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ARD-Skandal Sieben Bücher auf einen Streich

31.08.2009 ·  Der Skandal um die suspendierte Fernsehspielchefin des NDR, Doris Heinze, nimmt kein Ende. Beim NDR sind zwei weitere Drehbücher und ein Treatment aufgetaucht, die Heinze unter Pseudonym geschrieben haben soll.

Von Michael Hanfeld
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Die Anzahl der Drehbücher, welche die suspendierte Fernsehspielchefin des NDR, Doris Heinze, unter Pseudonym hat schreiben lassen, erhöht sich: Bislang bekannt waren vier oder fünf Bücher, die ihrem Ehemann Claus Strobel zugerechnet werden, der unter dem Pseudonym „Niklas Becker“ auftrat. Ein weiteres stammt von einer nichtexistenten „Marie Funder“, hinter der Inga Pudenz stecken soll, die Doris Heinze als Drehbuchagentin vertritt. Und nun sind beim NDR zwei weitere Drehbücher und ein Treatment aufgetaucht, die Doris Heinze selbst unter Pseudonym geschrieben haben soll.

Bei den Untersuchungen hätten sich „konkrete Anhaltspunkte“ dafür ergeben, dass „Doris Heinze unter Pseudonym über externe Produktionsfirmen zwei Drehbücher und ein Treatment für den NDR geschrieben hat, ohne dass dies dem Sender bekannt war“, teilte die Anstalt am Montag mit. Der NDR gehe nun davon aus, dass ihm auch ein materieller Schaden entstanden sei. Hätte Doris Heinze den Sachverhalt offengelegt, hätte ihr nur der halbe Honorarsatz zugestanden. In der Branche ist davon die Rede, dass es um einen hohen fünfstelligen Betrag geht. Damit dürfte der Sender endgültig eine Handhabe besitzen, die fristlose Kündigung auszusprechen, mit der Beobachter in dieser Woche rechnen. Man halte enge Verbindung zur Staatsanwaltschaft Hamburg, so der NDR.

Trotzdem wird die Sache noch einmal diskutiert

Das ZDF hat derweil bei dem Produzenten Oliver Berben gerade einen Film in Auftrag gegeben, in dem Iris Berben und August Zirner die Hauptrollen spielen und zu dem niemand anderes das Drehbuch geschrieben hat als – Doris Heinze. Sie hat das Buch unter ihrem Klarnamen geschrieben – ein Buch pro Jahr war ihr vom NDR gestattet.

„Nichts deutet auf Unkorrektheiten hin“, sagte der ZDF-Programmdirektor Thomas Bellut der Frankfurter Allgemeinen Zeitung auf Anfrage. Den Auftrag habe die Autorin, wie man sich rückversichert habe, beim NDR ausdrücklich angemeldet. Trotzdem wird die Sache noch einmal diskutiert. Der Arbeitstitel des Films lautet: „Meine verrückte Familie“.

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