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„Der Hass auf Juden in Europa“ : Umstrittene Antisemitismus-Doku online veröffentlicht

  • Aktualisiert am

Teilnehmer der Kundgebung „Steh auf! Nie wieder Judenhass!“ des Zentralrats der Juden in Deutschland stehen 2014 vor dem Brandenburger Tor in Berlin. Bild: dpa

Obwohl Arte und WDR die Dokumentation über Antisemitismus in Europa in Auftrag gegeben hatten, wollen sie sie nicht senden. Jetzt nutzen andere das öffentliche Interesse.

          Wie heikel die Dokumentation „Auserwählt und ausgegrenzt – Der Hass auf Juden in Europa“ ist, können Interessierte nun selbst entscheiden: Bild.de zeigt den Film einen Tag lang. Die Autoren Joachim Schröder und Sophie Hafner waren von Arte und dem WDR als Kooperationspartner beauftragt worden – doch weder der deutsch-französische Sender noch der Westdeutsche Rundfunk zeigte den Film anschließend.

          Man führte dafür formale Gründe an: Der Programmdirektor von Arte, Alain Le Diberder, verwies auf den fehlenden „Proporz“ der Drehorte und darauf, dass der dritte vorgesehene Autor des Films – der deutsch-palästinensische Publizist und Psychologe Ahmad Mansour – nurmehr als Berater fungiere. Auf diese Mitwirkungsart hatte sich Mansour aus familiären Gründen zurückgezogen. Ohne ihn als Autor aber erschien Arte und dem WDR, der sich mit formalen Argumenten aus der Sache herausredete, das Ganze nicht mehr „ausgewogen“.

          Der Zentralrat der Juden hatte die Sender explizit gebeten, den Film doch noch auszustrahlen. Auch Charlotte Knobloch, Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, äußerte schriftlich ihre Bedenken: Arte befinde sich „auf einem gefährlichen Irrweg“, die formale Kritik an dem Film erscheine fadenscheinig und vorgeschoben. Arte und WDR sei hoffentlich „an einer sachlichen, analytischen und reflektierenden, tiefgreifenden, historischen und gegenwartsorientierten Beleuchtung des Phänomens Antisemitismus in Europa gelegen“, schrieb sie.

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