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Bericht über mögliche Fusion : ARD dementiert Reform-Geheimpläne

  • Aktualisiert am

Die derzeitige ARD-Vorsitzende, MDR-Intendantin Karola Wille. Bild: dpa

Gibt es bald nur noch vier statt neun Landesrundfunkanstalten? Die „Bild“-Zeitung meldet, die ARD wolle Anstalten aus Kostengründen zusammenlegen. Die ARD nennt diese Behauptung „blanker Unsinn“.

          Die ARD erwägt nach Informationen der „Bild“-Zeitung einen tiefgreifenden Umbau und die Zusammenlegung mehrerer Rundfunkanstalten. Eine von den Ministerpräsidenten eingesetzte Arbeitsgruppe befürworte die Bündelung der bisherigen ARD-Sender zu vier größeren Anstalten, berichtete die Zeitung. Den Plänen zufolge könnte es dann jeweils eine Anstalt Süd, Nord, West und Ost geben.

          Wer mit wem im einzelnen fusioniert werden solle, sei noch offen, berichtete „Bild“. Sicher wäre nur, dass Radio Bremen einer ARD-Nord mit dem NDR zugeschlagen würde; der RBB aus Berlin und Brandenburg würde Teil einer ARD Ost mit dem MDR werden.

          Reformpläne ja, Totalumbau nein

          „Wir stehen vor einem tiefgreifenden Reformprozess“, hatte die amtierende ARD-Chefin und MDR-Intendantin Karola Wille zuvor angeblich gesagt. „Wir müssen sehen, wie der ARD-Verbund weiter zusammen wachsen kann.“ Wille sprach vom „größten Reformprogramm“ in der Geschichte der ARD. Die Sendergruppe werde sich verändern, weil sie sich verändern müsse. Wille sagte laut „Bild“, dass es für den Reformprozess entsprechende rundfunkrechtliche und kartellrechtliche Regelungen geben müsse und die Unterstützung der Politik brauche.

          Die ARD erklärte, richtig sei, dass die Intendantinnen und Intendanten auf ihrer Sitzung in München beschlossen hatten, „einen Reformprozess einzuleiten, der in den Bereichen Produktion, Verwaltung, Technik und Programmerstellung Prozesse und Strukturen im Senderverbund optimiert“. Doch von einer Zusammenlegung und diesen Geheimplänen ist keine Rede. „Ziel ist, die Vielfalt der ARD zu erhalten und zu stärken, um weiter der verlässliche Qualitätsanbieter in der Gesellschaft zu sein. Dazu hat die ARD eine Projektstruktur geschaffen, die von Reinhard Binder, Juristischer Direktor beim Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb), geleitet wird.“ Binder hatte vor 13 Jahren die Fusion der beiden Sender ORB und SFB zum Rundfunk Berlin Brandenburg (RBB) gemanagt. Erste Ergebnisse der Projektgruppe sollten bis September 2017 vorgestellt werden.

          ARD-Mitglieder

          Derzeit besteht die ARD aus neun Landesrundfunkanstalten. In der Vergangenheit kam es bereits zu Zusammenschlüssen:

          • Bayerischer Rundfunk
          • Hessischer Rundfunk
          • Mitteldeutscher Rundfunk
          • Norddeutscher Rundfunk
          • Radio Bremen
          • Rundfunk Berlin-Brandenburg (entstanden 2003 aus der Fusion von SFB und ORB)
          • Saarländischer Rundfunk
          • Südwestrundfunk (entstanden 1998 aus der Fusion von SDR und SWF)
          • Westdeutscher Rundfunk

          Mitglied der ARD ist außerdem der aus Steuergeldern finanzierte Auslandssender Deutsche Welle.

          Quelle: bard./AFP/KNA

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