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Der Spiegel Der ideale Kandidat

27.07.2008 ·  Beim Hamburger Nachrichtenmagazin „Spiegel“ hat sich ein lange Zeit schwelender Machtkampf entschieden. Geschäftsführer Mario Frank muss seinen Posten für Ove Saffe räumen. Fraglich ist nur noch, ob Frank tatsächlich bis zum Ende des Jahres bleiben wird.

Von Michael Hanfeld
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Beim „Spiegel“ ist nun nur noch eine Frage offen: Wird der Geschäftsführer Mario Frank tatsächlich bis zum Ende des Jahres bleiben? Oder wird er seinen Posten für den neuen Verlagschef Ove Saffe schon früher räumen? Nicht wenige rechnen damit, dass der Stabwechsel schon früher als zum 1. Januar 2009 erfolgt.

Am Freitag haben die Gesellschafter des „Spiegel“ ihre Entscheidung bekannt gegeben, die eine quälende Hängepartie beendet. Im April hatte der Hauptgesellschafter – die Mitarbeiter KG, die 50,5 Prozent der Verlagsanteile hält – Frank das Vertrauen entzogen. Der Vorstandschef des Minderheitengesellschafters Gruner + Jahr (25,5 Prozent), Bernd Kundrun, stärkte Frank, der von Gruner + Jahr zum „Spiegel“ gewechselt war, zunächst noch ostentativ den Rücken. Doch hinter den Kulissen begannen schon bald Gespräche über eine Verständigung, die Position von Gruner + Jahr ließ sich nicht halten.

Bekenntnis zum Journalismus

Der neue Geschäftsführer Saffe kommt zwar auch von dort, sogar vom direkten Konkurrenten „Stern“, doch hat er von 1996 bis 2000 schon einmal für den „Spiegel“ gewirkt, zuletzt als Chef des Vertriebsmarketings, und offenbar einen ausgezeichneten Eindruck hinterlassen. Nicht nur für Armin Mahler, den Sprecher der Mitarbeiter KG, dürfte Saffe „der ideale Kandidat für die Spitze“ sein. Von ihm wird erwartet, dass er alles anders macht als sein Vorgänger und an die Zeiten des einstigen Geschäftsführers Karl Dietrich Seikel anknüpft, der den „Spiegel“ sechzehn Jahre lang bis Ende 2006 erfolgreich geführt hatte.

In der Zwischenzeit hatte es Pleiten, Pech und Pannen zuhauf gegeben, nicht zuletzt bei der unwürdigen Ablösung des langjährigen Chefredakteurs Stefan Aust, bei welcher der scheidende Geschäftsführer Frank eine federführende Rolle spielte. Dass es bei den Querelen nicht nur um Persönliches, sondern um Grundsätzliches ging, wurde offenbar, als Frank mit den neuen Chefredakteuren Mathias Müller von Blumencron und Georg Mascolo aneinandergeriet, die sich weigerten, das Inhaltsverzeichnis des Magazins für Werbung freizugeben.

Im Laufe der Auseinandersetzungen war zwar immer wieder mal von den Privilegien der Redakteure wie dem berühmten Kaffeedienst der Kantine die Rede. Doch im Kern ging und geht es beim „Spiegel“ um etwas anderes: um die Erhaltung und den Erfolg eines von der Geschäftsführung wie der Chefredaktion im Sinne des Magazingründers Rudolf Augstein genuin journalistisch geführten Hauses.

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