http://www.faz.net/-gqz-7mrlz

Britischer Geheimdienst : GCHQ plant Rufmord im Netz

  • Aktualisiert am

Die Zentrale des britischen Geheimdienstes GCHQ Bild: dpa

Fehlinformationen, Sexfallen, gezielte Rufschädigung: Die Methoden, mit denen der britische Geheimdienst die Kommunikation im Internet manipulieren will, sind nicht zimperlich. Auch Unverdächtige sind im Visier der Agenten.

          Der britische Geheimdienst GCGQ infiltriert das Internet offenbar gezielt mit rufschädigenden und manipulativen Informationen. Das deckt die neue Enthüllungsplattform „The Intercept“ von Glenn Greenwald auf. Das Onlineportal, das der Investigativjournalist vor wenigen Wochen mit der Finanzhilfe des amerikanischen Milliardärs Pierre Omidyar startete, bedient sich dabei aus dem Archiv der Snowden-Dokumente, die sich in Greenwalds Besitz befinden.

          Die  Mittel der systematischen Rufschädigung  gehen aus Dokumenten hervor, die die „Joint Threat Research Intelligence Group“ (JTRIG) der NSA und der „Fünf Augen“-Allianz vorgelegt hat.  Unter dem Titel  „Kunst der Täuschung“ berichtet eines dieser Dokumente detailliert über Praktiken, mit denen Netzwerke und  Blogs zu überwachen und mit Falschinformationen die Stimmung im Netz zielgerichtet zu manipulieren sind.

          Methoden der Rufschädigung

          Zu den konkreten Methoden gehört es diesen Dokumenten zufolge, Personen mit Sexangeboten in kompromittierende Situationen zu locken (Honigfalle), Falschinformationen unter ihrem Namen im Netz zu publizieren oder Mails an Freunde und Kollegen unter ihrer Identität zu verschicken. Eine weitere Taktik besteht darin, sich auf Foren als Opfer einer Person auszugeben, deren Ruf man schädigen möchte.

          Zu den Zielen des GCHQ gehören laut Greenwald auch die Hacker der Anonymous-Gruppe, gegen die der Geheimdienst mit DDoS-Attacken vorgeht. Daneben setze die JTRIG Methoden der sozialwissenschaftlichen Forschung ein, um erwünschte Ergebnisse im Internet zu erzielen.

          Greenwald spricht von einer breitflächigen Diskreditierung der Netzkommunikation. Zumal diese Methoden auch gegen Personen verwendet würden, die nicht unter kriminellem Verdacht stehen und keinerlei Gefahr für die nationale Sicherheit darstellen. Das Bewusstsein einer weiteren Grenzverschiebung geht laut Greenwald  klar aus den Dokumenten hervor.

          Quelle: FAZ.NET/tth

          Weitere Themen

          Am oberen Ende ist noch Luft

          Klimawandel : Am oberen Ende ist noch Luft

          Champagnerlaune auf dem Pariser Jubiläumsgipfel scheint eher unangebracht: Die Wissenschaft hat die düsteren Prognosen des Weltklimarates noch einmal korrigiert. Und die Gründe dafür sieht man jeden Tag am Himmel.

          The Humans „Therapy“ Video-Seite öffnen

          Roundabout Theatre Company : The Humans „Therapy“

          „The Humans. Eine amerikanische Familie“ von Stephen Karam wurde, nach der Uraufführung in Chicago, in New York 502 Mal gespielt und zum „best play 2016“ gekürt.

          Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben.

          Topmeldungen

          Anti-Brexit-Demonstranten erheben schwere Vorwürfe gegen die britische Regierung.

          Gegen Mays Willen : Britisches Parlament erzwingt Brexit-Veto-Recht

          Das britische Parlament hat sich gegen den Willen der Regierung von Premierministerin Theresa May ein Veto-Recht über das Brexit-Abkommen gesichert. Der Druck auf May steigt. Stehen ihr weitere Niederlagen im Parlament bevor?
          Salma Hayek (hier Mitte November bei der Verleihung der Golden Globes in Los Angeles) erhebt schwere Vorwürfe gegen den ehemaligen Hollywood-Produzenten Harvey Weinstein.

          Sexuelle Belästigun : Salma Hayek: Weinstein war mein Monster

          Salma Hayek erhebt schwere Vorwürfe gegen den ehemaligen Hollywood-Produzenten Harvey Weinstein. In einem Interview schildert sie, wie der Produzent sie immer wieder bedrängte. An jedem Drehort, in jedem Hotel.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.