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„Die Bayern-Story“ im ZDF Doku für die Nachspielzeit

 ·  Vom Festgeldkonto bis zur „goldenen Generation“ um Beckenbauer bietet „Die Bayern-Story“ Altbekanntes. Sie wirft aber auch einen kundigen Blick auf die Frühzeit des Klubs - und macht Lust auf eine Sternstunde des Fußballfilms.

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© Nanukfilm Vergrößern Kurze Szene aus der Doku „Die Bayern-Story“: Paul Breitner und Uli Hoeneß 1978 im Doppelbett. Mehr davon zu sehen gibt es in dem legendären Fußballfilm „Die Profis“.

Der FC Bayern München ist positiv wie negativ das Klischee seiner selbst - von „Mia san mia“ bis „Zieht den Bayern die Lederhosen aus“ ist alles, was sich für, über und gegen den Klub sagen, berichten, gerüchten, kommentieren, schreiben, zeigen und filmen lässt, schon bis zum Überdruss durch die Medienmaschine gelaufen.

Vor dem heutigen letzten Vorrundenspiel der Champions League, das die Bayern gegen das Team aus Borissow (wahlweise: Baryssau) austragen, dürfte höchstens noch unklar sein, was BATE bedeutet, dieser merkwürdige Vereinsname der Weißrussen. Er steht für „Baryssau Automobil- und Traktor-Elektronik“. Alles klar?

Selbstredend überträgt das ZDF auch dieses Mittwoch-Spiel live, hat sich der Sender bis zum Ende der Saison 2014/15 doch die Free-TV-Rechte für jährlich etwa fünfzig Millionen Euro an Gebührengeldern gesichert. Im Anschluss daran, also etwa um 23.15 Uhr, steht dieses Mal noch eine Dokumentation auf dem Programm: „Die Bayern-Story: Meister, Mythen, Millionäre“ von Michael Renz und Laurens Form.

Spannendes aus der Frühzeit des Klubs

Noch ein Film über die ubiquitären Münchner: Ist da die Eulen-nach-Athen-Redundanz nicht unvermeidlich? Oder sollte es sich gar um eine Huldigung dafür handeln, dass die Bayern (und mit ihnen Borussia Dortmund und einmal sogar Schalke 04) dem ZDF an jedem der bisherigen frei empfangbaren CL-Tage strammste Quoten garantierten?

Nun, alles in allem schlagen sich Renz und Form so ununterwürfig wie werbefrei und ordentlich. Das liegt allerdings weniger daran, dass sie aufs Neue das All- und Altbekannte präsentieren, das glänzende Geschäft der Fußball AG, das sprichwörtliche Festgeldkonto, die immer gleichen Interviewpartner und in Archivaufnahmen natürlich auch jene „goldene Generation“ um Beckenbauer, Maier, Müller, Breitner und Hoeneß in den siebziger Jahren.

Einen respektablen Teil ihres dreißigminütigen Films widmen die Autoren jedoch der weit weniger bekannten Frühzeit des im Februar 1900 gegründeten Klubs. Dafür haben sie den Fußballhistoriker Dietrich Schulze-Marmeling vor Kamera und Mikrofon geholt. „Der FC Bayern und seine Juden - Aufstieg und Zerschlagung einer liberalen Fußballkultur“ heißt der Band, den Schulze-Marmeling im vergangenen Jahr veröffentlichte.

Also erzählt er auch jetzt, wenngleich aufs Äußerste verknappt, von der so dynamischen wie erfolgreichen Amtszeit des deutschen Juden und Urmünchner Bayern-Präsidenten Kurt Landauer, die mit nur kurzen Unterbrechungen von 1913 bis 1933 währte, dann jäh von den Nazis beendet wurde, zwischen 1947 und 1951 aber nochmals eine krönende Fortsetzung fand: der Weg des FC Bayern in die Fußball-Moderne.

Diesen Film wollen wir sehen

Für wenige Sekunden sehen wir zudem einen Ausschnitt aus einer inzwischen legendären Langzeit-Dokumentation: „Profis - Ein Jahr Fußball mit Paul Breitner und Uli Hoeneß“. Sie spielt in der Saison 1978/79, stammt von den Filmemachern Christian Weisenborn und Michael Wulfes und ist seit einigen Jahren auch als DVD erhältlich: ein in seiner Offenheit heute ganz unvorstellbares Doppelporträt zweier Stars - Breitner war 27, Hoeneß ein halbes Jahr jünger - auf dem Zenit und an den Wendepunkten ihrer Karrieren. Diese neunzig Minuten währende Sternstunde des Fußballfilms sollte das ZDF unbedingt einmal öffentlich-rechtlich ausstrahlen - am besten im Februar oder März 2013, wenn die Bayern ihre beiden Achtelfinal-Spiele in der Champions League bestreiten werden.

Die Bayern-Story: Meister, Mythen, Millionäre läuft am 5. Dezember um 23.15 Uhr im ZDF

Quelle: F.A.Z.
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