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Veröffentlicht: 08.02.2013, 16:15 Uhr

„Breakout Kings“ bei RTLnitro Auf die Plätze, fertig, los

Jede Folge der Serie „Breakout Kings“ beginnt mit der Flucht aus einem Gefängnis. Weit kommen die Ausbrecher aber nicht. Auch, weil die Kollegen aus dem Knast sie verpfeifen.

von Stefan Schulz
© RTL Die Polizisten Ray (Domenick Lombardozzi, li.) und Charlie (Laz Alonso) jagen Ausbrecher. Der Ganove Shea (Malcolm Goodwin) steht Schmiere

Es gibt sie noch, die Fernsehserien, die ihr Publikum nicht sofort überfordern, die zulassen, dass man mal eine Folge verpasst. Man könnte sogar sagen, „Breakout Kings“ stellt sich gegen den Trend, den intelligent geschriebene und aufwendig gedrehte Serien in den letzten Jahren vorgaben. Eine von jenen hieß „Prison Break“, stammte zum Teil von denselben Produzenten und verirrte sich nach einem furiosen Start in absurden Cliffhangern, so dass es ihren Protagonisten immer wieder nicht gelang, endlich aus ihren Gefängnissen auszubrechen. „Breakout Kings“ ist nun der Gegenentwurf. Es geht wieder ums Ausbrechen und Einfangen, aber jede Folge kommt zu einem guten Ende.

Auch beginnen die Episoden alle gleich. Gezeigt werden Gefängnisse von innen und sogleich jemand, der sich verdächtig verhält und tatsächlich drei Minuten später auf freiem Fuß ist. Vorbei an den Wachen und über alle Zäune - es beginnt immer mit einer Flucht. Bleiben, abzüglich des schönen comicartigen Vorspanns, 39 Minuten für die Jagd. Tot oder lebendig, sie wird immer gelingen. Aber trotz aller Berechenbarkeit geht es unterhaltsam zu, denn den beiden US-Marshalls, dem Supersoldaten Charlie (Laz Alonso) und der Kiezstreife Ray (Domenick Lombardozzi), die den Ausbrechern auf den Fersen sind, stehen Experten zur Seite: Knackis, die ihrerseits Erfahrungen mit Ausbrüchen haben.

Lloyd (Jimmi Simpson) beispielsweise wurde in jungen Jahren Psychologieprofessor. Weil er von seiner Mutter jedoch immer nur Verachtung erfuhr, haben sich seine 210 IQ-Punkte nicht gerade ausgezahlt. Als irrer Spielsüchtiger sitzt er 25 Jahre ab. Für jeden Ausbrecher, den das Team fängt, werden die Haftstrafen der „Breakout Kings“ um einen Monat verringert. Um die Charaktere zu enthüllen, haben sich die Macher der Serie also wieder viel Zeit gegeben.

Gute Unterhaltung ohne echtes Problem

Trotzdem fliegen schon in der ersten Folge zwei von ihnen wegen Regelverletzungen aus dem Team. Den Platz für beide füllt von der zweiten Folge an die Kopfgeldjägertochter Erica (Serinda Swan) aus. Von ihr weiß man, dass sie eine Mörderin ist, die sich um ihre Tochter sorgt und mit dem Vater des Kindes herumärgert. Sie gelten auch hier, die „Prison Break“-Prinzipien, die aus den Charakteren Geheimnisse machen. Doch in „Breakout Kings“ geht die Logik gut auf, weil es die Autoren an raffinierten und ambitionierten Handlungen mangeln lassen. Wegen dieser Nachlässigkeiten, denen wegen gar nicht erst gemachter Versprechungen keine großen Enttäuschungen beim Zuschauer folgen, leiden aber manchmal die Charaktere. So wurde Charlie eigentlich als Stratege und guter Beobachter vorgestellt, ruft aber plötzlich Flüchtigen, die gar nicht bemerkt haben, wie nah er ihnen gekommen ist, zu, dass sie sich bloß nicht bewegen sollen, woraufhin sie aufschrecken und wegrennen.

„Breakout Kings“ ist gute Unterhaltung, der kein echtes Problem innewohnt. Nur in der deutschen Fassung wirken die Stimmen der Schauspieler ein bisschen zu cool. Die feinen Brüche der Figuren werden dadurch zuweilen verdeckt. Nicht nur Lloyd klingt nämlich längst nicht so selbstsicher, wie er sich stets verhält. Allein bei „Prison Break“-Fiesling „T-Bag“ macht das alles keinen Unterschied, wenn er in Folge drei die „Breakout Kings“ auf die Probe stellt.

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Breakout Kings läuft um 20.15 Uhr bei RTL nitro.

Quelle: F.A.Z.

 

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