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Doppelwhopper Will und Plasberg Das Erste nach der zweiten Wahl

07.02.2007 ·  Die ARD macht gute Miene zum cleveren Kompromiss: Während Anne Will die Sendung von Sabine Christiansen weiterentwickeln wird, darf Frank Plasberg mit „Hart, aber fair“ groß rauskommen. Offen ist weiterhin, wer Will bei den Tagesthemen beerbt.

Von Michael Hanfeld
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Das war sehr launig. Endlich konnte man mal über das Programm sprechen und musste nicht Stellung nehmen zu Rundfunkgebühren oder dem Streit mit der EU-Kommission in Brüssel. Stattdessen richten sich alle Augen auf Anne Will, Frank Plasberg und den cleveren Kompromiss, mit dem die Intendanten der ARD das Malheur der Nachfolge von Sabine Christiansen gelöst haben.

Mag die Abstimmung der Programmdirektoren am Montag denkbar knapp zugunsten von Will ausgefallen sein - angeblich mit einer Stimme Mehrheit - entschieden die Intendanten hernach „einmütig“ für den Doppelwhopper mit Will und Plasberg. Entsprechend leicht taten sich der ARD-Vorsitzende Fritz Raff und der Programmdirektor des Ersten, Günter Struve, das Ergebnis in Frankfurt vorzustellen.

Was geschieht mit den „Tagesthemen“?

Offen ist noch, wer Anne Will bei den „Tagesthemen“ folgt und wer ihre neue Sendung produziert. Anne Will würde das gerne selbst tun, doch sei nichts entschieden, sagte Programmdirektor Struve. Und wie genau Frank Plasbergs „Hart aber fair“-Version im Ersten aussieht, muss sich finden. Laufen wird die Sendung mittwochs oder donnerstags zur besten Sendezeit, vielleicht schon vor Anfang 2008.

Der Intendant des NDR, Jobst Plog, sagte dieser Zeitung, er halte es für einen „Glücksfall“, dass man „zwei sinnvolle Entscheidungen miteinander verbinden und zwei herausragende Repräsentanten der ARD im Schnittpunkt ihrer Fähigkeiten einsetzen kann - Anne Will in der Tradition von Sabine Christiansen - mit weiteren Möglichkeiten - und Frank Plasberg mit seinem erfolgreichen Magazin ,Hart aber fair' im Ersten“. Es sei „eine schwere Geburt“ gewesen, „mit unendlich viel Konfrontation, doch jetzt haben wir eine Entscheidung, die sich sehen lassen und von der man sagen kann: Sie ist nach Jauch die bestmögliche Lösung.“

Pleitgen, die „Speerspitze gegen Brüssel“

Eine Lösung gibt es auch für Harald Schmidt. Er bekommt einen Jahresvertrag über 43 Shows, der Etat wird auf sechs bis acht Millionen Euro geschätzt. Zuständig für Schmidt ist nicht mehr die ARD-Tochter Degeto, sondern der WDR. Und für dessen Intendanten Fritz Pleitgen, der sein Amt am 1. April abgibt, geht es auch weiter. Pleitgen bleibe, so der ARD-Vorsitzende Raff, als sein Berater und „Speerspitze im Kampf gegen Brüssel“ dabei.

Günter Struve schüttelte derweil Zahlen aus dem Ärmel, die belegen sollen, dass die ARD das mit Abstand angesehenste Programm von allen sei und das Erste viel mehr Politikmagazinberichterstattung biete als das ZDF: 43 zu 26,5 Stunden in 2006. Auf den Tischen im Pressezentrum lagen für die Journalisten CDs zum Mitnehmen aus: Die Nussknackersuite. Die Intendanten haben ihre Nüsse fürs Erste geknackt.

Quelle: F.A.Z., 07.02.2007, Nr. 32 / Seite 38
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Jahrgang 1965, Redakteur im Feuilleton, zuständig für „Medien“.

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