25.12.2012 · Seit sechzig Jahren tut die „Tagesschau“ so, als wäre Objektivität eine Tugend. Auch dies hat zur Beliebtheit der Sendung beigetragen. Aber die Idylle trügt: Es wird zu viel Leere produziert.
Von Harald StaunRichtlinien für Lesermeinungen
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So muss der Titel lauten. Denn de facto ist genauso. Es wird einfach die
Diktion, die Lesart der Kader kritiklos übernommen, so dass die
Bürger unterm Strich einfach angelogen werden und über
Wichtiges, z.B. schwerste Rechtsbrüche seitens der Politkader,
nicht oder massiv fehlerhaft "informiert" werden (eingeseift
werden wäre der korrektere Begriff).
Der ÖR muss daher zwingend sofort aufgelöst werden, die GEZ ebenso.
8 Mrd. Diebstahl im Jahr für verlogene Propaganda und seichte
Unterhaltung sind definitiv 8 Mrd. zuviel!
Fester Programmpunkt in meinem Leben
Nachdem sich hier alle dem negativen Tenor des Artikels angeschlossen haben, habe ich mich bei FAZ Net extra registrieren lassen um meine positive Meinung zur Tagesschau zu äußern. Sie ist für mich immer eine unabhängige Nachrichtsendung im besten Sinne dieses Wortes gewesen. Ich brauche keine Erklärung dieser Welt durch die Brille eines Journalisten, die Nachricht reicht mir und ich bin dankbar, wenn sich der subjektive Kommentar auf ein Mindestmaß beschränkt. Um bei dem Beispiel des Artikels zu beiben, es reicht, wenn man erfährt, dass Hr. Struck gestorben ist und vielleicht auch noch warum. Alles andere kann man bei besonderem Interesse an anderer Stelle nachlesen. Die kompakte Übermittlung von Information ist das Erfolgsmodel der TS seit 60 Jahren, eine Instrumentalisierung der Sendung durch die Politik sehe ich nicht, im Ggenteil die TS erspart mir in der Regel die tendentielle Beeinflussung ala Heute Journal oder der Privaten. Glückwunsch zum 60. Weiter so.
Wenngleich natürlich "Objektivität"
grundsätzlich nicht zu haben ist,
gaukelt die Tagesschau diese Illusion besonders gut vor.
Dabei ist auch die Tagesschau ein williges Werkzeug der Herrschenden -
die Meinung wird hier vor allem über die redaktionelle Auswahl der
Themen gemacht:
Ich darf z.B. mal ein Beispiel zur Schuldenkrise nennen: da brachte es
die Tagesschau fertig innerhalb der 15 Minuten Folgendes zu bringen:
Plan zur Hebelung des ESM durch Monti und Hollande, Interview mit
"Außenminister" Luxemburg, der die Deutschen zur
Solidarität ermahnte, Bericht von der Korrespondentin aus
Brüssel, dass sich Deutschland isoliere und Kurzporträt des
"Geldschwemme- Papstes" Krugman.
Diese Form der Lenkung dürfte im Grunde sogar effizienter sein, als
eine platte Beeinflussung z.B. durch Kommentare ...
Die Tagesschau und ihre Umwelt
Jede Zeitung, jeder Journalist und jede Fernsehredaktion hat eine Schreibe. Darum macht die Tagesschau professionelle Arbeit. Wenn heute etwas der Tagesschau fehlt, dann ist es die Systemkonkurrenz, die Konfrontation mit dem unglaubwürdigen Osten. Aber diese Konfrontation gibt es heute immer noch. Die Fernsehnachrichten und Pundits aus den USA der dortigen Rundfunkanstalten, denen wir im Zeitalter des Internets zuhören können, lassen selbst den Schwarzen Kanal aus der Zone objektiv aufscheinen. Wie behaglich und makellos vertrauenswürdig scheinen da Dienste wie Tagesschau und BBC.
15 Minuten sind definitiv zu wenig. Aber genung, um die Bürger übers Ohr zu hauen.
In dieser kurzen Zeit fällt die politisiererei aus den
Parteibarraken nicht so auf oder nervt wohlmöglich. Ausreichend,
ausgewogen und neutral Informiert werden die Bürger dort sicher nicht.
