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Debattenkultur Die Medien im Zeitalter der Erregbarkeit

 ·  Wie verrückt sind die Medien eigentlich geworden? Wie verlor die journalistische Debatte an Relevanz? Bemerkungen zum „Fall Brüderle“ und zum „Fall Steinbrück“.

Artikel Bilder (2) Lesermeinungen (28)
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Nadie Nessuno

Dröhnende Hau-den Lukas-Vorführungen auf Peers Rhetorikjahrmarkt

Das Parlando des Herrn Steinbrück hat den über 200 000 Deutschen in der Schweiz das Leben nicht leichter gemacht.
Zurückhaltung beim übermächtigen und zuweilen als polternd wahrgenommenen Nachbarn kommt nicht nur südlich des Rheins gut an. In britischen Medien spiegelte sich jüngst die hoffnungsvolle Dankbarkeit für Angela Merkels vorsichtige Reaktion auf Camerons EU-Vorstoss. Dies insbesondere, nachdem französischen Politikern zu diesem Thema geistreich-spöttische Bonmots entschlüpft waren.
Bei den dröhnenden Hau-den Lukas-Vorführungen auf Peers Rhetorikjahrmarkt haben manchen Besuchern die Ohren geschmerzt. Steinbrück sollte Frau Merkel in der rhetorischen Sahelzone Gesellschaft leisten. Statt etwas Falschem sagt ein gewissenhafter Politiker eben auf respektvolle Art gar nichts.

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Gerhard  Piroth

"prüde" (Brüderle) Sexismusdebatte für's "Himmelreich" (Sternreporterin)

Endlich einmal ein medienkritischer Beitrag aus Deutschland! Während der endlosen Diskussionen
in Deutschland zu diesem Thema diskutierte die franz. Nationalversammlung die Homo-Ehe. Zur gleichen Zeit gab es in Syrien (Aleppo) ein Massaker mit 60-100 Toten. In Mali befreien franz. Soldaten die Bevölkerung von der Scharia. Zwei Transporter, die kommen aus Deutschland. In der Woche vorher erhält ein ehemaliger RAF-Terrorist eine Medienplattform in einer Talk-Show. Der deutsche Außenminister äußert sich zur Homo-Politik in Russland.
Hier die Fragen eines lesenden Pensionärs: Wo gibt es verantwortliche Fernsehintendanten, sachkundige Journalisten und kompetente Politiker, die sich der ökonomischen und geopolitischen weltweiten Krisen annehmen und die denProblemen gewachsen sind?

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Joachim Heuter

Ohrfeige

Die Reaktion an die Öffentlichkeit zu gehen halte ich für einen schweren Fehler. Ich kann die Diskussion um Brüderle nicht mehr hören. Die einzig richtige Reaktion wäre es gewesen unmittelbar nach der Verfehlung von Herrn Brüderle, sich das Recht des Schwächeren zu nehmen und ihm eine Ohrfeige zu verpassen.

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Nadine Hoffmann
Nadine Hoffmann (Raffz) - 02.02.2013 10:41 Uhr

Das Problem der Presse ist deren Parteinahme - wie auch dieser Text beweist.


Eine wahrhaftige Demokratie braucht eine wahrhaft unabhängige, ehrliche, ideologie- und parteifreie Presse. Diese haben wir größtenteils nicht. Was daran liegen mag, dass Leute mit Parteibuch schon lange in den Aufsichtsräten sitzen oder Journalisten an Sachzwänge gebunden sind oder es bequemer finden, Politiker des feindlichen politischen Lagers zu diffamieren.

Das Publikum nimmt es an. Die Causa Wulff war so ein Meilenstein einer blutleckenden Meute.

Wir leben in einer Mediendemokratie, in der die Medien bestimmen was Information sei und was mit dieser anzufangen ist. Mit echter Wahrheitsfindung hat das nichts mehr zu tun. (Die FAZ empfinde ich als löbliche Ausnahme.)

Auch dieser Text suggeriert mit der Überschrift eine Reflexion, die es nicht gibt, vielmehr wird hier schamlos Werbung für Steinbrück betrieben, dessen außerpolitische Aktivitäten zurecht thematisiert wurden, denn die Lobbyarbeit der Politiker ist das zweite Problem unserer "Demokratie" neben der "Pressearbeit".

