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Debatte um New York Post Der Tod auf dem Titel

Mit dem Foto einer nahenden U-Bahn, die einen Mann überfahren wird, hat die New York Post für große Diskussionen gesorgt. Dem Fotografen wird unterlassene Hilfeleistung vorgeworfen, die Zeitung als Schande für die Stadt beschimpft.

© New York Post Diese Titelseite sorgt in Amerika für Aufruhr. Wir haben Teile des Bildes unkenntlich gemacht.

Auf dem Bild sieht man einen Mann mit dunklen Haaren. Er steht auf den Gleisen, sein Blick ist von der Kamera abgewandt. Im Hintergrund sieht er, wie auf ihn eine U-Bahn zurast. Sie ist nur etwa 20 Meter entfernt und wird ihn überfahren, weil er sich nicht mehr auf den Bahnsteig retten kann. „Dieser Mann wird sterben“ titelt die New York Post mit großen Lettern. Darunter: „DOOMED“ – dem Untergang geweiht.

Dieses Titelbild der New York Post vom Dienstag hat für Aufruhr in der amerikanischen Metropole gesorgt. Ist es vertretbar, ein solches Bild auf die erste Seite einer Zeitung zu heben, es zu drucken? Sollte ein Fotograf eine solche Situationen fotografisch dokumentieren oder eher eingreifen und helfen? Darüber diskutieren Amerikaner im Fernsehen und im Internet.

„Niemand hat geholfen“

Fotograf Umar Abbasi verteidigte seine Position in der New York Post: Im Augenwinkel habe er den Mann auf die Schienen stürzen sehen, als die Ankunft der Bahn über die Lautsprecher angekündigt wurde. Dann sei er losgelaufen und habe wild fotografiert, in der Hoffnung, dass der Bahnfahrer die Kamerablitze erkennen und die Bahn stoppen würde. „Das Opfer war zu weit von mir entfernt, als ich losgerannt bin“, sagte Abbasi. „Niemand, der näher stand, versuchte ihm zu helfen.“ Später sei ihm aufgefallen, dass der Mann nicht geschrien oder um Hilfe gerufen hätte.

Das Drama ereignete sich im New Yorker Stadtteil Manhattan, nur unweit vom Times Square. Vor dem Unglück hatte sich das Opfer mit einem Obdachlosen auf dem Bahngleis gestritten. Ein Verdächtiger, der den Mann auf die Gleise gestoßen haben könnte, hat sich inzwischen gestellt – er wurde festgenommen und sitzt in Untersuchungshaft.

Erinnerung an Pulitzer-Preis-Foto aus dem Sudan

In den Vereinigten Staaten nahmen zahlreiche Medien das Thema auf – viele Leser der New York Post zeigten sich empört über die Wahl des Titelbildes. Vor allem auf Twitter machten sie ihrem Ärger Luft. Es sei unglaublich, dass die New York Post das Foto gedruckt habe und dass das Bild überhaupt entstanden sei. Viele Leser zeigten sich schockiert und bezeichneten die Zeitung als „Schande für die Stadt“. Abbasi selbst habe die Kritik laut New York Post sehr verwundert. Die Kritiker wären nicht dabei gewesen, hätten nicht gesehen, wie schnell alles passierte.

Zur Verteidigung zitierte die New York Post neben den Aussagen von Umar Abbasi einen anonymen Kommentator, der an ein Bild erinnerte, das 1993 den Pulitzer-Preis gewonnen hatte. Kevin Carter hatte damals ein halb-verhungertes Mädchen im Sudan fotografiert und damit ebenfalls eine Debatte über die ethische Verantwortung von Fotografen angestoßen.

Quelle: FAZ.NET

 
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