Man sollte sich ZB mal bei den "heute Nachrichten" umschauen,
wo man neuderdings versucht mit Exkursen komplexe Sachverhalte dem
Bürger nahe zu bringen.
Die Welt ist in den letzten 30 Jahren in einer unglaublich komplexen Art
geradezu explodiert und die ÖR haben die Information der
Bürger über diese neuen Zustände konsequent
vernachlässigt und diese zur beruhigung mit schlechter Unterhaltung
und hunderten von nutzlosen Programmkanälen überzogen.
Die einseitige politische Ausrichtung der Tagesschau schadet der Demokratie in Deutschland
Die Tagesschau habe ich früher gerne gesehen heute nicht mehr. Warum? Mich stört die einseitig politisch korrekte Berichterstattung beziehungsweise gezielte, man kann es auch als manipulativ bezeichnen,Themenauswahl. Das ist nicht nur ein Problem der Tagesschau sondern des gesamten ÖR Zwangsgebührenfernsehens. Des weiteren stört mich die häufige indirekte Vermischung von Nachricht und Kommentar ohne dies wirklich kenntlich zu machen. Warum traut man dem mündigen Bürger nur bewertete oder stark einseitig selektierte Nachrichten zu. Soll der Bürger nicht mehr selber denken und Nachrichten bewerten? Ist diese unkritische Hofberichterstattung gegenüber den Blockparteien (CDUSPDGRÜNEFDPLINKE) wirklich mit dem Verfassungsauftrag vereinbar oder wäre nicht eine deutlich neutralere und kritische Berichterstattung notwendig. Wenn die Herrschenden die Medien kontrollieren (Rundfunkräte) ist das aus meiner Sicht mit einer fairen demokratischen Berichterstattung nicht sinnhaft vereinbar!
"Unter den Blinden ist der Einäugige König"
Die öffentlich rechtlichen Rundfunkanstalten werden ihrem Anspruch
nicht mehr gerecht. Merken tut´s kaum einer, weil das Angebot der
Privaten regelmäßig nicht besser ist. Nachrichten werden
bagatellisiert. Wo eine Meldung "Schneesturm in Amerika"
ausreichend wäre, schließt sich heute ein 3 Minuten Traile
an, in welchem Schneeflocken und rutschende Autos gezeigt werden.
Das Nachrichten auch anders gemacht werden können, zeigt der
Vergleich mit BBC World oder CNN.
Hier wird über Krisen und Geschehnisse in der Welt
tiefgründiger und umfassender berichtet.
"Aber die Idylle trügt: Es wird zu viel Leere
produziert." - Das ist doch wohl eher ein Problem der privaten
Medien. In welchem Verlagshaus ist eigentlich die FAZ beheimatet? Werden
da auch TV-Formate produziert? Ich muß schon sagen, obigen Artikel
finde ich von seiner Tendenz und Veranlagung her sehr seltsam, ich gehe
aber davon aus daß meine Meinung hier veröffentlicht wird.
Guter Journalismus sieht jedefalls anders aus.
Bei aller gebotenen Kritik an den Öffentlich-Rechtlichen wegen Überfinanzierung und Verschwendung, Selbstherrlichkeit und -überschätzung, Entwicklung zum Staat im Staate: dieser "Analyse" vermag ich nicht zuzustimmen. Sie liest sich wie von der Pressestelle des Verbandes der Privaten geschrieben, getragen von Neid und Mißgunst in einem häßlichen Wettbewerb um Quoten, Apps und Werbekunden. Der Erfolg gibt Recht, so ist es auch und ganz besonders bei der Tagesschau. Die FAZ hat es doch gar nicht nötig, ihr die verdiente Anerkennung zu verweigern, dazu ist sie doch selbst viel zu erfolgreich!
Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 26.12.2012 21:35 UhrDer ÖR wird durch 8 Mrd. Diebstahl im Jahr "finanziert".