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Reinhard Bimashofer

Absolut zutreffend

Wenn sich ein Großer an den Computer setzt, dann sollte auch Großes herauskommen. In diesem Fall brilliert Michael Naumann mit einer Expertise, die ich als Journalist genauso sehe. Von Brüderle bist Steinbrück wird im Randgeschehen gestochert. Die Errgungs(trüffel)schweine suchen nicht mehr das Potenzial und das Versprechen eines Politikers.
Sie stürzen sich auf den Versprecher, auf den Ausrutscher. Statt aufzuhelfen streuen sie noch Bananenschalen, um mit laufenden Filmkameras den Ausrutscher für explosive Reportagen zu nützen. Stern-Geschichten des politischen Journalismus werden bald mit versteckten Kameras aus den Dekolletés von möglichst vollbusigen Journalistinnen untermauert werden.
Erregen sollte uns das von Herrn Naumann Aufgezeigte. Dieser Journalismus dient nur noch dem Voyeurismus und der Schlechtmachung aller. Der Eigenerhöhung durch Vernichtung der anderen. Widerwärtig! Rette sich wer kann und tue sich DAS nicht an!

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Karl Mohr

Die Textkritik des Initial-Artikels der Frau mit dem flachen Dekollete war Reflexion auf FAZ-Niveau

... und es wurde darin in diesem Blatt herausgearbeitet, daß eine junge Frau einen älteren Herren, der ihr Vater sein könnte, "fies von der Seite anmachte" und altersdiskriminierend, unverschämt auftrat. Der Herr antwortete auf ähnlich gelagertem Niveau auf die unziemliche Anmache der Dame, aber durchaus angemessen. Nach einem Jahr veröffentlicht die weibliche Person, die sich Journallistin nennt, diesen Vorfall, aus welchem Grund auch immer.

Abgesehen davon, daß es mich nichts anzugehen hat, welche privaten Diskurse Menschen an irgendwelchen Hotelbars nachts führen, war spätestens damit das Ende der Berichterstattung über irgendeine "Debatte" erreicht. Nicht interessant und außerdem privater Natur.

Die sogenannte "Debatte" findet außerdem selbsreferentiell nur in Medien statt ! Im wirklichen Leben mit wirklichen erwachsenen Männern und erwachsenen Frauen, die zusammen arbeiten und leben, spielt soetwas doch überhaupt keine Rolle.

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Matthias Elger
Matthias Elger (melger) - 01.02.2013 19:09 Uhr

Medien erregen kaum mehr die Menschen, sie nerven und ärgern sie. Von Information oft weit entfernt.

Herr Schneider brachte es auf den Punkt, „[...] und gibt ihnen die Ruhe, mal wieder mit guten Argumenten zu arbeiten...“ Wäre ja zu schön, wochenlang keine A. Merkel, W. Schäuble, P. Steinbrück,… zu hören und zu sehen. Die Nichtigkeit, gar Unsinnigkeit ihrer Aussagen würde bei intensiverem Hinhören für die Mehrheit besser ersichtlich und man hört nun bei jemand der selten etwas sagt genauer hin. Aber der ÖR muss ja seinen Bildungsauftrag erfüllen und genau dies vermeiden. Denn wo sieht man die Politiker am meisten? Grüne Politiker nehmen z. B. morgens im DLF eine Spitzenstellung ein, gefolgt von SPD Politikern. Etwa nur weil sie zeitig aufstehen.

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Stefan Kugl
Stefan Kugl (Kugll) - 01.02.2013 18:46 Uhr

So ein Unsinn

Richtig ist dass sich die öffentliche Debatte gern an Themen entzündet, die eigentlich nicht besonders relevant sind. Das war ja schon immer so - und unsere Brüderele-Debatte ist doch nur ein Lüftchen angesichts der weltweiten Dikussion, ob Beyonce bei Amtseinführung nur Lippen die bewegt, aber nicht gesungen hat - tja da geht es ab
Und sowohl Brüderle wie auch Steinbrück streifen extrem relevante gesellschaftliche Themen. Steinbrück den zusehenden Realitätsverlust der Politiker und den einträglichen Schmuh mit dem sie ihr Gehalt aufbessern. Und das ist beiuleibe keine Bagatelle wenn man 17.000 Euro fürs Plaudern abgreift und die Stadtwerke das als karitativ tarnen.
Brüderle ist vielleicht etwas unschuldig/angeduselt in eine unschöne Rolle geraten: Nämlich wie Frauen im Beruf nervig angesabbert werden. Wie gesagt, vielleicht ist er gar nicht das beste Beispiel dafür, aber einfach zu behaupten, diese Frage sei keine relevante, ist abstrus.

