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M100-Auszeichnung : Deniz Yücel erhält Medienpreis für seinen Mut

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Im vergangenen Februar kam er frei: Deniz Yücel in Istanbul nach seiner Entlassung aus der Haft. Bild: AFP

Dem „Welt“-Korrespondenten Deniz Yücel wird der Medienpreis M100 verliehen. Er werde für seinen Mut und seine Unbestechlichkeit geehrt, so die Jury. Man erinnere auch an Journalisten, die in der Türkei noch in Haft sind.

          Der Journalist Deniz Yücel erhält den diesjährigen Medienpreis M100. Der Korrespondent der Tageszeitung „Die Welt“ werde für seine mutige und unbestechliche Arbeit ausgezeichnet. Zugleich wolle man an alle in der Türkei inhaftierten Journalisten erinnern, teilten die Organisatoren mit. Der Preis wird am 18. September in Potsdam zum Abschluss der Medienkonferenz M100 Sanssouci Colloquium verliehen.

          „Als Journalist berichtete Deniz Yücel unerschrocken und fundiert über die politischen Verhältnisse in der Türkei und selbst aus der Haft heraus setzte er sich für einen kritischen und unabhängigen Journalismus ein“, betonte der M100-Beiratsvorsitzende und Potsdamer Oberbürgermeister, Jann Jakobs (SPD). Dies erfordere besonders viel Mut in einer Zeit, „in der Autokraten und Populisten die Werte einer freien und offenen Gesellschaft bedrohen“. Die Laudatio hält die Chefredakteurin der Deutschen Welle, Ines Pohl. Der M100 Media Award geht an Persönlichkeiten, die sich für Demokratie, Meinungs- und Pressefreiheit einsetzen. Ausgezeichnet wurden unter anderem der italienische Mafia-Rechercheur Roberto Saviano, frühere Außenminister Hans-Dietrich Genscher, der dänische Karikaturist Kurt Westergaard und das französische Satiremagazin „Charlie Hebdo“. Im vergangenen Jahr ging der Preis an die russische Journalistiun Natalja Sindejewa, Gründerin und Geschäftsführerin des in Moskau ansässigen „Doshd TV“.

          Deniz Yücel war bis zu seiner Freilassung im Februar ein Jahr in der Türkei inhaftiert. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm Terrorpropaganda und Volksverhetzung vor. Der Journalist reiste nach seiner Entlassung aus der Untersuchungshaft aus. Das Verfahren gegen ihn läuft jedoch weiter. Bei der Konferenz werden etwa sechzig Chefredakteure, Historiker und Politiker aus Europa und den Vereinigten Staaten unter anderem über den Zustand des transatlantischen Verhältnisses diskutieren. Die Konferenz findet erstmals im Museum Barberini statt. Der Preis wird im benachbarten Potsdam Museum verliehen.

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