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Britische Tageszeitung „Times“-Chefredakteur Harding geht

 ·  Nach fünf Jahren im Amt tritt „Times“-Chefredakteur James Harding zurück. Ihm sei klar geworden, dass Rupert Murdoch einen neuen Chefredakteur wünsche, sagte er seinen Mitarbeitern.

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An der Spitze von Rupert Murdochs „Times“ findet ein Wechsel statt. James Harding, seit fünf Jahren Chefredakteur der britischen Tageszeitung hat am Mittwoch seinen Rücktritt bekanntgegeben. Ihm sei klar gemacht geworden, sagte er am Nachmittag vor der benommenen Belegschaft, dass News Corp, Murdochs amerikanische Muttergesellschaft, einen neuen Chefredakteur wünsche. Deswegen habe er eingewilligt, zu kündigen.

Er habe Murdoch am Morgen angerufen und dieser habe seinen Rücktritt angenommen. Harding verlässt die Zeitung zum Monatsende. Es wird vermutet, dass John Witherow, seit fünfzehn Jahren Chefredakteur der Schwesterzeitung „Sunday Times“, seine Nachfolge antreten wird und dass der „Sunday Times“-Kolumnist Martin Ivens zum Chefredakteur der Sonntagszeitung aufrücken wird.

„Bester Chefredakteur“

Hardings Stellvertreter soll unter Tränen gesagt haben, er sei der beste Chefredakteur gewesen, den die „Times“ je gehabt habe. Der Journalist, der von der „Financial Times“ kam, war Leiter des Wirtschaftsressorts der „Times“, als er im Jahr 2007 zum jüngsten Chefredakteur befördert wurde. Mit 38 Jahren war er damals jünger als jeder seiner Vorgänger.

Harding verlässt die Zeitung zu einem kritischen Zeitpunkt. Nach der Veröffentlichung des umstrittenen Leveson-Berichts hat er eine führende Rolle bei der Suche nach einer Form der Selbstregulierung gespielt, die ohne die vom Lordrichter empfohlene gesetzliche Regelung auskommt und dennoch das allgemeine Bedürfnis nach einer strengeren Kontrolle der Presse erfüllt. In seiner Rücktrittsrede äußerte Harding die Hoffnung, dass die Zeitung unter seiner Führung mit der von den Lesern erwarteten Integrität und Unabhängigkeit über den Abhörskandal und die damit verbundenen Kontroversen um News International, des britischen Arms von Murdochs Medienimperium berichtet habe.

Harding hat das Missfallen Rupert Murdochs erregt. Er hatte den Hintergrund der Geschichte eines anonymen Polizeibloggers preisgegeben, dessen persönliches Email-Konto im Jahr 2009 von einem „Times“-Journalisten gehackt wurde. Murdoch sagte während seiner Vernehmung durch Lordrichter Leveson, er sei enttäuscht gewesen, dass Harding die Sache öffentlich gemacht habe.

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Lesermeinungen zu diesem Artikel (1)

12.12.2012, 21:40 Uhr

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