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Doku „Wadim“ im Ersten Eine brutale Nacht-und-Nebel-Aktion

 ·  Ein junger Mann, der in Deutschland lebt und das Land liebt. Er wird abgeschoben, kehrt zurück, doch er hat keine Chance: Davon handelt die Dokumentation „Wadim“. Sie bezeugt eine menschenverachtende Abschiebepraxis.

Artikel Bilder (2) Lesermeinungen (14)
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Herbert Sax
Herbert Sax (H.Sax) - 10.01.2013 12:14 Uhr

Die Behörden sind völlig orientierungslos und oftmals fehlt es gravierend an Verstand

Folgendes Szenario:
In unserm Unternehmen arbeitete für 3 Monate ein Praktikantin aus Tadschikistan. 26 Jahre alt, abgeschlossen Universitätsausbildung in Wirtschaft und Medien. Perfekt in Deutsch und Russisch sowie sehr gut in Englisch. Ihre Aufenthaltsgenehmigung läuft 3 Monate nach Uniabschluss aus. Die Ausländerbehörde teilte ihr mit sie müsse ausreisen. Sie möchte aber in München bleiben und unser Unternehmen würde sie mit der Guten Erfahrung die wir mit ihr machten einstellen. Die Ausländerbehörde bleibt trotz Empfehlungsschreibens unserer Firma aber stur.
Zur gleichen Zeit bekommt ein arabischstämmiger Asylant ohne jegliche Qualifikation, der seinen Pass weggeworfen hatte, trotz zweier Vorstrafen eine Verlängerung der Aufenthaltsgenehmigung weil man ihn angeblich nicht abschieben kann.
Mit welcher Logik lässt sich sowas erklären? Kann mir da jemand weiter helfen.

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Karsten Müller

Der Film lebt nur von emotionaler Spannung. Eine wirkliche Auseinandersetzung mit den Ursachen

...findet nicht statt.

Zitat:
"...Asyl wird ihnen nicht gewährt, sie werden lediglich geduldet..."
Sie waren nicht verfolgt in Lettland. Der Vater ist Russe und war Polizeiinspektor zu Zeiten der russischen Besatzung. Warum sind sie nicht nach Russland gezogen?

"...achtzehn geworden...abgeschoben..."
Warum diese Entscheidung der Behörde? Und warum läßt die Familie den Jungen im Stich, statt ihm zu folgen?

"87.000 Menschen...geduldet in Deutschland..."
Warum wird nicht sofort, bei Ablehnung des Asyls, ausgewiesen? Ca. 13 Jahre, ab Asylantrag, hat es bis zur Abschiebung gedauert. Ein geduldeter (unberechtigter) Aufenthalt über viele Jahre ist mir unverständlich.

Bei mir bleibt der Eindruck, dass der Film bewusst wichtige / aussagekräftige Details weglässt.

Das Schicksal dieses Jungen ist furchtbar. In diesem Land aufgewachsen (seit 5. Lebensjahr) und verwurzelt, wird er plötzlich zur unerwünschten Person. Soetwas ist unmenschlich und darf nicht passieren.

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Daniel Kempcke

Mir scheint der Autor hier von einem Fall auf das gesamte Asylsystem zu schließen

Das Asylrecht in Deutschland ist nicht perfekt, aber sicher besser als in den meisten anderen Ländern. Das mit der Drittstaatenregelung Einwanderung Unqualifizierter aus wirtschaftlichen Gründen verhindert werden soll, ist kein Verbrechen. Dafür gibt es das normale Einwanderungsrecht und es steht jedem frei diesen Weg zu gehen - und bei Ablehnung es woanders zu versuchen. Es gibt kein Menschenrecht auf Einwanderung in ein bestimmtes Land.
Was ich in Deutschland schlecht finde ist die Asylpraxis. Offensichtlich integrationswillige Menschen werden abgeschoben, während gleichzeitig viele Integrationsverweigerer aus Nordafrika oder dem Nahen Osten quasi Narrenfreiheit haben, weil sie angeblich in ihren Heimatländern verfolgt werden. Mich beschleicht der Verdacht, dass man gegenüber der letzteren Gruppe Nachsicht walten lässt, um den Konflikt mit den gut organisierten islamischen Verbänden zu vermeiden, während man gegenüber anderen Gruppen Härte zeigt, um den Volkszorn zu besänftigen

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carsten suebkon

Ich seh' das nicht so, tut mir leid! Die Betroffenheitsindustrie in Hochkonjunktur

Ich muss jetzt also da sitzen und mich schämen? Was kann ich dafür, dass dieser junge Mann (so traurig es ist) sich vor den Zug wirft?