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nikolaus hesse

Scheinheiliges Geschreibsel, das einen Steinbrueck, der sich an Komunal-+Staatsknete bereicherte,

auf Kosten von Rainer Bruederle reinwaschen soll !
"Brüderle wuchs ab 1948 in Landau in der Pfalz auf, wo sein Vater ein Textilunternehmen betrieb. Nach dem Abitur 1966 am Otto-Hahn-Gymnasium in Landau absolvierte Brüderle ein Studium der Publizistik, der Rechtswissenschaft, der Volkswirtschaftslehre und der Politikwissenschaft an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, das er 1971 als Diplom-Volkswirt beendete"!
Bruederle hat die falsche Kinderstube, er wurde nicht kleinbuergerlich rot-gruen sozialisiert.
Desweiteren kann er auf eine fundierte Ausbildung zurueckblicken, mit der er wohl bald
einzigartig unter seinen Kollegen dasteht.
Aber, es kommt noch schlimmer: Bruederle ist KATHOLIK! Was erlauben dieser...?
Wenn man nicht gerade Seehofer oder Friedrich heisst, dann kann man als Katholik heutzutage
keine weiteren Zugestaendnisse mehr an den Zeigeist machen, denn dann hoerte man auf, katholisch
zu sein. "Schwester Nr. 1" hat das lange begriffen+handelt danach.

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Nadine Hoffmann
Nadine Hoffmann (Raffz) - 01.02.2013 16:07 Uhr

Die Gefahr besteht in der Parteinahme der Schreiber - so wie auch leider in diesem Text.


Demokratie braucht eine unabhängige, ehrliche, nichtideologische Vierte Gewalt - genau das zeichnet unsere Vierte Gewalt aber nicht aus. Wir leben in einer Mediendemokratie, in der Journalisten, die sich nicht die Finger mit echten Problem schmutzig machen wollen, diktieren, was Information ist und in der das Publikum nicht an Inhalten, sondern am Grad der Aufregung interessiert ist. Wulff war ein solcher Meilenstein in Sachen blutleckender Meute. Brüderle auch. Steinbrück nicht ganz.

Denn was in diesem parteinehmenden Text als bloße Aufregung beschrieben wird ist in Wirklichkeit die Fehlentwicklung einer anderen Gewalt, nämlich die Lobbyarbeit und Rückgratlosigkeit von Politikern. Es ist nämlich keine Kante, schnoddrig und arrogant daher zu reden, und es ist keine Ecke, von einer klammen Kommune 25000e abzukassieren. Dagegen ist Wulff's Bobbycar eine Lappalie.

So war ich also auf diesen Artikel gespannt und musste wiederum erleben, dass mir eine Parteiwerbung untergekommen ist.

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eduard kramer
eduard kramer (illampu) - 01.02.2013 16:01 Uhr

Nun, da sich die Wogen wieder ein wenig glätten

und wir gebannt auf den nächsten Unruheherd warten, muss ich feststellen, dass besonders die bekannten Medien nicht überzeugen konnten und können. Den besten Kommentar und die beste Analyse zum Fall Brüderle, fand ich nicht in mainstream Medien. Ein glasklarer Kommentar mit journalistischer Relevanz zu diesem Thema von Birgit Kelle. Nur einmal:
"Dann mach doch die Bluse zu!" von Birgit Kelle googeln. Ein Kommentar, den ich mir in der FAZ gewünscht hätte.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 01.02.2013 18:51 Uhr
Matthias Elger
Matthias Elger (melger) - 01.02.2013 18:51 Uhr

Guter Artikel. Dazu noch von überraschender Seite.

Frau Kelle kann man nur zustimmen. Das Thema Brüderle gehört in die Klatschpresse, aber nicht in die FAZ.

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Closed via SSO

Grundsätzlich ein guter Artikel

Nur es hätte 1 Verweis auf Steinbrück gereicht, keine 10 oder 15. Damit meine ich nicht, dass der Autor damit in der Sache Steinbrück nicht grundsätzlich richtig liegt, sondern dass sein Artikel an Ausgewogenheit verliert und mithin tendenziell wirkt, was den eigentlich zu transportierenden Inhalten zuwider läuft.

Meine These: es wird zukünftig noch schlimmer werden, noch skuriller, noch schriller! Mit der Erfindung des Internet und der sich daraus ergebenen Blogs und Instrumente (Twitter z.B.) erfährt der moderne Mensch eine ungeheure Fülle an Informationsbeschaffungsmöglichkeiten. Da auch dort letztlich marktliche Gesetze greifen, lohnt es sich im wahrsten Sinne des Wortes für die Medien nur dann, wenn sie wahrgenommen werden - notfalls auch durch Skandalisierungen kleinster Petitessen.

