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Die „Tagesschau“ ist 60 Stillstand als Programm

 ·  Seit sechzig Jahren tut die „Tagesschau“ so, als wäre Objektivität eine Tugend. Auch dies hat zur Beliebtheit der Sendung beigetragen. Aber die Idylle trügt: Es wird zu viel Leere produziert.

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Jens Dr. Günther

Fester Programmpunkt in meinem Leben

Nachdem sich hier alle dem negativen Tenor des Artikels angeschlossen haben, habe ich mich bei FAZ Net extra registrieren lassen um meine positive Meinung zur Tagesschau zu äußern. Sie ist für mich immer eine unabhängige Nachrichtsendung im besten Sinne dieses Wortes gewesen. Ich brauche keine Erklärung dieser Welt durch die Brille eines Journalisten, die Nachricht reicht mir und ich bin dankbar, wenn sich der subjektive Kommentar auf ein Mindestmaß beschränkt. Um bei dem Beispiel des Artikels zu beiben, es reicht, wenn man erfährt, dass Hr. Struck gestorben ist und vielleicht auch noch warum. Alles andere kann man bei besonderem Interesse an anderer Stelle nachlesen. Die kompakte Übermittlung von Information ist das Erfolgsmodel der TS seit 60 Jahren, eine Instrumentalisierung der Sendung durch die Politik sehe ich nicht, im Ggenteil die TS erspart mir in der Regel die tendentielle Beeinflussung ala Heute Journal oder der Privaten. Glückwunsch zum 60. Weiter so.

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giddis giddis
giddis giddis (giddis) - 26.12.2012 19:46 Uhr

Mythos der Objektivität

Wenngleich natürlich "Objektivität" grundsätzlich nicht zu haben ist,
gaukelt die Tagesschau diese Illusion besonders gut vor.
Dabei ist auch die Tagesschau ein williges Werkzeug der Herrschenden - die Meinung wird hier vor allem über die redaktionelle Auswahl der Themen gemacht:
Ich darf z.B. mal ein Beispiel zur Schuldenkrise nennen: da brachte es die Tagesschau fertig innerhalb der 15 Minuten Folgendes zu bringen: Plan zur Hebelung des ESM durch Monti und Hollande, Interview mit "Außenminister" Luxemburg, der die Deutschen zur Solidarität ermahnte, Bericht von der Korrespondentin aus Brüssel, dass sich Deutschland isoliere und Kurzporträt des "Geldschwemme- Papstes" Krugman.
Diese Form der Lenkung dürfte im Grunde sogar effizienter sein, als eine platte Beeinflussung z.B. durch Kommentare ...

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André Rebentisch

Die Tagesschau und ihre Umwelt

Jede Zeitung, jeder Journalist und jede Fernsehredaktion hat eine Schreibe. Darum macht die Tagesschau professionelle Arbeit. Wenn heute etwas der Tagesschau fehlt, dann ist es die Systemkonkurrenz, die Konfrontation mit dem unglaubwürdigen Osten. Aber diese Konfrontation gibt es heute immer noch. Die Fernsehnachrichten und Pundits aus den USA der dortigen Rundfunkanstalten, denen wir im Zeitalter des Internets zuhören können, lassen selbst den Schwarzen Kanal aus der Zone objektiv aufscheinen. Wie behaglich und makellos vertrauenswürdig scheinen da Dienste wie Tagesschau und BBC.

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Klaus Letis

15 Minuten sind definitiv zu wenig. Aber genung, um die Bürger übers Ohr zu hauen.

In dieser kurzen Zeit fällt die politisiererei aus den Parteibarraken nicht so auf oder nervt wohlmöglich. Ausreichend, ausgewogen und neutral Informiert werden die Bürger dort sicher nicht.

Man sollte sich ZB mal bei den "heute Nachrichten" umschauen,
wo man neuderdings versucht mit Exkursen komplexe Sachverhalte dem Bürger nahe zu bringen.

Die Welt ist in den letzten 30 Jahren in einer unglaublich komplexen Art geradezu explodiert und die ÖR haben die Information der Bürger über diese neuen Zustände konsequent vernachlässigt und diese zur beruhigung mit schlechter Unterhaltung und hunderten von nutzlosen Programmkanälen überzogen.

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Torsten Gingemeyer

Die einseitige politische Ausrichtung der Tagesschau schadet der Demokratie in Deutschland

Die Tagesschau habe ich früher gerne gesehen heute nicht mehr. Warum? Mich stört die einseitig politisch korrekte Berichterstattung beziehungsweise gezielte, man kann es auch als manipulativ bezeichnen,Themenauswahl. Das ist nicht nur ein Problem der Tagesschau sondern des gesamten ÖR Zwangsgebührenfernsehens. Des weiteren stört mich die häufige indirekte Vermischung von Nachricht und Kommentar ohne dies wirklich kenntlich zu machen. Warum traut man dem mündigen Bürger nur bewertete oder stark einseitig selektierte Nachrichten zu. Soll der Bürger nicht mehr selber denken und Nachrichten bewerten? Ist diese unkritische Hofberichterstattung gegenüber den Blockparteien (CDUSPDGRÜNEFDPLINKE) wirklich mit dem Verfassungsauftrag vereinbar oder wäre nicht eine deutlich neutralere und kritische Berichterstattung notwendig. Wenn die Herrschenden die Medien kontrollieren (Rundfunkräte) ist das aus meiner Sicht mit einer fairen demokratischen Berichterstattung nicht sinnhaft vereinbar!

