg
          Newcomer International: The Common Linnets
          Kritikerpreis national: Deichkind
          Rock/Alternative national: Unheilig
          Partner des Jahres: „Sing meinen Song – Das Tauschkonzert“
          Produzent des Jahres: Michael Herberger
          Best Interactive Act: Kollegah
          Dance National: Robin Schulz
          Bestes Video National: Kraftclub „Unsere Fans“
          Künstler Rock/Pop International: Ed Sheeran
          Band Rock/Pop National: Revolverheld
          Newcomer National: Oonagh
          Volkstümliche Musik: Andreas Gabalier
          Schlager: Helene Fischer
          Hit des Jahres: Helene Fischer „Atemlos“
          Crossover: Lindsey Stirling
          Band Rock/Pop International: Pink Floyd
          Musik-DVD/Blue-Ray National: Helene Fischer
          Rock/Alternative International: AC/DC (überreicht von Thomas Gottschalk)
          Radio Echo: Andreas Bourani  „Auf uns“
          HipHop/Urban: Kollegah





















          Quelle: FAZ.NET

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