By the way: ist Ihnen aufgefallen, dass bspw. Wolfgang Kubicki als bundesweit unwichtige Person aus S.-H. plötzlich nahezu überall medial auftritt?! Warum wohl? Weil er gut ins Konzept passt!

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Roland Magiera

"Wir sind eine Rechthaber-Nation"

Genau und die Medien, speziell das ÖR haben nach Kräften dazu beigetragen, dass sich die Bürger zu nahezu jedem Vorgang und zwar weltweit eine eigene Meinung erlauben und stinkig werden, wenn man es wagt, auf die Lücken oder kompletten Fehlannahmen darin hinzuweisen.

Bei uns wissen sie alles, wie man es in Ägypten machen sollte und in Tibet, Syrien sowieso, in Russland, den USA usw. usf. usw. usf..

Die eigene grauenhaft konstruierte Eurohütte brennt lichterloh, das Land Ingenieure rafft es nicht, einen primitiven Flughafen zu errichten, aber die große und besserwisserische Klappe die können sie haben.

Der Untergang der Concordia war in der Beziehung sehr bemerkenswert, denn da waren auch zwei junge Kanadierinnen, die das Unglück nur denkbar knapp überlebt hatten und deren Aussage lautete sinngemäß: "Ja, es sah alles nicht sehr glücklich aus, was Kapitän und Crew da ablieferten und es war überaus knapp aber wir sind aus Kanada und es steht uns nicht zu, über das Ausland zu urteilen."

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Wolfgang Scholl
Wolfgang Scholl (dalai7) - 01.02.2013 15:21 Uhr

Nichts sehen, nichts lesen, nichts hören - alles wissen

Diesen Artikel brauchte man nicht lesen - nicht 'mal diagonal. Wer wegen der Politik noch Zeitung liest, Radio hört oder in die Glotze schaut, ja der muss zu wenig Arbeit haben.
Was die Politik kann, ist Staub erzeugen, der dann durch die Medien aufgewirbelt wird. Diese Art von Demokratie ist geschenkt.

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Rainer Egold

q.e.d.

ja es ist beschämend, auf welchem Niveau Diskussionen angezettelt werden, wie Themen gemacht werden, die gar keine sind. Oder doch? - Sind es nicht die Leser, die Konsumenten von Medien, die "Nicht-Themen" zu Themen erst machen, in Foren, in ihren Privatgesprächen, in ihrem Denken? Ehrlich gesagt, ertappe ich mich manchmals selbst, anstatt einem Thema mit Ignoranz mit Aufmerksamkeit zu begegnen. Aber vielleicht sollten auch Medienmacher wieder mehr Journalisten als "Manager" sein und Themen gezielt ausklammern und andere gezielt verfolgen im Sinne politischer und gesellschaftlicher Willensbildung und überhaupt: im Sinne von Bildung. Dazu gehört sicherlich nicht der "Fall Brüderle" und der Fall "Steinbrück - Kanzlergehalt".

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 01.02.2013 15:49 Uhr
Closed via SSO

In Zeiten wirtschaftlichen Drucks

dem die Redaktionen immer mehr unterliegen, ist Ihr Wunsch nach vermehrter Ausrichtung der Medien auf politische Willensbildung honorig, aber lebensfremd.

Gehen Sie mit Ihrem Vorschlag mal zur BILD. Die lachen Sie aus...

In solchen Medien wie BILD zum Beispiel wir der Leser nicht zur sachlichen Differenzierung und eigenen Willensbildung geführt, sondern mit vorgekauter leichter Meinungskost satt gemacht. Und das funktioniert leider immer mehr. Der "Bildungsrepublik Deutschland" einerseits, der Politikverdrossenheit infolge inhaltloser, schwafelnder Politikeraussagen andererseits sei Dank.

Wenn schon die Politik nicht mehr für Inhalte und Überzeugungen (siehe Identitätsverlust bei Merkel's CDU) stehen will, dann übernimmt eben der Boulevardjournalismus kurzerhand das Ruder... leider!

