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„Aus gegebenem Anlass“ Die Jury des Deutschen Fernsehpreises erklärt sich

16.10.2008 ·  Für gewöhnlich erklärt sich die Jury des Deutschen Fernsehpreises nicht in eigener Sache. „Aus gegebenem Anlass“ unternimmt sie es nun doch - und wünscht sich für die Sendung mit Reich-Ranicki eine „differenzierte Qualitätsdebatte“.

Von Michael Hanfeld
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Für gewöhnlich erklärt sich die Jury des Deutschen Fernsehpreises nicht in eigener Sache. „Aus gegebenem Anlass“ unternimmt sie es nun doch. „Aus gegebenem Anlass“ heisst die Sendung, in der Marcel Reich-Ranicki am Freitag um 22.30 Uhr im ZDF im Gespräch mit Thomas Gottschalk seine Kritik am Fernsehen wiederholt. Und Reich-Ranickis Einlassung beim Deutschen Fernsehpreis – den er ablehnte – gibt schließlich auch den Anlass, dass die Jury, in der sich Kritiker, Moderatoren und Schauspieler finden, sich äußert.

In jedem Fernsehjahr, schreiben die Juroren, trete man an, um „künstlerische und produzentische Leistungen zu finden und auszeichnen, die in ihrem jeweiligen Fach herausragend, also von besonderer Qualität“ seien. „Qualität“ bedeute „in einem Fernsehfilm etwas anderes als in einer Fernsehshow, ist in einer Auslandsreportage etwas anderes als in einer Comedy“. Das „Gute“ zeige sich „nicht allein im Ernsten und Erhabenen, sondern zuweilen auch in intelligent unterhaltendem ,Blödsinn‘“.

Voraussetzung eines jeden Qualitätsurteils sei die gründliche Kenntnis des Gegenstandes. Es möge sein, dass sich einzelne Leistungen in den Ausschnitten, die während einer Preisverleihung laufen, nicht vollends erschlössen. Doch sei man sicher, „dass diese in allen in diesem Jahr prämierten Originalbeiträgen leicht erkennbar“ sei. Sich davon zu überzeugen lade man Marcel Reich-Ranicki ein. Ihm und Thomas Gottschalk wünsche man für die Sendung im ZDF eine gute Unterhaltung – „und uns eine differenziertere Qualitätsdebatte“, welche die Leistungen der Nominierten und der Preisträger des Fernsehpreises angemessen würdige.

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Jahrgang 1965, Redakteur im Feuilleton, zuständig für „Medien“.

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