Home
http://www.faz.net/-gqz-7hnvf
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Die Grünen, Pädophilie und die „taz“ Das Exempel

Inzwischen macht auch die „taz“ die Grünen und deren frühere Verbindung zur Pädophilen-Szene groß zum Thema. Ihren Autor aber, der die Sache seit Jahren energisch verfolgt, stellt sie kalt.

© F.A.S. Vergrößern Hätte Christian Füllers Artikel auch in der „taz“ erscheinen können? In dieser Form wurde ein Text des Autors zum Thema am 15. September in der F.A.S. veröffentlicht (Volltext siehe Link)

Als die „taz“ jetzt mit dem neuesten Zwischenbericht der Untersuchung um die Ecke kam, welche die Politologen Franz Walter und Stephan Klecha zu den Grünen und deren früheren Verbindungen zur Pädophilen-Szene im Auftrag der Partei führen, durfte man sich wundern. Schließlich hatte dieselbe „taz“ das Kapitel in einem emphatischen Artikel einige Wochen zuvor schon als erledigt bezeichnet. „Aufgeklärt!“ hieß es da. Verstehen konnte man das auch als Aufforderung: Schwamm drüber!

Michael Hanfeld Folgen:

Doch hat die „taz“ einen Redakteur, dem bei dieser Geschichte ganz und gar nicht nach Schluss-Strich ist. Christian Füller arbeitet sich seit Jahren an der Geschichte ab, er zählt zu den wenigen, die das seltsam betretene Schweigen zum Stichwort Grüne und Pädophile aufgebrochen haben. (Auch diese Zeitung, insbesondere die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung hat es immer wieder auf die Agenda gesetzt.) Jetzt ist es sogar im Fernsehen angekommen, und man merkt manchen Berichten die Verwunderung an. Wieso jetzt? Wieso Jürgen Trittin? Ist das Wahlkampf? Man darf es der „taz“ schon positiv anrechnen, dass sie den neuesten Walter-Report dazu veröffentlicht hat. Darin wird die Geschichte einer engen Verflechtung zwischen Grünen und Pädophilen in den achtziger Jahren beschrieben, zuvor war davon in dieser Zeitung und im „Spiegel“ zu lesen.

Jenseits einer journalistischen Schallmauer

Freilich wird man den Eindruck nicht los, dass hier erst eine journalistische Schallmauer durchbrochen, eine Schweigespirale geknickt werden musste. Und da kommt wieder der Journalist Christian Füller ins Spiel. Er zählt zu jener raren Spezies zäher Rechercheure, die von einer Sache, von der sie überzeugt sind, nicht lassen, auch wenn es dem Mainstream nicht en vogue zu sein scheint. Von ihm sollte Ende August ein Artikel in der „taz“ erscheinen, dessen Thesen sich seither Tag für Tag bestätigen, vor allem jene, dass die Grünen „sich inmitten ihrer moralischen und programmatischen Kernschmelze“ befänden.

Dass diese „Kernschmelze“ ausgerechnet bei Jürgen Trittin ansetzt, erscheint etwas disparat – er zeichnete 1981 presserechtlich für ein Göttinger Kommunalwahlprogramm verantwortlich, in dem gefordert wurde, Sex zwischen Erwachsenen und Kindern straffrei zu stellen. Es gibt andere Figuren, die in diesem Zusammenhang eine viel wichtigere Rolle spielten, an der Schnittstelle zwischen den Grünen und den Pädophilen, aber auch zwischen den Letztgenannten und der „taz“. Nachlesen kann man das zum Beispiel in einem Artikel aus der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung vom 23. Januar 2011. Dort geht es um Dietrich Willier, der an der Odenwaldschule Kinder missbrauchte und später zu den Gründern der „taz“ zählte. Auch an Daniel Cohn-Bendit müsste man erinnern und an dessen – angeblich fiktive – Schilderungen über Intimitäten mit Kindern.

1 | 2 Nächste Seite   |  Artikel auf einer Seite
 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Pädophilie-Vorwürfe Die Grünen müssen den Tätern ein Gesicht geben

Die Berliner Grünen haben bis Mitte der neunziger Jahre pädophile Mitglieder in ihren Reihen geduldet. Frauke Homann, einstige Sozialarbeiterin in Berlin-Kreuzberg, spricht über das Netzwerk der Pädophilen, über Vertuschung und die Fehler der Grünen. Mehr Von Christian Füller

20.05.2015, 18:20 Uhr | Politik
Merkel Griechenland ist Thema bei Kanzlerin und Grünen

Bundeskanzlerin Merkel will die Gespräche zwischen Griechenland und den Institutionen abwarten und Grünen-Chefin Peter hat Sorge vor dem Grexit. Mehr

31.03.2015, 14:57 Uhr | Aktuell
Pädophiler Missbrauch Berliner Grüne gestehen schreckliches Versagen ein

Die Berliner Grünen haben bis Mitte der neunziger Jahre pädophile Mitglieder in ihren Reihen geduldet, darunter auch zwei wegen Missbrauchs verurteilte Straftäter. Die Landesvorsitzende Jarasch verspricht Opfern eine Entschädigung. Mehr

20.05.2015, 10:17 Uhr | Politik
Die Grünen Cannabis-Gesetzesentwurf im Bundestag präsentiert

Die Grünen haben einen Kontrollgesetz-Entwurf für den Anbau, Besitz und Konsum von Cannabis bei einer Debatte im Bundestag vorgestellt. Mehr

20.03.2015, 18:31 Uhr | Politik
Vorstand neu gewählt Odenwaldschule: Elternbeirätin führt Trägerverein

An der Spitze des Elternbeirats der Odenwaldschule hat Christiane Streitz schon gestanden - fortan führt sie auch den Vorstand des Trägervereins. Dies hat dessen Neuwahl ergeben. Mehr

17.05.2015, 18:02 Uhr | Rhein-Main
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 20.09.2013, 09:57 Uhr

Ü14-Party

Von Michael Hanfeld

Der gemeinsame Jugendkanal von ARD und ZDF ist auf dem Weg - mit einem Budget, das Start-ups die Tränen in die Augen treibt. Beim ZDF glaubt man damit keine großen Sprünge machen zu können. Mehr 4 7