http://www.faz.net/-gqz-82wmc

Michael Jürgs zum Siebzigsten : Der Ruhelose

Seine Themen sind viefältigt: Michael Jürgs Bild: picture-alliance/ ZB

Michael Jürgs war schon alles. Er war Reporter, Redakteur, Kolumnist, Feuilletonchef und Chefredakteur. Und in allen seinen Jobs ging es ihm um eines: um Geschichte und Geschichten. Jetzt wird der Journalist siebzig.

          Michael Jürgs übt seinen Beruf als Berufung aus. Einen Beruf, von dem man, je uferloser der Strom von Mitteilungen im digitalen Bewusstseinsrauschen ist, den Eindruck haben kann, ihm gingen immer weniger Leute nach, jedenfalls jener Art und jenem Verständnis nach, das Jürgs auszeichnet: Michael Jürgs ist Journalist.

          Michael Hanfeld

          verantwortlicher Redakteur für Feuilleton Online und „Medien“.

          Im Einzelnen heißt das: Er war Feuilletonchef (bei der „Abendzeitung“), er war Reporter und Redakteur, er war Chefredakteur (beim „Stern“, von 1986 bis 1990), er war Kolumnist (bei verschiedenen Zeitungen), er war Moderator, er schreibt Bücher, aus denen Bestseller und die fürs Fernsehen aufbereitet werden; und Berater (unter anderem des „Spiegel“-Verlags) war und ist er auch.

          Vorurteilsfrei neugierig

          Er beherrscht sämtliche Spielarten seines Metiers, weil ihm eine Grundqualifikation zu eigen ist: Jürgs ist vorurteilsfrei neugierig. Er kreist nicht um sich selbst, er ist erpicht auf die Geschichten anderer, auf die Geschichte selbst. Hat er jemanden oder etwas entdeckt, will er alles darüber wissen, gräbt sich ein, wird zum Experten, fördert Neues zutage, formuliert dabei auch eigene Standpunkte neu. Seine Publikationsliste ist die eines Ruhelosen, den ein Einzelschicksal genauso packen kann wie ein großes Thema oder ein Trend.

          An welches seiner Bücher man auch denkt - „Der Fall Romy Schneider (1991), „Der Fall Axel Springer“ (1995), „Die Treuhändler“ (1997), „Alzheimer - Spurensuche im Niemandsland“ (1999), „Bürger Grass. Biographie eines Dichters (2002), „BKA, Europol, Scotland Yard. Die Jäger des Bösen“ (2011), „Codename Hélène - Churchills Geheimagentin Nancy Wake und ihr Kampf gegen die Gestapo in Frankreich“ (2012) oder „Sklavenmarkt Europa. Das Milliardengeschäft mit der Ware Mensch“ (2014) -, um nur einige zu nennen, es ist keines dabei, mit dem Jürgs jemandem hinterhergeschrieben hätte. Er war vorneweg, er stößt andere auf Dinge, die man bis dato nicht beachtet hatte. Für Aufsehen sorgt er auch gerne mit pointierten Meinungsbeiträgen. Ab und an macht er das in der Rolle des zornigen Alten, welcher der Branche - vorzugsweise den Kollegen in Hamburg - die Leviten liest. Wobei der am 4. Mai 1945 in Ellwangen Geborene, der in Harburg und Krefeld aufwuchs, bis heute von einem jugendlichen Eifer beseelt ist, dass man eine Angabe im Fußnotenapparat für doch sehr unwahrscheinlich hält: Michael Jürgs wird heute siebzig.

          Weitere Themen

          „Nur ein kleiner Gefallen“ Video-Seite öffnen

          Trailer : „Nur ein kleiner Gefallen“

          Paul Feig hat den amerikanischen Bestseller von Autorin Darcey Bell „Nur ein kleiner Gefallen“ verfilmt. Ab dem 8. November läuft der Thriller in den deutschen Kinos.

          Was Risikoschülern hilft

          Bildungsgerechtigkeit : Was Risikoschülern hilft

          Dass sich nach der Grundschule die Wege trennen, passt der OECD nicht. Dabei ist Integratives Lernen für schwache Schüler weniger zuträglich. Die Aufteilung in Leistungsgruppen wäre viel gerechter.

          Topmeldungen

          Nach 34 Jahren : ARD-Serie „Lindenstraße“ wird eingestellt

          Die ARD-Fernsehserie „Lindenstraße“ wird nach 34 Jahren beendet. Die letzte Folge soll im März 2020 laufen. Hans W. Geißendörfer, der Erfinder der Serie, kritisiert die Entscheidung scharf: Hier gehe es um Haltung.

          Zukunftstechnik 5G : So sollen die Deutschen superschnelles Internet erhalten

          Autonom fahrende Autos, das Internet der Dinge, sich selbst steuernde Fabriken – der neue Mobilfunkstandard 5G gilt als Basistechnik für die digitale Welt von morgen. Nun gibt es den „finalen Entwurf“ für die Versteigerung.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.