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„Wayward Pines“ auf ZDFneo : Wo sind sie da bloß gelandet?

Dunkelmänner unter sich: Das Personal von „Wayward Pines“ gibt Rätsel auf. Ethan Burke (Matt Dillon, Mitte) will es lösen. Bild: ZDF und FOX International

Die Mystery-Serie „Wayward Pines“ wird als Nachfolgerin von David Lynchs legendärem „Twin Peaks“ gehandelt. Zumindest gibt sie nicht weniger Rätsel auf.

          Was ist hier eigentlich los? In diesem Kaff in Idaho namens Wayward Pines, in dessen Krankenhaus der Secret-Service-Agent Ethan Burke (Matt Dillon) erwacht. Er ist ziemlich lädiert. Wie er hierhergekommen ist, weiß er nicht. Er habe einen Autounfall gehabt, wird ihm gesagt, doch schon die Art der Behandlung, die ihm Schwester Pam (Melissa Leo) zuteilwerden lässt, nährt Zweifel, dass er einfach nur Pech hatte auf der Suche nach zwei verschwundenen Kollegen. Sie will ihn nämlich gar nicht gehen lassen, sondern mit Gewalt ruhigstellen. Ethans Papiere sind weg, er kann mit niemandem telefonieren, weder mit seiner Familie noch mit dem Secret Service, und Sheriff Pope (Terrence Howard) interessiert sich nicht ansatzweise für seine Geschichte. Bildet er sich das alles nur ein? Ist er gar nicht beim Secret Service? Seine verschwundene Kollegin Kate jedenfalls tut so, als er sie im Ort erblickt, als kenne sie ihn nicht. Sie ist verheiratet und führt einen kleinen Geschenkeladen in Wayward Pines, dem Ort, an dem nichts so ist, wie es scheint.

          Michael Hanfeld

          verantwortlicher Redakteur für Feuilleton Online und „Medien“.

          Es ist ein ganz schönes Rätsel, in das der Regisseur M. Night Shyamalan seinen Helden nach einem Drehbuch von Chad Hodge, Matt und Ross Duffner und nach der Romanvorlage von Blake Crouch entlässt: Da stolpert einer in eine Geschichte, in der alles in Frage steht - die Kulissen, hinter die Ethan Burke von Folge zu Folge blickt; die Personen, von denen keine die Wahrheit zu sagen scheint; aber auch seine eigene Wahrnehmung und Erinnerung. So viel allerdings ist klar: Wollen Ethan Burke, seine Frau Theresa (Shannyn Sossamon) und sein Sohn Ben (Charlie Tahan), die bald ebenfalls auf mysteriöse Weise in Wayward Pines landen, wirklich wissen, was hier und was hinter der aufwendig gesicherten Mauer los ist, die den Ort umgibt, könnten sie das mit dem Leben bezahlen - drinnen wie draußen. Sie könnten enden wie Ethans Kollege, der ausbrechen wollte und ermordet wurde, und wie die Kellnerin Beverly (Juliette Lewis), die Ethan als Einzige hilft und von den Bürgern von Wayward Pines hingerichtet wird.

          Fernsehtrailer : „Wayward Pines“

          Als Wiedergängerin von David Lynchs legendärer Serie „Twin Peaks“ aus dem Jahr 1990, an deren Fortsetzung Lynch gerade arbeitet und die im Mai starten soll, wurde „Wayward Pines“ gelobt. Und da ist auch etwas dran: Hier wie dort lauert hinter einem jeden gelüfteten Geheimnis ein noch größeres. Doch wirkt die Geschichte aus Idaho vor allem wie eine Verquickung zuletzt erfolgreicher Mystery-Serien wie „Lost“ oder „Under the Dome“, die ebenfalls den Mikrokosmos einer vom Rest der Welt abgeschlossenen Gemeinschaft zu Gegenstand hatten, in dem alle zwischenmenschlichen Themen verhandelt werden, die zum Drama taugen. Dann gibt es freilich noch eine Totalüberwachung à la „Truman Show“ und, zu guter Letzt, einen Aufmarsch der Untoten wie bei „Zombieland“ und „The Walking Dead“.

          Das könnte dem einen oder anderen der Ingredienzien etwas zu viel sein, beziehungsweise für die Macher nach der zweiten Staffel, die man bei uns gerade beim Abosender Fox sehen kann, etwas zu wenig. Um eine dritte Staffel von „Wayward Pines“ wird jedenfalls gerade heftig gerungen. Bei ZDFneo, wo die Serie heute anläuft, kann sich der Reiz der Geschichte nun erst einmal entfalten und geht es mit dem von Matt Dillon ansehnlich verstört gespielten Special Agent Ethan Burke in den dunklen Wald von Wayward Pines.

          Wayward Pines, heute, Dienstag 31. Januar, um 23.15 Uhr bei ZDFneo.

          Quelle: F.A.Z.

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