16.08.2012 · Immer mehr Menschen verbringen immer mehr Zeit mit Spielen am Bildschirm. Auch als Medium der Motivation und Manipulation werden Computerspiele immer interessanter.
Von Fridtjof KüchemannRichtlinien für Lesermeinungen
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Ein teil des problems, den unsere heutige gesellschaft mit der
aktzeptanz von computer und videospielen hat, liegt meiner meinung nach
darin begründet, dass medien und politik nach wie vor oft
unzureichend informiert sind, wenn sie sich denn mit dem thema abgeben.
Dieser artikel ist leider keine ausnahme. Hier nur ein 3 beispiele
für offensichtlich unzureichend recherchierte "fakten",
die direkt beim ersten überfliegen auffallen:
1. Das spiel battlefield 3 wurde nicht in amerika sondern vom studio
DICE welches bekanntlich im schwedischen und damit durchaus
europäischen stockholm sitzt entwickelt.
2. Der durchaus nach allen regeln der kunst clichehafte
hauptbösewicht im selbigen spiel ist ein terrorboss a la bin laden,
und nicht wie im artikel behauptet das iranische regime
3. Als terrorist in paris eine atomwaffe zünden? was genau soll das
an der akzeptanz oder sinnhaftigkeit des spieles verbessern? (das
wäre wohl die gegenperspektive der geschichte)
Ignorance is bliss!
Spiele sind Spiele- sonst wenig.
Man soll da keine Religion draus machen. Die Multiplayer -Spiele, mit
denen man im Internet teilnehmen kann, sind manchmal richtig nett, man
trifft bekannte Mitspieler, kann blödeln, und halt spielen.
Leute, die zuviel Zeit vor dem Schirm verbringen, machen es halt falsch.
Noch KEIN Spiel hat mich '
manipuliert', meine politische Einstellung verändert, mich
gewalttätig gemacht, oder vereinsamt.
Man lasse die Kirche im Dorf, und spiele nach Geschmack und Lust und Laune.
Homo ludens- Ohne Ideologie und soziologisches Geschwafel !
Spiele können mehr sein
Sie haben wohl damit recht, wenn Sie sagen, dass Spiele die politische
Einstellung nicht ändern und auch nicht manipulieren. Spiele
können aber durchaus einen Denkanstoß bieten und auch
nachhaltiger im Gedächnis bleiben.
Denn durch die Interaktivität (immerhin drückt man Knöpfe
und tut etwas) ist man mehr mit dem Charakter verbunden als
beispielsweise bei einem Film.
Bei einem Film bekommt man einen Geschichte vorgesetzt und wenn was
passiert hat es "der da" im Film gemacht. Bei einem Spiel
schreibt man - im vom Spiel vorgegebenen Rahmen - seine Geschichte
selber und wenn was passiert (man schießt ein Tor, erschießt
eine Person der gegnerischen Mannschaft etc.) hat man immerhin selber
was geleistet. Dadurch kann man bei gewissen in Spielen vorkommenen
Situationen auch Momente erzeugen die zum Nachdenken anregen.
Battlefield 3 ist keine Propaganda. Das genannte Terror - Szenario ist irrelevant, weil es lediglich
im kurzen Einzelspielermodus (Single Player - Modus / gegen den PC)
vorkommt. Dieser wird aber nicht gespielt, bzw. dient nur als
sekundäre Spielerklärung / Lerneinstieg, da BF3 ein auf
Internet ausgelegtes Multiplayerspiel ist (Mensch gegen Mensch).
Dort treten dann zwei Parteien (USA, Russland) gegeneinander an und
dürfen auch frei gewählt werden. Es gibt dort kein gut oder
böse. Es geht auch nicht um Politik, sondern um das reine
Geschicklichkeitsspiel bestehend aus Schnelligkeit und Präzision.
Beide Seiten werden übrigens gerne gewählt und gespielt.
Achja und getötet wird auch niemand, denn nach einem Abschuss wird
der Betroffene nach wenigen Sekunden wieder auf das Spielfeld gesetzt
(Respawn) - quasi Reinkarnation.
tatsächlich interessieren sich die meisten Spieler gar nicht
für die Hintergrundgeschichte.
Es geht um den Wettkampf, der 1vs1 oder in teams vs teams ausgetragen
wird. Das ist alles.
Möge der bessere gewinnen.
(bezieht sich auf Multiplayerspiele, wie z.B. das hier angeführte
bf3)
Sehr geehrter Herr Küchemann, haben Sie eigentlich schonmal
Battlefield gespielt? Oder haben Sie das Wissen über die Spiele aus
der Sekundärliteratur? Wenn der Autor richtig recherchiert
hätte, dann müsste er eigentlich auch wissen, dass bisher in
allen Battlefield Spielen im Multiplayer-Modus sowohl die USA als auch
deren Gegner spielbar waren (dies trifft ebenson auf alle anderen
gängigen Online-Multiplayerspiele zu). Wegen des
Singleplayer-Modus, auf den die Kritik zutreffen könnte, kauft sich
kein Mensch diese Spiele. Im Multiplayer-Modus verbringen die Spieler
ihre Zeit.
Jugendliche, besonders Jungs, haben eine natürliche Abneigung gegen
"Spiele" mit den Inhalten politisch korrekter
Volkspädagogik, mit der sie sowieso von Schule und Medien
gefüttert werden.
Ein Spiel soll also bedenklich indoktrinieren, wenn Terroristen die
Bösen sind? Unerträglich ist eher die zynische Wertfreiheit,
die aus solchen Ansichten spricht. Die Verhinderung eines
Terroranschlags ist ein besseres Ziel als die Ermordung möglichst
vieler Menschen durch diesen Anschlag. Das weiß intuitiv jedes
Kind, nur Soziologen und Politologen nicht.
nicht ganz
Das weiss jedes Kind auch nur dann, wenn die Eltern dies in ihrer
Erziehung vermittelt haben. Emotional verkümmerte Menschen teilen
diese Ansicht nicht.
Das wiederum hat aber nichts mit Computerspielen zu tun.