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Deutsch-türkisches Fernsehen Das Experiment ist fürs Erste gescheitert

03.11.2008 ·  Eine enge Zusammenarbeit mit dem türkischen Fernsehen hat das ZDF vereinbart. Eine gemeinsame Ausgabe der „Kulturzeit“ bei 3sat sollte in Istanbul den Anfang machen. Die gemeinsame Sendung ist aber geplatzt.

Von Michael Hanfeld
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Am vergangenen Freitag berichtete die „Kulturzeit“, das aktuelle Kulturmagazin von 3sat, vorab in eigener Sache - und das mit Recht. Galt es, den Zuschauern doch zu erklären, was in einer Pressemitteilung nur klein und versteckt mitgeteilt wurde: Eine gemeinsame, deutsch-türkische „Kültürzeit“-Sendung hätte es am Samstag geben sollen, ausgestrahlt bei 3sat und dem türkischen Staatssender TRT2. Doch habe das Team der „Kulturzeit“ sich nicht „mit der Leitung“ des türkischen Senders „zusammenfinden“ können. Also entschied man sich, „das gemeinsame Projekt nicht umzusetzen“.

Im Gespräch mit ihrem eigenen Sender erklärte die Moderatorin Tina Mendelsohn, die Sache sei gescheitert an „ganz unterschiedlichen journalistischen Konzepten, an Haltungen, an journalistischen Grenzen, an Empfindlichkeiten und an Politiken“. Das ist allerdings eine sehr vornehme Umschreibung des Zusammenpralls zweier journalistischer Welten. Monatelang war die Sache vorbereitet worden, doch als es darum ging, sich auf gemeinsame Standards zu verständigen, war es schnell vorbei. So frei wie hierzulande vermag man am Bosporus eben doch nicht zu arbeiten. Auslöser war ein Beitrag über die Istanbuler Musikszene („The Sound of Istanbul“), in dem ein Song mit dem Titel „Der Putsch“ auftauchte, der auf die Gründung der modernen Türkei unter Atatürk anspielte.

Nicht das letzte Wort

Im Kommentar war davon die Rede, dass von einer Wertschätzung ethnischer Vielfalt in der damaligen Türkei nicht die Rede sein konnte. Derart zu berichten - das war mit den Kollegen von TRT2 nicht zu machen, bei den Proben zur Sendung am vergangenen Donnerstag erschienen die 3sat-Partner nicht, so dass sich das Team der „Kulturzeit“ entschloss, die Sendung aus Istanbul alleine auf die Beine zu stellen.

Dass 3sat aus diesem Scheitern im eigenen Programm kein Hehl macht, darf man dem Sender als Transparenzerweis anrechnen. Es zeigt sich allerdings, wie schwierig es ist, ein Bündnis zu enger Zusammenarbeit, wie es der ZDF-Intendant Markus Schächter mit den Kollegen vom türkischen Staatsrundfunk vor einigen Monaten schloss, frei von Zensur und Selbstzensur mit Leben zu füllen. Da haben die Journalisten noch einiges zu leisten. Bei 3sat hofft man, dass mit dem gescheiterten Experiment nicht das letzte Wort in dieser Sache gesprochen ist.

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