Home
http://www.faz.net/-gsb-7t5pn
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, HOLGER STELTZNER
Bibliothek

Burda „Focus“-Chefredakteur muss gehen

Jörg Quoos hatte das Burda-Magazin erst vor zwanzig Monaten übernommen. Den Rückgang der Auflage konnte er nicht stoppen. Nun soll es Ulrich Reitz richten, der bei der WAZ für große Reformen gesorgt hat.

© dpa Vergrößern Konnte das Profil des „Focus“ nicht schärfen wie gewünscht: der scheidende Chefredakteur Jörg Quoos

Im Hause Burda gibt es eine überraschende Personalie: Jörg Quoos gibt seinen Posten als „Focus“-Chefredakteur zum 1. Oktober ab, sein Nachfolger wird Ulrich Reitz, der zuletzt als Chefredakteur der WAZ wirkte. Dass man sich beim „Focus“ im Unfrieden trennt, lässt die Mitteilung von Burda deutlich erkennen. „Jörg Quoos und das Unternehmen sind unterschiedlicher Auffassung bezüglich der künftigen Ausrichtung des Magazins“, heißt es. Ulrich Reitz trete „mit dem Auftrag an, den erfolgreich eingeschlagenen Kurs fortzusetzen und das Profil des Magazins als meinungsbildende Stimme zu schärfen.“

Mehr zum Thema

Michael Hanfeld Folgen:  

Damit wird beschrieben, was Quoos in den Augen von Burda in den vergangenen zwanzig Monaten offenbar nicht gelungen ist – den „Focus“ als Marke wieder so zu plazieren, wie es bei der Gründung des Magazins Anfang der neunziger Jahre und in der Zeit darauf gelungen ist. Der „Focus“ leidet unter einem Rückgang der Auflage und zieht seit geraumer Zeit nicht mehr die Aufmerksamkeit auf sich, die ein Magazin braucht, das im Wettbewerb mit „Spiegel“ und „Stern“ bestehen will. Im laufenden Quartal jedoch, teilt Burda mit, werde eine „Trendwende in der Auflagenentwicklung herbeigeführt“, dies würden die IVW-Zahlen im September zeigen.

Gleichwohl werden dem scheidenden Chefredakteur lobende Worte zuteil. „Die Verdienste von Jörg Quoos um die Erneuerung unseres Nachrichtenmagazins sind enorm“, sagte der Burda-Vorstand Philipp Welte. Man danke ihm „für seine hervorragende Arbeit“, Ulrich Reitz finde „beste Bedingungen vor. Von ihm erwarten wir uns eine entschlossene Weiterentwicklung unseres Magazins im gesellschaftlichen Diskurs. Er ist ein renommierter und erfahrener Journalist, der die ,Focus‘-DNA in sich trägt.“

WAZ - Ulrich Reitz © dpa Vergrößern War bis Mai Chefredakteur der „Westdeutschen Allgemeinen Zeitung“: der künftige „Focus“-Chefredakteur Ulrich Reitz

Der neue Chefredakteur kennt den „Focus“. Er zählte zum Gründungsteam des Magazins, bis 1997 leitete er dessen Parlamentsredaktion in Bonn. Danach wurde er Chefredakteur der „Rheinischen Post“, 2005 der „Westdeutschen Allgemeinen Zeitung“. Diesen Posten behielt er bis Mai dieses Jahres. Er musste gehen, nachdem er eine umfangreiche Reform des Regionalzeitungswesens der WAZ geleistet hatte. Jörg Quoos war, bevor er als Chefredakteur zum „Focus“ stieß, stellvertretender Chefredakteur der „Bild“-Zeitung.

Quelle: FAZ.NET

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Tennis DTB-Präsident warnt vor Stich

Der scheidende DTB-Präsident Altenburg hat Vorbehalte gegen die Pläne von Michael Stich geäußert. Im Interview mit der F.A.Z. bemängelt Altenburg zudem die Strukturen im größten Tennis-Verband des Welt. Mehr

14.11.2014, 17:37 Uhr | Sport
Neues Mediengesetz CNN zieht sich aus Russland zurück

Vor kurzem hat Russland sein Mediengesetz verschärft. Jetzt hat CNN angekündigt, sich zum Jahresende aus Russland zurückzuziehen. Ein Beispiel, dem andere folgen könnten. Mehr

11.11.2014, 17:28 Uhr | Feuilleton
Verdacht auf Wahlfälschung Verfahren gegen di Lorenzo eingestellt

Gegen die Zahlung einer Geldsumme hat die Hamburger Staatsanwaltschaft die Ermittlungen wegen des Verdachts auf Wahlfälschung gegen Giovanni di Lorenzo eingestellt. Der Chefredakteur der Zeit hatte bei der Europawahl im Mai seine Stimme zwei Mal abgegeben. Mehr

18.11.2014, 19:18 Uhr | Feuilleton
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 26.08.2014, 11:09 Uhr

Dr. Acula

Von Gerhard Stadelmaier

Die Universität Tübingen wurde vom Grafen Eberhard im Bart ins Leben gerufen. Und ein anderer Graf, ein ganz besonderer Absolvent, scheint sich nach dem Studium sofort in der Stadt niedergelassen zu haben. Mehr 1 4