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Drei neue Folgen „Tatortreiniger“ : Je größer der Fernseher, desto besser

  • -Aktualisiert am

Bloß weg: Bjarne Mädel in der „Tatortreiniger“-Folge „Über den Wolken“ Bild: NDR/Thorsten Jander

So herrlich wurde man im Fernsehen schon lange nicht mehr unterhalten, wenn überhaupt je: Bjarne Mädel dreht im „Tatortreiniger“ wieder seine Runden, leider nur in drei neuen Folgen.

          Der Putzmann ist wieder da, und für die Freunde des Gemetzels wird es besonders toll. Erfährt man doch in jeder halbgaren Fernsehserie, dass jedem Verbrechen eine dramatische Geschichte vorausgeht, so kann man jetzt wieder miterleben, was passiert, wenn die Polizei erst mal weg und die Toten beerdigt sind. Das Leben geht ja doch weiter, aber bevor es das tut, kommt Heiko „Schotty“ Schotte (Bjarne Mädel) noch mal vorbei und räumt ein wenig auf.

          Blut, das nicht zu Werbezwecken oder als Andenken - was sich Angehörige so wünschen - bleiben soll, muss aus Wohnzimmerteppichen, Tapeten und Polstersesseln geschrubbt werden. Mit langer Ausbildung und viel Chemie gelingt es Schotty ganz routiniert, der „passiven Blutflecken“ und „Fontänen“ Herr zu werden. Wenn nur die vielen Geistesgestörten, Bescheuerten, Neonazis und andere Hinterbliebene nicht wären, die sich auch am Tatort tummeln und ihn ziemlich nerven. Es könnte so friedlich sein, wird aber immer wieder zum absurden Abenteuer.

          Selbst die Pointe gelingt

          Weil es Autoren (Mizzi Meyer), Regisseure (Arne Feldhusen) und Schauspieler gibt, die sich, obwohl sie in der deutschen Fernsehunterhaltung tätig sind, Mühe geben, wird das für den Zuschauer zum großen, aber kurzen Spektakel. Die nicht einmal dreißig Minuten langen Episoden gehen leider zu schnell vorüber. Dafür kommen immer gleich zwei. Nach zwei Tagen ist also schon wieder Schluss. Drei Folgen und zum Schluss eine Reprise, mehr gibt es nicht.

          Doch sie reichen, um zu zeigen, dass auch im Fernsehen möglich ist, was hierzulande auf Theaterbühnen allemal funktioniert, mit dem Vorteil, dass die Kamera ganz nah an das Schauspiel heranrücken kann, aber auch mit dem Nachteil, dass man leider nicht zu Hunderten wirklich mit dabei ist, sondern nur im eigenen Wohnzimmer sitzt, um dem Schauspiel aus der Konserve zu folgen. Es braucht ein wenig, sich an das Theaterspiel zu gewöhnen, es sieht im Fernsehen komisch aus. Aber man sollte daran gewöhnt sein, wenn am Donnerstag in „Schottys Kampf“ der Tatortreiniger mit Vereinsmeier Ulf Sanderberg (Holger Stockhaus) über älteste bis jüngste Geschichte streitet. So herrlich wurde man im Fernsehen schon lange nicht mehr unterhalten, wenn überhaupt je. Selbst die Pointe gelingt: Pink Leere. Je größer der Fernseher, desto besser.

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