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gert kock
gert kock (gertKo) - 01.02.2013 15:08 Uhr

Leicht durchschaubar, plump

Schade es hätte ein interessantes Thema werden können. So aber bedient sich Herr Naumann selbst der Mehoden die er anprangert. Nimmt Erregung über die Erregbarkeit des Publikums durch medial inszenierte Kampagnen nur als Aufhänger um diese Erregung für eigene Zwecke zu instrumentalisieren. Eine sehr plumpe Umlenkung um für Peer Steinbrück laut die Werbetrommel zu rühren. Gänzlich unter den Tisch fällt, dass die Protagonisten der SPD selbst sehr gerne das Mittel der inszenierten Empörungs-Kampagnen nutzen. Es erfolgt keinerlei selbstkritische Reflexion darüber, so wirkt das vermeintliche Anliegen von Herr Naumann peinlich unglaubwürdig.

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Herbert Mayer

Genial

Gleich die ersten Kommentatoren erklären schon gut, warum der Hase so läuft. Ich behaupte einfachmal: Wer nichtmal ansatzweise kapiert, worum es in diesem Artikel geht, der braucht auch keine Detailinfos zum europäischen Rettungsschirm, zu Parteienklüngel oder Verstrickungen von Industrie und Politik. Denn es wird auch nicht verstanden.

Stattdessen sehnt man sich offensichtlich nach einfachen Feinbildern, Simplifizierung statt Wahrheitsfindung und Polemik.

Dies kombiniert mit der Geldabhängigkeit der Zeitungen und der vermehrt schlechter werdenden Grundbildung unserer Mitbürger führt dann zu solchen Zuständen: Nichtigkeiten beherrschen die Titelblätter, statt Skandale, von denen 75% und mehr der Bevölkerung negativ betroffen sind.

Und ich wüsste auch anhieb auch nicht, warum das demnächst besser werden sollte. Halle repräsentative Demokratie: Hier sind deine Grenzen.

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Herold Binsack
Herold Binsack (Devin08) - 01.02.2013 14:14 Uhr

Die Antwort liegt in den ökonomischen Beziehungen

Leichtfertig daher Gesprochenes von solcher Art, ist es, was den Leser „erregt“ und die Medien scharf macht: „Dieser historische Irrtum verbirgt sich nicht nur in Karl Marx’ „Kapital…“ Ich bezweifle, dass man mit Marx so billig fertig wird. Wer Marx gelesen und verstanden hat, weiß, dass die „Bedeutungslosigkeit“ keine Erfindung der Medien sein kann, sondern dass sie der Gesellschaft entspringt, d.h. im Wesentlichen den ökonomischen Beziehungen, die die Menschen innerhalb dieser Gesellschaft eingehen. Schauen wir uns nur die Groteske um die Euro- und Schuldenkrise an. Die Leute bekommen vorgeführt, wie bedeutungslos theoretische Grundlagen sind, wie gleich es ist, ob ein taugliches ökonomisches Konzept existiert oder nicht. „Der Euro muss gerettet werden, koste es was es wolle.“ Eine völlig verzweifelt wirkende und im Übrigen prinzipienlos daherkommende Aussage. Woran soll denn die „Leistung eines Peer Steinbrück“ gemessen werden?Etwa daran, dass er die Rettung des Euro billiger macht?

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Klaus Ludeloff

Naumanns Denkmalpflege

Warum so viele Worte und Umwege, um Steinbrück wieder auf den Sockel zu hieven? Ehrlicher wäre es gewesen, ihn ohne alles pseudo-intellektuelles Geschwurbel als den präferierten Kandidaten zu preisen. Am Ergebnis hat diese Eloge sich nichts geändert, Steinbrück hat die "Fettnäpfchen" produziert, nicht eine fehlgeleitete Öffentlichkeit.

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Nils v.d. Heyde
Nils v.d. Heyde (nvdh) - 01.02.2013 13:57 Uhr

Die Medien: Vom Informationsmonopol zum Meinungsmonopol

Ist ja auch viel weniger kostenintensiv, viel leichter und viel schneller zu realisieren. Der unbeholfene Hamburger "stone", den Schmidt-Schnauze so liebevoll ins K-Amt zu hieven suchte, gibt für oberflächlich spottende "Meiner" viel her. Seine politischen Thesen zu widerlegen wäre mit Arbeit verbunden.
Deutsche Journalisten bevorzugen heute den Degen anstatt die Kunst des Floretts auszuüben.
Those were the days, my friend, we thought they never end...
Ich meine die für den Leser befriedigenden Zeiten der 60iger und 70iger.
Sie wissen, was ich meine.
Gleichwohl: formulieren können Sie noch immer - danke!

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30.01.2013, 17:00 Uhr

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