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„Aktionsplan“ der Bundesländer : Kommt das Digitalradio jetzt wirklich?

Auch damit kann man Radiowellen empfangen: „Phased-Array-Antennen“ werden zum Satellitenempfang, im Rundfunk und bei Radaranlagen eingesetzt. Bild: Daniel Pilar

Die Bundesländer beraten an diesem Mittwoch über den „Aktionsplan“, demzufolge das Radio von UKW auf DAB+ umgestellt werden soll. Viele Privatsender wollen nicht mitmachen. Das hat seinen Grund.

          Geht es nach Willi Steul, dem Intendanten des Deutschlandradios, dann setzen die Bundesländer an diesem Mittwoch einen „Meilenstein“ in der Geschichte des Digitalradios. Denn heute beschäftigt sich die Rundfunkkommission der Länder mit dem „Aktionsplan für die Transformation der Hörfunkverbreitung in das digitale Zeitalter“. Mit anderen Worten: Die Länder geben den Startschuss zur letzten Etappe auf dem Weg zum digitalen Radio, das den UKW-Empfang ersetzen soll. Was seit zwanzig Jahren beredet wird, soll nun – endlich – in die Tat umgesetzt werden.

          Michael Hanfeld

          verantwortlicher Redakteur für Feuilleton Online und „Medien“.

          Davon sind öffentlich-rechtliche Radiomacher begeistert, Privatsenderleute hingegen sind entsetzt, weil sie fürchten, bei der Umstellung, die viel Geld kostet, aus dem Markt gedrängt zu werden. Deshalb kam es bei der Verabschiedung des Aktionplans im Verkehrsministerium denn auch zum Knall. Der große Privatsenderverband VPRT erklärte seinen Austritt aus dem Digitalradioboard des Ministeriums, einem Beratungsgremium, in dem alle Beteiligten der Radioszene vertreten sind, und stimmte dem Aktionsplan nicht zu. Man könne neue Technologien „politisch nicht verordnen“, sagte Klaus Schunk, Geschäftsführer von Radio Regenbogen und beim VPRT fürs Radio zuständig. Sie müssten vielmehr „die Konsumenten überzeugen und sich im Markt von sich aus durchsetzen“. Es sei richtig gewesen, mit allen Beteiligten über eine „Roadmap“ zu sprechen, doch sei dieser Versuch gescheitert.

          Seit Jahren Hunderte Millionen von Euro

          Dabei sieht der Aktionsplan den harten Schnitt, den zahlreiche Privatsender befürchten, gar nicht vor – er hält fest, dass die Umstellung von UKW auf das Digitalradio namens DAB+ kommt, nennt aber kein Abschaltdatum. Dafür hält er fest, dass Radios, die auf den Markt kommen, künftig mindestens eine digitale Schnittstelle haben müssen. Freiwerdende UKW-Frequenzen öffentlich-rechtliche Sender sollen nicht mehr neu vergeben, Breitbandnetze eingerichtet und es soll ein sogenannter zweiter „Multiplex“ aufgebaut werden, von dem aus Sender bundesweit digital funken. Bislang gibt es nur einen Multiplex mit dreizehn Sendern.

          Was den Privatsenderverband VPRT besonders stört, ist, dass freiwerdende UKW-Frequenzen der Öffentlich-Rechtlichen künftig brachliegen. Das sei Protektionismus für die ARD-Sender und für das Deutschlandradio und verzerre den Wettbewerb zuungunsten der Privatradios. Die Öffentlich-Rechtlichen können sich die Umstellung und das Abschalten von UKW-Frequenzen problemlos leisten. Sie sind dafür seit Jahren mit hunderten Millionen Euro aus dem Rundfunkbeitrag ausgestattet worden. Allerdings hat die Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs Kef bei der letzte Bewilligung von rund 68 Millionen Euro eine deutliche Mahnung ausgesprochen: Entweder es werde nun aufs Digitalradio umgeschaltet, oder es gebe dafür kein weiteres Geld mehr.

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