Es gibt Gesetze und ich bin froh in einem Land zu leben, in dem diese einigermaßen eingehalten werden. In der Sendung wird das Asylgesuch des Vaters gezeigt, in dem er eine Lobesrede auf Deutschland hält und wie toll er das Land findet. Aber selbst nach 20 Jahren sprechen die Eltern in der Sendung gestern immer noch kein Deutsch!

Wenn wir mit Steuergeldern diese Familie unterstützen (geschätzte Kosten quer über den Daumen gerechnet bislang ca. 750.000,-- Euro) dann sollte doch zumindest erwartet werden, dass diese Familie, die unbedingt hier bleiben will (obwohl es rechtlich dafür keine Grundlage gibt) doch zumindest die Sprache des Landes lernt.

Entweder Gesetze anwenden oder Schleusen ganz auf. Dann aber Afrika zuerst und erst dann Menschen aus Europa (und da zählt das Baltikum dazu). Politische Asylanten aus EU-Ländern: Ein Treppenwitz!

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Wolfgang Richter

Ausnahmsweise den Falschen getroffen

Bei dem von Hr. Pleitgen liebevoll ausgewählten Sonderfall hat es tatsächlich leider ausnahmsweise den Falschen getroffen:
Er sollte in unserem Land willkommen sein, vielleicht findet sich doch eine Sonderregelung.
Bei den zahllos zuwandernden "Rumänen", "Bulgaren" und "Serben", die alles mögliche sind, aber keine Slawen, trifft es aber die Richtigen.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 10.01.2013 11:40 Uhr
Seymour Hoffmann

Guter gedanke, aber...

Ich weiß was sie meinen und stimme auch grundsaetzlich zu. Allerdings ist in rumaenien auch die mehrheitsbevoelkerung nicht slawish...aber das ist ja nur ein detail.
Ein anderer einwand ist der dass in osteuropa und suedosteuropa insgesamt vielleicht 15 mio roma und sinti leben, und diese zahl bleibt in etwa stabil bleibt. In subsahara afrika hingegen leben 800 mio tendenz enxtrem stark steigend, da die TFR in subsahara afrika bei etwa 6 liegt im rest der welt zwischen 2 und 3.
wenn ich die wahl habe verteile ich lieber die paar millionen roma und sinti auf ganz europa als dass man die begonnene masseneinwanderung aus subsaharaafrika fortsetzt.

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Armin Quentmeier

Eine vor fast 70 Jahren untergegangene Diktatur...

... rechtfertigt keine Masseneinwanderung nach Deutschland. „Politisch Verfolgte genießen Asylrecht.“ – so heißt es im Artikel 16 GG. Wirtschaftsflüchtlinge, illegale Einwanderer oder Zuwanderer in die Sozialsysteme sind hier nicht erwähnt - solche Leute müssen konsequent abgeschoben werden, denn unser Land kann nicht das Sozialamt für den Rest der Welt darstellen. Leider gibt es in unserem Land zu viele Leute, die eine grenzenlosen Zuwanderung wünschen. Wir haben in unserem Land drei Millionen Arbeitslose, schätzungsweise ebenso viele Menschen, die aus der Arbeitslosenstatistik entfernt worden sind und europaweit ca. 18 Millionen Arbeitslose, Tendenz steigend. Erst Deutschland, dann Europa, dann der Rest der Welt! Richtig unerträglich wird es, wenn Fritz Pleitgen die Einschränkung des Asylrechts von 1993 kritisiert. Hat der Mann die Zahlen vergessen? 1990: 170.000 Asylbewerber, 1991: 270.000; 1992: 430.000! Ohne Änderung wäre unser Land von dieser Einwanderung überrollt worden!

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Renate Simon
Renate Simon (-simon-) - 09.01.2013 18:28 Uhr

Ich habe den Film seinerzeit gesehen

und fand ihn sehr eindrucksvoll. Es ist für mich unverständlich, dass Menschen, die integriert sind, unsere Sprache sprechen, hier zur Schule oder zur Arbeit gehen, von jetzt auf gleich abgeschoben werden können. Dass andererseits aber viele andere, darunter etliche Großfamilien, die in ihren Clans nach eigenen Gesetzen leben, hier völlig unbehelligt bleiben.

