13.11.2012 · Sat.1 zeigt Teil drei der „Wanderhuren“-Saga. Danach ist bitte Schluss! Denn mehr Unsinn auf einmal lässt sich gar nicht verbreiten. Noch nie war das Mittelalter so dunkel wie hier.
Von Johanna AdorjánRichtlinien für Lesermeinungen
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Was heißt hier "unbegreiflich erfolgreichen"? Man
bedenke: ca. 6.000 Bürgerinnen und Bürger haben eine
Quoten-Blackbox, mit der die selbige "ermittelt" wird... 6.000
Menschen sollen also die Meinung von über 80 Mio. Bürgern
repräsentieren? DAS ist hanebüchen...! Deshalb:
WEG MIT DER QUOTE!
WEG MIT DER GEZ!
WEG MIT DER DEGETO!
ES LEBEN DAS FREIE TV!
Achso.. und übrigens... der Ehemann von Marie (der Wanderhure)
heißt Michel!
Ich habe Teil 1 und 2 des genannten Filmes (Die Wanderhure) kürzlich gesehen! Ich fand beide gut (der 1. ist besser). Ich bezweifle, dass diese hoch intellektuellen Kommentare, die hier veröffentlicht wurden, von Menschen stammen, die die beiden Filme, oder auch nur einen Teil davon, geguckt haben! Es ist jetzt nicht mein Lieblingsfilm, aber wenn man darüber spricht, sollte man ihn zumindest geguckt haben!
Liebe Frau Adorján,
das war wirklich allererste Sahne. Ich habe Ihren herrlichen Artikel am
Abend gelesen und am Schluss die Info gesehen, dass der Film gerade
läuft. Den Fernseher habe ich dann nicht eingeschaltet, sind der
ganzen Familie Ihre Geschichte laut vorgelesen. Ein wirklich
schöner Abend. So lustig. Sooooooooo guuuuuuuuut!
Hi Frau Adorján, nette Artikel-Idee, aber "Tartar" ist Gehacktes und irgendwie geht's in Ihrem ganzen Artikel nur um "Tartar", nie um "Tataren". Ist ja ganz witzig, aber die FAZ scheint wohl bei der Schlußredaktion zu sparen. Und wenn man schon so drauf haut, sollte man wenigstens selbst alles richtig machen – und den gleichen Fehler nicht immer immer immer wieder wieder wiederholen
für diesen wunderbaren Verriss. So habe ich schon lange nicht mehr über eine Fernsehkritik gelacht!
Geierwally trifft Dschinghis Khan
vielen Dank Frau Adorján, ich habe mich köstlich amüsiert. Das kommt dabei heraus, wenn Privatfernsehen sich an Historienfilmen versucht. Eine Mischung aus Schloß Hubertus und GZSZ.
liebe frau adorján, man soll den morgenstern nicht zu früh
ins korn werfen . ich erwarte unbedingt noch eine folge, in der die
adler-frau (formerly know as wanderhure) ins kloster geht. und am
besten, hulda gleich mit. kein authentischer film übers
mittelalter, wo die büßerinnen am schluss nicht ins kloster
gehen. soviel aufklärung muss sein.
p.s. ganz toller text. liest sich, als hätten sie ihn ihren lesern
beim einkauf auf dem wochenmarkt erzählt.
dank Ihnes und eines anderen Verrisses (einer bloggenden Freundin) bin
ich nun wieder völlig auf der Höhe der Zeit. Dieser Zeit der
gehirnzellenmeuchelnden Massenunterhaltung. Völlig ohne neuralen
Schaden kann ich nun am "haste gestern ... gesehen?" Smalltalk
teilnehmen.
Nochmals danke.
Freuen auf die nächste Folge, weil ...
Ich freue mich schon auf das Erscheinen der nächsten Folge der "Wanderhure"... und dann der Kritik von Johanna Adorján dazu in der FAZ.
Vielen Dank für diesen einmaligen Verriss. Das war wirklich eine helle Freude, so etwas bösartiges zu lesen. Ich habe laut gelacht und überlege mir den Film jetzt trotz Warnungen mal anzuschauen. Trash hat ja auch seinen Reiz.