Ohne diese 8 Mrd. sähe es dort ganz anders aus.
Habe nie verstanden, warum die Tagesschau so gelobt wird - der Artikel fasst mein bisher unbestimmtes Gefühl sehr gut in Worte.
Mag sein, dass die Objektivität der Tagesschau auch ein wenig Pose
ist, die oft mit einer blutleeren Phraseologie erkauft ist. Ich bin
trotzdem geneigt, sie in ihrem rituellen Charakter vehement zu
verteidigen.
Es wird ja täglich Interesse und Empathie für alles und jeden
eingeklagt. Das Ritual der Objektivierung empfinde ich als gesunde
Distanzierung und eine gute Anleitung zum ökonomischen Umgang mit
unseren Ressourcen.
Tatsächlich auch diese Frage so etwas wie Zeitgeist. Naheliegend. Man wundert sich - und auch wiede
nicht - dass sie nun aufs Tapet kommt: Richtig so.
.
Also auch wir hatten uns also in den letzen Wochen genau diese Frage zur
Tagesschau so auch gestellt - wie offensichtlich
höchstwahrscheinlich viele andere womöglich ebenfalls.
.
Und waren für uns zu dem vorläufigen Ergebnis gekommen, dass
man evtl. ganz einfach zwei Tagesschauen bräuchte: Den bekannten
Markenartikel so, wie er ist, weiterhin; also für dievermutlich
Älteren, denen sie so, wie sie ist (man sagte es schon), eben all
das oben gesagte bedeudetete.
.
Und dazu eine zweite Hälfte, weitere 15 Minuten - evtl.
zunächst online - noch direkt hinterher. Um regelmässig und
ausführlicher noch "nachrichten zu können". Denn die
Tagesthemen kommen zu spät - und sind in depth auch nicht viel besser.
.
Und klar gäbe das einen Aufschrei: "Wir haben doch schon
für die 15 min. von 20 Uhr nicht genügend Geld ... ."
.
Aber ja Herr Murdoch... (?)
Wir wollen eine moderne Tagesschau, jetzt...
...und in Zukunft keine Mitteilungen aus den Parteizentralen mehr, die in einer Nachrichtensendung nichts aber auch garnichts zu suchen haben. Endgültig Schluss mit diesem antidemokratischen Schauspiel. Deutschland bietet mehr als nur Berlin. Mehr positive Emotionen zeigen, mindestens 30-45 Minuten Nachrichten täglich aus dem ganzen Land, immer um 20 Uhr, wie das "Le 20 Heures" bei TF1 täglich bietet. Ich bin keineswegs unkritisch gegenüber den Franzosen, ich kenne sie zu gut und zu lange, aber auf diesem Gebiet sind sie einfach um Lichtjahre besser als die altertümlich Tagesschau.
Dem ist nichts mehr hinzuzufügen
Und dazu noch nichtssagende Filmchen und oberflächliche "Berichte".
Allein, ich würde mir von der FAZ auch wünschen, dass sie
nicht einfach nur Nachrichten-Agenturen-Texte verbreitet. Letztes
Beispiel: Schäuble plant Steuererhöhungen, FAZ (und alle
anderen Medien) reden von Sparhaushalten!?
Respekt zur politischen Klasse abbauen
Die Deutschen Medien, insbesondere die Öffentlich Rechtlichen
Sender, wie auch die Bürger Deutschlands müssen den Respekt zu
ihrer politischen Klasse abbauen. Ansonsten werden sie immer hintergangen.
Auch wenn ungewohnt, aber nur der Kontakt auf gleicher Augenhöhe
kann ausgeglichenen Respekt verschaffen. Das wiederum reanimiert das
gern vergessene Verantwortungsbewusstsein der Amtsträger, die
bisweilen in ihrer Käseglocke die gewisse Obrigkeitshörigkeit
unschwer auszunutzen vermochten.
Deutschland hat schon ganz oben eine Moderierende, dann braucht es die
nicht auch noch in der vierten Gewalt, den Medien.
Harald Staun Jahrgang 1970, Redakteur im Feuilleton der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung in Berlin.
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