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Jörn Weitzmann

"Unter den Blinden ist der Einäugige König"

Die öffentlich rechtlichen Rundfunkanstalten werden ihrem Anspruch nicht mehr gerecht. Merken tut´s kaum einer, weil das Angebot der Privaten regelmäßig nicht besser ist. Nachrichten werden bagatellisiert. Wo eine Meldung "Schneesturm in Amerika" ausreichend wäre, schließt sich heute ein 3 Minuten Traile an, in welchem Schneeflocken und rutschende Autos gezeigt werden.
Das Nachrichten auch anders gemacht werden können, zeigt der Vergleich mit BBC World oder CNN.
Hier wird über Krisen und Geschehnisse in der Welt tiefgründiger und umfassender berichtet.

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Jens Hunger
Jens Hunger (hero02) - 26.12.2012 09:55 Uhr

bauchgrimmen......

"Aber die Idylle trügt: Es wird zu viel Leere produziert." - Das ist doch wohl eher ein Problem der privaten Medien. In welchem Verlagshaus ist eigentlich die FAZ beheimatet? Werden da auch TV-Formate produziert? Ich muß schon sagen, obigen Artikel finde ich von seiner Tendenz und Veranlagung her sehr seltsam, ich gehe aber davon aus daß meine Meinung hier veröffentlicht wird. Guter Journalismus sieht jedefalls anders aus.

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Rolf Drewes

Futterneid

Bei aller gebotenen Kritik an den Öffentlich-Rechtlichen wegen Überfinanzierung und Verschwendung, Selbstherrlichkeit und -überschätzung, Entwicklung zum Staat im Staate: dieser "Analyse" vermag ich nicht zuzustimmen. Sie liest sich wie von der Pressestelle des Verbandes der Privaten geschrieben, getragen von Neid und Mißgunst in einem häßlichen Wettbewerb um Quoten, Apps und Werbekunden. Der Erfolg gibt Recht, so ist es auch und ganz besonders bei der Tagesschau. Die FAZ hat es doch gar nicht nötig, ihr die verdiente Anerkennung zu verweigern, dazu ist sie doch selbst viel zu erfolgreich!

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Jürgen Braun

Tatsächlich auch diese Frage so etwas wie Zeitgeist. Naheliegend. Man wundert sich - und auch wiede

nicht - dass sie nun aufs Tapet kommt: Richtig so.
.
Also auch wir hatten uns also in den letzen Wochen genau diese Frage zur Tagesschau so auch gestellt - wie offensichtlich höchstwahrscheinlich viele andere womöglich ebenfalls.
.
Und waren für uns zu dem vorläufigen Ergebnis gekommen, dass man evtl. ganz einfach zwei Tagesschauen bräuchte: Den bekannten Markenartikel so, wie er ist, weiterhin; also für dievermutlich Älteren, denen sie so, wie sie ist (man sagte es schon), eben all das oben gesagte bedeudetete.
.
Und dazu eine zweite Hälfte, weitere 15 Minuten - evtl. zunächst online - noch direkt hinterher. Um regelmässig und ausführlicher noch "nachrichten zu können". Denn die Tagesthemen kommen zu spät - und sind in depth auch nicht viel besser.
.
Und klar gäbe das einen Aufschrei: "Wir haben doch schon für die 15 min. von 20 Uhr nicht genügend Geld ... ."
.
Aber ja Herr Murdoch... (?)

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Beat Leutwyler
Beat Leutwyler (beat126) - 25.12.2012 20:55 Uhr

Respekt zur politischen Klasse abbauen

Die Deutschen Medien, insbesondere die Öffentlich Rechtlichen Sender, wie auch die Bürger Deutschlands müssen den Respekt zu ihrer politischen Klasse abbauen. Ansonsten werden sie immer hintergangen.

Auch wenn ungewohnt, aber nur der Kontakt auf gleicher Augenhöhe kann ausgeglichenen Respekt verschaffen. Das wiederum reanimiert das gern vergessene Verantwortungsbewusstsein der Amtsträger, die bisweilen in ihrer Käseglocke die gewisse Obrigkeitshörigkeit unschwer auszunutzen vermochten.

Deutschland hat schon ganz oben eine Moderierende, dann braucht es die nicht auch noch in der vierten Gewalt, den Medien.

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25.12.2012, 20:01 Uhr

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