Ich fürchte, wie kommen um eine Fortsetzung nicht herum...
Immerhin haben Klocke & Wolrath noch mindestens drei weitere
Bücher der Wanderhuren-Reihe geschrieben. Und die wollen auch
verfilmt werden.
Aber das hat auch was positives, immerhin dürfen wir uns dann auf
Ihren Kommentar zu "Die Rache der Wanderhure" freuen...
Wenigstens wurde dies nicht mit Gebühren finanziert. Allein Bild Nummer 3 macht mich völlig fertig!
Diesen Artikel habe ich sofort verschlungen, nachdem, die FAZ_Kritik zum
2. Teil schon so schön war. Mein Respekt für Frau Adorjan:
härter kann Ihr Job nicht werden.
Auch wenn das eine ganz andere Liga ist: Bei der Serie
"Tudors" wurde halbwegs korrekt gezeigte Geschichte bei
üppiger Ausstattung und tollen Darstellern mit Action und viel
nackter Haut kombiniert. Das ersetzt zwar kein Studium der Geschichte,
aber so kann Fernsehen auch aussehen.
Ich würde mal sagen, in den USA hieße diese Story: "Vom
Tellerwäscher zum Millionär" oder ganz einfach
"pretty Women".
Mittelalterliche Intrigen sind heute noch wichtiger Bestandteil der
Politik. Ein US-General stürzt über seine Geliebte und der
IWF-Chef über Vergewaltigungsvorwürfe.
Ich würde sagen wir leben noch im Mittelalter, allerdings benutzen
wir keine Ochsenkarren mehr, sondern Autos. Frauen huren heute nicht
mehr im klassischen Sinne, sondern gehen für Geld in die Fabriken.
Kinderbekommen gilt immer noch als hohe Tugend der Elite.
Es hat sich nichts geändert oder bezeichnen sie elektrischen Strom
als Zivilisation?
... gelesen, als diese Kritik! Absolut großartig. Danke, Frau Adorján.
dass Sie sich das offensichtlich bis zum Ende angeschaut haben, ich musste ja schon bei Ihrem Text nach der Hälfte aufhören, weil ich das nicht mehr aushielt. Trotzdem Danke für die Dekonstruktion dieser Sendungen. Deswegen sollten wir natürlich keinesfalls schlecht über die ganzen Zuschauer reden, denen so etwas wohl gefällt und die dadurch ihre Erbauung ziehen. Wer weiß, wie die Zukunft aussieht :).
Herzlichen Dank für diesen Artikel,
ich liege flach vor Lachen. Habe ich die ersten beiden Teile schon nicht
gesehen, bin ich doch nun voll im Bilde und nein, ich tu mir die
Wanderhure, Teil 3 ganz bestimmt nicht an ;-)
Krieg mich gar nicht wieder ein und bedauere Sie aufrichtig, Frau
Adorján, dass Sie sich für uns geopfert haben, die das nicht
sehen können (wollen) *lol*.
Für sooo einen schlechten Film ...
... ist das hier aber ein verdammt langer Beitrag auf FAZ.NET. Dazu noch opulent bebildert. Wie passt das zusammen !? Da wird man ja geradezu neugierig!
Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 14.11.2012 09:19 UhrTja - wenn die FAZ über Film motzt
... sollte man sie gesehen haben. So könnte man diesen Artikel
tatsächlich verstehen. Doch keine Angst, der Durchschnittszuschauer
bejubelt "Pretty Woman" als Kultfilm und die
"Wanderhure" als Schund.
Es fehlen die berühmten Namen der Hollywoodstars.
"Hurerei" ist heute immer noch der Straßenstrich. Die
allgegenwärtige Hurerei der Ökonomie wird nur als schmutzige
Korruption der Elite empfunden.
Der Pöbel hat immer noch eine mittelalterliche, christlich
geprägte Seele, mit der notwendigen Tugend und Moral, die der Elite
nie gefährlich wird.
Johanna Adorján Jahrgang 1971, Redakteurin im Feuilleton der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung in Berlin.
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