Das passt für mich vorn und hinten nicht zusammen. Gut, wenn es dann in den Behörden doch noch Menschen mit Empathie und sozialer Intelligenz gibt. Leider gibt es aber derer zu wenige.
Man sollte in allen Ausländerbehörden diesen Film vorführen, vielleicht hilft's den ausländischen Mitbürgern, die wir gern hier behalten würden.

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Vespasia Pellegrino

Semantischer Offenbarungseid

Ein Ex-Journalist, -Redakteur, -Intendant gar, der nicht verstanden hat, nicht bemerkte in den letzten Jahren, daß der Begriff Bereicherung zerstört und vernichtet ist, nur noch für Sarkasmus und Satire taugt, der also auch nicht begreift, daß er seiner Absicht mit diesem verlogen-verdampften Wort einen Bärendienst erweist, sollte öffentliche Äußerungen einstellen. Pleitgen lebt nicht in dieser Welt.

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Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 09.01.2013 22:11 Uhr
Marvin Parsons
Marvin Parsons (mapar) - 09.01.2013 22:11 Uhr

@ Björn Hiemer

Falls Sie wirklich noch nie davon gehört haben, googeln Sie nach "kultureller Bereicherung".

Dieser Ausdruck wird wegen seiner politisch-korrekten Verlogenheit abseits der Mainstream-Medien längst als sarkastisches Synonym für eingewanderte Straf- und Gewalttäter verwendet.

Fritz Pleitgen nennt den jungen Mann, um den sich der Film dreht, eine "Bereicherung" für Deutschland, offenbar in Unkenntnis, wie dieser Begriff im Diskurs besetzt ist. Das sollte man aber wissen, wenn man einen Artikel zum Thema schreibt. Da hat der Vorschreiber schon recht.

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Closed via SSO
Björn Hiemer (bhiemer) - 09.01.2013 18:31 Uhr

Kann ich jetzt nicht nachvollziehen...

Bei aller Kritik an seiner Aussage kann ich diese Kritik an seiner Person überhaupt nicht nachvollziehen. Im übrigen beschreibt er die Aussage eines Films.
Ich kann auch Ihre Semantik kaum verstehen. Was meinen Sie mit "verlogen-verdampften Wort"? Was bedeutet diese sprachliche Gehhilfe? Was mutmaßen Sie als "Seine Absicht", was meinen Sie mit "Bereicherung", worauf spielen Sie da genau an?
Mit Verlaub, solche "Kritik" wie die Ihre braucht die Welt nicht.

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Closed via SSO
Björn Hiemer (bhiemer) - 09.01.2013 17:59 Uhr

Am schönsten wär's ja immer noch...

...wenn jeder da leben könnte, wo er wollte. Es gibt generell triftige Gründe, in Deutschland leben zu wollen. Es gibt aber auch gute persönliche Gründe, wie z.B., dass man in Deutschland aufgewachsen ist, und vielleicht die Sprache des Landes, dessen Pass man besitzt, nicht einmal spricht.

Ich persönlich wohne in einer Gegend, in der in manchen Straßenzügen Deutsch als Sprache nicht gerade willkommen ist - denn das sprichen hauptsächlich die Polizisten. Hier wünsche ich mir gelegentlich, die Regeln mögen doch bitte etwas strenger sein.

Jedem soll's gut gehen, aber bitte, nicht auf meine Kosten.

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Lore Fisch

Brechreiz

Das ist ein Gebiet, auf dem sich Leute auf mittleren Pöstchen in einen Machtrausch steigern können, ungehindert und mit dem schönen Gefühl, im Recht zu sein. Man kann sich sogar noch als aufopfernder Diener der Gemeinschaft fühlen - "wir machen die Drecksarbeit".

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 09.01.2013 22:09 Uhr
Wolfgang Richter

Meist äußerst notwendig

Wenn man die meisten jüngst aus Osteuropa eintreffenden "Flüchtlinge" und deren Sozialverhalten betrachtet, zeigt sich, daß strenges, effizientes Durchgreifen in diesen Fällen sehr notwendig ist. Respekt vor den Leuten, die bei diesem Publikum die Nerven behalten.

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09.01.2013, 17:01 Uhr

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