Home
http://www.faz.net/-gsb-7acno
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, HOLGER STELTZNER
Bibliothek

ARD Thomas Roth moderiert die „Tagesthemen“

Thomas Roth soll bei den „Tagesthemen“ die Nachfolge von Tom Buhrow antreten. Das erfuhr FAZ.NET aus Senderkreisen. Der ebenfalls als neuer Moderator gehandelte Ingo Zamperoni muss sich gedulden.

© dpa Vergrößern Thomas Roth

Willkommen in den Sechzigern: So wird es am kommenden Montag im Kreise der ARD-Intendanten wohl heißen. Die sind selbst in dem Alter oder gehen darauf zu, bei ihrem Publikum ist das nicht anders. Ü-Sechzig-Party. Insofern passt der Kandidat, den der neue Intendant vom WDR, Tom Buhrow, für den Moderatorenjob bei den „Tagesthemen“, den er selbst bis vor ein paar Tagen noch hatte, vorschlägt, gut – er wird Ende des Jahres 62.

Michael Hanfeld Folgen:  

Entscheidend für Buhrows Vorschlag ist aber etwas anderes. Die ARD-interne Anstaltslogik: Ein Mann muss es sein (eine Frau ist ja schon da) und er muss vom WDR kommen. Es ist also nicht Anne Will und es ist auch nicht der als Favorit gehandelte, aber beim NDR angestellte Ingo Zamperoni. Es ist, so erfuhr FAZ.NET aus Senderkreisen, Thomas Roth, der vom WDR nach New York entsandte Korrespondent.

Ingo Zamperoni © dpa Vergrößern Ingo Zamperoni

Den wollte man zunächst, so war zwischendurch die Überlegung, für jeweils eine Woche zur Moderation der „Tagesthemen“ einfliegen lassen. Da das außerhalb der öffentlich-rechtlichen Gebührenbastion aber nicht gut ankam, soll Roth nun ganz nach Hamburg kommen, um sich bei den „Tagesthemen“ mit Caren Miosga abzuwechseln. Was keine schlechte Wahl ist, nur sind die Kriterien absurd: eine/n Moderator/in der „Tagesthemen“ stellt der NDR, eine/n der WDR, wer das falsche Geschlecht hat oder zum falschen Sender gehört, ist raus.

Auch wenn er, wie Ingo Zamperoni, schon längst als ständige Vertretung in den „Tagesthemen“ auftaucht und dafür überall Kompetenz-Punkte bekommt  und obendrein auch noch für die öffentlich-rechtliche Demographie mit 39 Jahren blutjung ist. Bestätigen wollte die ARD die getroffene Nachfolgeregelung zunächst nicht. „Es hat in den vergangenen Wochen schon viele Spekulationen über die Nachfolge von Tom Buhrow gegeben, die wir nicht kommentiert haben. Dabei bleiben wir“, sagte eine ARD-Sprecherin gegenüber FAZ.NET.

Zamperoni kommt später

Schon mit seiner ersten, sich abzeichnenden Entscheidung  demonstriert der Intendant Tom Buhrow, dass er weiß, wie bei der ARD der Hase läuft. Beim WDR finden sie das gut und schalten gerne auf Roth. Und machen ihn dabei zum „Ersten Moderator“, passend zu Caren Miosga, die als „Erste Moderatorin“ bei den Tagesthemen firmiert. An der Gleichberechtigung der beiden Nachrichtenleute soll sich nichts ändern. Und in drei Jahren, so Teil zwei des Plans der ARD, wäre dann Ingo Zamperoni dran. Die Lösung lautet also nicht mehr Roth und Zamperoni, sondern zuerst Roth und dann – 2016, wenn Roth in Ruhestand geht – der Jungspund. Bei der ARD denkt man einfach an alles.

Mehr zum Thema

Quelle: FAZ.NET

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
TV-Kritik: Anne Will Wer stoppt die jungen Intensivtäter?

Der Kriminelle ist ein Einserkandidat. Der frühere Schläger geht auf seine Frau los: In der Talkshow von Anne Will liefern die Gäste eine kleine Täterpsychologie. Doch haben Richter vielleicht zu viel Geduld mit den Tätern? Mehr Von Katrin Hummel

20.11.2014, 03:28 Uhr | Feuilleton
TV-Kritik: Anne Will Immer auf die Kleinen

Bei der Steuer hört der Spaß auf. Anne Will versteigt sich zu der Frage Ist Luxemburg ein Unrechtsstaat? Da verliert selbst der wahnsinnig charmante Außenminister des Steuerparadieses die Fassung. Mehr Von Heike Göbel

13.11.2014, 05:04 Uhr | Feuilleton
4:0 gegen Gibraltar Der Weltmeister schießt weniger Tore als gegen Brasilien

Der Weltmeister ist weit entfernt von einem neuen Torrekord: Statt eines 17:0 werden es gegen Gibraltar nur vier Tore. Das 1:0 der Färöer in Griechenland relativiert den deutschen Torgeiz. Mehr Von Christian Kamp, Nürnberg

14.11.2014, 22:40 Uhr | Sport
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 22.06.2013, 11:33 Uhr

Grenzen für Google

Von Michael Hanfeld

Das Europäische Parlament macht sich Gedanken zur Marktmacht von Suchmaschinen. Von einer „Zerschlagung von Google“ zu reden, wäre wohl verfrüht. Die netzpolitische Naivität der Union ist dagegen weiter grenzenlos. Mehr 20 14