16.07.2008 · Die „Berliner Zeitung“ setzt ihren Ausdünnungskurs fort und lagert ihre Medienredaktion aus. Die Medienseite wird künftig von externen Serviceagenturen produziert. Medienkritik dürfte in der Zeitung bald kaum mehr eine Rolle spielen. Dem Eigner David Montgomery kann dies nur zugute kommen.
Von Jochen HieberJosef Depenbrock, der per Gerichtsbeschluss weiterhin in Personalunion Chefredakteur und Geschäftsführer der „Berliner Zeitung“ sein darf, hat in der gestrigen Redaktionskonferenz eine weitere Hiobsbotschaft verkündet: Das Blatt lagert seine Medienredaktion aus. Die „Berliner Zeitung“ lässt also künftig nicht nur die tägliche Seite mit dem Fernseh- und Hörfunkprogramm von externen Dienstleistern oder Serviceagenturen produzieren, sondern auch die genuin redaktionellen Inhalte: Medienkritik mithin, die Kommentierung rundfunkpolitischer Ereignisse, die Besprechung einzelner Sendungen, die aktuellen Meldungen.
Zwei Redakteure betreuten die „Media“ genannte Seite bis gestern. Sie sollen nun dem allgemeinen Feuilleton angegliedert werden. Mit diesem Schritt einher geht zwangsläufig, dass die Leser des Blatts über die brisanten Entwicklungen auf dem Medienmarkt und in der Medienszene nur noch aus zweiter Hand und eher unkritisch informiert werden.