18.03.2010 · Das im Gruner + Jahr-Verlag erscheinende Magazin „Neon“ hat sich von Autor Ingo Mocek getrennt. Er hatte Interviews gefälscht, die unter dem Label „Soundtrack meines Lebens“ erschienen, das letzte mit der Sängerin Beyoncé Knowles.
Das ruft Erinnerungen an den legendären Interviewerfinder Tom Kummer wach, der vor Jahren durch erfundene Gespräche mit Hollywood-Zelebritäten auffiel, die vor allem im Magazin der „Süddeutschen Zeitung“ erschienen: Das im Gruner + Jahr-Verlag erscheinende Magazin „Neon“ hat mitgeteilt, man habe sich von einem Autor getrennt, der zumindest fünf Interviews fälschte, das letzte mit der Sängerin Beyoncé Knowles.
Das Stück, mit dem die Sache an den Tag kam, war in der Januar-Ausgabe von „Neon“ erschienen. Durch Hinweise des Managements der Sängerin seien Zweifel an der Echtheit des Interviews aufgekommen, teilt das Magazin mit. Die Chefredaktion habe den Autor Ingo Mocek mit dem Vorwurf konfrontiert, er habe die Antworten der Sängerin erfunden. Den Vorwurf habe er nicht ausräumen können und schließlich bestätigt, dass er „die Prüfinstanz der ,Neon'-Dokumentation getäuscht und das Gespräch nicht wie von ihm vorgelegt stattgefunden“ habe.
Die „Neon“-Redaktion wurde seit Jahren düpiert
Recherchen einer internen Arbeitsgruppe hätten dann ergeben, dass auch an der Echtheit vier weiterer Interviews „Zweifel“ bestünden: „Soundtrack meines Lebens“ mit dem Rockmusiker Slash („Neon“ 06/2004), „Soundtrack meines Lebens“ mit Christina Aguilera („Neon“ 12/2006) sowie Kurzinterviews mit Snoop Doggy Dog (12/2006) und Jay-Z (02/2010). Auch diese Gespräche hätten nicht wie von ihm vorgelegt stattgefunden. Das habe der Autor eingeräumt, der im Impressum von „Neon“ als Redaktionsmitglied ausgewiesen wird. Mocek hätte die „Neon“-Redaktion folglich seit Jahren düpiert.
Das Magazin distanziert sich vom Inhalt der Interviews und hat die Zusammenarbeit mit dem Autor mit sofortiger Wirkung beendet. Die Vorgänge seien in keiner Weise mit den journalistischen und ethischen Maßstäben der „Neon“-Redaktion vereinbar. Bei den betroffenen Künstlern und deren Management entschuldige man sich und ebenso bei den Lesern.